Preiserhöhung im Friseursalon: So informieren Sie Ihre Kunden richtig

Die Ankündigung einer Preiserhöhung ist für Friseursalons oft eine Herausforderung. Es gilt, die Kunden fair zu informieren, die Gründe transparent darzulegen und gleichzeitig die Kundenbindung nicht zu gefährden. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Preiserhöhungen erfolgreich kommunizieren können, unter Berücksichtigung rechtlicher Aspekte und Kundenbeziehungen.

Rechtliche Rahmenbedingungen der Preisauszeichnung

Preise müssen in einer ganz bestimmten Art und Weise angegeben und ausgehängt werden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt für alle Handels- und Dienstleistungsbetriebe - also auch für Friseursalons! Bei Verstößen kann vom Amt ein Bußgeld verhängt werden. Weiterhin besteht die Gefahr einer kostenpflichtigen Abmahnung durch den Anwalt eines neidischen Konkurrenten.

Die Pflicht zur Preisauszeichnung ergibt sich aus der Preisangabenverordnung (PangV). Das ist eine deutsche Verbraucherschutzverordnung, die bereits seit 1985 in Kraft ist. Sie wurde 2022 novelliert, um sie an europäisches Recht anzupassen. Die Preisangabenverordnung bestimmt, wie der Preis von Waren oder Dienstleistungen dem Endverbraucher gegenüber anzugeben ist.

„Wer Verbrauchern Leistungen anbietet, hat ein Preisverzeichnis über die Preise für seine wesentlichen Leistungen … aufzustellen. Soweit üblich, können für Leistungen Stundensätze, Kilometersätze und andere Verrechnungssätze angegeben werden. Diese müssen alle Leistungselemente einschließlich der anteiligen Umsatzsteuer enthalten. Die Materialkosten können in die Verrechnungssätze einbezogen werden. … Das Preisverzeichnis … ist in den Geschäftsräumen oder am sonstigen Ort des Leistungsangebots anzubringen.

Wichtige Punkte zur Preisangabenverordnung:

  • Die Preisliste muss im Salon und im Schaufenster gut sichtbar aushängen. Bei mehreren Schaufenstern genügt der Aushang in einem.
  • Auch alle Waren, die Sie im Schaufenster und Ihren Verkaufsregalen platzieren, müssen mit dem entsprechenden Preis gut lesbar ausgezeichnet sein!
  • Die Angabe von Circa-Preisen, Ab-Preisen oder Von-Bis-Preisen ist unzulässig!
  • Ein pauschaler Hinweis, dass Sonderwünsche extra kosten, ist jedoch erlaubt.

Wenn Sie gegen die Preisangabenverordnung verstoßen, können Mitbewerber Sie beim Ordnungsamt oder einer anderen zuständigen Behörde anschwärzen. Bei Verstößen gegen die Preisangabenverordnung drohen - je nach Schwere des Verstoßes - Bußgelder von bis zu € 25.000!

Zudem haben Ihre Mitbewerber die Möglichkeit, Sie auch über einen Anwalt kostenpflichtig abmahnen zu lassen. Die Unterlassungserklärung haben Sie dann zu unterschreiben und die Anwaltskosten zu tragen. Das wird dann meist recht teuer. Also besser gleich den richtigen Weg gehen und mit der Preisliste für Ihren Salon werben.

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Gründe für Preiserhöhungen im Friseursalon

Viele Saloninhaber*innen haben mittlerweile reagiert und ihrerseits die Preise erhöhen müssen. Erst Pandemie mit Lockdowns, jetzt Krieg in der Ukraine und damit einhergehend hohe Energiekosten. Inflation und steigende Lohnkosten verschärfen die Lage.

Es gibt viele Gründe, die eine Preiserhöhung notwendig machen und rechtfertigen. Es ist wichtig, den Kunden diese Gründe transparent zu machen und um Verständnis zu werben, damit er die Notwendigkeit erkennt.

  • Steigende Einkaufs- und Produktionskosten
  • Steigende Mieten
  • Steigende Personalkosten
  • Höhere Energiepreise
  • Verbesserungen von Produkten oder Dienstleistungen
  • Erweiterung des Serviceangebots

Steigende Produktionskosten, hohe Mieten oder höhere Personalkosten: Es gibt verschiedene Gründe, aus denen es nötig wird, die Preise für die eigenen Leistungen zu erhöhen. In einigen Fällen ist es auch so, dass die angebotenen Produkte und Dienstleistungen im Vergleich zu früher an Qualität gewinnen.

Allerdings haben Kunden nur begrenzt Verständnis dafür. Deswegen ist es wichtig, eine Ankündigung einer Preisanpassung immer mit Vorteilen für die Kunden zu begründen.

Wie Friseursalons ihre Kunden über Preiserhöhungen informieren können

Eine Preiserhöhung anzukündigen ist ein Gebot der Fairness. Die Kunden haben ein Recht darauf, zu erfahren, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung in Zukunft teurer ist als bisher. Zudem haben Sie über eine Ankündigung die Möglichkeit, Ihren Standpunkt zu erklären und die Gründe für die Preiserhöhung darzulegen.

Für eine höhere Qualität müssen sie sich ebenso wenig entschuldigen, wie für steigende Produktionskosten. Es ist aber wichtig, die Kunden damit nicht zu überrumpeln, sondern von Anfang an mit offenen Karten zu spielen und somit der Zusammenarbeit mit Ihren Kunden nicht zu schaden.

Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihre Kunden auf effektive Weise über eine Preiserhöhung informieren können:

  • Machen Sie die Ankündigung im Voraus: Stellen Sie sicher, dass Ihre Kunden mindestens einen Monat vor Inkrafttreten über die Preisänderungen informiert sind.
  • Wählen Sie das richtige Timing: Am besten erhöhen Sie die Preise, wenn Sie sicher sind, dass die Kunden mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung zufrieden sind.
  • Erklären Sie den Grund: Wenn Sie Ihre Preise einfach erhöhen, ohne eine Erklärung abzugeben, werden Ihre Kunden verärgert sein. Erklären Sie ihnen, warum die höheren Preise mit qualitativ hochwertigen Dienstleistungen einhergehen und wie sie den besten Nutzen daraus ziehen können.
  • Bündeln Sie Produkte oder Dienstleistungen: Machen Sie Preiserhöhungen weniger schmerzhaft, indem Sie neue Produkt- oder Dienstleistungspakete anbieten.
  • Machen Sie die Preiserhöhung durch Rabatte wett: Um manche von ihnen zu halten, erhöhen Sie die Preise, bieten aber gelegentlich Rabatte und Angebote an, die die Preise auf das ursprüngliche Niveau senken.
  • Seien Sie ehrlich mit Ihren Kosten: Sollten Ihre eigenen Kosten steigen, dann weisen Sie Ihre Kunden darauf hin.

Formulierungshilfen und Beispiele

Der Einstieg in das Ankündigungsschreiben sollte immer positiv sein. In einem zweiten Schritt kündigen Sie dann die Preiserhöhung an und begründen diese. Formulieren Sie Ihr Ankündigungsschreiben so ehrlich und transparent wie möglich. Vermeiden Sie hierbei alle entschuldigenden und negativen Formulierungen. Sie führen die Preiserhöhung nicht leichtfertig durch, sondern haben konkrete Gründe hierfür.

Verwenden Sie zudem positive Formulierungen, die zeigen, dass ihre Kundinnen und Kunden einen Gegenwert für die höheren Zahlungen bekommen. Verwenden Sie kurze Absätze und kommen Sie immer konkret zum Punkt.

Beispiel für einen positiven Einstieg:

„Sehr geehrte Frau Becker, ob die Heizung ausfällt oder ob nur ein Thermostat kaputt ist: Sie wissen, auf unseren Service können Sie sich stets verlassen. Als Inhaberin eines Wartungsvertrages bleibt Ihr Haus nicht lange kalt. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.“

Beispiel für die Ankündigung der Preiserhöhung und Begründung:

„Zum 01.10.20.. müssen wir jetzt erstmals unseren Kilometersatz um 4 Cent auf 40 Cent/km anheben. Steigende Kraftstoffpreise und die Einführung zahlreicher neuer gesetzlicher Auflagen haben in den letzten Jahren immer wieder zu Kostensteigerungen in unserem Unternehmen geführt. Nachdem auch noch unsere Versicherung ihre Beiträge um sage und schreibe 35 % angehoben hat, können wir zu den alten Preisen nicht mehr kostendeckend arbeiten.“

Beispiel für den Gegenwert der Preiserhöhung:

„Auf gar keinen Fall möchten wir nämlich ausgerechnet am Versicherungsschutz sparen. Schließlich wollen wir, dass Sie auch in Zukunft sicher mit uns fahren und für alle Not- und Unglücksfälle optimal abgesichert sind - falls doch einmal etwas passieren sollte!“

Beispiel für Erweiterung und Verbesserung des Angebots (optionaler Zusatzbaustein):

„Ab sofort können wir Ihnen übrigens einen neuen Service anbieten. Seit dem … sind die ersten Fahrradkuriere für uns unterwegs.“

Die folgenden Formulierungen können Ihnen zusätzlich als Bausteine für Ihre persönliche Texterstellung dienen:

  • "Inflationsbedingt sind die Kosten für Energie und Materialien innerhalb der vergangenen Jahre stetig angestiegen. Dennoch haben wir zwischenzeitlich zwei neue Mitarbeiter eingestellt, um Ihnen einen noch schnelleren Service bieten zu können. Jetzt allerdings ..."
  • „Derzeit sind Preise für Baustoffe selbst kurzfristigen Änderungen unterworfen. Wir selbst erhalten ausschließlich Tages- oder Wochenpreise von unseren Zulieferern. Aus diesem Grunde … möchten wir Ihnen eine vertragliche Zusatzvereinbarung unterbreiten, nach der im Falle steigender Netto-Einkaufspreise für Dämmstoffe und weitere vertragsrelevante Materialien um über XXX Prozent des aktuellen Listenpreises beide Vertragsparteien erneute Verhandlungen zu einer angemessenen Anpassung einleiten dürfen.“
  • … müssen wir unser Angebot freibleibend gestalten / auf den XXX befristen und die Preise nach diesem Zeitpunkt neu berechnen.“
  • „Als Entgegenkommen für Ihre jahrelange Treue bieten wir Ihnen auf alle künftigen Aufträge ein dreiprozentiges Skonto bei Zahlungseingang innerhalb von zehn Tagen nach Rechnungsstellung.“

Was ist eine angemessene Preiserhöhung?

Nur wenigen Branchen sind durch Gesetzesvorgaben Limits bei einer Preiserhöhung gesetzt. Als Handwerker zählen Sie nicht dazu: Theoretisch dürften Sie Ihre Preise auch verdoppeln. Doch Sie möchten fair bleiben und Empörung vermeiden.

Die Inflationshöhe ist bekannt. Begründen Sie Ihre Preisanpassung mit dieser allgemeinen Teuerungsrate, sollten Sie ihren Prozentsatz nur marginal überschreiten.

Fallbeispiele aus der Praxis

Achim Kerner ist sehr zufrieden mit den Umsätzen in 2022: Wir haben ein wunderbares Jahr hingelegt und 2019 getoppt. Die Preise für seine Dienstleistungen hat der Friseurmeister mit eigenem Salon in einem Bremer Altstadthaus in der Vergangenheit bereits stufenweise jährlich um ein bis zwei Euro angehoben. So verfuhr er in seinem Salon mit sechs Bedienplätzen auch 2022. Differenziert nach Dienstleistung und Energieaufwand erhob er Zuschläge: beim Herrenhaarschnitt etwa einen Energiezuschlag von 1,50 Euro, bei Farbe einen Waschzuschlag von drei Euro. Mehr gehe nicht, sagt er.

Michael Ahlmeyer erhöhte in seinen zwei Kölner Salons die Preise im vergangenen Sommer. Lieber in der Mitte des Jahres als zu Jahresbeginn, wenn alles teurer wird, so sein Leitgedanke. Vier bis sechs Euro schlug der Friseurunternehmer auf alle Dienstleistungen drauf, das entspricht Steigerungen von fünf bis zehn Prozent. Auch im Produktbereich gab er die Preiserhöhungen der Lieferanten an seine Kund*innen weiter.

Corina Hahn musste bereits im März 2022 die Preise erhöhen: für alle Dienstleistungen um zehn Prozent. Zum 1. November schob sie Erhöhungen zwischen sieben und zehn Prozent auf Hauptdienstleistungen wie Coloration oder Strähnen nach. Beide Male hätten die Kund*innen die Erhöhungen kommentarlos mitgetragen.

Susanne Leyer musste in ihren drei Salons im Landkreis Görlitz zur einmaligen Preiserhöhung von fünf Prozent auf alle Leistungen greifen. Damit, sagt die Friseurmeisterin, federe sie gerade mal die Mehrkosten ab, verdiene aber nicht mehr.

Fazit

Eine Preiserhöhung ist eine effektivere Methode, um den Umsatz zu steigern, als einfach nur mehr Produkte zu verkaufen. Es ist jedoch wichtig, dass man manchmal das gewünschte Ergebnis nicht durch Preiserhöhungen, sondern durch die Optimierung aller Geschäftsprozesse erreicht.

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