Haarausfall durch Eisenmangel: Ursachen und Behandlung

Wer von Eisenmangelsymptomen hört, denkt meistens zuerst an Blutarmut, Blässe und Müdigkeit. Eine zu geringe Menge dieses Spurenelements kann aber genauso das Wachstum der Haare beeinträchtigen und zu Haarausfall führen. Im folgenden Beitrag beleuchten wir Ursachen für den Haarausfall durch Eisenmangel, wen es häufig betrifft und was dagegen getan werden kann. Wer durch eine chronische Erkrankung oder eine vegetarische oder vegane Ernährung zu wenig Eisen zu sich nimmt, ist besonders gefährdet.

Im Körper eines erwachsenen Menschen befinden sich etwa drei bis vier Gramm Eisen. Es gehört zu den essentiellen Spurenelementen. Das meiste davon, etwa zwei Drittel, liegt in Form von Hämoglobin in den roten Blutkörperchen vor. Auch Muskeln, Enzyme und Proteine enthalten Eisen. Der Rest ist in Organen wie Leber, Milz und Knochenmark gespeichert. Über abgestorbene Haut- und Schleimhautzellen, Urin, Stuhl und Schweiß verliert der Körper jeden Tag ein bis zwei Milligramm Eisen. Um das auszugleichen, muss er aber etwa 15 Milligramm täglich aufnehmen - denn nur ein kleiner Teil gelangt wirklich über den Magen-Darm-Trakt bis in den Körper.

Eisen ist ein wichtiger Mineralstoff, den der Körper für die Bildung von Hämoglobin benötigt. Es nimmt den Sauerstoff in der Lunge auf und transportiert ihn durch den ganzen Körper, auch durch die Haarfollikel. Wenn Ihr Körper nicht über genügend Eisen verfügt, kann dieser Eisenmangel zu Haarausfall führen. Ist dies besorgniserregend und können Sie etwas dagegen tun?

Wenn im Körper ein Eisenmangel herrscht, wird das Eisen zuerst den "unwichtigen" Körperteilen wie Haaren und Nägeln vorenthalten - zugunsten lebenswichtiger Organe und Organfunktionen. Unsere Haarfollikel sind jedoch sehr aktive Zellen, die eine hohe Stoffwechselaktivität aufweisen. Unser Haar wächst ständig - und dafür sind ausreichend Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente notwendig. Diese werden für viele verschiedene Enzyme der DNA-Synthese benötigt. Eines davon ist zum Beispiel die Ribonucleotid-Reduktase, die für ihre Funktion genügend Eisen benötigt. Sind die Haarfollikel nicht ausreichend mit Eisen versorgt, können sie sich nicht vermehren und sterben ab.

Die Haarfollikel benötigen eine ständige Versorgung mit Sauerstoff, um gesund zu bleiben und richtig zu funktionieren. Wenn Sie nicht genügend Eisen zu sich nehmen, verringert sich die Sauerstoffzufuhr im Blut. Dies kann zu geschwächten Haarfollikeln und schließlich zu Haarausfall führen. Dies kann passieren, weil der Wachstumsphasen gestört wird.

Der Haarwuchszyklus besteht aus drei Phasen: der anagenen, der katagenen und der telogenen Phase. In der Anagenphase, die zwischen 2 und 7 Jahren dauern kann, wächst das Haar aktiv und es werden neue Haare gebildet. Die katagene Phase ist eine kurze Übergangsphase von etwa 2 bis 3 Wochen, in der der Haarfollikel schrumpft und das Haarwachstum aufhört. Die Telogenphase schließlich ist eine Ruhephase von etwa 3 Monaten, in der das Haar schließlich ausfällt und neuem Haar Platz macht. Unter normalen Umständen wiederholt sich dieser Zyklus ständig und ermöglicht ein gesundes Haarwachstum. Ein Eisenmangel kann diesen Zyklus unterbrechen, sodass mehr Haare in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten und schließlich ausfallen.

Studien zufolge kann Eisenmangel unterschiedliche Formen des Haarausfalls begünstigen: Anlagebedingten Haarausfall, kreisrunden Haarausfall, diffusen Haarausfall oder telogenes Effluvium (zu frühes Eintreten der Ruhephase). Denn Haarzellen benötigen das Eisen für die DNA-Synthese und für ein ungestörtes Haarwachstum.

Die erste Phase ist die Wachstumsphase, bei der die Haare im Haarfollikel gebildet werden und dann länger und dicker werden. Es folgt die Übergangsphase. In der Haarwurzel findet keine Zellteilung mehr statt, sie wird nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und das Haarwachstum endet. Dann beginnt der Haarzyklus von neuem und lässt ein neues Haar aus dem Follikel wachsen. Ist der Haarzyklus gestört, zum Beispiel durch eine verkürzte Wachstumsphase, kann es zu Haarausfall kommen. Normalerweise fallen jeden Tag bis zu 100 Haare aus. Hat man den Eindruck, ungewöhnlich viele Haare zu verlieren, kann ein Trichogramm Aufschluss geben.

Es dauert in der Regel eine Weile, bis sich ein Eisenmangel bemerkbar macht. Solange nur die körpereigenen Eisenspeicher schrumpfen, aber noch genügend Eisen für den sofortigen Verbrauch vorhanden ist, merkt man nicht viel. Erst wenn das Spurenelement nicht mehr schnell genug aus den Speichern in Leber oder Milz freigesetzt werden kann und es zu einem Mangel in den Zellen kommt, zeigen sich die ersten Symptome. Dazu gehören trockene Haut, Juckreiz, Zungenschmerzen, Schmerzen beim Schlucken oder rissige Mundwinkel. Auch brüchige Haare oder Nägel treten in diesem Stadium auf, ebenso wie Haarausfall aufgrund von Eisenmangel.


Typische Symptome von Eisenmangel

Ursachen von Eisenmangel

Eine zu geringe Eisenzufuhr liegt meistens an einer vegetarischen oder veganen Ernährung. Eisen ist vor allem in tierischen Produkten wie Fleisch enthalten. Es gibt auch eisenreiche pflanzliche Nahrungsmittel, insbesondere Hülsenfrüchte wie Linsen, Sojabohnen oder Kichererbsen und Blattgemüse wie Mangold oder Fenchel. Der menschliche Magen-Darm-Trakt kann das Eisen daraus jedoch schlechter aufnehmen als aus tierischen Nahrungsmitteln.

Ein zu hoher Verlust von Eisen liegt meistens an einem Blutverlust. Insbesondere Frauen mit einer langen, häufigen oder sehr starken Regelblutung können relevante Mengen an Eisen verlieren. Aber auch über einen chronischen Blutverlust, zum Beispiel durch Tumore im Magen oder Darm, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder einem Magengeschwür kann viel Eisen verloren gehen.

Für eine verminderte Eisenaufnahme können verschiedene Medikamente, Nahrungsmittel und Erkrankungen sorgen. Sowohl Tee, Kaffee und Milch vermindern die Eisenresorption im Darm als auch manche Medikamente gegen Sodbrennen oder Parkinson. Bei Krankheiten der Darmschleimhaut wie Zöliakie oder chronischem Durchfall kann die Eisenaufnahme ebenfalls vermindert sein.

Die Wahrscheinlichkeit, an Eisenmangel zu erkranken, ist nicht hoch, allerdings gibt es Personengruppen, die ein höheres Risiko haben. Dazu gehören Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter. Aufgrund ihrer Periode verlieren sie monatlich Blut. Auch Frauen, die schwanger sind oder stillen, leiden eher unter Eisenmangel. Darüber hinaus ist es für Kleinkinder und Vegetarier wichtig, besonders auf die Eisenaufnahme zu achten.

Diagnose und Behandlung

Um einen Eisenmangel festzustellen, reicht eine Blutabnahme aus. Darin werden verschiedene Parameter bestimmt, die ein Abbild des Eisenhaushalts geben. Man bestimmt die Anzahl und Größe der roten Blutkörperchen und deren Gehalt am Blutfarbstoff Hämoglobin. Zusätzlich kann man schauen, ob die Bildung der Blutkörperchen funktioniert und die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen, die Retikulozyten, ausreichend gebildet werden. Ein Abbild über das Speichereisen gibt das Ferritin - es kann jedoch zum Beispiel bei chronischen Krankheiten oder akuten Infekten trotz Eisenmangel erhöht sein. Über das Transferrin und die Transferrinsättigung lässt sich ablesen, ob der Körper seine Rezeptoren zur Eisenaufnahme hochgefahren hat.

Die prophylaktische Einnahme von Eisen ist nicht sinnvoll, um einem Haarausfall durch Eisenmangel vorzubeugen. Es gibt viele andere und häufigere Gründe für Haarausfall wie eine genetische Veranlagung, hormonelle Störungen, Stress, Vitaminmangel oder fehlerhafte Schilddrüsenfunktion. Ob ein Eisenmangel für den Haarausfall verantwortlich sein kann, sollte man zunächst durch eine Blutuntersuchung ärztlich abklären lassen.

Liegt eine körperliche Erkrankung zugrunde, steht deren Behandlung im Vordergrund. Wenn zum Beispiel durch einen Tumor oder eine Darmerkrankung die Aufnahme von Eisen in den Körper gestört ist, bringt auch eine erhöhte Zufuhr über die Nahrung nichts. Erst durch eine Behandlung der Grunderkrankung ist eine Besserung zu erwarten.

Liegt der Eisenmangel an der Ernährung, kann eine Ernährungsumstellung helfen. Insbesondere Fleisch enthält viel Eisen, vor allem Hirsch, Rind oder Schwein. Ganz oben auf der Liste stehen aber tierische Innereien: In 100 Gramm Entenleber sind 30 Milligramm Eisen enthalten! Für wen Fleisch oder Innereien keine Option sind, der kann sich zum Beispiel an Haferflocken oder Weizenkleie halten. Zum Mittagessen kommen Sojabohnen oder Quinoa als Eisenlieferanten infrage. Da der menschliche Körper Eisen aus pflanzlichen Quellen schlechter verwerten kann als aus tierischen Quellen, muss eine entsprechend höhere Menge davon gegessen werden.

Wer seinen Eisenbedarf nicht alleine über die Ernährung decken kann, für den kommen Eisentabletten infrage. Diese sind zwar frei verkäuflich, sollten aber trotzdem nur in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Und sie werden leider nicht selten schlecht vertragen: Sie können zu Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall führen. Falls Sie Eisenmangelsymptome bei sich bemerken, scheuen Sie sich nicht, einen Arzt aufzusuchen. Schon ein einfaches Blutbild kann Aufschluss geben und ermöglicht Ihnen, den Symptomen entgegenzuwirken. Eisenmangel ist leicht behandelbar - so können Sie sich schnell wieder wohl und schön fühlen.

Wenn der Eisenmangel behoben ist (je nach Ursache durch eine Ernährungsumstellung, Medikamente etc.) kann den Haarwurzeln noch direkt geholfen werden: Durch eine begleitende PRP Behandlung. Bei einer PRP Behandlung wird Blut des Patienten entnommen und in die einzelnen Bestandteile zerlegt: Erythrozyten, Thrombozytenarmes Plasma, Thrombozytenreiches Plasma sowie PRP (Platelet Rich Plasma). In PRP sind besonders viele Blutplättchen und Nährstoffe enthalten. Die Verabreichung von PRP erfolgt in das subkutane Hautgewebe der betroffenen Bereiche und wird mithilfe einer kleinen Injektionsnadel oder durch eine Mesopistole injiziert.

Der Eisenmangel kann jedoch auch einen irreparablen Schaden auf Haarwurzeln haben. Sollte der Eisenmangel lange anhalten und schwerwiegend sein, können sich oft nicht mehr alle Haarwurzeln erholen. Wenn sich das Haarwachstum nicht mehr einsetzen sollte, können diese Bereiche mit einer Haartransplantation wieder aufgefüllt werden. Hierbei werden einzelne Haarfollikel aus einem geeigneten Spenderareal entnommen und in den betroffenen Regionen wieder eingesetzt.


Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall

Zu viel Eisen im Körper kann schädlich sein: Der Körper hat kaum Möglichkeiten, überschüssiges Eisen wieder abzugeben. Es lagert sich in vielen Organen wie Herz oder Leber ein und kann diese schädigen. Damit erhöht sich zum Beispiel das Risiko für einen Herzinfarkt oder Leberkrebs.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Haarausfall auf Eisenmangel zurückzuführen ist, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und eine Blutuntersuchung durchführen lassen, um Ihren Eisengehalt zu bestimmen. Ziehen Sie regelmäßige Blutuntersuchungen in Erwägung, wenn bei Ihnen ein Risiko für Eisenmangel besteht. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es andere Ursachen für Ihren Haarausfall gibt. Stress, Medikamenteneinnahme, Hormonschwankungen oder Vererbung sind häufigere Faktoren für Haarausfall als Eisenmangel. Prüfen Sie sorgfältig mit sich selbst, was die Ursache sein könnte. Es ist immer ratsam, einen Termin bei Ihrem Hausarzt zu vereinbaren.

Obwohl selten, kann Eisenmangel durchaus zu Haarausfall führen. Es ist wichtig, diese Ursache frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Wenn Sie bemerken, dass Sie mehr Haare als gewöhnlich verlieren, können Sie Ihre Eisenwerte überprüfen lassen und einen Arzt aufsuchen, um eine geeignete Behandlung zu erhalten. Aber: Ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse.

Eisenmangel: Ursachen, Symptome und effektive Behandlung

Wissen Sie, welche Lebensmittel besonders eisenreich sind und warum Sie niemals ohne ärztliche Rücksprache Eisentabletten einnehmen sollten? Bei Fragen nehmen Sie bitte direkt Kontakt auf.

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