Der Wunsch nach langen, dichten Wimpern ist weit verbreitet. Wimpernseren versprechen hier Abhilfe, doch nicht alle Anwenderinnen sind von den Produkten überzeugt. Dieser Artikel beleuchtet die Inhaltsstoffe und Anwendung von Wimpernseren und geht auf mögliche Risiken ein.
Früher wurden Wimpernseren enthusiastisch empfohlen, doch mittlerweile reagieren viele Menschen eher zögerlich. Eine Redakteurin von Refinery29 fragte im Team, ob jemand ein neues Wimpernserum testen wolle, doch das Interesse war gering. Gründe dafür waren empfindliche Augen, Kontaktlinsen, Zeitmangel oder generelles Desinteresse.
Katie Berohn, Beauty-Redakteurin bei Who What Wear, gab zu: „Ich bin definitiv eine der Leute, die sich vor Wimpernseren fürchten. Ich habe grüne Augen und große Angst vor Verfärbungen, also halte ich mich davon fern. Es ist einfach eine so empfindliche Körperpartie und längere Wimpern sind mir nicht wichtig. Deswegen hatte ich nie das Gefühl, es könnte die Mühe wert sein.“
Trockene Augen, Gerstenkörner, Pigmentflecken am Wimpernkranz und unkontrollierbares Wimpernwachstum sind einige der am häufigsten genannten Nebenwirkungen von Wimpernseren. Diese Reaktionen lassen sich auf einen bestimmten Inhaltsstoff zurückführen: Prostaglandine.
Die Augenärztin Dr. Ashley Brissette erklärt, dass Prostaglandine Gewebshormone sind, die natürlicherweise im Körper vorkommen und ursprünglich zur Behandlung von Glaukomen eingesetzt wurden. Dabei wurde festgestellt, dass das Medikament zu extremem Wimpernwachstum führte, woraufhin Prostaglandin für den kosmetischen Gebrauch freigegeben wurde.
Dr. Brissette erklärt: „Prostaglandin sorgt dafür, dass deine Wimpern stark wachsen.“ Der Stoff verlängert die Anagenphase (die aktive Phase) im Wimpernwachstumszyklus. Zusätzlich vergrößert der Wirkstoff die Haarwurzel der Wimper und stimuliert ihre Melaninproduktion, wodurch sie dicker und dunkler aussieht.
Einige Firmen, wie GrandeLash, fügen ihrem Wimpernserum Prostaglandin hinzu. Auf der Inhaltsstoffliste von GrandeLash steht der Wirkstoff Isopropyl Cloprostenate, eine Prostaglandin-Form, die oft in freiverkäuflichen Produkten verwendet wird.
Auch die Optikerin Inna Lazar berichtet von ihren Erfahrungen mit dem verschreibungspflichtigen Wimpernserum Latisse, das Bimatoprost (eine Form von Prostaglandin) enthält. Es habe für unangenehm „buschige“ Wimpern gesorgt und Pigmentflecken am Wimpernkranz verursacht. Aus diesen Gründen setzte sie das Serum wieder ab.
Tatsächlich erwähnte Dr. Lazar, dass viele ihrer Glaukom-Patienten von ihren längeren, dichteren, dunkleren Wimpern (eine Nebenwirkung ihrer Prostaglandinbehandlung) sogar genervt sind. Bei einigen männlichen Patienten muss sie die Wimpern sogar kürzen, weil sie sich verdrehen, ihre Brillengläser berühren oder ihnen ins Auge piksen.
Einige Anwender berichten, dass ihre Augen durch die Verwendung von Wimpernseren müde aussehen. Die Social-Media-Redakteurin Kelly Washington von Refinery29 hat „empfindliche und zu Ausschlägen neigende Haut“ und erlebte über Nacht eine Hautreaktion rund um die Augen durch ein Wimpernserum.
Refinery29 bat Grande Cosmetics um einen Kommentar zu den Behauptungen ihrer Konsumenten. Dena Bruckman, die Vizepräsidentin und Marketingchefin der Brand, meint: „Jeder Mensch ist individuell und kann einzigartige Empfindlichkeiten haben, wenn es darum geht, neue Produkte in die Alltagsroutine aufzunehmen. Es besteht die Möglichkeit, dass einige Leute Rötungen oder Reizungen entwickeln. Ein kleiner Prozentsatz der Nutzer erlebt diese unerwünschten Nebenwirkungen. Wir empfehlen, bei solchen Symptomen die Nutzung abzubrechen. Diese Warnungen stehen auch explizit auf der Verpackung.“
Im Falle trockener Augen, Rötungen, Hyperpigmentierung oder exzessivem Wimpernwachstum empfehlen Augenärzte, entweder das prostaglandinhaltige Serum abzusetzen oder zumindest die Häufigkeit des Gebrauchs zu reduzieren. Dr. Lazar rät, es bei zweimal pro Woche zu belassen, um Resultate zu sehen und gleichzeitig die Nebenwirkungen zu minimieren. Sie empfiehlt außerdem, auf ein peptidbasiertes Wimpernwachstumsserum umzusteigen, das kein Prostaglandin enthält.
Wenn du Optiker oder Augenärzte um eine Empfehlung zu einem Wimpernserum bittest, antworten sie vermutlich mit einem Produkt, das explizit von Augenärzten oder auf die Augenpartie spezialisierten Firmen entwickelt wurde. Wenn du auf der Suche nach einem Produkt ohne Prostaglandin bist, eignen sich dafür das Thiocyn Wimpernserum oder das Vichy Liftactiv Supreme Augen & Wimpern Serum.
Wer den sichtbaren Effekt von Wimpernseren mit Prostaglandin mag und keine Nebenwirkungen feststellt, kann das Serum natürlich weiter verwenden. Um das Meiste herauszuholen, empfiehlt die Optikerin und Mitbegründerin von Peep Club Nicola Alexander-Cross, prostaglandinhaltige Seren drei Monate am Stück zu benutzen, gefolgt von einer mehrmonatigen Pause, um die Risiken der Nebenwirkungen des Langzeitgebrauchs zu minimieren.
Eine weitere potenzielle Nebenwirkung, die viele Menschen davon abhält, Wimpernseren länger als ein paar Monate zu verwenden, ist der „orbitale Fettabbau“. Dabei geht rund um das Auge das Fettvolumen verloren, was zu einem eingesunkenen Ausdruck führen kann. Obwohl es bisher keine expliziten Studien zu dieser Verbindung gibt, halten viele Ärzte diese angesichts von Glaukom-Studien für möglich.
Dr. Lazar verschreibt Prostaglandin-Seren an Patienten, die eine Krebsbehandlung hinter sich haben und während der Chemotherapie ihre Augenbrauen und Wimpern verloren haben, um das Wachstum anzuregen, bevor sie dann auf etwas Sanfteres umsteigen, das für den längeren Gebrauch geeignet ist.
Viele, die schon aus ästhetischen Gründen Wimpernseren verwendet haben, entscheiden sich jetzt stattdessen für alternative Behandlungen, die mit wenigeren Risiken verknüpft sind. Besonders beliebt ist das sogenannte Wimpern-Lifting.
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