Arabisch-Türkische Hochzeit: Frisuren, Bräuche und Traditionen

Die Eheschließung (Nikah) ist im Islam einer der wichtigsten Schritte im Leben. Das Ziel ist es, eine Familie zu gründen, worauf der Islam großen Wert legt. Generell können Mann und Frau im Islam heiraten, wenn beide muslimischen Glaubens sind. Auch wenn die Frau einem anderen Glauben angehört, der Mann jedoch muslimisch ist, können sie sich im Islam trauen lassen. In diesem Fall werden die Kinder muslimisch erzogen. Anders ist es, wenn die Frau muslimisch ist und der Mann nicht. Dann ist eine Heirat im Islam nur möglich, wenn der Mann den muslimischen Glauben annimmt.

Türkische Hochzeiten sind bekannt für ihre prunkvollen Feiern, die oft mehrere Tage dauern. Sie sind ein gesellschaftliches Ereignis von hoher Wichtigkeit, das sich in vielen traditionellen Schritten und Bräuchen widerspiegelt, die das Brautpaar absolvieren muss.

Eine türkische Hochzeit wird sehr groß gefeiert. Es ist nicht selten, dass mehr als 300 Gäste auf der Feier anwesend sind. Dementsprechend reicht keine kleine Halle - die Hochzeit findet meistens in einem Saal statt. Die Organisation ist sehr viel anspruchsvoller als bei einer deutschen Trauung. Nicht nur, dass viel mehr Gäste erscheinen, es gibt auch deutlich mehr Bräuche und Traditionen, die zu berücksichtigen sind. Dazu kommt, dass die türkische Hochzeit in vielen Fällen über mehrere Tage andauert.

Bei der Feier selbst gibt es viele Überschneidungen mit einer deutschen Hochzeit. Da wäre beispielsweise der Eröffnungstanz. Auch türkische Paare müssen vor einer Hochzeit einen Tanz lernen, um den Eröffnungstanz zu meistern. Es gibt Musik, Deko und leckeres Essen. Die Torte ist meistens sehr aufwendig - wie schon das Kleid.

Wenn die Tränen fließen … Eine türkische Hochzeit im Rheinland. Türkische Sprachfassung

Türkische Hochzeitsbräuche im Überblick

Viele traditionelle Schritte muss das Brautpaar absolvieren, bis es endlich verheiratet ist. Hier sind einige der wichtigsten Bräuche:

  1. Kız Isteme (Um die Hand anhalten): Der Bräutigam bittet mit seinen Eltern beim Vater der Braut offiziell um ihre Hand.
  2. Söz Kesme (Versprechen): Nach der Zustimmung des Vaters findet das "Söz Kesme" statt, das "Versprechen", dass man heiraten wird. Hierfür werden Ringe getauscht, die mit roten Bändchen aneinander verbunden sind.
  3. Verlobungsfeier: Die Brauteltern organisieren eine Verlobungsfeier, zu der Familie, Freunde und Bekannte eingeladen werden.
  4. Henna-Abend (Kına Gecesi): Am Abend vor der Hochzeit findet der Henna-Abend statt, bei dem die Hände der Braut mit Henna bemalt werden. Es ist ein melancholisches Fest, bei dem sich die Braut symbolisch von ihrer Familie verabschiedet.
  5. Hochzeitsfeier: Die Hochzeitsfeier findet in einem großen Rahmen statt, mit vielen Gästen, Musik, Tanz und einer feierlichen Geschenkezeremonie.

Der Henna Abend - Junggesellinnenabschied auf Türkisch

In der Türkei gibt es ebenfalls einen Junggesellinnenabschied, doch der unterscheidet sich von einem Deutschen enorm. Bei dem Henna Abend trifft sich die Braut mit ihren Freundinnen und allen weiblichen Verwandten. Die letzte Nacht, die die Braut als Jungfrau verbringt, wird auf traditionelle Weise gefeiert. Es gibt viele Bräuche, die an diesem Abend Anwendung finden. Vor Beginn des Abends geht es aber erst einmal zum Friseur und alle Feiernden lassen sich eine schöne Frisur zaubern. Gefeiert wird der Henna Abend in einem Saal - und speziell zu diesem Anlass gibt es auch ein aufwendiges Kleid. Es handelt sich traditionell um einen „Bindalli“. Dazu trägt sie ein rotes Tuch auf dem Kopf, das mit Pailletten besetzt ist. Dieses Tuch dient dazu, ihre Tränen zu verbergen. Denn an diesem Abend wird signalisiert, dass die Braut ihr Elternhaus verlässt - und das ist eher ein trauriger Anlass. Deswegen werden auch traurige Volkslieder gesungen und es herrscht eine eher gedämpfte Atmosphäre.

Ein bedeutender Moment des Abends ist es, wenn die Hände der Braut mit Henna verziert werden. Henna ist ein grünes Pulver, das zuerst mit Wasser angemischt und dann zu einer dickflüssigen Masse verarbeitet wird. Im Islam hält man Henna für ein Paradiesgewächs, das Glück bringen soll. Es dauert einige Stunden, bis die Ornamente, Muster und Verzierungen auf den Händen der Braut getrocknet sind. Es gibt aber noch eine weitere Tradition. Die Braut öffnet ihre Hände nicht, zuvor verlangt sie von ihrer Schwiegermutter ein Goldstück. Es ist nämlich üblich, dass die zukünftige Schwiegermutter ihrer Schwiegertochter Gold überreicht.

Nachdem alle Traditionen und Bräuche zelebriert wurden, steht einem rauschenden Fest nichts mehr im Wege. Oft feiern die Frauen die gesamte Nacht hindurch. Es ist der letzte Abend, an dem die Braut im Kreise ihrer Familie schläft.

Türkische Hochzeit - von der Abholung bis zur Trauung

Die türkische Hochzeit wird von unzähligen Bräuchen und Traditionen begleitet. Am Tag der Trauung erscheint der Bräutigam mit seiner Familie sowie den engsten Freunden beim Elternhaus der Braut. Mit dabei ist auch ein Trommler - der Davul. Manchmal kommt direkt eine türkische Band mit. Sobald alle aus ihren Autos ausgestiegen sind, beginnen sie ausgelassen vor der Tür zu tanzen. Im Anschluss begibt sich der Bräutigam in das Haus. Die Braut sitzt auf ihrem Bett. Die Tür ist verschlossen. Das ist Tradition, denn die Geschwister haben den Schlüssel „verloren“. Der Bräutigam muss nun bezahlen, damit die Tür geöffnet wird. Das passiert erst dann, wenn die Geschwister der Meinung sind, dass der Preis stimmt. Das „Braut abholen“ kann sich somit durchaus über einige Stunden ziehen. Nachdem der Bräutigam endlich zu seiner Braut darf, fahren alle gemeinsam im Autokorso zur Trauung.

Türkische Hochzeitskleider und Mode

Anders als in Deutschland sind Brautkleider auf türkischen Hochzeiten ganz und gar nicht schlicht. Das türkische Brautkleid zeichnet sich durch aufwendige Verzierungen, Stickereien und Glitzer aus. In der Türkei ist es üblich, dass das Hochzeitskleid sehr elegant und prunkvoll ausfällt. Bei dem Kleid gehen türkische Bräute keinerlei Kompromisse ein. Oftmals wird es sogar extra in Auftrag gegeben, vollkommen unabhängig von den Kosten. Traditionell sind türkische Brautkleider zwar weiß, doch mittlerweile heiraten Bräute in den verschiedensten Farben. Das Kleid darf ein echter Blickfang sein. Dafür sorgen dann auch die vielen Ornamente und Verzierungen, die sich auf dem Brautkleid einfinden. Und ohne Glitzer geht ohnehin nichts.

Aber auch sonst spielt die Kleidung auf einer Hochzeit eine wichtige Rolle. Nicht nur die Braut gibt sich viel Mühe, sondern auch die Hochzeitsgäste. Umso eleganter die Kleidung, desto besser. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Verhältnis man zur Braut und zum Bräutigam steht. Bei der Kleidung darf es gerne etwas mehr sein und über das Outfit machen sich Hochzeitsgäste berechtigterweise viele Gedanken. Denn der Dresscode ist wesentlich anspruchsvoller.

Brautfrisuren Trends

Brautfrisuren erhalten eine leicht verspielte Note. Offene Haare und unkomomplizierte Hochsteckfrisuren mit nostalgischen Einflüssen finden sich auf den Köpfen der Bräute wieder. Frisuren, die nach wenig Aufwand aussehen, lösen opulent frisierte Looks ab. Mit edlen Schmuckdetails garantieren die Kreationen einen glamourösen Auftritt am Hochzeitstag.

Brautfrisuren sehen wie selbst gemacht aus. Chignons werden einfach locker frisiert: Dafür können einige Strähnen locker zusammen genommen und mit einer Spange festgesteckt werden. Trotzdem sollte ein Profi die Haare machen. Denn er kreiert einen Look mit Klasse und sorgt für einen perfekten Halt. In Kombination mit eingeflochtenen Blumen oder einem nostalgischen Haarband passt die Frisur perfekt zu einer Frühlingshochzeit mit Vintage-Thema.

Auch ein Undone gestylter Ponytail (Pferdeschwanz) mit seitlich herabfallenden Strähnen verleiht dem Aussehen einen modernen Charakter. Nach innen eingeschlagen und beispielsweise mit einem breiten Spitzenband verziert, verwandelt sich das Haar in einen klassischen Dutt.

Ab Herbst tritt die Leichtigkeit ein wenig in den Hintergrund und macht wieder Platz für mondäne Hochsteckfrisuren. Eine Reise zu den prägenden Modeepochen gehört für trendbewusste Bräute dazu. Wasserwellen oder eine Außenwelle sind besonders im Herbst und Winter angesagt. Nicht nur typische Frisuren aus den 20er und 50er Jahren kehren zurück - 40er Jahre Wellen erleben ein Revival. Das Styling eignet sich besonders für lange Haare: Dafür einen Mittelscheitel ziehen. Dann mit einem Glätteisen die Haare bis zu den Schultern glätten. Die restlichen Haare in Wellen legen.

Der Bohemian-Style zeigt sich in modern interpretierten Frisuren. Am Hinterkopf geflochtene Strähnen gehen in einen locker gedrehten Zopf über. Eine üppige Lockenpracht wird wieder natürlich präsentiert. Haarbänder mit großen Blüten werten den verträumten Look auf. Besonders offene Haare gehören für Trendsetter zu den Must-Haves in diesem Jahr.

Vor allem im Winter verwandeln sich die Haare der Braut wieder zu schicken Hochsteckfrisuren. Mit großen Perlen oder Spitzenapplikationen verziert, passen sie zu einer Märchenhochzeit. Auch ein Updo bietet sich als Brautfrisur an. Leicht zerzaust erstrahlt die Frisur sowohl feminin als auch natürlich.

Seidig schimmernde Haare sind einer der großen Trends . Das Thema findet sich im Sleek Look wieder. Halb zusammengesteckte Haare mit Glanzspray fixiert, trugen die Models auf den Modenschauen . Für einen lang anhaltenden Schimmer empfiehlt es sich, Glanzfarbe anzuwenden.

Die Geschenkübergabe - eine wichtige Tradition in der Türkei

Glückwünsche und Geschenke dürfen bei einer Trauung selbstverständlich nicht fehlen. Allerdings gibt es bei einer türkischen Hochzeit ein paar Unterschiede. Hier wird dem Brautpaar nämlich nicht einfach ein Umschlag mit Geld überreicht - die Geschenkübergabe findet öffentlich statt. Das ist eine wichtige Zeremonie auf einer türkischen Hochzeit. Die Geschenkzeremonie findet in der Mitte des Abends statt - noch bevor das Paar die Torte anschneidet.

Dafür stellen sich Braut und Bräutigam nebeneinander. Die Hochzeitsgäste bilden eine Schlange, die von den Großeltern und Eltern des Bräutigams angeführt wird. Die Eltern wahren die Tradition und schenken der Braut Gold. Entweder werden alle Geschenke in Körbe gelegt - oder aber an einem roten Band befestigt, welches das Brautpaar um den Hals trägt. Auf vielen türkischen Hochzeiten geht man sogar soweit, dass jedes Geschenk von einem Sprecher kommentiert wird. Er nennt den Namen des Schenkenden sowie die Summe des Geldgeschenks - daraufhin folgt Applaus.

Weitere Traditionen und Bräuche

Am Morgen der Hochzeitsfeier wird die Braut aufwendig geschminkt und frisiert. Anders als es bei deutschen Hochzeiten typisch ist, sieht sich das Brautpaar nicht erst vor dem Altar, denn der Bräutigam holt seine zukünftige Ehefrau in ihrem Elternhaus ab. Wenn das Brautpaar das Elternhaus der Braut verlässt, wird es mit Reis und Weizen beworfen. Die Braut trägt ein rotes, besticktes Tuch über Kopf und Gesicht. Der Farbe Rot kommen dabei mehrere Bedeutungen zu: Sie steht für Fruchtbarkeit, Wohlstand und tiefe Liebe. Ist die Braut noch Jungfrau, wickelt ihr Vater ihr ferner ein rotes Tuch um die Taille, das für Reinheit und Unberührtheit steht. Unter ihrem Schuh hat die Braut außerdem die Namen unverheirateter Freundinnen oder Schwestern/Cousinen geschrieben.

Auf der Straße vor dem Elternhaus wird bereits mit türkischer Folkloremusik gefeiert, sodass auch die letzten Nachbarn vom Hochzeitsfest erfahren. In einem Autokonvoi fahren das Brautpaar und die Familie dann zum Festsaal.

Wer zahlt die Hochzeit?

Eine traditionelle türkische Hochzeit unterscheidet sich in vielerlei Punkten von einer deutschen Hochzeit. Das wird oftmals schon im Hinblick auf das Ausmaß deutlich. Türkische Hochzeiten mit mehr als 300 Gästen sind keine Seltenheit. Schnell explodieren die Kosten. Die Frage, wer das zahlt, stellt sich somit automatisch. Traditionell ist es so, dass die Hochzeitsfeier von der Familie des Bräutigams finanziert wird. Wie auch die Möbel für die gemeinsame Wohnung. Mit einer Ausnahme: Die Braut bezahlt das Schlafzimmer. Es ist aber mittlerweile durchaus üblich, dass sich die Familien zusammentun, um die prunkvolle Hochzeit finanziell zu stemmen.

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