Die Anatomie und Funktion der Augenbrauen

Die Augenbrauen (Superciliae) sind ein streifenförmiges, behaartes Areal über den Augenhöhlen. Sie haben neben der Schutzfunktion auch eine mimische Funktion.

Beim Menschen ist die Augenbraue der sich etwa 2 cm über den Augen und im unteren Stirndrittel befindende behaarte Streifen. Die Augenbrauenhaare sind sogenannte Terminalhaare.

Beim Menschen kommen drei Arten von Haaren vor, wozu die Lanugo-, Vellus- und Terminalbehaarung zählt. Und als Ambisexualhaar, zu dem Achsel- und Intimbehaarung zählen.

Die Augenbrauenhaare wachsen zehn Wochen lang und fallen dann aus und es wachsen neue.

Die dünne Haut der Lider geht am Unterrand der Brauen in die dicke Haut der Stirn über. Während sich der Augenringmuskel der Lider direkt unter der Haut befindet, liegt er im Augenbrauenbereich unter einer Schicht subkutanen Fettes. Die motorische Nervenversorgung (Stirnast des N. facialis) verläuft unter dem Muskel.

Die gute Verschiebbarkeit der Augenbraue wird durch ein verformbares Fettpolster ermöglicht, das sich zwischen dem Orbikularismuskel (Augenringmuskel) und dem Periost (Knochenhaut) befindet (Sub Orbicularis Oculi Fett = SOOF).

Die Augenbrauen dienen dazu, die Augen vor Nässe, die am Gesicht herunterläuft, oder vor zu starker Sonnenlichteinstrahlung zu schützen.

Unsere optische Wahrnehmung ist ein komplexer Prozess: Bevor wir etwas sehen, laufen viele einzelne Schritte in Auge und Gehirn ab. Man spricht auch von der sogenannten Sehbahn, die beim Auge beginnt und bis in unser Denkzentrum reicht.

Vereinfacht gesagt funktioniert das Sehen so: Das menschliche Auge nimmt Licht aus der Umgebung auf, bündelt dieses auf der Hornhaut. Dadurch entsteht ein erster Seheindruck. Dieses Bild wird nun von jedem Auge über den Sehnerv weitergeleitet an das Gehirn und dort zu dem verarbeitet, was wir als „Sehen“ erleben.

Licht ist dabei die Grundlage von allem, was wir sehen. Im Detail bedeutet das: Damit wir einen Gegenstand überhaupt wahrnehmen können, muss Licht auf ihn fallen. Dieses Licht wird dann vom Gegenstand zurückgeworfen und von unserem Sehsystem verarbeitet.

Betrachten wir zum Beispiel einen Baum, so nehmen wir das davon reflektierte Licht über unsere Augen auf: Die Lichtstrahlen durchdringen zunächst die Bindehaut und die Hornhaut. Von dort durchqueren sie die vordere Augenkammer, dann die Pupille. Im Anschluss trifft das Licht auf die Augenlinse, wird gebündelt und an die photosensible (= lichtempfindliche) Netzhaut weitergeleitet.

Dort werden die Informationen über das Gesehene zunächst gesammelt und sortiert: Die Stäbchen kümmern sich hierbei um das Hell-Dunkel-Sehen, die Zapfen um Schärfe und Farben. Anschließend werden die Informationen an den Sehnerv weitergegeben, der sie auf direktem Weg zum Gehirn transportiert. Übrigens: Obwohl detaillierte Erkenntnisse über die Anatomie des menschlichen Auges und dessen Aufbau vorliegen, sind viele Fragen zur Funktionsweise unseres Bewusstseins nach wie vor offen. So weiß man beispielsweise zwar, welche Hirnregionen besonders aktiv sind, wenn wir etwas sehen.

Ursprünglich haben die Augenbrauen die Funktion, Schweiß davon abzuhalten hinunter ins Auge zu rinnen. Augenbraue ist das, was das Auge vor Schweiß und anderem beschützen will.

Muskeln rund um die Augenbrauen

Mehrere Muskeln sind für die Bewegung und Positionierung der Augenbrauen verantwortlich:

  • Musculus occipitofrontalis: Besteht aus zwei Bäuchen, wobei der Venter frontalis über der Stirn liegt.
  • Musculus depressor supercilii: Eine mediale Abspaltung des Musculus orbicularis oculi, der in der medialen Augenbrauenhaut ansetzt.
  • Musculus corrugator supercilii: Auch bekannt als "Stirnrunzler".
  • Musculus procerus: Paarig angelegt und bewirkt eine Senkung im mittleren Drittel der Augenbraue.

Hier ist eine Tabelle, die die Muskeln und ihre Funktionen zusammenfasst:

Muskel Funktion
Musculus occipitofrontalis Hebt die Augenbrauen und zieht die Stirn in die Höhe.
Musculus depressor supercilii Senkt die Augenbraue im seitlichen und mittlerem Drittel.
Musculus corrugator supercilii Zieht die Augenbrauen zusammen und erzeugt Stirnfalten.
Musculus procerus Senkt den mittleren Teil der Augenbraue.

1. Der Augenbrauenheber Muskel (Musculus frontalis / Pars frontalis des M. occipitofrontalis), auch Stirnmuskel oder Kopfhaubenmuskel genannt, liegt in ganzer Breite auf der Stirn und verläuft bis zum Haaransatz.

2.3. Der Augenbrauensenker Muskel (Musculus depressor supercilii) senkt die Augenbraue im seitlichen und mittlerem Drittel unter Mithilfe des orbitalen Anteil des Augenringmuskels (M.

Muskeln der Augenpartie (Quelle: Gray's Anatomy)

Schutz- und mimische Funktion

Die Augenbrauen nehmen eine Schutzfunktion ein, indem sie die Augen vor Schweiß, Staub, Nässe, zu starker Sonnenlichteinestrahlung und Fremdkörpern schützen. Somit unterstützen sie die Wimpern.

Die Wimpern schützen die Augen vor Staub und intensiver Lichteinstrahlung. Geschützt wird das Auge vom Oberlid und vom Unterlid, die innen eine Schleimhautschicht haben. Der Lidschlag hat wie Wimpern und Brauen eine wichtige Funktion für das Auge. Bei grellem Licht oder schnellen Bewegungen schließt es sich mithilfe der Lider reflexartig. Dabei verteilt sich Tränenflüssigkeit aus der Tränendrüse über dem Auge, hält die Hornhaut und Bindehaut feucht und schwemmt Schmutzteilchen weg.

In der Tränenflüssigkeit ist auch ein leicht antibakterieller Wirkstoff enthalten (Lysozym), der Keime bei ihrer Ansiedlung auf der Hornhaut abtötet. Sind die Tränen von Reizstoffen oder Fremdkörpern im Auge hervorgerufen, so haben sie eine andere chemische Zusammensetzung, als wenn wir aufgrund von Trauer oder Freude weinen. Gefühlstränen enthalten 24 Prozent mehr Hormone auf Eiweißbasis, die der Körper bei seelischem Stress ausschüttet.

Dreißig kleine Drüsen - die Meibomschen Drüsen - liegen an der Innenseite der Augenlider. Sie sondern ein dickflüssiges gelbliches Sekret ab, das ein Überlaufen der Tränenflüssigkeit verhindert.

Außerdem nehmen die Augenbrauen eine mimische Funktion ein, da sie der nonverbalen Kommunikation dienen.

Mimische Bedeutung der Augenbrauen

Die Augenbrauen werden bei Verblüffung, Überraschung, Aufmerksamkeit oder Angst hochgezogen. Für Zorn steht das Zusammenziehen der Augenbrauen, da dadurch eine Falte entsteht. Das Augenbrauenhochziehen bedeutet in griechischer, türkischer sowie arabischer Kultur Ablehnung.

Die Bedeutung von Augenbrauenformen (Quelle: gesichtlesen.com)

Kosmetische Behandlung und Veränderungen der Augenbrauen

Vor allem in der westlichen Welt, werden die Augenbrauen durch kosmetische Behandlung mit Wachs oder einer Pinzette in Form gebracht. Dazu gibt es heutzutage besimmte Studios, die sich nur auf die Augenbrauen spezialisieren. Es gibt neben dem “Waxen” oder der Behandlung mit einer Pinzette auch Methoden wie das Mikroblading als Behandlung um spärliche Augenbrauen durch Make-up zu verdicken und ein natürliches Ergebnis zu erzielen.

Bei lateral ausgedünnten Augenbrauen, kann es sich um ein Anzeichen auf eine Atopie handeln. Man nennt das klinische Vorzeichen einer solchen Atopie das Hertoghe-Zeichen. Als Atopie bezeichnet man eine genetisch bestimmte Bereitschaft auf aerogenen, gastrointestinalen oder kutanen Kontakt mit Umweltstoffen mit einer gesteigerten Antikörperbildung zu reagieren.

Kommt es zu einem Ausfall der Augenbrauen spricht mann von Madarosis.

Eine Synophrys, eher bekannt unter der Bezeichnung Monobraue, tritt auf, wenn die Augenbrauen über der Nasenwurzel im Bereich der Glabella zusammengewachsen sind. In den meisten Fällen ist es eine harmlose Normvariante, kann aber auch mit einer übermäßigen Körperbehaarung, einer Hypertrichose, einhergehen sowie bei Fehlbildungen von Kopf und Gesicht (kraniofasziale Dysmorphien).

Unter Ulerythema ophyrgones versteht man das Auftreten einer Verhornungsstörung, die am häufigsten an der lateralen Seite der Augenbrauen lokalisiert ist.

Wiederholtes Zupfen der Augenbrauen kann dazu führen, dass die Augenbrauenhaare an dieser Stelle nicht mehr nachwachsen. Zupft man seine Augenbrauen, kann man damit rechnen, dass sie sechs bis acht Wochen nicht nachwachsen. Wird aber zu viel von den Härchen ausgezupft, könnte es die Haarstruktur dauerhaft schädigen, sodass sie nicht dicht und kräftig nachwachsen können.

Heutzutage gibt es zahlreiche Seren, die Vitamine und pflanzliche Extrakte enthalten, um die Härchen zu sträken und pflegen, sodass sie schneller und dichter nachwachsen.

Augenbrauen für Anfänger: Einfach formen, schminken, zupfen für jede Kopfform

Wachstumszyklus und Anzahl der Augenbrauenhaare

Wie schnell wachsen Augenbrauen? Augenbrauen benötigen nach dem Auszupfen etwa sechs bis acht Wochen bis sie vollständig nachgewachsen sind. Augenbrauen haben einen einen normalen Wachstumszyklus von 4 Monaten, in welchem sie in den ersten Tagen sehr schnell und etwa 1 cm wachsen. Bis die Härchen ausgewachsen sind, ist individuell unterschiedlich. Ihre Lebensdauer beträgt etwa 4 Monate.

Wie viele Augenbrauenhaare hat ein Mensch? Der Mensch hat etwa 600 Augenbrauenhaare, also etwa 300 Härchen pro Augenbraue.

Veränderungen im Alter

Warum gehen im Alter die Augenbrauen aus? Mit dem Alter und der hormonellen Umstellung werden die Augenbrauen dünner und überzupfte Augenbrauenhärchen wachsen nicht mehr nach. Mit zunehmendem Alter produzieren die Haarfollikel nur noch langsam neue Haare oder hören ganz damit auf, wodurch es zu dünneren und wenigeren Haaren kommt.

Entwicklung bei Babys

Wann bekommen Babys Augenbrauen? Wann dem Baby Augenbrauen wachsen, kann variieren. Normalerweise beginnt das Wachstum jedoch bereits im Mutterleib.

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