Haarausfall bei Katzen: Ursachen und Behandlung von kahlen Stellen

Die Gesundheit der Katze hängt eng mit ihrem Fellzustand zusammen. Verschiedene Grunderkrankungen, aber auch Stress und Unwohlsein, führen häufig zu Veränderungen des Fells. Haarausfall bei Katzen ist daher eine ernstzunehmende Auffälligkeit, hinter der verschiedene Ursachen stecken können. Im Frühling und im Herbst ist es ganz normal, dass Katzen mehr Fell verlieren als gewöhnlich.

Doch was ist eine Alopezie? Von Alopezie oder krankhaftem Haarausfall sprechen Tierärztinnen und Tierärzte, wenn bei einer Katze mehr Haare verloren gehen, als nachgebildet werden. Durch starken Haarausfall dünnt das Fell der Katze aus oder es werden vollständig kahle Stellen sichtbar.

Ursachen für Haarausfall bei Katzen

Man kann die Gründe für dünnes Fell (Hypotrichose) oder kahle Stellen (Alopezie) bei Katzen in drei Kategorien einteilen:

1. Gestörtes Haarwachstum

Es fallen nicht mehr Haare aus als normal, sondern es wachsen zu langsam Haare nach. Der Wachstumszyklus der Katzenhaare kann zum Beispiel durch Stoffwechselstörungen durcheinander kommen, oder das spärliche Haarwachstum ist angeboren. Insgesamt sind Störungen des Haarwachstums aber seltener als früher angenommen.

Auch Ernährungsmängel oder das seltene “telogene Effluvium” können das Haarwachstum stören. Manche Katzen entwickeln ein telogenes Effluvium, nachdem sie Kitten zur Welt gebracht haben.

2. Beschädigte Haarwurzeln oder Haarschäfte

Verursacher solcher Haarschäden sind in der Regel Infektionen:

  • Demodex-Milben (Demodikose; meist infolge einer Erkrankung, die das Immunsystem unterdrückt, z.B. FIV oder FeLV)
  • Hautpilze (Dermatophyten) oder seltener
  • bakterielle Haarbalg-Entzündungen (Follikulitis)

Bei diesen Ursachen für Haarlosigkeit sieht man meist (aber nicht immer) auch andere Symptome, wie entzündete, offene, nässende Hautstellen oder Schuppenbildung. Besonders Demodex-Milben sind oft nur schwer zu finden, da sie tief in der Haut im Haarbalg leben.

3. Selbstentfernung der Haare durch die Katze

Dies ist der häufigste Grund für Haarlosigkeit und dünnes Fell bei Katzen. Der Fachbegriff dafür heißt feline selbstinduzierte Alopezie (FSA). Experten schätzen, dass die Besitzer in 90% aller Fälle nicht mitbekommen, dass ihre Katze sich kahl leckt, weil sie sich dafür gern zurückzieht. Außerdem hat schließlich kaum ein Mensch die Zeit, rund um die Uhr zu beobachten, wie oft und wie lange seine Katze sich das Fell leckt.

Es gibt aber einige Hinweise, die Ihnen verraten können, ob Ihre Katze eine FSA hat:

  • Ihre Katze ist nur an den Stellen kahl, die sie selbst mit ihrer Zunge erreichen kann. Oft sind die kahlen Stellen symmetrisch am Körper verteilt. Sehr häufig ist zuerst der Bauch der Katze nackt.
  • Sie finden viele Katzenhaare im Kot.
  • Ihre Katze würgt Haarballen hervor (Trichobezoare), oder Sie sehen Haare zwischen ihren Zähnen.

Besonders bei Freigängern ist Zuhause oft nicht herauszufinden, ob die Katze sich die Haare selbst entfernt. In der Tierarztpraxis geht das meist sehr einfach, mit einem so genannten Trichogramm: Ausgezupfte Haare aus der betroffenen Region zeigen unter dem Mikroskop Schäden durch die Katzenzunge und die Zähne. Sie sind abgebrochen oder ausgefranst und befinden sich eigentlich noch in der Wachstumsphase (anagene Phase), was an der Haarwurzel erkennbar ist.

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Weitere mögliche Ursachen für Haarausfall

Eine häufige Ursache von Fellverlust bei Katzen sind Parasiten, allen voran Flöhe, Milben und Zecken. Insbesondere bei einem Befall mit Demodex-Milben („Demodikose“) finden Tierhalter an ihrer Katze kahle Stellen vor. Aber auch Räudemilben und Co machen sich oft durch Fellverlust bei der Katze bemerkbar.

Die Katze leckt sich das Fell weg? Ein über das Normalmaß gesteigertes Putz- und Leckverhalten ist ein Hinweis auf eine psychogene Leckalopezie. Das Putzverhalten, bis hin zum Fellverlust, dient Katzen in dem Fall zum Stressabbau.

Ein gestörtes Wachstum des Fells kann bei Katzen angeboren oder durch Stoffwechselstörungen, Ernährungsfehler und Mangelzustände hervorgerufen werden. Bei einer Entzündung der Haarbälger, der sogenannten Follikulitis, kommt es ebenfalls zum Abwurf des Fells. Erhält die Katze aufgrund anderer Grunderkrankungen Medikamente, sind auch diese als Ursache des Fellverlusts in Betracht zu ziehen.

Der Fellverlust der Katze fällt entweder durch Haarbüschel auf, die Katzenhalter im Fell selbst oder in der Umgebung der Tiere auffinden. Oder diese bemerken gleich die kahlen Stellen auf dem Körper des Tieres. Wird der Fellverlust vom Verhalten des Tieres hervorgerufen, spricht man von einer selbstinduzierten Alopezie.

Diagnose von Haarausfall bei Katzen

Krankhafter Haarausfall bei der Katze lässt sich bereits durch dünnes Fell oder kahle Stellen erkennen, ebenso an vermehrten Haarbüscheln in der Wohnung. In der Praxis betrachtet die Tierärztin oder der Tierarzt die Haut und das Fell der Katze genauer und achtet auf mögliche Hautentzündungen oder Verletzungen, die Ursache der Alopezie sein können. Wichtig zur Diagnose von Haarausfall bei der Katze ist außerdem die Art der kahlen Stellen. Betreffen sie das gesamte Fell oder nur einzelne Bereiche? Treten sie ein- oder beidseitig auf?

Die Tierärztin oder der Tierarzt kämmt das Fell der Katze und achtet auf Anzeichen von Parasiten wie Flöhen oder Milben. Haarproben helfen zur weiteren Diagnose der Alopezie bei der Katze. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob die Haare vollständig ausgefallen oder abgebrochen, glatt oder durch übermäßiges Lecken verformt sind. Je nach vermuteter Ursache des Haarausfalls bei der Katze sind weitere Untersuchungen sinnvoll (z.B. Blutuntersuchung).

Behandlung von Haarausfall bei Katzen

Ob eine Alopezie bei der Katze eine Behandlung erfordert, richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Verliert die Katze ihr Winterfell, ist keine Therapie notwendig. Es ist also meistens normal, wenn die Katze im Frühjahr stark haart. Es empfiehlt sich jedoch, die Katze regelmäßig zu bürsten, da sie beim Lecken und Verschlucken größerer Mengen Haare würgen und erbrechen kann.

Sind Parasiten der Katze ursächlich für den Verlust von Fell, sind Antiparasiten-Präparate die Mittel der Wahl, um Abhilfe zu schaffen. Eine Allergiediagnose erfolgt im Falle einer Futterallergie durch eine Ausschlussdiät und im Falle von Umweltallergien durch einen Allergietest beim Tierarzt.

Liegt eine Verhaltensstörung vor ist die Haut der Tiere meist gesund und nicht entzündet. Hier sollten Katzenhalter die Faktoren für den aufkommenden Stress und die Anspannung aufspüren und vermeiden. Präparate mit beruhigenden Pheromonen können unterstützen. Notfalls hilft ein Verhaltenstherapeut für Katzen weiter.

Die symptomatische Behandlung der Alopezie bei Katzen umfasst die Gabe juckreizstillender Medikamente wie Kortison.

Während dem Fellwechsel und bei krankheitsbedingtem Fellverlust steigt der Nährstoffbedarf der Katze. Tierhalter können ihren Stubentiger dabei unterstützen, neues und gesundes Fell zu entwickeln. Besonders wichtig sind hochwertige Proteine, da das Fell größtenteils aus dem Protein Keratin besteht.

Ist Haarausfall bei der Katze die Folge von Stress, versuchen Sie, Ihrer Katze ein stressfreies Umfeld zu bieten. Fallen die Haare der Katze aufgrund einer Krankheit aus, ist die Behandlung der Grunderkrankung wichtig. Möglich ist außerdem, dass bestimmte Medikamente eine Alopezie bei der Katze auslösen. Nach tierärztlicher Rücksprache ist es eventuell möglich, das Präparat zu wechseln.

Ist eine Futtermittel-Allergie Ursache der Alopezie, ist es sinnvoll, die Ernährung der Katze zu ändern. Lediglich in Mangelsituationen ist es sinnvoll, eine Katze mit Futterergänzungsmitteln zu unterstützen.

Gelingt es, die Grunderkrankung zu behandeln bzw. den jeweiligen Auslöser der Alopezie zu beseitigen (z.B. Parasitenbefall), ist die Prognose gut. Bleibt nach Verletzungen oder ausgedehnten Entzündungen eine Narbe zurück, sind dauerhaft kahle Stellen möglich. Meist beeinträchtigt dies aber nicht das Wohlbefinden der Katze.

Wenn die Katze viel Fell verliert oder wenn Sie kahle Stellen bei Ihrer Katze entdecken, ist es sinnvoll, eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufzusuchen. Unter Umständen verbirgt sich hinter dem Haarausfall der Katze eine Erkrankung, die eine Behandlung erfordert.

SantéVet Deutschland bietet eine umfassende Katzenkrankenversicherung, die im Falle von Krankheiten oder Unfällen zwischen 50 % und 90 % der Tierarztkosten übernimmt - abhängig vom gewählten Tarif. Die jährlichen Erstattungslimits liegen dabei zwischen 1.800 € und 5.000 €.

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