Warum blonde Kinderhaare später dunkler werden: Ursachen und genetische Grundlagen

Viele Menschen beobachten, dass ihre Haare oder die ihrer Kinder im Laufe der Zeit dunkler werden. Dass die Haare vieler Menschen nach der Kindheit dunkler werden, ist nicht nur ein Eindruck, sondern eine wissenschaftlich belegte Tatsache.

Die Haarfarbe ist eine schnelle und effektive Möglichkeit, sich selbst neu zu definieren, zumindest für eine gewisse Zeit. Es kann auch einfach Spaß machen, ein bisschen zu experimentieren. Manche treiben es bewusst und regelmäßig im wahrsten Sinne des Wortes kunterbunt mit ihrem Schopf.

Die Rolle von Melanin bei der Haarfarbe

Das Aussehen unserer Haare wird durch zwei Pigmentstoffe, sogenannte Melanine bestimmt.

Die Farbe unserer Haut, Augen und Haare wird vom Farbstoff Melanin beeinflusst.

Es ist das Farbpigment Melanin, welches den Naturton der Haare festlegt.

Sie unterteilen sich in das Phäomelanin, das den blond-rötlichen Haartyp dominiert, und das Eumelanin, das als Braun-Schwarz-Pigment für dunkle Haare verantwortlich ist. Die Haarfarbe ist durch ein Mischungsverhältnis dieser beiden Pigmente gesteuert.

Zum Beispiel haben Menschen mit dunklem Haar einen höheren Anteil an Eumelanin, während rötliches Haar mehr Phäomelanin enthält.

Die Menge und Kombination dieser Pigmente machen die natürliche Haarfarbe aus.

Helle und rote Haare bekommen ihre Farbe durch das Phäomelanin, während dunkle Haare Eumelanin enthalten.

Eumelanin ist in schwarzen und braunen Haaren in ausgeprägten Körnchen enthalten. Das Rot-Pigment Phäomelanin hingegen ist viel feiner und kleiner in den einzelnen Haaren verteilt.

Blondes Haar enthält generell nur eine recht niedrige Konzentration an Melanin, wobei beide Pigmente enthalten sind. In dunklen Haaren sind mehr Pigmente enthalten, wobei der Hauptteil Eumelanin ist. Der Anteil an gelb-roten Pigmenten ist hingegen sehr gering. Auch rote Haare enthalten beide Pigmente, jedoch natürlich mehr gelb-rote.

Die vielen weiteren Zwischentöne bei Haarfarben entstehen dadurch, dass es eine große Bandbreite an Kombinationsmöglichkeiten bei diesen beiden Melanin-Typen gibt.

Interessant ist, dass dunkelhaarige Menschen auch mehr Melanine im Haar haben. Aber nicht nur die Menge der Pigmente bestimmt die Haarfarbe. Die zwei verschiedenen Melanin-Typen haben auch Einfluss auf die Farbvarianten und die Helligkeitsstufen.

Auch im Sommer merkt man den Unterschied der Farbpigmente: Das in dunklen Haaren enthaltene Eumelanin ist viel widerstandsfähiger, sodass dunkle Haare nicht so leicht ausbleichen. Im Gegensatz dazu wird das Phäomelanin deutlich schneller zerstört, wodurch blonde und rote Haare im Sommer leichter heller werden.

Viele Menschen kennen aber das folgende Phänomen: Wer im Sommer viel Zeit in der Sonne verbringt, bekommt Stück für Stück viel hellere Haare als im Winter. Das liegt daran, dass das farbgebende Melanin durch die UV-Strahlung der Sonne zerstört wird.

Es ist egal, ob es sich um die natürliche Haarfarbe oder um gefärbte Haare handelt: Zu viel Sonne lässt das Haar ausbleichen, weil es ihm die Farbpigmente entzieht. Die UV-Strahlung zerstört diese Pigmente, sodass das Haar heller erscheint.

Melanin beeinflusst die Farbe von Haut und Haaren.

Genetische Veranlagung und Veränderungen im Lebensverlauf

Die Haarfarbe eines Menschen kann sich im Laufe des Lebens mehrmals verändern.

Zunächst mal die Basics: Die Veranlagungen, die uns Mutter Natur mitgegeben hat, können wir häufig nicht beeinflussen. Das betrifft auch die Haarfarbe, denn dafür sind zum großen Teil Pigmente verantwortlich, die als Melanine bekannt und uns genetisch vorbestimmt sind.

Die Haarfarbe befindet sich im Inneren eines Haares, die äußere Schuppenschicht, die das Haar vor äußeren Einflüssen und Beschädigungen schützen soll, ist farblos.

Wir haben es hier mit einem genetischen Programm zu tun, das zwar nicht in seiner ganzen Komplexität erklärt werden kann, dessen Prinzip aber bekannt ist.

Liegt also alles in den Genen?

Molekularbiologen der Erasmus-Universität Rotterdam schätzen, dass mehr als zehn Gene Einfluss auf die Haarfarbe haben. Da jeder Mensch von jedem Gen ein mütterliches und ein väterliches Exemplar besitzt, ergeben sich zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten und eine entsprechende Vielfalt an Farbtönen.

Ein einzelnes Gen, das für blonde Haare verantwortlich ist, gebe es nicht, sagt Harder. „In unseren Studien konnten wir feststellen, dass drei kleine Genveränderungen in einer bestimmten Kombination, sehr häufig bei blonden Menschen vorkommen.“

Diese Genvarianten können aber auch im Erbgut von Schwarzhaarigen vorhanden sein. Wenn sie von Vater und Mutter auf die Kinder übertragen werden, ist der Nachwuchs blond.

Die Entwicklung der Haare beginnt schon lange vor der Geburt deines kleinen Sonnenscheins - nämlich bereits zwischen der 9. und der 12. Schwangerschaftswoche.

Fragst du dich: Welche Haarfarbe bekommt mein Kind? Das bestimmt das Erbgut deines kleinen Lieblings. Es gibt Studien, die sich intensiv damit beschäftigen, welche Gene im Zusammenhang damit stehen könnten. Bisher eignen sich die Ergebnisse dieser Studien jedoch noch nicht für eine sichere Vorhersage der Haarfarbe bei Kindern.

Du und dein:e Partner:in tragen zwei unterschiedliche Vererbungsmerkmale in euch, die für die Ausprägung der Haarfarbe verantwortlich sind. Nur eins von beiden wird an euer Schätzchen weitergegeben. Es gilt: Die Eigenschaft von Haut- und Haarfarbe wird heterozygot, das bedeutet vermischt, vererbt. Das Mendelsche Vererbungsgesetz (benannt nach seinem Entdecker Gregor Mendel) besagt, dass es sich um einen sogenannten dominant-rezessiven Erbgang handelt: Eine dunkle Haarfarbe ist dominant und setzt sich gegenüber der helleren (rezessiven) durch.

Wenn allerdings sowohl du als auch dein:e Partner:in dunkle Haare habt, kann es trotzdem vorkommen, dass euer Baby eine blonde Haarfarbe trägt!

Die Haarfarbe bei Geburt ist nämlich noch nicht besonders aussagekräftig. Und gerade helle Haare dunkeln sehr oft nach. So gehen zum Beispiel auch bräunliche Haare mit zunehmendem Alter immer mal wieder ins Schwarze über.

Die Haarfarbe von Babys kann sich im Laufe der Zeit verändern.

Veränderungen in verschiedenen Lebensphasen

  • Babys und Kleinkinder: Viele Babys werden mit hellem Haar geboren, das in den ersten Lebensjahren dunkler wird. Das liegt daran, dass die Melaninproduktion erst mit der Zeit zunimmt.
  • Schulalter: Bis zur Pubertät kann sich die Haarfarbe weiter verändern, oft wird sie etwas dunkler, aus dem gleichen Grund wie bei Babys und Kleinkindern.
  • Pubertät: Mitunter beeinflussen hormonelle Veränderungen während der Pubertät die Haarfarbe.
  • Frühe 20er bis späte 30er: In diesem Lebensabschnitt bleibt die Haarfarbe meist stabil. Allerdings können Faktoren wie Schwangerschaft, Stress oder Ernährungsumstellungen zu leichten Veränderungen führen.
  • Ab 30: Häufig sind erste graue Haare ab 30 zu beobachten.
  • 40er und 50er: In diesem Alter wird das Ergrauen für die meisten Menschen deutlicher sichtbar. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Ergrauens sind individuell verschieden.
  • Ab 60: Mit fortschreitendem Alter nimmt die Melaninproduktion weiter ab.

Diese Zeitangaben stellen natürlich nur Durchschnittswerte dar. Jeder Mensch ist schließlich einzigartig.

Mit zunehmendem Alter produzieren die Melanozyten (pigmentproduzierende Zellen) weniger Melanin, was zum Ergrauen führt.

Hormonelle Veränderungen, wie sie während der Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause auftreten, können die Haarfarbe beeinflussen.

Bestimmte Nährstoffe sind wichtig für die Pigmentproduktion.

Die Rolle des Alters und des Ergrauens

Außerdem werden unsere Haare - früher oder später - weiß. Der Grund hierfür ist, dass im Alter die Melaninproduktion nachlässt. Das wiederum kann zwei Ursachen haben:

  • Zum einen sinkt der Vorrat an Stammzellen in der Kopfhaut, so dass nicht mehr genügend Melanozyten entstehen.
  • Zum anderen wird in höherem Alter ein Enzym geschädigt, das für die Melaninbildung nötig ist.

Auswirkungen von UV-Strahlung und Umwelteinflüssen

Wer ein paar Wochen Badeurlaub hinter sich hat, merkt schnell, dass die Haare in der Zeit noch stärker ausgeblichen sind als daheim. Der Grund: Am Meer ist das UV-Licht noch stärker, denn das Wasser wirft die Sonnenstrahlen noch einmal zurück und verstärkt sie um ein Vielfaches - ähnlich wie ein Spiegel.

Sind die Haare dann auch noch nass, entstehen durch die UV-Strahlung aggressive Teilchen, die den Farbstoff erheblich angreifen. Außerdem kommt noch hinzu, dass Sie sich im Urlaub ohnehin viel mehr im Freien und in der Sonne aufhalten als zuhause, wenn Sie die meiste Zeit arbeiten.

Grundsätzlich gilt: Der Sonnenbrand, der für die Haut sehr gefährlich ist, stellt für Haare kein Risiko dar. Trotzdem können die Strapazen, die mit den typischen Freizeitaktivitäten im Sommer einhergehen, die Haare spröde und trocken werden lassen. Die Folge sind strohige Enden und eben ausgeblichene Haarfarben. Außerdem wird die Schuppenschicht aufgeraut.

Sonne, Hitze, Chlorwasser und Salzwasser sind also alles andere als gut für die Haare. Aus diesem Grund ist es ratsam, die Haare genauso wie die Haut im Sommer vor zu starker UV-Strahlung zu schützen. Das klappt mit Sonnenschirmen oder Sonnenhüten und Kopftüchern.

Darüber hinaus empfiehlt sich eine gezielte Haarpflege für die sonnenreichen Monate. Dafür gibt es im Handel Sonnenschutz-Shampoos, die das sonnengeschädigte Haar und die gereizte Kopfhaut sanft reinigen und Rückstände wie Salz und Chlor entfernen.

Pflegeprodukte mit Sonnenschutzformeln, die Vitamin E oder das Provitamin B5 enthalten, schützen ebenfalls die Haarstruktur und bewahren das Haar vor dem Ausbleichen.

Künstliche Veränderungen der Haarfarbe

Mutter Natur ist zu subtil? Dann besteht immer noch jederzeit die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen: Die Haarfarbe ist eine schnelle und effektive Möglichkeit, sich selbst neu zu definieren, zumindest für eine gewisse Zeit. Es kann auch einfach Spaß machen, ein bisschen zu experimentieren. Manche treiben es bewusst und regelmäßig im wahrsten Sinne des Wortes kunterbunt mit ihrem Schopf.

Die Farbpalette ist inzwischen so groß, dass es schwerfällt, sich auf eine Farbe zu beschränken. Temporäre Farben wie Tönungen halten nur wenige Haarwäschen und sind ideal für kurzfristige Veränderungen. Semi-permanente Farben dringen etwas tiefer ins Haar ein und halten 4-6 Wochen.

Für alle Methoden gibt es Produkte, mit denen man sich die Haare selber färben kann. Und: Jede Methode hat Vor- und Nachteile in Bezug auf Haltbarkeit, Pflegeaufwand und mögliche Auswirkungen auf die Haargesundheit. Bei der Wahl der Färbemethode sind in jedem Fall individuelle Faktoren wie der eigene Haartyp, die gewünschte Farbintensität und die Bereitschaft zur regelmäßigen Pflege zu berücksichtigen.


Lebensphase Mögliche Veränderungen Ursachen
Babys und Kleinkinder Haare dunkeln nach Zunehmende Melaninproduktion
Schulalter Haare können dunkler werden Fortgesetzte Melaninproduktion
Pubertät Veränderung der Haarfarbe Hormonelle Veränderungen
Erwachsenenalter Erste graue Haare Abnehmende Melaninproduktion
Höheres Alter Deutliches Ergrauen Weiter abnehmende Melaninproduktion

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