Viele Menschen, die unter Haarausfall leiden, fragen sich, wer eine Haartransplantation durchführen darf und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen. Eine Eigenhaartransplantation ist oft die einzige Option, um bei erblich bedingtem Haarausfall wieder volles Haar zu erhalten. Doch welche Faktoren spielen eine Rolle und wer ist für diesen Eingriff geeignet?
Viele Betroffene stellen sich die Frage, ob das Alter eine entscheidende Rolle bei der Haartransplantation spielt. Das Alter per se sollte jedoch kein Ausschlusskriterium sein. Sowohl jüngere als auch ältere Patienten können sich dem Eingriff unterziehen, vorausgesetzt, der Spenderbereich bietet genügend Haare zum Verpflanzen. Auch im fortgeschrittenen Alter ab 65 Jahren sollte man abwägen lassen, ob man für eine Haartransplantation geeignet ist oder nicht. Dennoch spielt Ihr Alter eine nicht ganz so wichtige Rolle.
Das ideale Alter für eine Haartransplantation gibt es schlichtweg nicht. Ein früher, aber auch ein später Eingriff ist nach eingehender Untersuchung aber problemlos möglich. Grundsätzlich ist eine Haartransplantation, unabhängig vom Alter, ein chirurgischer Eingriff, der gut überlegt sein will.
Nicht jeder ist für eine Haartransplantation geeignet. Welche Voraussetzungen sind dies? Wenn die Voraussetzungen nur zum Teil oder gar nicht erfüllt sind, kann das Resultat der Haartransplantation das Ziel einer ästhetischen Haarpracht verfehlen. Hier sind einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten:
Wie alt muss man für eine Haartransplantation sein? Diese Frage wird in Fachkreisen immer wieder kontrovers diskutiert. Bei jungen Patienten (zwischen dem 18. und 30. Lebensjahr) muss berücksichtigt werden, dass der Haarausfall noch nicht abgeschlossen ist. Jedoch ist dies auch abhängig vom Einzelfall.
Bei einer ungünstigen Prognose (Typ 6 und 7 nach der Hamilton-Norwood-Skala) ist eine Haartransplantation schwierig, da der Haarkranz als Spenderbereich nicht ausreicht. Auch eine jugendliche Haarlinie oder ein vollständiger Haaransatz ist in vielen Fällen nicht möglich.
Mit ungefähr 95 Prozent ist der erblich bedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, die mit Abstand häufigste Ursache. Der erblich bedingte Haarausfall entsteht durch eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber dem männlichen Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT). Diese Form des Haarausfalls kann durch ihr charakteristisches Muster leicht diagnostiziert werden.
Deutlich seltener, bei etwa zwei von hundert Männern, kommt der kreisrunde Haarausfall vor, den man auch als Alopecia areata bezeichnet. Bei Männern in jedem Alter kann ein diffuser Haarausfall auftreten. Dabei wird das Haar insgesamt ausgedünnt. Die Gründe dafür können vielfältig sein.
Bei einer Haartransplantation werden Haare von haarreichen Stellen an kahle Stellen verpflanzt. Das häufigste Verfahren ist die FUE-Technik. Dabei werden mehrere Tausend Haarfollikel (Haarbälge) entnommen und wieder eingesetzt. Der Eingriff ist risikoarm und erfolgsversprechend - wenn ihn erfahrene Haarchirurgen und Haarchirurginnen vornehmen.
Dabei löst der Chirurg oder die Chirurgin einzelne Haarfollikel-Einheiten direkt aus der Kopfhaut. Der Vorteil ist, dass danach nur kleine Lücken verbleiben, die bei gleichmäßiger und nicht zu dichter Entnahme auch bei einer Kurzhaarfrisur am Hinterkopf nicht auffallen. Bei der FUE-Technik stanzt man mit einer Hohlnadel ein Stück Kopfhaut mit ein bis vier Haarfollikeln aus. Diese werden zunächst in eine Nährlösung gegeben und später in vorgestanzte Löcher verpflanzt.
Hier werden nicht einzelne Haarfollikel-Einheiten entnommen, sondern ein ganzer Haarstreifen mit vielen Follikeln. Aus diesem Streifen gewinnt man dann unter dem Mikroskop die einzelnen Follikel-Einheiten, die man wie bei der ersten Methode verpflanzt. Die Entnahmestelle wird gleich vernäht und überkämmt. Bei der FUT-Technik entfernt man einen schmalen Streifen Kopfhaut samt Haarfollikeln und zerteilt diesen. Daraus werden dann Einheiten von ein bis vier Follikel präpariert und per Hohlnadel verpflanzt.
Die folgende Tabelle vergleicht die beiden Methoden:
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| FUE | Kleine Lücken, keine auffälligen Narben | Entnahmebereich muss rasiert werden, technisch aufwendiger |
| FUT | Keine Rasur notwendig, schneller | Linienförmige Narbe, invasiver |
Um übermäßigen Haarausfall zu verlangsamen oder gar weitgehend zu stoppen, sind vor allem Medikamente geeignet. Sie sind die Haupt-Alternative zu einer Haartransplantation. In vielen Fällen kommen auch Medikamente und Haartransplantation als Kombination zum Einsatz.
Eine Haarpigmentierung ist in diesem Fall eine sinnvolle Alternative. Hier werden Farbpigmente auf die Kopfhaut aufgetragen. Dadurch wird das Erscheinungsbild von vollem Haar erzeugt.
Haarausfall und Haartransplantationen werden vielfach als männliche Themenbereiche betrachtet. Doch schätzungsweise auch 50% aller Frauen leiden im Laufe des Lebens irgendwann unter degenerierendem und ausfallendem Haar. Mit vollem Haar kann das Selbstwertgefühl und ein Teil der Lebensqualität wiederhergestellt werden. Denn die weibliche Haarpracht ist ein wichtiges Schönheitsmerkmal und steht als Symbol für Weiblichkeit, Beauty und Life-style.
Die folgende Tabelle zeigt wie einzelne Haarausfallerkrankungen bei Frauen, zuerst konservativ und ggf. operativ behandelt werden können:
| Haarausfallerkrankung | Konservative Behandlung | Operative Behandlung |
|---|---|---|
| Androgenetische Alopezie | Minoxidil, Finasterid (bei Männern) | Haartransplantation |
| Alopecia Areata | Kortikosteroide, Immuntherapie | Nicht indiziert |
| Diffuser Haarausfall | Nährstoffergänzung, Behandlung der Ursache | Nicht indiziert |
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