Einen unwiderstehlichen Augenaufschlag - das ist es, was uns die Wimpern schenken. Doch die feinen Härchen am Lidrand können noch mehr als nur gut aussehen. Viel mehr! Denn die Natur hat für die Wimpern weniger dekorative Aufgaben vorgesehen, sondern vielmehr praktische.
Definition: Was sind Wimpern?
Unter Wimpern (auch: Cilia) werden die feinen, elastischen und leicht gebogenen Härchen am oberen und unteren Lidrand verstanden. Sie gehören zu den Anhangsgebilden der menschlichen Haut. Wimpern sind viel mehr als nur ein dekoratives Merkmal - sie erfüllen zahlreiche Funktionen zur Aufrechterhaltung der Augengesundheit. Die Wimpern zählen zu den Borstenhaaren.
Genau wie die Haare auf unserem Kopf (und am restlichen Körper), bestehen auch Wimpern zum größten Teil aus Keratin. Dabei handelt es sich um eine hauteigene Hornsubstanz bzw. wasserunlösliche, aminosäurehaltige Faserproteine. Sowie unsere Kopfhaare bestehen die Wimpern aus dem Stoff Keratin. Keratine sind Faserproteine, die aus abgestorbenen Zellen (Keratinozyten) bestehen. Neben unseren Haaren sind sie auch in Zehen- und Fingernägeln zu finden.
An einem menschlichen Augenpaar befinden sich im Durchschnitt 420 Wimpernhärchen. Zwischen 150 und 250 am oberen Lid, zwischen 50 und 100 am unteren. Am Oberlid finden sich mehr (ca. 200) und längere (ca. 10 mm) Wimpern, am Unterlid sind sie kürzer (ca. und weniger zahlreich (ca. 75). Oben befinden sich die längeren Wimpern mit einer Länge von etwa 8 bis 12mm. Oben werden die feinen Haare ca. 12 Millimeter lang, unten nur bis zu 8 Millimeter.
Wimpern entspringen der Haarwurzel. Die Wimpernwurzeln sind von Talg- und Schweißdrüsen umgeben. erhalten die Wimpern ihre Nährstoffe, beispielsweise Fett. Dadurch werden die Wimpern geschmeidig gehalten. In der Regel haben die Wimpern dieselbe Farbe wie die Kopf- und Körperhaare.
Wimpern befinden sich sowohl am oberen, als auch am unteren Augenlid und haben eine Lebensdauer von circa zwei bis drei Monaten. Danach fallen sie ab und neue Wimpern wachsen nach. Wimpern wachsen bis zu drei Monaten auf ihre volle Länge an, dann fallen sie aus. Ein neuer Wachstumszyklus beginnt. Ein Abschneiden oder Ausreißen der Wimpern wird vom Körper durch Nachwachsen ausgeglichen.
Der Lebenszyklus einer einzelnen Wimper verläuft in drei klar definierte Phasen, die entscheidend für das Wachstum und den Verlust der Wimpern sind. Diese Phasen beinhalten:
Jeden Tag verlieren wir etwa 2 - 3 Wimpern und das ist ein total normaler Prozess. So verläuft der Zyklus, wenn jedes der Härchen für 2 bis sogar 4 Monate an seinem Platz bleibt.
Funktion: Aufgabe der Wimpern
Wimpern sind nicht nur schön ästhetisch und sorgen für den perfekten Klimper-Effekt, nein, in erster Linie besteht ihre Aufgabe darin, das Auge zu schützen. Die Hauptaufgabe der Wimpern ist der Schutz unseres Auges. Wimpern sind ein ausdrucksstarkes Merkmal Ihres Gesichts und haben seit jeher eine bedeutende Rolle für die Ästhetik gespielt. Rein biologisch gesehen erfüllen die kleinen Härchen am Lidrand aber eher praktische als dekorative Zwecke.
Durch diese natürliche Schutzfunktion können Schmutz, Staub, Schweiß, kleinere Insekten oder andere Fremdkörper nicht ins Auge gelangen. Unsere Wimpern schützen unsere Augen vor Fremdkörpern. Die Wimpern verringern auch den Luftstrom, um seinen Kontakt mit dem Auge zu minimieren, was ebenfalls das richtige Feuchtigkeitsniveau des Tränenfilms bewahrt. Dadurch wird das Auge vor möglichen Fremdkörpern geschützt.
Genauso gut schützen Wimpern vor starker UV-Strahlung. Des Weiteren verhindern die Wimpern, dass Sonnenlicht direkt auf das Auge trifft, und sie beeinflussen die Luftströmung am Auge. Sie verhindern also, dass Sonnenlicht direkt ins Auge trifft. Obwohl die Wimpern nicht imstande sind, das Sonnenlicht vollständig zu filtern, bewähren sie sich sehr gut, wenn es um den Schutz vor einem starken Licht geht.
Auch Zugluft wird durch die feinen Haare am Lidrand abgehalten. Diese kann die Augen reizen und austrocknen, weil der Schutzfilm aus Tränenflüssigkeit schneller verdunstet, als er neu gebildet werden kann. Wimpern schützen das Auge bei starker Zugluft und verteilen den Luftstrom.
Durch die Berührung der Wimpern wird das Auge reflexhaft geschlossen. in etwa 250 Millisekunden. Sicherlich haben Sie es mehrmals bemerkt, dass Sie unwillkürlich Ihre Augenlider schließen, wenn etwas zu nahe an Ihr Auge kommt und Ihre Wimpern berührt.
Tabelle: Durchschnittliche Anzahl und Länge der Wimpern
| Lid | Anzahl | Länge |
|---|---|---|
| Oberlid | 150-250 | ca. 12 mm |
| Unterlid | 50-100 | ca. 8 mm |
Kann Mascara die Funktion der Wimpern stören?
Kurz gesagt: Ja. Wimpern sind überaus wichtig für die Gesundheit unserer Augen. Deshalb sollte man sensibel mit ihnen umgehen und sie pflegen. Das Tuschen der Wimpern kann jedoch dazu führen, dass die feinen Härchen ihre Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen können.
Durch das Tragen von Mascara werden die Wimpern unflexibler, ja, um einiges starrer. Aus diesem Grund können sie sich der Zugluft nicht mehr so gut anpassen und Schmutzpartikel schlechter abhalten. Außerdem kann es passieren, dass die Wimpern durch Mascara verkleben, man spricht hier häufig auch von Fliegenbeinen. Dabei kleben einzelne Wimpern zu klumpigen, dickeren Strängen zusammen, die sich nachteilig verbiegen können. Zu diesem Phänomen kann es durch zu viele Schichten Mascara, abgelaufene/minderwertige Mascara oder durch zu lange Tragezeiten kommen.
Aber die Wimperntusche kann sich auch von den Härchen ablösen. Panda-Augen bzw. verschmierte, verlaufene Mascara können zum Beispiel durch Regen, Tränen, Wasser oder Schweiß verursacht werden. Die Spuren der verlaufenden Mascara können in die Augen eindringen und sie unangenehm reizen. Die Funktion der Wimpern wird behindert: Fremdkörper werden nicht ferngehalten, sondern direkt an der Wimpern produziert und nah ans Auge gelassen.
Aus Sicht der Forschenden könnten diese Ergebnisse zahlreiche praktische Implikationen haben. So wies das Team nach, dass die Verwendung von kosmetischen Produkten wie Mascara die hydrophoben Eigenschaften der Wimpern verringert, da die Schicht aus Schminke die ausgeklügelte Mikrostruktur der Wimpern überdeckt. Auch wenn die Wimpern mit Hilfe von Zangen und ähnlichen Schönheitswerkzeugen nach oben gebogen werden, können sie Wasser schlechter ableiten.
Durch das Wimpernzeichen Erkrankungen erkennen
Mithilfe der Wimpern lassen sich auch bestimmte Erkrankungen erkennen. Im Bereich der Neurologie und Neuroophthalmologie ist hier auch vom sogenannten Wimpernzeichen die Rede. Das Wimpernzeichen fällt positiv aus, sobald auch bei maximalem Lidschluss der Augen noch Wimpern sichtbar sind.
Veränderungen in der Beschaffenheit Ihrer Wimpern können Indikatoren für bestimmte Zustände oder Erkrankungen sein. So können zum Beispiel spärliche oder ausfallende Wimpern auf eine Hypothyreose, einen Mangel an Schilddrüsenhormonen, hinweisen. Ebenso stellt die Entzündung der Wimpernfollikel (Blepharitis) ein mögliches Symptom dar. Diverse neurologische Zustände können ebenfalls zu Veränderungen im Wimpernwachstum führen. Wimpernzeichen zu erkennen erfordert Sorgfalt und Aufmerksamkeit.
Am Wimpernkranz können sich auch verschiedene Krankheitsbilder manifestieren.
Welche Wimpern-Erkrankungen gibt es?
Tipps zur richtigen Wimpernpflege
Ihre Wimpern sind täglichen Belastungen ausgesetzt und erfordern deshalb besondere Aufmerksamkeit, um gesund zu bleiben. Hier sind einige wesentliche Tipps, die Ihnen bei der richtigen Pflege Ihrer Wimpern helfen:
Wimpernpflege ist weit mehr als nur ein Aspekt der Schönheit - es geht um die Erhaltung Ihrer Sehgesundheit. Jeder Ihrer Wimpernschläge ist Teil eines natürlichen Abwehrsystems, das die Augen langfristig schützt.
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