Augenzucken: Ursachen, Symptome und Behandlung

Das Augenzucken, im Fachjargon Faszikulation genannt, wird durch Muskelkrämpfe ausgelöst. Das Augenlid ist eines der empfindlichsten Muskeln des Körpers. Es kann sich daher schnell verkrampfen und zu einem unangenehmen Zucken führen. Das Augenzucken wird meist von den Betroffenen als außerordentlich lästig wahrgenommen. In der Regel ist das Zucken sehr leicht, weshalb es für das Gegenüber nur schwer bemerkbar ist.

Augenlidzucken, auch Augenzucken oder Lidflattern genannt, haben die meisten Menschen schon einmal erlebt: Plötzlich und ohne erkennbaren Grund zuckt ein Augenlid wie spastisch. Für Betroffene fühlt es sich nach massivem, unregelmäßigem Zucken oder manchmal auch einer Art konstantem Vibrieren an - jedenfalls nach starken Bewegungen, die man auch von außen sehen müsste. Der Mechanismus, der dem Zucken zugrunde liegt, sind kontrahierende, also sich zusammenziehende Muskeln. Medizinerinnen und Mediziner sprechen bei dem Phänomen auch von Faszikulation des Auges.

Das Zucken kann grundsätzlich alle Muskelgruppen betreffen. Myokymien treten aber bevorzugt im Gesicht auf und werden dann als „faziale Myokymien“ bezeichnet. Der Begriff „Myokymie“ setzt sich zusammen aus dem Wortteil „Myo-“ für Muskel und „kyma“ für Welle oder Woge.

Augenzucken tritt fast nie an beiden Lidern (Oberlid und Unterlid) gleichzeitig auf und betrifft auch nur je ein Auge. In den allermeisten Fällen vergeht das Augenzucken nach wenigen Minuten einfach wieder. Sollte es jedoch über Stunden oder gar Tage anhalten oder so häufig auftreten, dass der Alltag und das Sehen spürbar gestört sind, ist es ratsam eine Arztpraxis aufzusuchen, denn manchmal kann auch eine ernstere Erkrankung dahinterstecken.

Dieses häufige Blinzeln kann schnell zu einem unkontrollierten Zucken übergehen. Blinzeln dient generell zur Befeuchtung bei trockenen Augen. Die Ursache für trockene Augen kann wiederum eine zu lange Zeit vor dem PC oder Fernsehgerät sein. Dies war zum Beispiel auch beobachtbar als zu Corona - Zeiten viele Menschen vermehrt im Homeoffice an nicht idealen Arbeitsplätzen zu hause (was Licht und Bildschirme betraf) arbeiteten.

Ihr Auge zuckt häufiger? Bei Ihnen ist das Augenzucken immer links? Das rechte Auge zuckt nie? Dann sehen Sie sich diese Liste an und überlegen Sie, ob einer dieser Auslöser der Grund dafür sein kann, dass Ihr Augenlid zuckt. Oftmals können Sie bei bewusster Wahrnehmung den Auslöser durch eine Umstellung in Ihrer Ernährung oder Ihres Lebensstils selbst ändern.

Wenn das Augenlid zuckt, bedeutet dies bei den meisten Menschen keine ernstzunehmende Krankheit. Dennoch können Sie die oben aufgelisteten Augenzucken Ursachen als kleine Warnsignale Ihres Körpers sehen, dass irgendetwas nicht passt. Ein Augenarzt muss bei einem vereinzelt auftretenden Augenzucken nicht sofort aufgesucht werden. Das zuckende Auge verschwindet meist schnell von alleine wieder und es steckt keine ernsthafte Erkrankung dahinter. Häufig ist die Ursache für das Augenzucken offensichtlich.

Zuckt Ihr Auge links oder rechts? Das Augenzucken tritt meist lediglich nur auf einem Auge auf. Es kann also sein, dass nur Ihr rechtes Auge zuckt. Das Augenzucken kann aber auch nur links vorkommen.

Mögliche Ursachen für Augenzucken

Die Ursachen für ein nervöses Auge und das Verkrampfen können vielseitig sein. Die Gründe warum Ihr Augenlid zuckt, sind oft vielseitig. Auslöser für zuckende und flatternde Augenlider sind in den meisten Fällen Faktoren des Lebensstils - zum Beispiel Ernährung oder Arbeitsbelastung. Auch äußere Faktoren - wie trockene Luft oder Zugluft - können begünstigend wirken.

In den meisten Fällen gibt Lidzucken Hinweise auf Stress, Nervosität und eine Überforderung der Augen. Dagegen kann man etwas tun, beispielsweise sich und den Augen öfter kleine Arbeitspausen gönnen. Das hilft übrigens auch dem ganzen Körper.

Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Stress: Eine häufige Ursache für zuckende Augenlider ist Stress. Das Auge ist sehr sensibel und anfällig für psychische Belastungen. Ein hohes Stresslevel kann die Augenmuskulatur strapazieren und zu einem ungewollten Zucken führen. Auch können Stresshormone zu Verspannungen wie Kiefer- oder Nackenverspannung führen. Die Ursachen für nervöses Augenzucken sind oft Stress, Überanstrengung bei der Arbeit, zu hoher Koffeinkonsum oder eine Erschöpfung der Augen.
  • Schlafmangel: Wenn der Körper zu wenig Schlaf bekommt, kann die Stressresistenz darunter leiden und das Augenlid aufgrund dessen zu zucken beginnen. Auch unsere Augen brauchen entsprechende Erholung. Ist dies nicht der Fall, verkrampft der Ringmuskel um die Augen und Zuckungen entstehen. Das linke oder rechte Augenlid zuckt dann innerhalb von kurzen Abständen.
  • Ernährung und Konsum: 1. Ein nerviges Augenzucken kann durch zu hohen Kaffee-, Alkohol- sowie Nikotinkonsum hervorgerufen werden. Ein übermäßiger Konsum wirkt sich negativ auf die Augenmuskulatur aus. Nikotin hemmt die Durchblutung und ist genauso wie Alkohol ein Nervengift. Koffein hat eine stimulierende Eigenschaft, die sich unter anderem auf Herzfrequenz und Muskulatur auswirkt. Viele Menschen glauben, ohne die stimulierenden Eigenschaften von Koffein gar nicht richtig in den Tag starten zu können. Auch Alkohol oder Nikotin können Auslöser für nervöses Augenzucken sein. Nikotin ist ein Nervengift und verschlechtert die Durchblutung. Das kann sich auch negativ auf das Auge auswirken.
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel: Ein Vitaminmangel oder Magnesiummangel kann die Ursache für ein nerviges Augenzucken sein. Ergänzend ist wichtig, auch ausreichend Mineralstoffe zu sich zu nehmen. So hat Magnesium einen wesentlichen Einfluss auf Nerven und Muskeln. Ein Vitamin B12 Mangel begünstigt oftmals ein nervöses und zuckendes Augenlid. Besonders Veganer sind von einem Vitamin B12 Mangel gefährdet und so kann es passieren, dass ein Augenlid zuckt. Das Vitamin B12 ist fast ausschließlich in tierischen Produkten enthalten. Außerdem könnte ein Mangel an Mineralien ein zuckendes Augenlid hervorrufen. Aufgrund dessen sollte täglich ausreichend Mineralwasser zu sich genommen werden. Als Richtwert gilt mindestens 1,5 Liter. Ein Magnesiummangel kann sich vor allem auf die Augenlid versorgenden Nerven auswirken. Magnesium kann, genauso wie bei anderen Muskelkrämpfen, einer Muskelzuckung im Augenbereich entgegenwirken.
  • Trockene Augen: Dieses häufige Blinzeln kann schnell zu einem unkontrollierten Zucken übergehen. Blinzeln dient generell zur Befeuchtung bei trockenen Augen. Die Ursache für trockene Augen kann wiederum eine zu lange Zeit vor dem PC oder Fernsehgerät sein. Mangelnde Tränenflüssigkeit kann Irritationen auf Horn- und Bindehaut auslösen. Aber auch zu viele Stunden vor dem PC, ohne entsprechende Pausen führen zu diesem Phänomen.
  • Sehschwäche: Andererseits kann ein zuckendes Auge aufgrund einer Sehschwäche auftreten oder ein Indiz für eine ungeeignete Dioptrienstärke der Brillengläser sein. Wenn die Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus, Alterssichtigkeit) nicht erkannt oder nicht ausreichend gut korrigiert ist, treten schnell Ermüdungserscheinungen auf. Die Augen werden häufig zusammengekniffen, um deutlicher sehen zu können.
  • Allergien: Allergien können zu einem zuckenden Auge, Juckreiz oder Schwellungen im Augenbereich führen.
  • Andere Ursachen: Sehr unwahrscheinlich und nur selten auftretend ist ein Tumor als Ursache von Augenzucken. Auch Multiple Sklerose (MS) kann sich im Augenbereich bemerkbar machen. Manchmal liegt dem Lidzucken auch eine behandlungsbedürftige Erkrankung wie zu hoher Blutdruck oder auch eine Schilddrüsenüberfunktion zu Grunde. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass ein vorübergehendes Muskelzucken im Gesicht einen Hinweis auf eine MS darstellen kann. Da eine Myokymie häufig als Erstsymptom der MS beschrieben wird2, sollten Betroffene bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufsuchen. Eine rechtzeitige Diagnose und frühzeitige Therapie können das Fortschreiten einer MS bremsen. Ursache für die Muskelzuckungen bei MS sind vermutlich Entzündungsherde im Hirnstamm. Treten die Myokymien trotz MS-Therapie auf, können sie Anzeichen für einen MS-Schub sein oder allgemein für eine Krankheitsaktivität stehen. Falls Du die beschriebenen Muskelzuckungen bei Dir bemerkst, solltest Du sie also unbedingt bei Deinem Behandlungsteam ansprechen.

Was tun gegen Augenzucken?

Nachfolgend haben wir 9 Tipps zusammengefasst, was Sie gegen Augenzucken tun können.

In vielen Fällen verschwindet das Augenzucken nach kurzer Zeit von allein. Ausreichend schlafen unterstützt den Körper bei seiner Regeneration und beugt auch Augenzucken vor. Um Ihren Augen die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen, sollten Sie regelmäßige Bildschirmpausen einbauen. Nutzen Sie dafür am besten die 20-20-20 Regel. Schauen Sie dazu etwa alle zwanzig Minuten, 20 Sekunden lang auf ein Objekt, das etwa 20 Fuß (rund 6 Meter) entfernt liegt.

Oftmals können Sie bei bewusster Wahrnehmung den Auslöser durch eine Umstellung in Ihrer Ernährung oder Ihres Lebensstils selbst ändern. Hier sind einige Tipps, die helfen können:

  • Stress reduzieren: Ob kleine Yoga-Einheiten oder sich bei dem Masseur verwöhnen zu lassen, es ist Ihnen überlassen. Auch kleine Entspannungsübungen bei der Büroarbeit zwischendurch können hilfreich sein. Die Hauptsache dabei ist nur, dem Auge eine Pause zu gönnen. Liegt die Ursache im Stress oder der Überbelastung begründet, sollten Sie die beruflichen oder privaten Belastungen reduzieren. Versuchen Sie, wann es nur geht, sich zu entspannen. Nutzen Sie bekannte Entspannungsmethoden wie Yoga oder die Meditation. Weiterhin können auch ein autogenes Training oder der Besuch beim Psychologen Linderung verschaffen.
  • Schlaf verbessern: Wer häufig ein Zucken in den Augenlidern bemerkt, sollte seine Schlafgewohnheiten überdenken.
  • Ernährung anpassen: Eine gesunde Ernährung kann Einfluss auf das Augenzucken haben. Dazu gehöret es viele Vitamine und Mineralstoffe aufzunehmen und gleichzeitig möglichst auf Alkohol, Nikotin und große Mengen an Kaffee zu verzichten. Auch eine ausreichende Mineralisierung und Hydratisierung ist wichtig. Trinken Sie, wenn möglich, mindestens 1,5 Liter Mineralwasser oder ungesüßten Tee. Bei einem Magnesiummangel sollte man seine Ernährung umstellen. Vor allem Kakao, Obst und Gemüse sind magnesiumhaltig und eignen sich zur Auffüllung des Magnesiumhaushalts.
  • Bildschirmarbeit optimieren: Bei Bildschirmarbeit gute Rahmenbedingungen schaffen, um das Auge zu entlasten.
  • Fehlsichtigkeit korrigieren: Es sollte auch immer daran gedacht werden, auch die Fehlsichtigkeit zu messen und ggfs. besser zu korrigieren. Dabei sollte die Brillenstärke auch geprüft werden.

Nerviges Augenzucken DAS musst du dagegen tun

Wann zum Arzt?

In der Regel ist ein zuckendes Auge kein Grund zur Sorge. Es hat in den meisten Fällen keinen Krankheitswert und verschwindet nach einiger Zeit von allein wieder. Aber auch wenn keine ernsthafte Erkrankung vorliegt, deutet ein zuckendes Auge häufig darauf hin, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Treten die Myokymien trotz MS-Therapie auf, können sie Anzeichen für einen MS-Schub sein oder allgemein für eine Krankheitsaktivität stehen. Falls Du die beschriebenen Muskelzuckungen bei Dir bemerkst, solltest Du sie also unbedingt bei Deinem Behandlungsteam ansprechen.

Sollte ein Augenzucken sehr häufig auftreten oder ungewöhnliche Entzündungen an der Augenpartie entstehen, sollte zur Sicherheit ein Augenarzt aufgesucht werden. Im Falle von weiteren Untersuchungen empfiehlt es sich manchmal einen Neurologen hinzu zu ziehen.

Tritt das Zucken der Augen häufig auf und hört auch nach einer Woche nicht auf, sollten Betroffene einen Augenarzt konsultieren. Zeigen sich neben dem Augenzucken eine Entzündung, Rötung oder eine erhöhte Flüssigkeitsproduktion oder wenn das Auge schwer zu öffnen ist, sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen.

Warnsignal für eine echte Gefahr kann ein zuckendes Augenlid außerdem sein, wenn noch andere Symptome wie Lähmungen, Sehstörungen (zum Beispiel Einschränkung des Sichtfeldes, blinde Flecke oder Doppelbilder), Schmerzen oder Sprachstörungen das Zucken begleiten. In letzterem Fall kann eine akute Gefahr durch Schlaganfall oder Herzinfarkt drohen.

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