Atze Schröder gehört zu den erfolgreichsten Comedians Deutschlands. Doch was viele nicht wissen: In der Realität hat er einen anderen Namen! Atze Schröder steht seit Jahren in der Öffentlichkeit und hat sich in dieser Zeit zu einem der erfolgreichsten und beliebtesten Comedians Deutschlands entwickelt. Doch wer ist der Mann hinter der Kunstfigur?
Atze Schröder, wie ihn die meisten kennen: mit Perücke und Brille (Quelle: Wikimedia Commons)
Großere Bekanntheit erlangte der Entertainer als Kunstfigur Atze Schröder vor allem durch seine Auftritte in der ProSieben-Show "Quatsch Comedy Club" sowie durch seine eigene TV-Show "Alles Atze", die von 1999 bis 2006 auf dem Privatsender RTL gezeigt wurde. Mit Auftritten im legendären "Quatsch Comedy Club" startete er seinen Werdegang im Fernsehen. Seine eigene Comedyserie "Alles Atze" lief äußerst erfolgreich von 2000 bis 2007 auf RTL.
Angefangen hat der Komiker seine Karriere auf diversen Kleinkunstbühnen und im Schmidt-Theater in Hamburg. Ab Mitte der Neunziger spielte Atze Schröder vor kleinem Publikum - die Stand-up-Comedy-Szene nutzte er geschickt, um Erfahrung zu sammeln und Gags auszuprobieren. Mit Erfolg!
Doch wer etwas über das Privatleben von Atze Schröder erfahren möchte, der wird weitgehend enttäuscht, denn das schützt er ganz besonders. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Atze Schröder gar nicht der echte Name des Comedians ist! Aus seiner wahren Identität macht Atze Schröder ein riesiges Geheimnis! Ebenso möchte der Comedian seine wahre Identität und seinen echten Namen nicht offenlegen.
Bei "wikipedia.de" lassen sich beispielsweise keinerlei private Informationen und nicht einmal ein Geburtsdatum oder gar ein Wohnort finden. Stattdessen gibt es eine fiktive Biografie für seine Kunstfigur, die er selbst erfunden haben soll. Demnach sei der Entertainer 1965 im Essener Stadteil Kray geboren, in seiner Schulzeit sei er außerdem sehr erfolgreich als Kunstturner gewesen. Nachdem er die Schule beendet hatte, soll Atze Schörder eine Ausbildung zum Tanzlehrer absolviert sowie Soziologie studiert haben, hätte aber vor allem durch die Musik sein Geld verdient.
Mit verschiedenen Bands sei er in Griechenland, Spanien und Portugal - hier will er der Liebe wegen zwei Jahre gelebt haben - aufgetreten, bevor er Anfang der 1990er-Jahre wieder zurück nach Deutschland gezogen sei. Wie viel Wahrheit in dieser Biografie steckt, das behielt Schröder allerdings bis heute für sich.
In den letzten Jahren ging Atze Schröder laut "wikipedia.de" mehrfach rechtlich gegen solche Veröffentlichungen vor, in denen sein echter Name oder gar ein Foto von ihm ohne seine Locken-Perücke gezeigt wurden. Selbst auf der freien Enzyklopädie wird der wahre Name des Entertainers nicht genannt. Mehrere Rechtsstreitigkeiten konnte der Darsteller von Atze Schröder bereits gewinnen und so verhindern, dass sein echter Name genannt wird.
Auch Fotos von ihm ohne die markante Perücke dürfen nicht veröffentlicht werden. Bereits im Jahr 2005 verklagte Atze Schröder die "Bild"-Zeitung, nachdem diese ein Foto des Komikers ohne Perücke abdruckte. Atze Schröder gewann den Rechtsstreit und das Foto verschwand! Seither wurde kein weiteres Bild des Prollo-Entertainers ohne seine lockige Perücke veröffentlicht.
2016 kam es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit der "Bild"-Zeitung, die im Zusammenhang mit einer Berichterstattung den echten Namen von Atze Schröder genannt hatte. 2018 berichtete die Zeitung von ihrem Erfolg in dem Verfahren und nannte den Namen des Comedians erneut, mittlerweile ist er auch in anderen Medien zu finden. Schröders Anwälte kündigten damals Berufung an.
Atze Schröders bürgerlicher Name muss weiterhin geheim gehalten werden. Das Landgericht Berlin hat einem Zeitungsverlag untersagt, den bürgerlichen Namen des Komikers zu verbreiten.
Ob Atze Schröder eine Frau, Freundin oder Kinder hat oder aber als glücklicher Single durchs Leben geht, ist ebenfalls nicht öffentlich bekannt. Für seine Verhältnisse sehr privat zeigte sich Atze Schröder 2020 dann aber in einer Ausgabe der Talkshow "Markus Lanz", in der er erstmals über seinen Vater und dessen Zeit im Zweiten Weltkrieg berichtete und sich öffentlich für die Taten seines Vaters entschuldigte.
In seiner Biografie "Blauäugig: Mein Leben als Atze Schröder", das 2022 veröffentlicht wurde, ging er weiter auf das Thema sowie seine Erfahrungen mit der Kirche ein. Gegenüber "Bunte" erklärte er einst:
Mein Platz war neben der Tochter der Holocaust-Überlebenden Eva Szepesi, ich hatte den Gedanken, dass hier die Kinder der Opfer- und Verbrechergeneration zusammensitzen. Denn mein Vater Hubert hatte als junger Mann auf der Seite der Täter gestanden, als minderjähriger Panzerfahrer im Krieg schreckliche Dinge erlebt und verbrochen. Ich wollte mich für die Schandtaten meines Vaters entschuldigen.
Während er zu seinem Vater nach eigenen Angaben eine enge Beziehung hatte, sei das Verhältnis zu seiner Mutter, die 2013 starb, schwierig gewesen. Wie "rollingstone.de" unter Berufung auf Schröders Buch berichtet, soll sich dessen Großmutter einst das Leben genommen haben - nicht die einzige düstere Familiengeschichte.
Demnach habe es auch in der Familie seines Vaters eine "Hölle zu Hause" gegeben; sein Leben soll von Gewalt und Härte geprägt gewesen sein. Atze Schröder meint, dass sich eine Art Todessehnsucht sowie Depressionen in der Familie manifestiert hätten: "Darüber sprechen wir in der vierten Generation auch ganz offen, wenn wir uns treffen."
Sein Rat: "Ich kann nur jedem empfehlen, seine Vergangenheit zu bearbeiten und eine Therapie zu machen." Zwar macht Atze Schröder weiter Witze - gerade ist er mit seinem Programm Der Erlöser auf Tour -, aber er zeigt auch immer mehr von dem Menschen dahinter. »Ich habe gedacht, ich muss einem Bild entsprechen«, hat er mal gesagt. »Dass es auch anders geht, musste ich erst lernen.« Vielleicht wurde die Kunstfigur mit der Zeit zum Käfig? Atze Schröder versucht auszubrechen, in kleinen Schritten.
Mit den Filmen "7 Zwerge - Männer allein im Wald", "7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug" und "U-900", hier sogar in der Hauptrolle, probierte sich Atze Schröder auch auf der großen Leinwand aus. Außerdem hat das Multitalent nicht nur von 2002 bis 2007 den Deutschen Comedypreis moderiert, er gewann die Auszeichnung auch mehrere Male. Doch am liebsten, so scheint es zumindest, steht Atze Schröder mit Locken-Perücke, getönter Brille und viel zu enger Hose auf der Bühne - und macht Quatsch.
In seinem neuen Programm "Der Erlöser" möchte Atze Schröder sein Publikum wortwörtlich erlösen, "denn wir sind alle schuldig: Konsum, Urlaub, Party, Drogen, Netflix und Bayern München befreien uns nicht dauerhaft vom permanenten Gefühl der Ohnmacht. Immer stehen wir auf der falschen Seite, obwohl wir doch alles richtig machen wollen", schreibt er auf seiner Webseite. Jeder seiner Auftritte soll eine "Arche Noah" sein. Na dann rauf auf die "Kreuzfahrt der Erlösung" mit Atze Schröder!
Woran man als Person des öffentlichen Lebens heute kaum mehr vorbeizukommen scheint, ist die Produktion eines eigenen Podcasts. So erscheint seit 2019 wöchentlich "Zärtliche Cousinen" von Atze Schröder und seinem Comedy-Kollegen Till Hoheneder. Die beiden waren mit ihrem Podcast auch schon auf Tour. Gemeinsam mit dem Psychologen, Autor und "Wer wird Millionär"-Gewinner Dr. Leon Windscheid spricht Atze zudem wöchentlich über Themen wie Ängste, Depressionen oder Einsamkeit. Der Name des Podcasts lautet passend "Betreutes Fühlen". Auch damit ist sind Atze und Leon dieses Jahr auf Tour.
Atze Schröder auf seiner "Der Erlöser"-Tour (Quelle: der-ersloeser.de)
Atze Schröder ist und bleibt einfach ein Mysterium. Heute kennen wir zwar seinen echten Namen, doch wirklich näher bringt uns das dem geheimnisvollen Mann aus Essen-Kray noch lange nicht.
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