Viele Frauen leiden unter unerwünschter Gesichtsbehaarung. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und gibt einen Überblick über verschiedene Anti-Haarwuchs-Cremes und Enthaarungsmethoden.
Das Haarwachstum wird durch das Gleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Hormonen beeinflusst. Weibliche Hormone verlangsamen das Haarwachstum und machen die Haare heller und feiner, während männliche Hormone das Wachstum dicker und dunkler Haare anregen.
Ein Überschuss an männlichen Hormonen (Androgene, Testosteron) kann bei Frauen zu vermehrtem Haarwuchs führen. Dihydrotestosteron stimuliert das Haarwachstum im Gesicht und kann gleichzeitig Haarausfall am Kopf verursachen.
Die Störung des hormonellen Gleichgewichts kann verschiedene Ursachen haben:
Diagramm zum Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS)
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei übermäßiger Behaarung durch eine Grunderkrankung muss diese zuerst behandelt werden. Dazu gehören Krankheiten wie das PCO-Syndrom, Adrenogenitale Syndrom, Adipositas, Diabetes mellitus und Osteoporose. Werden diese Krankheiten richtig behandelt, verschwindet in den meisten Fällen auch die verstärkte Gesichtsbehaarung.
Beispielsweise kann beim PCO-Syndrom die Hormonproduktion in den Eierstöcken durch die Gabe von Östrogen und Gestagen gebremst werden. Bei Krankheiten, die einen erhöhten Spiegel männlicher Geschlechtshormone verursachen, kommt eine Hormontherapie in Frage. Ist der Hirsutismus medikamentös bedingt, wird nach Möglichkeit das Medikament abgesetzt und durch ein anderes ersetzt.
Eine gute Behandlungsmöglichkeit bei vermehrter Gesichtsbehaarung ist die Creme mit dem Wirkstoff Eflornithin (Vaniqa ®). Dieser Wirkstoff hemmt die Zellteilung im Haarfollikel, sodass das Haarwachstum verlangsamt wird. Die Creme muss zweimal täglich aufgetragen werden. Erste Ergebnisse sieht man nach drei Monaten.
Vorteil: Die Creme ist gut verträglich und der Wirkstoff gelangt aufgrund der niedrigen Dosierung nicht in den Körperkreislauf. Es findet kein Eingriff in den Hormonhaushalt statt.
Nachteil: Der Wirkstoff kann Nebenwirkungen wie Rötungen, Brennen, leichte Akne oder Ausschlag auslösen. Die Creme muss regelmäßig angewendet werden, da die Wirkung nach Abbruch der Behandlung verschwindet. Nach ungefähr acht Wochen setzt das vermehrte Haarwachstum wieder ein. Diese Behandlung stellt also keine dauerhafte Lösung dar.
In manchen Fällen des Hirsutismus können die Gesichtshaare zwar sehr dunkel, aber nicht sehr dicht oder dick sein. In diesem Fall können die Haare mit Wasserstoffperoxid (2-5%ig) gebleicht werden. Das Wasserstoffperoxid entzieht den Haaren den Farbstoff, wodurch sie aufgehellt und fast durchsichtig werden.
Gerade bei Frauen mit dunklem Damenbart kann diese Methode Abhilfe schaffen. Da das Gesicht besonders empfindlich ist, sollten Sie nur Produkte verwenden, die speziell fürs Gesicht entwickelt wurden.
Vorteil: Das Bleichen von Gesichtshaaren ist eine gute Alternative zur Haarentfernung. Die Anwendung ist leicht und schmerzfrei. Es entstehen keine unschönen Haarstoppel, wie bei anderen Haarentfernungsmethoden.
Nachteil: Die Haarbleichcreme kann Hautirritationen auslösen. Die Anwendung muss alle zwei bis drei Wochen wiederholt werden.
Das Ziel einer medikamentösen Behandlung ist, das Ungleichgewicht des Hormonspiegels wieder auszugleichen. Diese Therapie wird vor allem bei Krankheiten eingesetzt, die einen zu hohen Spiegel männlicher Geschlechtshormone verursachen. Zur Behandlung geeignet sind orale Antikonzeptiva und Antiandrogene Medikamente.
Bei Hirsutismus ist die Antibabypille oft die Behandlung der ersten Wahl. Eingesetzt werden Kombinationspillen mit einem Östrogen und einem Gestagen. Am besten wirksam sind Pillen mit Cyproteronacetat (Diane ®-35), da diese am stärksten antiandrogen wirken. So wird die Wirkung der männlichen Geschlechtshormone unterdrückt und der übermäßige Haarwuchs verringert sich.
Pillen mit Chlormadinonacetat (z.B. Belara ®) haben auch eine antiandrogene Wirkung. Je nach Krankheitsbild und Schweregrad der Behaarung können auch Antibabypillen eingesetzt werden, die schwächer antiandrogen wirken. Dazu gehören Pillen mit Dienogest (z.B. Valette) und Drospirenon (Yasmin®). Da die Wachstumsphase der Gesichtshaare ungefähr vier Monate dauert, ist der Behandlungserfolg frühestens nach einem halben Jahr sichtbar.
Zur kosmetischen Entfernung von Haaren gibt es folgende Möglichkeiten:
Bei der Epilation wird das Haar mitsamt den Haarwurzeln entfernt. Bei Rasur und chemischer Enthaarung werden die Haare nur von der Oberfläche der Haut entfernt.
Wenn nur einzelne Haare im Gesicht stören, ist das Zupfen mit Pinzette eine gute und einfache Möglichkeit. Außerdem gibt es in Drogerien spezielle Haarentfernungs-Spiralen, die sehr kostengünstig und einfach in der Anwendung sind. Die Haare können damit großflächiger entfernt werden.
Epilierer sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, können dafür aber sehr vielfältig angewendet werden. Vor allem zur großflächigen Haarentfernung sind sie geeignet. Es gibt auch spezielle Gesichtsepilierer. Viele Produkte enthalten mehrere Aufsätze: Zur Haarentfernung, Reinigung und Pflege des Gesichts.
Der Vorteil dieser Methoden ist, dass sie jederzeit zu Hause angewendet werden können. Außerdem sind sie relativ kostengünstig und einfach in der Handhabung. Nur wenn Sie besonders empfindliche Haut haben, ist eine Haarentfernung durch eine geschulte Kosmetikerin empfehlenswert.
Mit dem Laser können störende Gesichtshaare dauerhaft entfernt werden. Dafür gibt es zwei verschiedene Methoden: Die Laser-Epilation und die IPL-Epilation.
Der Begriff IPL steht für «intensive pulsed light» und bezeichnet Licht in breiteren Wellenlängenbereichen. Mithilfe einer hochenergetischen Lichtquelle werden kurze, starke Lichtblitze über das Farbpigment (Melanin) im Haar bis in die Haarwurzel geleitet. Dort werden sie in Wärme umgewandelt. Dies verödet die Haarwurzel, sodass sie die zugehörigen Haare nicht mehr versorgen können. Einige Tage später fallen die Haare aus und es wachsen keine neuen mehr nach.
Diese Methode darf von geschulten Kosmetikerinnen angewendet werden. Obwohl es mittlerweile auch Geräte für den Hausgebrauch gibt, sollten Sie die Behandlung besser von erfahrenen Fachkräften durchführen lassen. Bei unsachgemäßem Gebrauch können sie Ihre Haut unwiderruflich schädigen.
Für die Laser-Epilation müssen Sie zu einem Experten, denn sie darf nur von ausgebildeten Ärzten durchgeführt werden. Ein geschulter Hautarzt wählt das optimal passende Lasergerät, je nach Haar und Hauttyp. Der Laser gibt im Gegensatz zum IPL nur Licht einer einzigen Wellenlänge ab. Der Wirkmechanismus ist zwar der gleiche, aber die Laserepilation ist viel präziser.
Vor allem in Kombination mit Eflornithin Creme ist die Laserepilation eine der besten Methoden zur Haarentfernung im Gesicht.
Das beste Ergebnis wird bei dunklen Haaren auf heller Haut erzielt. Bei sehr dünnen, blonden, grauen oder weißen Haaren kann die Behandlung nicht angewendet werden. Auch bei Menschen mit dunkler Haut ist die Laserbehandlung nicht geeignet, da das Licht nicht bis zur Haarwurzel gelangt.
Das Haar wächst in mehreren Phasen. Daher ist immer nur ein Teil der Haare sichtbar. Die anderen Haare befinden sich während der Ruhephase unter der Haut. Aufgrund dieser unterschiedlichen Wachstumszyklen muss die Laserbehandlung mehrmals durchgeführt werden. Um eine vollständige Haarentfernung zu erreichen sind zwischen drei bis zehn Behandlungen nötig.
Vorteile:
Nachteile:
Laser-Haarentfernung
Ob die Krankenkasse die Behandlung einer vermehrten Gesichtsbehaarung übernimmt, ist in erster Linie abhängig von der Ursache der Erkrankung. Ist eine Grunderkrankung die Ursache für eine übermäßige Gesichtsbehaarung, steht die Therapie der Krankheit im Vordergrund. Diese Kosten werden natürlich von der Krankenkasse übernommen. In manchen Fällen verschwindet die Gesichtsbehaarung durch die Behandlung der Krankheit.
Bei vielen Betroffenen bleibt die Gesichtsbehaarung jedoch bestehen, oder die Ursache lässt sich nicht behandeln. Selbst bei ärztlich attestierten Hirsutismus übernehmen die Krankenkassen die kosmetische Haarentfernung, wie z.B. eine Lasertherapie, nicht. In der Regel werden kosmetische Behandlungen zur Gesichtshaarentfernung nicht von der Krankenkasse übernommen. Dennoch lohnt es sich immer bei der Krankenkasse nachzufragen, welche Kosten genau übernommen werden und welche nicht.
Enthaarungscremes sind eine beliebte Alternative zur traditionellen Haarentfernung. Sie enthalten chemische Wirkstoffe, die das Haar aufbrechen und es leichter zu entfernen machen. Sie sind einfach anzuwenden und können in der Regel innerhalb weniger Minuten Ergebnisse liefern. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Enthaarungscremes nicht für alle Hauttypen geeignet sind und bei empfindlicher Haut möglicherweise Reizungen verursachen können. Daher ist es ratsam, vor dem Gebrauch einer Enthaarungscreme diese zunächst auf kleinen Stellen des Körpers auszuprobieren und die Reaktion der Haut abzuwarten.
ÖKO-Test nahm insgesamt 17 Enthaarungscremes unter die Lupe und verlieh lediglich fünf der getesteten Cremes die Note "gut". Besonders bekannt ist die Haarentfernungsmarke Veet, die sich in jeder Drogerie finden lässt.
Hier ist eine Übersicht einiger getesteter Enthaarungscremes und ihre Eigenschaften:
| Produkt | Geeignet für | Einwirkzeit | Besondere Merkmale |
|---|---|---|---|
| Veet Dusch-Enthaarungscreme | Körper, Intimbereich | 4-6 Minuten | Angenehmer Duft, feuchtigkeitsspendend |
| Veet Men Dusch-Haarentfernungscreme | Oberkörper, Beine | 3-6 Minuten | Kostengünstig, einfache Anwendung |
| X-Epil Extra Sensitive | Gesamter Körper, Gesicht | 6-10 Minuten | Aloe Vera, gut verträglich für empfindliche Haut |
| Depilan Intim Enthaarungscreme | Intimbereich | 3-7 Minuten | Sanfte Wirkung, Pflegecreme enthalten |
| Belle Body Enthaarungscreme Soft Skin | Gesicht, Achseln, Arme, Intimbereich, Beine | 10 Minuten | Fruchtiger Duft, Auftragen mit den Fingern |
| Vichy Dermo Tolérance Enthaarungscreme | Körper | 5-10 Minuten | Geruchsarm, Thermalwasser und Mandelöl |
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