Ein Blick in den Spiegel bringt es an den Tag: Wieder ein paar graue Strähnen mehr! Ganz gleich, wie Sie sich entscheiden, Sie sind in guter Gesellschaft: Für die Einen stellen graue Haare ein bedrohliches Zeichen für nachlassende Vitalität dar - und sind dementsprechend unerwünscht.
Doch wie kommt es zu dieser Depigmentierung? Für die Haarfarbe ist, wie für unseren Hauttyp und unsere Augenfarbe auch, das Pigment Melanin verantwortlich. Es wird mit Hilfe des Enzyms Tyrosinase von den Pigmentzellen in den Haarwurzeln gebildet.
Im Jahr 2009 konnten Wissenschaftler an der Universität Mainz nachweisen, dass die Beschädigung dieses Enzyms die entscheidende Rolle beim Grauwerden der Haare spielt. Tyrosinase wird durch Wasserstoffperoxid - eine hochreaktive chemische Verbindung, die unter anderem stark bleichende Eigenschaften hat - in Mitleidenschaft gezogen.
Im Laufe unseres Lebens nimmt der Gehalt an Wasserstoffperoxid - chemisch H2O2 - in unserem Stoffwechsel zu. Es wird in unserem Körper normalerweise durch ein Enzym namens Katalase neutralisiert. Mit zunehmendem Alter produzieren unsere Zellen diesen Neutralisator jedoch immer spärlicher.
Stehen aggressives H2O2 und neutralisierende Katalase dann in einem Missverhältnis, oxidiert Wasserstoffperoxid in den Haarwurzeln die an der Melaninbildung beteiligte Tyrosinase und beeinträchtigt deren Funktion.
Wie schnell ein Mensch ergraut, hängt unter anderem vom Zustand seiner Pigmentzellen ab. Je empfindlicher die Pigmentzellen genetisch bedingt sind, desto eher reagieren sie auf die Zunahme des Wasserstoffperoxids.
Die Qualität der Pigmentzellen kann sich aber auch durch äußere Einflüsse verändern. Forscher an der amerikanischen Duke University entdeckten, dass ein erhöhter Adrenalinspiegel das Schutz-Protein p53 reduziert, welches die DNA in unseren Zellen vor Schädigungen bewahrt.
Chronischer Stress und Ärger beispielsweise können so auch die DNA der Pigmentzellen verändern und damit die Melaninproduktion beeinträchtigen. Der beruhigende Ratschlag "Lass Dir keine grauen Haare wachsen!" ist für gestresste Menschen also mehr als ein geflügeltes Wort.
Früher oder später bekommen wir sie alle: graue Haare. Bei manchen ist es schon mit Mitte 20 so weit und andere finden erst mit 50 das erste graue Haar. Warum das von Person zu Person so unterschiedlich ist, wie genau graue Haare entstehen und ob man das Ergrauen hinauszögern kann, erfährst du hier.
Die Haarfarbe wird von Zellen produziert, die als Melanozyten bekannt sind und während der Entwicklung von Follikeln im Uterus in die Haarfollikel migrieren. Die Haarfarbe hängt von der Anwesenheit und dem Verhältnis zweier Melaninpigmentgruppen ab: die erste (Eumelanine) ist verantwortlich für braune und schwarze Pigmente und die zweite (Pheomelanine) ist verantwortlich für rote und gelbe Pigmente.
Das Haar wird grau, wenn die farbproduzierenden Zellen aufhören Pigmente zu produzieren. Das Grauwerden selbst bedeutet nicht, dass Sie ein medizinisches Problem haben. Im Gegensatz zur allgemeinen Überzeugung gibt es keinen Beweis dafür, dass Stress, Ernährung und Lebensstil überhaupt etwas mit Ergrauung zu tun haben.
Die Ursache für vorzeitiges Ergrauen wurde von den Wissenschaftlern nicht identifiziert, aber sicherlich spielen Gene eine große Rolle, denn eineiige Zwillinge bekommen gleichzeitig graue Haare.
Einige Autoimmunerkrankungen wie Vitiligo und Ringelflechte verursachen Schäden an Melaninpigmenten und dadurch graue Haare. Diese Fälle sind jedoch nicht sehr häufig und erklären nur einen kleinen Teil. Darüber hinaus kann ein Vitamin -B12-Mangel und Schilddrüsenprobleme zu vorzeitigem Ergrauen führen, jedoch sind die Symptome im letzten Fall reversibel und das Problem kann gelöst werden.
Da Kalzium eine Rolle bei der Produktion von Melaninpigmenten spielt, wurden die Kalzium- und Vitamin D3-Spiegel und deren Zusammenhang mit dem Ergrauen untersucht. Die Ergebnisse kamen zu dem Schluss, dass der Kalzium- und Vitamin D3-Spiegel viel niedriger war als bei Patienten mit grauem Haar.
Graue Haare sind ein natürlicher Bestandteil des Alterungsprozesses.
Der natürliche Alterungsprozess der Haare ist beim Menschen stark von der Ethnie abhängig. Beim Menschen sorgt der natürliche Alterungsprozess nach einer gewissen Lebensspanne für graue und weiße Haare. Verantwortlich dafür ist das Farbpigment Melanin, von dem bei älteren Menschen weniger gebildet wird.
Die Wissenschaft hat außerdem herausgefunden, dass die Alterung und Graufärbung der Haare ebenfalls von der Ethnie des Menschen abhängt. Neelam Vashi: „Trotz ähnlicher chemischer Zusammensetzung variieren die strukturellen Eigenschaften des Haares zwischen verschiedenen Ethnien und folglich auch die Alterung des Haares.
Um Unterschiede in der Haaralterung verschiedener Ethnien zu untersuchen, analysierten die Wissenschaftler laut ihrer Veröffentlichung im Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology 70 Publikationen. Die Analyse zeigt, dass bei Haaralterung je nach Ethnie um mehrere Jahre verzögert beginnt.
Bei hellhäutigen Menschen kaukasischer Abstammung beginnt das Ergrauen im Mittel schon mit Mitte 30, bei Asiaten mit Ende 30 und bei Menschen afrikanischer Abstammung erst mit 45 Jahren.
Das Team wertete dafür die Daten von rund 70 Publikationen zu den Veränderungen der Haare im Alter aus. Dabei konzentrierten sich die Forscher auf die Unterschiede bei der Haaralterung von Menschen mit europäischem, asiatischem, afrikanischem oder lateinamerikanischem Hintergrund.
Es zeigte sich: Tatsächlich variiert der Beginn der Haaralterung je nach Ethnie um mehrere Jahre. Bei hellhäutigen Menschen kaukasischer Abstammung beginnt das Ergrauen demnach im Schnitt schon mit Mitte 30, für Asiaten dagegen eher Ende der 30er-Jahre.
Diese Unterschiede führen die Forscher auf die Melanosomen zurück - die Organellen in den Pigmentzellen, die das Melanin bilden, speichern und transportieren.
Neben dem Verlust der Haarfarbe konnten die Forscher auch feststellen, dass Menschen europäischer Abstammung ab etwa 50 Jahren weniger dicke und schon ab 35 Jahren weniger dichte Haare haben. Bei asiatischen Menschen verliert das Haar zwischen 40 und 50 Jahren an Dicke und Dichte, wobei sie natürlicherweise weniger Haare haben.
Die höhere Brüchigkeit der afrikanischen Haare hängt laut Maymone und ihren Kollegen damit zusammen, dass diese Haare aus weniger Keratinschichten bestehen. Außerdem fiel auf, dass bei Afroamerikanern im Alter häufig Schäden an der Haarwurzel auftreten, während es bei hellhäutigen Menschen und Asiaten typischerweise eher zu Schäden am äußeren Haarende kommt.
Das konnten die Wissenschaftler zumindest bei Asiaten auf ihre höhere Zahl an Lipiden zurückführen. Typischerweise werden die Haare von Menschen aller Ethnien oft mit chemischen Haarwaschmitteln, Hitze und Färbemittel behandelt.
„Wie das Haar auf äußere Schäden reagiert, ist jedoch von Ethnie zu Ethnie unterschiedlich“, betonen die Forscher mit Blick auf ihre Ergebnisse. Dieses Wissen kann hinsichtlich der Haarpflege und des Schutzes vor einer frühzeitigen Brüchigkeit und Alterung nützlich sein.
„Ein gründliches Verständnis der einzigartigen Merkmale der Haaralterung bei verschiedenen Rassen und Ethnien ist für den angemessenen Umgang mit älteren Menschen unerlässlich“, so Vashi abschließend.
Die Ursachen für graue Haare sind vielfältig.
Was lässt Haare grau werden? Um zu verstehen, warum Haare grau werden, ist es gut zu wissen, wie Haare zu ihrer natürlichen Farbe kommen. Spezielle Farbzellen in den Haarwurzeln geben Pigmente an die Haarzellen ab. Die Farbkörnchen lagern sich in die Hornschichten des Haarschaftes ein, der den sichtbaren Teil der Haare bildet.
Diese Farbzellen heißen Melanozyten. Sie stellen den Farbstoff Melanin her, der namensgebend ist. Die große Vielfalt an natürlichen Haarfarben verdanken wir zwei Sorten von Melanin-Farbkörnchen: dem schwarz-braunen Eumelanin und dem rot-gelben Phäomelanin. Das Mischungsverhältnis der beiden Stoffe sowie die Gesamtmenge an Pigmenten, die das einzelne Haar speichert, entscheiden über die Haarfarbe.
Mit zunehmendem Alter lässt die Funktion der Zellen nach, die das Melanin produzieren. Die Haare lagern weniger Farbstoff ein. Die Folge: sichtbar graues Haar. Das Grau ist allerdings eine optische Täuschung. Der Farbton entsteht, weil noch pigmentierte und bereits depigmentierte Haare nebeneinander liegen.
Ein weiterer Effekt kommt dazu: Anstatt von Pigmenten lagern die Haare Sauerstoffbläschen ein. Brechen sie das Licht, erscheint das Haar weiß. Eigentlich sind die Haare farblos.
Dass Stress und graue Haare zusammenhängen, vermutet man schon eine Weile. Lange Zeit fehlte jedoch der wissenschaftliche Nachweis, obwohl Forschende die biochemischen und molekularen Veränderungen im Haarfollikel immer besser verstehen. Mittlerweile gibt es einige Studien, die die Zusammenhänge bestätigen und erklären, welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen könnten.
Große Aufmerksamkeit erregte etwa 2021 eine Publikation des Vagelos College of Physicians and Surgeons der US-amerikanischen Columbia University. Die Studie untersuchte zwar nur 14 Probanden. Allerdings etablierten die Autoren eine neue Methode, die das Ergrauen von Haaren auf präzise Weise messbar macht.
Sie nahmen hochdetaillierte Bilder von winzigen Scheiben menschlichen Haars auf, um dann den Pigmentverlust zu messen. Jede Scheibe war ein Zwanzigstel Millimeter breit, was etwa einer Stunde Haarwachstum entspricht. Die Farbe der einzelnen Haarabschnitte verglichen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit den Stresstagebüchern der Teilnehmenden.
So wie die Wachstumsringe eines Baumes die Informationen der letzten Jahrzehnte im Leben des Baumes speichern, halten die Haare Informationen über unsere biologische Vergangenheit fest, so das Fazit der Autoren. Stress kann nicht nur grau, sondern sogar richtig krank machen. Das sind die gesundheitlichen Folgen von Dauerstress.
| Ethnie | Beginn des Ergrauens |
|---|---|
| Kaukasier | Mitte 30 |
| Asiaten | Ende 30 |
| Afrikaner | Mitte 40 |
Leider (noch) nicht viel. Die gute Nachricht: Graue Haare sind in der Regel kein medizinisches Problem, manche empfinden sie jedoch ästhetisch als störend: Zumindest früh ergraute Haare werden vielfach immer noch als Anzeichen für vorzeitiges Altern und eine ungesunde Lebensweise wahrgenommen.
Wer graue Haare hat und dazu steht, kann dafür sorgen, dass der Schopf gesund, glänzend und kräftig aussieht. Neben der richtigen Pflege ist etwa ausreichend Schlaf ein Faktor, der bei der Haarpflege unterschätzt wird.
Das Schlafhormon Melatonin (nicht zu verwechseln mit Melanin, das den Haaren ihre Farbe verleiht), das vor allem im Dunkeln gebildet wird, scheint das Haarwachstum anzukurbeln. Zudem ist eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Eiweiß ein Segen für gesunde Haare und Nägel.
Keine Lust mehr auf ständiges Nachfärben? Graue Haare sind ein natürlicher Teil des Alterns und können ein schönes Merkmal sein. Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, ihre grauen Strähnen nicht mehr zu färben.
Du hast den entscheidenden Satz “Ich möchte meine grauen Haare nicht mehr färben.” ausgesprochen und fragst dich nun, wie du den Übergang am besten gestalten sollst. Diese vier Methoden haben sich bewährt und werden von Frauen im fortgeschrittenen Alter gerne angewendet:
tags: #asiaten #graue #haare #ursachen
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