Haarausfall ist ein weitverbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Eine häufige Form des Haarausfalls ist der erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie), bei dem es zu einem anhaltenden Haarverlust kommen kann. Die Tendenz zum Haarverlust haben die Eltern den Betroffenen praktisch mit in die Wiege gelegt - die Ausprägung des Haarausfalls ist in den Genen vorprogrammiert. Während rund 60 Prozent der Männer an erblichem Haarausfall leiden, sind Frauen nicht ganz so häufig betroffen.
Volles und glänzendes Haar wünscht sich jede Frau. Doch mit der Zeit fallen vermehrt Haare aus. Viele Frauen vermuten, dass Stress, Ernährung oder falsche Pflege den Haarverlust verursachen. Die häufigste Form ist jedoch der anlagebedingte Haarausfall. Diese sogenannte androgenetische Alopezie ist jedoch kein Schicksal! Sie kann medizinisch gezielt und mit guten Ergebnissen behandelt werden. Je eher, desto besser.
Was die meisten nicht wissen: Der anlagebedingte Haarausfall ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern die häufigste Form des Haarverlusts. In Deutschland leidet ungefähr jede dritte Frau unter androgenetischer Alopezie.
Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall oder einer Tendenz dazu bemerken in der Regel eine verstärkte Haarausdünnung im Scheitelbereich, oft verbunden mit einem schleichend fortschreitenden Haarausfall. Im Vergleich zu Männern entwickeln nur wenige Frauen ein ähnliches Haarausfallmuster wie beispielsweise Geheimratsecken, zudem sind die Symptome oft weniger ausgeprägt.
Die meisten Frauen probieren vieles aus, um den fortschreitenden Haarausfall zu verhindern: Eine Umstellung der Ernährung, ein neues Shampoo, mehr Gelassenheit im Alltag. Was bei anderen Ursachen durchaus eine positive Wirkung zeigen kann, hilft bei anlagebedingtem Haarausfall nicht. Aber dennoch brauchen Sie keinesfalls zu resignieren, denn es gibt einen Wirkstoff, der in verschiedenen Studien seine Wirksamkeit gegen anlagebedingten Haarausfall gezeigt hat: Minoxidil.
Die folgende, vereinfachte Darstellung auf Basis der sog. Ludwig-Skala verdeutlicht, wo der Haarverlust beginnt und wie er fortschreitet.
REGAINE® für Frauen mit dem Wirkstoff Minoxidil wurde speziell zur Behandlung des anlagebedingten Haarausfalls bei der Frau entwickelt. Es ist ein wirksames und gut verträgliches Arzneimittel in Form eines Schaums oder einer Lösung, das gezielt dort eingesetzt wird, wo es wirken soll: äußerlich auf der Kopfhaut. Daher greift REGAINE® für Frauen auch nicht in den natürlichen Hormonhaushalt ein.
Die Ursachen der androgenetischen Alopezie sind - wie der Name schon vermuten lässt - genetisch bedingt. Es gibt mehrere Gene, die an der Entstehung dieser Erkrankung beteiligt sind.
Bei Betroffenen sind die Haarwurzeln besonders empfindlich gegenüber dem körpereigenen Hormon Dihydrotestosteron (DHT), welches in der Haarwurzel aus Testosteron gebildet wird. Die Überempfindlichkeit auf DHT bewirkt, dass sich die Wachstumsphase der Haare verkürzt.
Bei Menschen mit anlagebedingten Haarausfall ist der Einfluss des Hormons Dihydrotestosteron (DHT) auf die Haarwurzel erhöht. DHT bewirkt, dass die Haare aufhören zu wachsen und ausfallen.
Bei Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall sind neben DHT weitere Hormone beteiligt - insbesondere, wenn der Haarausfall spät einsetzt. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen fördert das Haarwachstum und wirkt so vermutlich Haarausfall entgegen. Nimmt die Menge von Östrogen ab - etwa nach den Wechseljahren - geht die vermutete Schutzwirkung verloren.
Die Ursache dafür liegt in der Regel an den Haarwurzeln, die anlagebedingt empfindlich sind und dann auf die Hormonveränderungen in den Wechseljahren reagieren.
Die Haarwurzeln entwickeln eine Überempfindlichkeit gegenüber DHT (Dehydrotestosteron), das aus dem körpereigenen Hormon Testosteron stammt. DHT verkleinert dabei die Haarfollikel, die dadurch eingeschränkt produzieren. Die Haare fallen schneller aus. Dies gilt gleichermaßen für Mann und Frau. Normalerweise beginnt diese Veränderung zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr.
Das männliche Hormon Dihydrotestosteron wird mithilfe des Enzyms 5-Alpha-Reduktase sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper gebildet. Bei Menschen, die an androgenetischer Alopezie leiden, werden an den Haarwurzeln größere Mengen des Enzyms produziert, was dafür sorgt, dass mehr DHT entsteht. Durch die gleichzeitige Überempfindlichkeit gegenüber dem Hormon kommt es zu einem vermehrten Haarausfall.
Dihydrotestosteron ist letztlich für die Rückbildung von Blutgefäßen auf der Kopfhaut verantwortlich, wodurch diese nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden kann. Dadurch werden die Haarwurzeln kleiner und die Haare dünner und weicher. Ein frühzeitiger Haarausfall ist die Folge.
Bei Frauen, die mit einer gestagenhaltigen Pille verhüten, kann diese Auslöser für androgenetische Alopezie sein. Bemerkbar macht sich der Haarausfall manchmal erst nach mehreren Zyklen und auch nach dem Absetzen der Pille kann dieser noch für eine gewissen Zeit andauern.
Umgekehrt kann aber ebenso das Absetzen von östrogenhaltigen Pillen oder Hormonersatzpräparate zu vermehrtem Haarausfall führen, der allerdings auch nur diffus und temporär sein kann.
Erste Anlaufstelle bei einem plötzlichen oder auch langanhaltenden Haarausfall ist der Hautarzt. Kann dieser keine eindeutige Diagnose stellen, kommen evtl. weitere Spezialisten in Frage, wie z.B. Endokrinologen (z.B. bei hormonell bedingtem Haarausfall).
Erblich bedingter Haarausfall lässt sich durch eine Blickdiagnose leicht anhand der Stellen diagnostizieren, an denen er auftritt. Zudem gibt es die Möglichkeit einer Kopfhaut-Gewebeprobe und einer Haarwurzel-Analyse, auch Trichogramm genannt. Die Kombination dieser drei Untersuchungen lässt ziemlich eindeutige Rückschlüsse darauf zu, ob ein erblich bedingter Haarausfall vorliegt.
Frauen, die sich unsicher sind, woher ihr Haarverlust kommt, sind in einer Dermatologiepraxis an der richtigen Adresse. Die Fachleute können bestimmen, ob der Haarausfall erblich bedingt ist oder beispielsweise eine Entzündung der Kopfhaut dahintersteckt. Wie bereits erwähnt, unterstützen auch Gynäkolog*innen bei der Ursachenforschung. Je nach Form des Haarausfalls kann es nötig sein, weitere Ärzt*innen hinzuzuziehen, zum Beispiel Endokrinolog*innen.
In der Hautarztpraxis gibt es verschiedene Möglichkeiten, sowohl dem Ausmaß des Haarverlusts als auch der Ursache für das Ausfallen der Haare auf den Grund zu gehen.
Um die Diagnose zu sichern, untersuchen Ärztinnen und Ärzte die Kopfhaut mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop). Damit lassen sich die Haarwurzeln genauer betrachten, die sich bei manchen Menschen mit anlagebedingtem Haarausfall komplett zurückbilden.
Obwohl der genetisch bedingte Haarausfall keine Krankheit im herkömmlichen Sinne ist, also nicht zwingend aufgrund gesundheitlicher Risiken behandelt werden muss, wünschen sich viele Betroffene einen Weg aus der Haarlosigkeit - sei es aus Scham oder dem Wunsch, attraktiver auszusehen und ihren Selbstwert zu steigern. Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für die androgenetische Alopezie. Diese richten sich nach dem Schweregrad des Haarausfalls und der individuellen Verträglichkeit.
Medizinisch gesehen, ist es nicht notwendig, eine androgenetische Alopezie zu behandeln - vor allem, wenn man gut damit zurechtkommt. Belastet einen der Haarausfall und mindert die Lebensqualität, sind verschiedene Behandlungsmöglichkeiten verfügbar:
Je früher eine Behandlung beginnt, umso besser stehen die Erfolgschancen. Zu beachten ist, dass das Ergebnis von Person zu Person sehr unterschiedlich ausfallen kann.
Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Für Frauen stehen die Chancen gut, ihr Haarwachstum bei hormonell erblich bedingtem Haarausfall wieder anzuregen. Um den Haarausfall zu behandeln, stehen verschiedene Mittel zur Wahl.
Eine Möglichkeit ist die äußerliche Anwendung einer Kopfhautlösung. Alfatradiol ist der Wirkstoff in dem verschreibungsfreien Arzneimittel Pantostin®.
Haarwuchsmittel wie Minoxidil oder Finasterid werden als wirksamste Mittel gegen Haarausfall vom Dermatologen verschrieben. Die Arzneien versprechen bei bis zu 80 % der Fälle den Haarverlust zu stoppen.
Präparate mit Minoxidil gibt es als Lösung, Spray oder Schaum für den Kopf in unterschiedlichen Dosierungen. Man bekommt die Medikamente rezeptfrei in der Apotheke. Besonders gut wirkt Minoxidil an Haarstellen, an denen noch Haare in der Nähe wachsen. Bis sich ein Behandlungserfolg zeigt, ist Geduld gefragt. Erste Effekte sind frühestens nach vier bis sechs Monaten erkennbar, manchmal erst später.
In den ersten Monaten der Behandlung sollte man darauf gefasst sein, dass verstärkt Haare ausfallen. Das ist aber als gutes Zeichen zu werten. Denn die ausfallenden Haare machen Platz für die Haare, die nachwachsen. Unterbricht man allerdings die Anwendung, fallen die nachgewachsenen Haare wieder aus.
Wie Minoxidil genau wirkt, ist bisher unklar. Expertinnen und Experten vermuten, dass Minoxidil die Blutgefäße weitet und so die Durchblutung anregt.
Wichtig: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder in der Apotheke beraten, wie man Minoxidil richtig anwendet und ob bei Ihnen möglicherweise Gegenanzeigen für das Medikament vorliegen.
Den Wirkstoff Finasterid gibt es als Tabletten zum Einnehmen und als Spray. Ärztinnen und Ärzte verschreiben ihn auf Rezept. Unter bestimmten Umständen können Ärztinnen und Ärzte eine kombinierte Behandlung von Finasterid mit Minoxidil erwägen.
Finasterid bewirkt, dass der Körper weniger Dihydrotestosteron (DHT) bildet. DHT ist ein Abkömmling des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Bei Menschen mit anlagebedingtem Haarausfall kommt DHT teilweise in erhöhten Mengen vor. Der Überschuss an DHT führt dazu, dass sich die Wachstumsphase des Haares verkürzt. In der Folge fallen die Haare rascher aus und werden zunehmend dünner.
Finasterid ist für Männer zwischen 18 und 41 Jahren zugelassen. Für alle anderen Altersgruppen ist die Wirksamkeit nicht belegt. Bei der Anwendung ist ebenfalls Geduld gefragt. Es dauert einige Monate, bis die Behandlung wirkt.
Wichtig: Finasterid ist für Frauen nicht zugelassen. Wer schwanger ist oder schwanger werden möchte, darf Finasterid nicht einnehmen.
Finasterid hemmt das DHT und blockt damit den androgenetischen Haarausfall ab. Zu diesem Medikament stehen Langzeitbeobachtungen noch aus. Es steht aber im Verdacht, Potenzprobleme hervorzurufen. Frauen dürfen Finasterid nicht einnehmen.
Bei der Haarverpflanzung wird Eigenhaar von ausreichend behaarten Arealen entnommen und an der kahlen Stelle verpflanzt. Bei dem Eingriff entstehen kleine Narben, die jedoch von den Haaren überdeckt werden. Haartransplantationen können auch an den Augenbrauen, im Schambereich oder im Bart durchgeführt werden. Die meisten Erfahrungen sind allerdings am Kopfhaar gesammelt worden. Hierfür empfiehlt sich eine ausführliche Aufklärung beim Spezialisten.
Bei der androgenetischen Alopezie fallen in der Regel nicht alle Haare aus. Bei vielen Männern zum Beispiel bleibt ein Haarkranz am Hinterkopf stehen. Frauen haben meist noch mehr Haare, die sich als Spenderhaare eignen.
Vorteil der Spenderhaare ist, dass sie nicht empfindlich auf das Hormon DHT reagieren. Verpflanzen Ärztinnen und Ärzte die Haarwurzeln dieser „gesunden“ Haare an lichtere Stellen, bestehen gute Chancen, dass diese am neuen Ort „anwachsen“.
Eine Haarverpflanzung kommt meist infrage, wenn die Behandlung mit Medikamenten nicht ausreichend wirkt oder die betreffende Person stark unter dem Haarverlust leidet.
Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant. Die verpflanzten Haare fallen oft erst einmal aus, um dann neu nachzuwachsen. Bis ein Erfolg zu sehen ist, kann es einige Monate dauern. Das Ergebnis fällt individuell verschieden aus.
Eine Haartransplantation erfordert einen professionellen Umgang mit den verschiedenen Techniken und den persönlichen Wünschen.
Häufig werden Behandlungen mit eigenem Blutplasma (PRP-Behandlung) oder Laser angeboten. Fachgesellschaften empfehlen diese Methoden bisher nicht, da aussagekräftige Studien, etwa zum Nutzen, zur Langzeitwirkung, oder Vergleichsstudien mit den Standardmethoden fehlen.
Die Einnahme von Minoxidil oder Finasterid kann unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Diese treten meist selten auf und klingen normalerweise nach Ende der Medikamenten-Einnahme wieder ab.
Bei der Verpflanzung von Eigenhaar ist zu bedenken, dass es sich um einen Eingriff handelt. Wie bei anderen Operationen kann sich der behandelte Kopfbereich etwa entzünden, schlecht abheilen oder stärker vernarben als gewünscht.
Eine unerwünschte Nebenwirkung ist der zu Beginn der Therapie auftretende Paradox-Haarausfall. Das heißt, dass es zu Beginn der Therapie zu einer Verstärkung des Haarausfalles kommen kann.
Die geschieht dadurch, dass zunächst die schwachen Haare ausfallen und es Zeit braucht, bis neue stärkere Haare nachwachsen. Erste Ergebnisse sind nach ca. vier bis sechs Monaten sichtbar, teilweise braucht es auch neun Monate, bis sich der Therapieerfolg nachvollziehen lässt. Damit ist Geduld gefragt.
Eine weitere Nebenwirkung sind Rötungen und Schuppungen, oder eine Kontaktallergie der Kopfhaut. Diese Nebenwirkungen sind äußerst selten, wenn man die Dosierung des Arztes oder der Ärztin einhält.
Viele Frauen und Mädchen mit androgenetischer Alopezie berichten, dass sich der Haarausfall negativ auf ihr psychisches Wohlbefinden und ihre Lebensqualität auswirkt.
Mitunter werden Menschen mit androgenetischer Alopezie Tinkturen mit dem Arzneistoff Alfatradiol angeboten. Sie sollen die Wirkung von DHT an den Haarwurzeln unterdrücken:
Alfatradiol ist eine Art Doppelgänger des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. DHT ist ein Abkömmling des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, das den Haarausfall fördert. Blockiert man diese Wirkung, kann das den Haarausfall mindern.
Alfatradiol gibt es als Präparate zum Auftragen auf die Haut für Frauen und Männer. Ihr Nutzen ist in Studien aber nicht ausreichend belegt.
Für Behandlungen mit Hormontabletten oder Nahrungsergänzungsmitteln gibt es bislang keine Empfehlungen.
Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Stellungnahme schreibt, sind bei androgenetischer Alopezie keine besonderen Ernährungsmaßnahmen nötig. Es ist jedoch allgemein empfehlenswert, sich gesund und ausgewogen zu ernähren.
Für eine natürliche und gut verträgliche Behandlung von hormonell erblich bedingtem Haarausfall bei Frauen empfiehlt sich die Einnahme von Priorin® Kapseln im Rahmen des Diätmanagements. Sie versorgen die Haarwurzel mit wichtigen Mikronährstoffen und unterstützen ihren Zellstoffwechsel.
Du möchtest möglichst natürlich behandeln?
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen.
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