Ausschlag durch Haarfarbe: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Gefärbte Haare liegen im Trend, egal ob zur Abdeckung grauer Haare oder für einen neuen Look. Nicht nur ältere Menschen greifen zu künstlichen Farbstoffen, sondern auch Jugendliche und junge Erwachsene. Viele sind sich jedoch nicht bewusst, dass Haarfärbemittel Allergieauslöser enthalten können, die bei Hautkontakt zu Reizungen, Ausschlag und Irritationen führen können.

Haarfärbemittel gehören zu den Produkten, die für mehr farbliche Abwechslung auf dem Kopf sorgen. Sie werden häufig jedoch mit gemischten Gefühlen von Verbraucherinnen und Verbrauchern betrachtet. Insbesondere Allergiker:innen fragen nach Verträglichkeit der synthetischen Produkte und auch nach natürlichen Alternativen, die als unbedenklichere Färbemittel beworben werden.

Allergieauslöser in Haarfarbe

Farbstoffe in Haarfarben enthalten Schadstoffe, die beim Färben über die Haut in den Körper gelangen. Diese sind laut einer Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test jedoch alles andere als unbedenklich. So gelten Farbstoffe wie Para-Phenylendiamin (PPD) oder Para-Toluenyldiamin (PTD) nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) als stark reizend. Aber auch Hilfsstoffe wie Resorcin, Wasserstoffperoxid oder Ammoniak können allergische Reaktionen verursachen.

Das aromatische Amin Para-Phenylendiamin (PPD) zählt dabei zu den häufigsten Allergieauslösern in Haarfarbe, da es eine besonders hohe Sensibilisierungspotenz besitzt. Der Einsatz von Para-Phenylendiamin (PPD) in Oxidationsfarben ist daher durch die Kosmetikverordnung auf eine Konzentration von zwei Prozent im Anwendungsprodukt begrenzt. Zudem müssen Hersteller Haarfarbe, die Para-Phenylendiamin (PPD) enthalten, mit einer speziellen Kupplersubstanz wie Resorcin ergänzen.

Nicht nur Kunden können von einer Allergie gegen Haarfarbe betroffen sein, nicht selten entwickeln auch Friseure eine Sensibilisierung gegen Farbstoffe.

Wie man Allergien vermeidet

Symptome einer Kontaktallergie durch Haarfarbe

Rund 24 bis 36 Stunden nach der Färbung fängt die Haut an zu jucken, schwillt an oder rötet sich. Die Beschwerden machen sich zunächst auf dem Kopf und im Gesicht, aber auch rund um die Augen bemerkbar. In der Regel treten die allergischen Beschwerden jedoch nur an den Stellen auf, die direkt mit dem Allergieauslöser in Kontakt kommen.

Typische Symptome einer Kontaktallergie sind:

  • Juckreiz
  • Hautbläschen
  • Rötungen
  • Hautausschlag

Behandlung und Therapie

Tritt die Allergie zum ersten Mal auf, hilft auch mehrmaliges Haarewaschen nicht. So hält die Wirkung temporärer Haarfärbemittel rund sechs bis acht Wochen an. Die beste - aber auch radikalste Lösung - ist daher, die gefärbten Haare abzuschneiden, wie Stefan Wöhrl, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, im Interview mit dem Standard erklärte. Leiden Patienten unter starken Schwellungen, können auch Cortison-Präparate helfen.

Wer zu sehr an seinen Haaren hängt, sollte den Kontakt zwischen Haut und Haaren möglichst verhindern. So kann es meist schon helfen, einen Rollkragenpullover aus Baumwolle zu tragen oder die Haare in einem Zopf zusammen zu binden. Heilen lässt sich eine Allergie gegen Haarfarbe jedoch nicht.

Hausmittel zur Behandlung einer Kontaktallergie

Einige Hausmittel können helfen, die Beschwerden bei einer Kontaktallergie zu lindern.

  • Kalte Umschläge: Kühlen die Haut und lindern die Schwellung und den Juckreiz.
  • Kokosöl: Spendet Feuchtigkeit und beruhigt die Haut.

Achtung: Bei Naturheilprodukten oder Naturkosmetika ist Vorsicht geboten, da sie potentielle Auslöser von Kontaktallergien enthalten können wie z.B. Teebaumöl, Ringelblume oder Arnika und können daher die Beschwerden sogar verschlimmern.

Die richtige Pflege sowie Nachsorge bei Kontaktallergie

Produkte zur Hautpflege bei Kontaktallergien sollten besonders mild und pH-neutral sein, um die gestresste Haut nicht zusätzlich zu reizen. Generell ist es ratsam, bei allen auf der Haut angewendeten Produkten Konservierungs-, Duft- und Farbstoffe möglichst zu vermeiden. Um den Säureschutzmantel der Haut zu schonen, empfiehlt es sich, zum Waschen keine Seife, sondern sogenannte Syndets zu verwenden und den Kontakt mit Wasser grundsätzlich einzuschränken.

Lotionen, Cremes und Salben versorgen die Haut mit Fett und Feuchtigkeit. Um Ihre Haut weiter zu unterstützen, empfiehlt es sich ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Vorbeugung einer allergischen Reaktion

Wer bereits von einer Kontaktallergie gegen Inhaltsstoffe in Kosmetika betroffen ist, muss neue Produkte immer auf mögliche Allergieauslöser überprüfen. Auch wer akut unter einer gereizten Kopfhaut leidet, sollte laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) die Haarfärbung besser verschieben, da Haarfarbe die Haut zusätzlich reizt.

Wie bei allen kosmetischen Produkten sollten Menschen mit empfindlicher Haut oder einer bekannten Kontaktallergie Haarfarbe zudem vor dem ersten Gebrauch auf ihre Verträglichkeit testen. Dazu geben Verbraucher die Farbsubstanzen zunächst nur auf eine kleine Stelle. Ist die Haut auch nach einer längeren Einwirkzeit frei von Irritationen, kann das Haarfärbemittel meist problemlos verwendet werden.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) weist jedoch darauf hin, dass Farbmischungen nur für eine kurze Zeit Kontakt mit der Haut und den Haaren haben sollten.

Weitere Tipps zur Vorbeugung:

  • Hinweise des Herstellers beachten: Wer zu Hause seine Haare tönen bzw. färben möchte, sollte unbedingt die Hinweise und Empfehlungen des Herstellers beachten.
  • Handschuhe tragen: Während der Anwendung sollten die Hände mit Handschuhen geschützt werden.
  • Einwirkzeit einhalten: Die Anwendungsdauer auf keinen Fall überschreiten.
  • Sorgfältig ausspülen: Die Farbreste sorgfältig ausspülen.
  • Friseur bevorzugen: Vorteilhaft ist es diese Färbung bei Friseur durchführen zu lassen, so kommt man mit den reaktiven Inhaltsstoffen relativ wenig in Berührung.

Für alle Kontaktallergiker:innen ist es wichtig, dass sie die Inhaltsstoffe der Haarfärbeprodukte auf ihre Allergieauslöser sorgfältig durchgehen. Allergien nehmen zu. Sie können auch eine Überempfindlichkeit gegen Haarfarbe entwickeln.

Schonende Alternativen?

Pflanzenfarben gelten als relativ schonende und besser verträgliche Alternative zu den synthetischen Färbemitteln. Für die Farbveränderung kommen hier folgende Naturstoffe zum Einsatz:

  • Henna
  • Auszüge aus Kamille
  • Rhabarber
  • Indigo- und Kaffeepulver

Henna hat dabei die größte Bedeutung. Die Farbvielfalt, die mit den Naturstoffen erreicht werden kann, ist etwas eingeschränkt, doch auch hier ist eine allergische Reaktion nicht ausgeschlossen.

Als weniger problematisch als die Oxidationsfarben gelten die Tönungen. Im Unterschied zu dauerhaften Farben dringen die Farbstoffe nicht ins Haarinnere, sondern verbleiben weitgehend auf der Haaroberfläche, von wo sie mit der Haarwäsche nach und nach entfernt werden können.

Allerdings auch hier berichten Allergologen über Reaktionen der Kopf- und Gesichtshaut auf die Inhaltsstoffe der Tönung, die mit jeder Wäsche von der Haaroberfläche mobilisiert werden und auf die Haut gelangen. Auch hier gilt, wer tönen möchte, sollte die Hände mit Handschuhen schützen und die Einwirkzeit unbedingt einhalten.

Tipps bei der Anwendung von Haarfärbemittel

Das Blondieren und die Färbung mit Oxidationshaarfarben können je nach Grad der Farbveränderung zu starken Veränderungen der ursprünglichen Eigenschaften des Haares führen. Das Haar benötigt länger zum Trocknen, seine Widerstandsfähigkeit und Reißfestigkeit ist gemindert. Diese Effekte werden durch die Einarbeitung pflegender Substanzen in die Blondier- oder Färbepräparate ausgeglichen.

Eine Schädigung der Haare kann durch Beachtung der folgenden Tipps weitgehend vermieden werden:

  • Vor der Blondierung: Das Haar vor der Behandlung nicht waschen, um das Irritationsrisiko zu vermindern.
  • Bei der Erstanwendung: Mit der Blondierung an den Spitzen beginnen, da der Teil des Haares in Kopfhautnähe leichter aufgehellt wird.
  • Bei Nachbehandlungen: Das Blondiermittel kurz vor Abschluss der Einwirkungszeit vom Nachwuchs zu den Haarspitzen verteilen.
  • Nach der Blondierung: Die Haarwäsche mit einem milden Shampoo mit saurem pH-Wert abschließen.

Für weitere Abhilfe kann eine Anschlussbehandlung mit entsprechend konzipierten Produkten sorgen. So enthalten Shampoos für geschädigtes Haar milde Tensidmischungen, hohe Anteile an Strukturverbesserern sowie häufig Proteine und Panthenol. Spülungen tragen dazu bei, den Haaren ihre Geschmeidigkeit und ihren Glanz wieder zurückzugeben. In ihrem Aufbau den Spülungen vergleichbar, liegen in Haarkuren die pflegenden Bestandteile in noch konzentrierterer Form vor.

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