Das erste graue Haar ist schon etwas Besonderes. Erinnern Sie sich noch daran, wo Sie es entdeckten? Den weißen, eher stoischen Faden zwischen all den anderen pigmentierten Strähnen? In einem überbelichteten Aufzug - oder in der Umkleidekabine? Und im Laufe der Zeit blitzen immer wieder neue farblose Strähnen hervor.
Bei diesem Thema tut sich gerade sehr viel, sowohl bei der Akzeptanz, als auch der Wissenschaft. Selbstverständlich ist das der natürliche Alterungsprozess, und: Altern ist ein Privileg. Ebenso der Umgang damit und ob wir die optischen Einflüsse - je nach Belieben - stolz tragen oder stolz kaschieren. Aber was, wenn die grauen Haare weder genetisch noch altersbedingt auftreten? Sondern eher als silberfarbene Warnung für eine Überbelastung oder ein Mangel im Körper dienen?
Diese Gründe können für ein vorzeitiges Ergrauen der Haare verantwortlich sein.
Fangen wir von vorn an: Die Farbe der Haare wird von den pigmentproduzierenden Melanozyten im Haarfollikel bestimmt. Sobald diese Pigmentzellen ihre Funktion einstellen (oder reduzieren), entstehen graue oder weiße Haare. Wie früh oder spät das geschieht, hat unterschiedliche Ursachen. Die Genetik und das Älterwerden sind die häufigsten Gründe.
Ergrauen Haare unerwartet früh, spricht man von vorzeitigem Ergrauen. Dieses wird entweder genetisch, oder aber durch externe Faktoren wie Stress, schlechte Ernährung, ungesunde Gewohnheiten, Vitaminmängel oder Schilddrüsenfehlfunktionen bestimmt.
"Laut neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse spielt Stress bei den externen Faktoren eine wichtige Rolle", sagt Dr. Lela Ahlemann. Die Fachärztin für Dermatologie, Phlebologie, Proktologie sowie Ernährungsmedizinerin erklärt: "Die Ursache für den chronischen Stress ist hierbei nicht wichtig. Es kann sich zum einen um langandauernden, psychischen Stress handeln, der das sympathische Nervensystem aktiviert".
Das sympathische Nervensystem übernimmt die Regulation in Stresssituationen - und erhöht die Aktivität bestimmter Organe. "Es kann aber auch Stress sein, der durch eine chronische Erkrankung ausgelöst wird", erklärt die Dermatologin weiter. "Chronischer Stress sorgt für die Bildung von freien Radikalen und für Entzündungen, die das Ergrauen fördern". Stress ist also nicht nur ein Vitamin-, sondern auch ein Melaninfresser. Auch Rauchen oder ein erhöhter Alkoholkonsum (wir sprechen von mehr als einem Glas Wein am Abend) sorgen im Körper für vorzeitige Ergrauung - ebenso wie ein Mikronährstoffmangel.
Einige Studien zeigen auch, dass UV-Licht ebenfalls für die Vermehrung freier Radikale in der Kopfhaut fördert - und das wiederum begünstigt die Entstehung grauer Haare.
Eine wichtige Rolle bei den Mikronährstoffen in Bezug auf die vorzeitige Ergrauung spielt das Spurenelement Kupfer: "Kupfer ist ein Cofaktor der Synthese von Pigmenten". Demnach ist Kupfer unterstützend an der Herstellung von Pigmenten beteiligt. Ist der Kupferspiegel also zu niedrig, können graue Haare die Folge sein. Dann kann Kupfer supplementiert werden, jedoch gibt es dabei etwas zu beachten: "Wenn man länger Kupfer einnimmt, kann daraus ein Zinkmangel resultieren", erklärt Dr. Ahlemann. "Die beiden Metalle konkurrieren bei der Einnahme im Darm miteinander". Deswegen rät sie Patient:innen mit einem niedrigen Kupferwert - bei längerfristiger Einnahme - nicht nur zur Kupfer-, sondern gleich auch zur Zinkeinnahme. Umgekehrt kann das ebenso passieren. "Wenn ich Patient:innen Zink gebe, müssen sie nach einiger Zeit auch etwas Kupfer dazunehmen." Die gute Nachricht: Die Behebung eines Kupfermangels kann zu einer verbesserten Melaninbildung der Haare führen.
Auch sonst seien Proteine und die Überwachung eines ausreichend gefüllten Depots an Eisen, Magnesium, Omega - 3, Vitamin-D und B-Vitaminen wichtig für die Vermeidung von Imbalancen, wie die Dermatologin erklärt. Genauso elementar wie ausreichend tiefer, guter Schlaf. Sie sagt: "Im Schlaf vermehrt sich die Durchblutung von Gesicht und Kopfhaut und eine gute Durchblutung ist wichtig für die Versorgung der Haarfollikel".
"Auch ein Proteinmangel kann die Entstehung von grauen Haaren fördern", sagt Dr. Ahlemann. Denn: Das Pigment Melanin wird aus der Aminosäure L-Tyrosin gebildet und ist in höheren Mengen in verschiedenen eiweißreichen Lebensmittel wie Lachs, Kürbiskernen und Walnüssen enthalten.
"Früher galt graues Haar als unumkehrbar. Doch heute wissen wir, dass es zumindest teilweise reversibel ist", so Dr. Ahlemann. Vielleicht kennen Sie das selbst: Manchmal taucht eine Haarsträhne auf, die an der Spitze gefärbt, in der Mitte grau und am Ansatz wieder gefärbt ist. Das zeigt, dass es eine zwischenzeitliche Phase des Ergrauens gab.
"Nach unserem heutigen Wissensstand scheint es erwiesen, dass das Ergrauen in Teilen, möglicherweise in der Zukunft sogar vollständig, umkehrbar ist. Durch welche konkreten Maßnahmen, wissen wir allerdings noch nicht". Laut der Ärztin fehlt es noch an Forschung, doch die Wissenschaft sei in diesem Bereich bereits sehr aktiv.
Inwieweit eine Umkehr der Ergrauung möglich wäre, scheint vor allem abhängig vom Auslöser zu sein: Ist das Ergrauen ein Zeichen des natürlichen Alterungsprozesses oder der Genetik, ist es höchstwahrscheinlich nicht reversibel. Ist aber der ungesunde oder stressige Lebensstil daran beteiligt, sieht das anders aus.
Die Ergebnisse einer Studie der Columbia University deuten auf einen reversiblen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und grauen Haaren hin. Die Forscher:innen konnten anhand der Proband:innen zeigen, dass durch Reduktion von chronischem Stress einige zuvor ergraute Haare wieder in einen pigmentierten Zustand zurückgebracht werden konnten. In den Studienergebnissen sprechen Forscher:innen jedoch auch von einer sogenannten alterstechnischen Grauschwelle, die über den Erfolg entscheidet: Im mittleren Alter kann die Stressreduzierung zur Repigmentierung führen, im Alter von 70 wird die plötzliche Entspannung jedoch keinen Einfluss nehmen - zumindest nicht auf die grauen Haare.
"Zusätzlich gibt es Mittel, die gezielt in oder auf die Kopfhaut gegeben werden können, um eine Repigmentierung zu bewirken", erklärt Dr. Ahlemann. Eine interessante Methode sei die sogenannte Exosomentherapie, ebenso wie die Behandlung mit Polynukleotiden. Zum Hintergrund: Exosomen sind kleine Pakete mit Erbinformationen, die heutzutage in der Dermatologie vor allem zu Zwecken der Hautregeneration genutzt werden. Polynukleotide werden aus Lachs-DNA gewonnen, sind laut der Dermatologin immunologisch unbedenklich und werden in die Kopfhaut injiziert.
"Eine Ergrauung damit signifikant umzukehren ist jedoch unrealistisch, vielmehr nutzt man dies als Nebeneffekt der Haarwachstumstherapie, für welche diese Substanzen eingesetzt werden."
Noch kann die Ärztin die Effektivität dieser Methoden nicht vollständig bestätigen. Auch, wenn diese in einigen Fällen recht gute Ergebnisse zeigen: "Das sind - im Vergleich zu einer Tinktur - relativ kostspielige Maßnahmen, bei denen die Substanzen in die Kopfhaut gespritzt oder eingeneedelt werden", so Dr. Ahlemann. Apropos needlen: Auch das klassische Microneedling kann positive Effekte auf das Ergrauen haben.
"Manche Hersteller der Nahrungsergänzung empfehlen zudem, das Enzym Katalase einzunehmen", sagt die Ärztin. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das Wasserstoffperoxid abbaut - und Wasserstoffperoxid zerstört Melanin. "Ob es oral eingenommen, tatsächlich intakt in der Kopfhaut ankommt, um eine solche Funktion zu erfüllen, ist wissenschaftlich nicht belegt. Daher rate ich eher davon ab."
Wer graue Haare jedoch abdecken möchte, kann wie gehabt den altbewährten Gang zum Friseursalon des Vertrauens nutzen. Aber: Es muss nicht immer die einfache Ansatzfarbe sein. Laut Celebrity Colourist Andreas Kurkowitz gibt es feinere Möglichkeiten der Kaschierung: Bei braunem Haar, das zwischendrin silbrig schimmert, sollte man "generell beachten, in welchem Bereich der Weißanteil am größten ist", so der Experte, "und nur in diesen Bereichen färben oder tönen und für ein perfektes Einblenden den Farbton wählen, der der Naturhaarfarbe zwischen den weißen Haaren entspricht".
Kurkowitz setzt dabei gern auf kühlere Töne. Blonde Haare hingegen können noch puristischer angegangen werden: "Da bei einem Weißanteil im naturblondem Haar der Kontrast weitaus geringer ist als im braunen Haar, kann hier allein durch eine leichte Veränderung der Naturhaarfarbe, ohne die weißen Haare abzudecken, ein Einblenden erzielt werden". Laut Kurkowitz sei eine mögliche Farbtechnik das "Base-Break / Smudge": Dabei wird eine kühle, mittlere oder helle Blondnuance für circa 10 bis 15 Minuten auf das nasse oder trockene Haar aufgetragen. Das Ergebnis: Der Naturton wird nur um ein bis zwei Töne transparent heller. "Das sorgt für weniger Kontrast zwischen Natur- und Weißanteil".
Rotes Haar hat bei der Entstehung von grauen Haaren einen Vorteil: "Tendenziell beginnt der Prozess der Grauhaarenstehung bei Menschen mit naturrotem Haar später. Dies liegt auch daran, dass rothaarige Menschen ein anderes Melanin haben, das für den Farbton der Haare verantwortlich ist: Phäomelanin", sagt er. Daher können die Haare im Alter oft als "ein hellerer Rotton oder blond" erscheinen, bevor sie wirklich grau werden. Die Lösung des Experten: Ein Gloss oder eine Tönung, "um den Rotton aufzufrischen, den Weißanteil leicht abzudecken und dem ausgeblichenen Rotton wieder mehr Wärme zuzuführen".
Sollen die grauen Haare nicht kaschiert, sondern optimal in Szene gesetzt und verblendet werden (was wiederum selteneres Färben bedeuten würde), empfiehlt der Colourist den Einsatz von Strähnen. Er sagt: "Dabei kann man seine Haare ungefärbt wirken lassen und die Zeit etwas zurückdrehen". Bei dunklen Haaren werden dafür oft Lowlights - also dunkle Strähnen - gefärbt. Dabei sei es wichtig, die Strähnen an den Stellen, an denen der größte Weißanteil ist, besonders fein einzuarbeiten. Und helles Haar? "Helle blondierte Strähnen bieten die Möglichkeit, den Weißanteil optisch hervorzuheben und den Gesamteindruck zu erzielen, dass die Haare weiß oder blondiert und klar kühl wirken", erklärt er. Wer eher kühle Blondtöne mag, hat durch weiße Haare zwar einen Vorteil, sagt Kurkowitz, jedoch arbeitet er bei der Verblendung eher mit wärmeren oder neutralen Blondnuancen, "um den Weißanteil im Haar weniger sichtbar zu machen".
Wir finden: Graue Haare müssen Männer nicht färben, denn sie stehen so gut wie jedem. Vorausgesetzt, das Haar ist gepflegt und strahlt gesund - und das geht ganz einfach. Wie genau, verraten wir dir hier. Graues Haar bei Männern ist sexy - denn: Es lässt nicht nur erfahren und selbstsicher, sondern auch ziemlich stilvoll wirken. Sofern das graue Haar gepflegt ist, natürlich. Übrigens: Genau genommen gibt es gar keine grauen Haare. Nimmt der Gehalt an Farbpigmenten ab, wird ein einzelnes Haar weiß oder farblos. Lediglich aufgrund der Mischung aus pigmentierten und pigmentlosen Haaren erscheint der Schopf grau. Worauf es beim Styling von grauem Haar ankommt? Das erfährst du genau hier.
Wenn die Farbpigmente in den Haarwurzeln langsam ausgehen, muss Mann nicht zwingend alt aussehen. Haarschnitte, die einen selbst mit grauem Haar jünger aussehen lassen, sind vor allem eines: kurz - allerdings besser nicht raspelkurz. Graue Haare liegen bei Männern im Trend - keine Frage. Doch gerade, wenn die Haare ungleichmäßig oder schon sehr früh ergrauen, erwägen viele Männer, ihre grauen Haare zu färben. Wenn du auch wieder etwas jünger und frischer wirken möchtest, solltest du ein Produkt wählen, das erstens zu deiner natürlichen Haarfarbe passt und zweitens speziell auf die Bedürfnisse von Männerhaar abgestimmt ist. Wenn du eine eher aschige Haarfarbe hast, sollte auch deine Coloration einen kühlen Unterton haben. Dauerhafte Farben eignen sich ebenfalls nur bedingt: Bei kurzen Männerfrisuren kann der Kontrast zwischen nachwachsendem grauen und gefärbtem Haar schnell zu hart wirken.
Mit dem Alter verliert das Haar nicht nur seine Farbe, sondern auch seine Struktur verändert sich: Die Haare werden brüchiger, feiner und empfindlicher. Graues Haar benötigt daher mehr Pflege und Feuchtigkeit, um nicht stumpf und glanzlos auszusehen. Produkte mit Aminosäuren bauen das Haar bereits von der Wurzel an auf - etwa das Männershampoo mit Arginin, das Schwarzkopf extra für reifes Haar entwickelt hat. Tipp: Verwende zum Stylen Gel-Pasten oder Pomade.
88 % der Frauen weltweit gaben in einer Studie an Erfahrung mit Haarausfall zu haben*. Normalerweise fallen täglich 50 bis 100 Haare aus. Bei mehr als 100 Haaren handelt es sich um einen übermäßigen Haarausfall. Ob hormonelle, genetische oder extrinsische Faktoren (wie übermäßiges Bürsten), führt dieses Phänomen zu einem Verlust des Selbstbewusstseins. Die Symptome sind von Frau zu Frau unterschiedlich: mehr Haare in der Bürste, zurückweichender Haaransatz, größer werdende Haarlücken, dünnerer Pferdeschwanz.
Nach regelmäßiger An-wendung der ELVITAL FULL RESIST Pflegeserie ist zu er-kennen, dass das Haar nach Anwendung von Shampoo und Conditioner kraftvoller und entwirrt ist. Durch die Integration der Maske in die Routine wird das Haar widerstandsfähiger und die Haarwurzeln werden ge-stärkt.
Die Elvital Full Resist Reihe beschleunigt den Übergang zur Kreislaufwirtschaft durch die Optimierung seiner Ver-packungen. Alle Flaschenkörper des Full Resist Sor-timents bestehen aus 100% recyceltem Kunststoff und sind recycelbar.
Einen ultimativen, täglichen Boost ver-schafft das neue ELVITAL FULL RESIST ANTI-HAARVERLUST SERUM mit 1,5% Aminexil und Koffein: Als sechswöchige Kur angewendet, revitalisiert es die Haarwurzeln und sorgt für kräftigeres, widerstandfähigeres und volleres Haar.
Um die Nachhaltigkeit aller Produkt und Pflegeformeln langfristig zu verbessern, entwickeln die Forschungs-labore von L'Oréal Paris kontinuierlich neue Inhalts-stoffe und Technologien, die von Biomolekülen in-spiriert sind und aus der Biowissenschaft stammen.
Als Hersteller beliefern wir die Verteilzentren der jeweiligen Handelspartner. Wir wissen jedoch nicht, welche unserer Produkte in welchen Filialen verkauft werden. Gern nennen wir Ihnen einen Handelspartner, können aber keine Angaben zur Produktverfügbarkeit in einer konkreten Filiale vor Ort machen.
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