Allein der Gedanke an Läuse lässt viele Menschen erschaudern. Die Blutsauger gelten als unappetitlich, in der Regel aber harmlos. Doch wie wird man die Parasiten schnell wieder los? Dieser Frage widmete sich Stiftung Warentest und bewertete zwölf vielverkaufte Läusemittel - darunter Lösungen, Sprays und Shampoos. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse.
Läuse können praktisch jeden heimsuchen. Besonders gefährdet sind jedoch Kinder und Jugendliche. Kopfläuse wandern viel herum, daher werden sie leicht übertragen. Es reicht, wenn die Haare zweier Menschen sich berühren. Besonders leichtes Spiel haben Läuse bei Kindern. In Einrichtungen, in denen viele Kinder zusammen spielen und toben, kommt Kopflausbefall häufig in Form von zeitlich begrenzten Epidemien vor. Auch Erwachsene können unter Kopflausbefall leiden.
Doch zwei gute Nachrichten gibt es immerhin: In Deutschland übertragen die Parasiten keine Krankheiten, und auch mit mangelnder Hygiene haben sie nichts zu tun. Ihr müsst euch also kein bisschen schämen, wenn euer Nachwuchs mit einem Läusekopf aus der Kita oder der Schule kommt und ihr in der Apotheke nach einem Läusemittel fragen müsst.
Bis Läuse auffallen, haben sie meist schon andere Köpfe besiedelt. Daher ist es wichtig, bei einem Läusefund alle anderen Personen im Haushalt gründlich zu checken. Zudem sind Eltern betroffener Kinder verpflichtet, Einrichtungen wie die Schule oder den Kindergarten zu informieren - damit deren Leitung (ohne Nennung des Namens) andere Eltern bitten kann, ihr Kind ebenfalls auf Läuse zu untersuchen. Schämen braucht sich niemand.
Das Ergebnis des Tests von Stiftung Warentest? Drei Mittel können die Prüfer uneingeschränkt empfehlen. Testsieger sind drei Mittel mit dem synthetischen Öl Dimeticon, darunter "Dimet 20" (21,99 Euro/100 ml) und "EtoPril" (14,95 Euro/100 ml). Deren Wirkprinzip ist einfach: Das synthetische Öl erstickt die Blutsauger.
Neben synthetischem Öl sind auch Präparate mit Insektengift empfehlenswert, schreibt Warentest, etwa "Goldgeist forte" (8,93 Euro/100 ml). Die Mittel lähmen die Nerven der Läuse. "Sie wirken grundsätzlich gut, doch immer mehr Läuse werden unempfindlich dagegen", so die Prüfer.
Fast genauso gut eignen sich zwei Mittel mit altbekannten Insektengiften, die die Nerven von Läusen lähmen, sowie eines mit Mineralöl.
Wichtiger Hinweis: Allerdings ist EtoPril aktuell zumindest im Onlinehandel nicht mehr erhältlich.
Die Schlusslichter des Tests sind die Mittel "Jacutin Pedicul" und "SOS Läuse-Shampoo", sie erhalten die Test-Bewertung "wenig geeignet". "Bei beiden Mitteln ist nicht ausreichend durch klinische Studien an Menschen belegt, dass sie Läuse wirksam bekämpfen und verträglich sind", schreibt Warentest. Das Jacutin-Mittel ist ein Spray, was die Prüfer als kritisch bewerten: Feine Tröpfchen könnten sich in der Luft verteilen und eingeatmet werden.
In der aktuellen Ausgabe gibt Warentest weitere Tipps, wie Läuse schnell und einfach entfernt werden können. Grundsätzlich seien immer zwei Anwendungen empfehlenswert - auch wenn die Anleitungen einzelner Mittel es anders angeben. Für alle Läusekiller gilt: Damit sie sicher wirken, müssen Nutzer sie großzügig auftragen und Anwendungsfehler vermeiden - also die jeweilige Gebrauchsanleitung genau beachten. In aller Regel sind zwei Behandlungen im Abstand von ungefähr einer Woche notwendig.
Im Kampf gegen die Blutsauger ist auch ein Läusekamm unentbehrlich. Wichtig ist, dass man die Läuse und Eier, die sie schon gelegt haben, mit einem speziellen Läuse- oder Nissenkamm auskämmt - er ist so engmaschig, dass ihm nichts entgeht. Mit dem Läusekamm werden Läuse und Läuseeier, die man auch Nissen nennt, ausgekämmt. Man sollte mit der Behandlung nicht zu früh aufhören, weil sonst immer wieder Nachwuchs schlüpfen und den Kopf erneut besiedeln kann. Mit dem Läusekamm kann man auch prüfen, ob noch etwas zu finden ist.
Tipp: Läusekämme verschiedener Zinkenlängen hat Stiftung Warentest letztmals 2008 getestet.
Öle gelten als besonders effektiv beim Kampf gegen Kopfläuse, das zeigen viele wissenschaftliche Studien. Damit das Hausmittel gegen Läuse der Wahl wirkt, sollte man es nicht zu sparsam auftragen. Weil das Öl, das auch bei den Testsiegern zum Einsatz kommt, leicht entflammbar ist, muss man unbedingt darauf achten, dass behandelte Kinder nicht in die Nähe von Flammen, ob Kerzen oder Gasherd, kommen.
Die Kosten für die zwei Mittel mit Dimeticon werden von der Krankenkasse übernommen - vorausgesetzt, die Behandlung wurde bei Kindern vorgenommen. Manche Präparate können Ärzte Kindern verordnen. Die Krankenkassen zahlen die Mittel in der Regel, wenn sie vom Kinderarzt verordnet wurden.
Die Stiftung Warentest hat 12 vielverkaufte Läusemittel bewertet. Experten sichteten Studien zur Wirksamkeit sowie Daten zu den Risiken. Aufgrund neuerer, aussagekräftiger Forschungsergebnisse haben sich mehrere Bewertungen gegenüber früheren geändert.
| Produkt | Wirkstoff | Bewertung |
|---|---|---|
| Dimet 20 | Dimeticon | Empfehlenswert |
| EtoPril | Dimeticon | Empfehlenswert (aktuell schwer erhältlich) |
| Goldgeist forte | Insektengift | Empfehlenswert |
| Jacutin Pedicul | Unbekannt | Wenig geeignet |
| SOS Läuse-Shampoo | Unbekannt | Wenig geeignet |
Um alle Informationen über die getesteten Mittel genauer nachzulesen, könnt ihr den gesamten Läusemittel-Test aus 'Test' 09/2018 herunterladen; neben den genauen Testergebnissen enthält er weitere Infos zur Kopflaus und ihrer Bekämpfung.
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