Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen, was oft mit einem großen Leidensdruck verbunden ist. Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf, wobei erblicher Haarausfall (Androgenetische Alopezie) die häufigste Ursache darstellt - sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Auch lichteres Haar ist mit zunehmendem Alter keine Seltenheit.
Die androgenetische Alopezie bei Frauen (FAGA) ist eine hormonell und genetisch bedingte Form des Haarausfalls, bei der die Haare am Scheitelbereich dünner werden, während die Stirn-Haarlinie erhalten bleibt.
Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als hundert Haare aus oder entstehen haarfreie Stellen, liegt Haarausfall vor. Dann ist es wichtig, die Ursachen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Die androgenetische Alopezie bei Frauen wird durch eine Kombination aus hormonellen und genetischen Faktoren verursacht. Das männliche Hormon Dihydrotestosteron (DHT) spielt dabei eine zentrale Rolle.
Obwohl DHT natürlicherweise auch im weiblichen Körper vorkommt, können empfindliche Haarfollikel darauf überreagieren. DHT bindet an die Haarfollikel und führt dazu, dass diese kleiner werden. Die genetische Veranlagung bestimmt, ob die Haarfollikel besonders empfindlich auf DHT reagieren. Auch bei normalen Hormonwerten kann diese Empfindlichkeit zu Haarausfall führen.
Zusätzlich kann eine Veränderung des Haarzyklus auftreten: Die Wachstumsphase (Anagenphase) wird verkürzt, während die Ruhephase (Telogenphase) verlängert wird. Dadurch fallen mehr Haare aus, und es wachsen weniger nach.
Ludwig-Skala des Haarausfalls bei Frauen (Quelle: regaine.de)
Jedes einzelne Haar auf unserem Kopf durchläuft einen Zyklus, in dem es sich ständig erneuert, ausfällt und wieder wächst. Eine Verkürzung der Wachstumsphase hat zur Folge, dass die Haare nicht mehr so lange leben und viel schneller ausfallen.
Das männliche Hormon Dihydrotestosteron wird mithilfe des Enzyms 5-Alpha-Reduktase sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper gebildet. Bei Menschen, die an androgenetischer Alopezie leiden, werden an den Haarwurzeln größere Mengen des Enzyms produziert, was dafür sorgt, dass mehr DHT entsteht. Durch die gleichzeitige Überempfindlichkeit gegenüber dem Hormon kommt es zu einem vermehrten Haarausfall.
Dihydrotestosteron ist letztlich für die Rückbildung von Blutgefäßen auf der Kopfhaut verantwortlich, wodurch diese nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden kann. Dadurch werden die Haarwurzeln kleiner und die Haare dünner und weicher. Ein frühzeitiger Haarausfall ist die Folge. Dieser Kreislauf wiederholt sich solange bis keine Haare mehr neu gebildet werden können und es zu kahlen Stellen und einer Glatzenbildung kommt.
Die androgenetische Alopezie bei Frauen zeigt sich meist durch eine Ausdünnung der Haare am Scheitel, besonders im mittleren Bereich des Kopfes. Dieses Muster ist typisch und unterscheidet sich vom männlichen Haarausfall, bei dem oft die Stirn-Haarlinie zurückweicht oder Geheimratsecken entstehen. Bei Frauen bleibt die Stirn-Haarlinie in der Regel erhalten.
Betroffene bemerken zunächst, dass das Haar weniger dicht erscheint, vor allem beim Scheiteln. Im Laufe der Zeit werden die Haare feiner und schwächer und brechen leichter ab. Diese Veränderungen können auch die Frisierbarkeit beeinträchtigen.
Ein gesunder Haarfollikel kann etwa 20 Haarzyklen in seinem Leben durchlaufen.
Bei der Untersuchung fragt die Ärztin oder der Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.
Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan.
Die Therapie der androgenetischen Alopezie sollte früh beginnen, da fortgeschrittene Haarfollikelschäden oft irreversibel sind. Sie erfordert eine langfristige und kontinuierliche Anwendung, da einmalige oder kurzfristige Behandlungen keine dauerhaften Ergebnisse bringen.
Ziel ist es, den Haarausfall zu stoppen und das Wachstum zu fördern, jedoch können verlorene Haare meist nicht vollständig wiederhergestellt werden.
Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können.
Trotz ihrer wachsenden Popularität zeigen beide Verfahren in klinischen Studien nur moderate Ergebnisse, die hinter den Effekten etablierter medikamentöser Behandlungen wie Minoxidil zurückbleiben.
Kosmetische Maßnahmen können das Erscheinungsbild bei Haarverlust schnell verbessern. Haarfasern und Trockenshampoos kaschieren dünnes Haar sofort und sorgen für mehr Volumen. Ergänzend können Wirkstoffe wie Koffein oder Biotin in Shampoos und Seren die Haarstruktur stärken und die Durchblutung der Kopfhaut fördern. Ebenso können Nahrungsergänzungsmittel mit Biotin, Zink oder Eisen bei Nährstoffmängeln unterstützen. Diese Substanzen weisen jedoch nur begrenzte wissenschaftliche Evidenz auf und sind allein nicht wirksam, um den Haarausfall zu stoppen.
Grundsätzlich gilt: Wer sich ausgewogen und ausreichend ernährt, muss in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel gegen Haarausfall einnehmen.
Haartransplantation: Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.
Dennoch gibt es einige Tipps und Tricks, wie Frauen dünne Haare pflegen und kaschieren können. Mittlerweile haben sich einige Friseurinnen und Friseure darauf spezialisiert.
Die insgesamt wirksamste Substanz gegen die androgenetische Alopezie der Frau ist die 2-prozentige Minoxidil-Lösung (Regaine® Frauen), wie zahlreiche, gut kontrollierte klinische Studien (19-22) und ein aktuelles Cochrane-Review (23) belegen. Die gute Wirkung von Minoxidil erklärt sich unter anderem aus einer Verbesserung der Mikrozirkulation im Bereich der dermalen Papille (11) sowie durch verschiedene andere haarwuchsstimulierende Effekte (24). Mit der zweimal täglichen Anwendung von 2-prozentiger Minoxidil-Lösung kann die Progression der androgenetischen Alopezie bei den meisten Frauen gestoppt werden; etwa 50 % der Frauen beobachten sogar eine Zunahme der Haardichte. Bei Frauen dunklen Typs kann es zu verstärkter Hypertrichose auf der Stirn und im Gesicht kommen (25). Andere seltene Nebenwirkungen der äußerlichen Minoxidil-Anwendung sind Juckreiz und Rötung der Kopfhaut. Eine Blutdrucksenkung ist bei topischer Anwendung nicht zu befürchten. Die 2-prozentige Minoxidil-Lösung ist in Deutschland seit 2005 rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Da Minoxidil schwierig in Lösung zu bringen ist und weitere Wirkstoffe unwirksam sind, wird von magistralen Rezepturen abgeraten.
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