Unsere Haare sind mehr als nur ein Teil unseres Aussehens - sie sind Ausdruck unserer Persönlichkeit und Vitalität. Entsprechend groß ist der Leidensdruck bei einem »bad hair day« oder wenn Probleme wie Haarausfall auftreten. Doch keine Sorge, es gibt viele Möglichkeiten, Haut und Haare auf natürliche Weise zu pflegen und zu unterstützen.
Sie sind Schmuck und Schutz, Wärmedämmung und Warnmelder: Haut und Haare. Meist ganz schön hart im Nehmen, manchmal aber auch recht verletzlich. Die Haut hüllt uns ein, spendet Wärme, sendet Signale und produziert obendrein noch Vitamin D für starke Knochen.
Mit rund 1,8 Quadratmetern ist die Haut das größte Organ des Menschen und wiegt bei Erwachsenen rund vier bis fünf Kilogramm. Wichtigster Bodyguard der Haut ist die Barriereschicht, die aus der äußeren Hornschicht und dem Säureschutzmantel (Hydrolipidfilm) samt Mikrobiom besteht.
Die Hornschicht kann man sich wie eine feste Mauer aus Ziegelsteinen und Mörtel vorstellen. Die Steine bilden die eiweißhaltigen Hornzellen, die sich leicht dachziegelartig überlappen, der Mörtel ist ein Mix aus Fetten wie Ceramiden, freien Fettsäuren und Cholesterin. Er setzt sich aus Wasser und Säuren aus den Schweißdrüsen sowie Fett aus den Talgdrüsen zusammen und hat einen leicht sauren pH-Wert von durchschnittlich 5,0, der im Alter ansteigt.
Dieser Hydrolipidfilm schützt die Haut nicht nur vor Trockenheit und hält sie geschmeidig, sondern ist aufgrund seines sauren Milieus auch ein Lieblingsplatz von nützlichen Mikroorganismen, dem sogenannten Mikrobiom. Bis zu einer Million Bakterien, Pilze und Viren leben auf nur einem Quadratzentimeter Haut und schützen sie wie kleine Wächter vor schädlichen Keimen.
Vereinfacht gesagt gilt: je vielfältiger das Mikrobiom, je intakter die Hornschicht und je ausgeglichener der Säureschutzmantel, umso gesünder und widerstandsfähiger ist die Haut. So hat man beispielsweise bei Menschen mit Neurodermitis oder mit Schuppenflechte (Psoriasis) festgestellt, dass bei ihnen der pH-Wert erhöht ist, sie weniger schützende Lipide bilden können und sich auch ein weniger buntes Mikrobiom auf ihrer Haut tummelt.
Sonne tut der Seele gut - zu viel UV-Strahlung aber kann die Haut schädigen, zu vorzeitiger Alterung, aber auch zu Hautkrebs führen. In den letzten 20 Jahren ist die Zahl von neu an Hautkrebs erkrankten Menschen um etwa 70 Prozent gestiegen. Der weiße Hautkrebs gilt bei Männern und Frauen als die mit Abstand häufigste Krebsart überhaupt. Besonders gravierend: Bei jungen Frauen zwischen 20 und 29 Jahren steht der schwarze, bösartige Hautkrebs auf Platz 1 der Krebsrangliste.
A und O für die frühzeitige Erkennung ist das Hautkrebs-Screening. DAK-Versicherte ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch darauf.
Bis zu einem gewissen Grad kann sich die Barriereschicht in allen Teilen gut selbst regenerieren. Wer es allerdings mit der Pflege übertreibt, sich einseitig ernährt, viel Stress hat, raucht und dazu noch Sonne im Übermaß „genießt“, bringt sie irgendwann aus dem gesunden Gleichgewicht. Für die Hautpflege gilt: weniger ist mehr.
Abends entfernt man Make-up oder Cremerückstände mit einer milden Reinigungsmilch oder einem pH-neutralen Gel, morgens reicht klares Wasser aus. Duschen am besten nur kurz, mit wenig Schaumschlägern und mäßig warmem Wasser. Auch in Sachen Wirkstoffe sollte man die Haut nicht überfrachten, viele Fachleute raten heute deshalb zum sogenannten Skin Cycling mit wenigen, aber potenten Wirkstoffen.
Zum Großputz der Hornschicht steht an Tag 1 abends ein Peeling mit Fruchtsäuren auf dem Programm, an Tag 2 sorgt ein Produkt mit Retinol (oder dem sanfteren Bakuchiol) für eine Anti-Aging-Wirkung. Für Tag 3, 4 und 5 ist zur Stärkung der Barriereschicht eine Feuchtigkeitscreme mit hautähnlichen Lipiden wie etwa Ceramiden sinnvoll.
Was wir essen, hat einen großen Einfluss auf unsere Haut. Hier einige Tipps für eine hautgesunde Ernährung:
Rund fünf Millionen Härchen am Körper sind nicht nur Wärmedämmung und Einlasskontrolle, sondern spielen laut neuesten Erkenntnissen auch beim Tastsinn eine Rolle. Davon sitzen - je nach Haarfarbe - zwischen 80.000 und 150.000 auf unserem Kopf. Voll, glänzend und gesund soll das Kopfhaar sein. Doch lässt sich das überhaupt beeinflussen?
Das sichtbare Haar, das aus der Kopfhaut wächst, ist erst mal nichts anderes als ein Keratin-Faden aus toten Hornzellen. Das eigentliche Leben der Haare findet ein bis zwei Etagen tiefer statt, in der Haarwurzel. Hier entstehen permanent neue Haarzellen, die verhornen, durch ihre Nachfolger langsam nach oben geschoben werden und so irgendwann auf der Kopfhaut sichtbar werden.
Auf die Menge und Dicke unserer Haare haben wir leider wenig Einfluss, da beides genetisch bedingt ist. Doch wie gesund und glänzend unser Schopf wirkt, ist eine Frage der richtigen Pflege.
Basis ist die tannenzapfenartig aufgebaute Schuppenschicht, die jedes einzelne Haar umgibt. Liegt sie flach an, wirkt das Haar glatt und glänzend. Aggressive Pflegeprodukte, chemische Behandlungen (Kolorationen/Dauerwellen), aber auch mechanische Beanspruchung sowie Föhn-Hitze können die Schuppenschicht schädigen und rauben dem Haar einen Teil seiner natürlichen Fette.
Es wirkt dann spröde, matt und neigt zu Spliss, Haarbruch oder Schuppen. Für die Pflegeroutine der Haare wichtig: ein Shampoo mit milden Tensiden auf Zucker- statt auf Sulfatbasis verwenden - man erkennt sie auf der Inhaltsstoff-Liste (INCI) an der Endung „Glucoside“. Sie sind biologisch gut abbaubar und damit nachhaltiger. Ein Conditioner oder eine Haarmaske danach sorgen für bessere Kämmbarkeit.
Ein Irrglaube ist es übrigens, dass man kaputte Haare durch Pflegeprodukte „reparieren“ könnte. Kittsubstanzen wie Silikone und Co.
Es müssen keine teuren Beauty-Produkte sein: Was wir essen und wie wir unseren Alltag gestalten, hat auch Einfluss auf die Gesundheit unserer Haare. Das Hormon Cortisol zum Beispiel, das bei Stress ausgeschüttet wird, hemmt das Haarwachstum. Mit Autogenem Training, Yoga, progressiver Muskelentspannung und Atemtechniken kommen Sie wieder zur Ruhe.
Auch bestimmte Lebensmittel helfen, den Haaren Glanz und Schwung zu verleihen. Tomaten zum Beispiel enthalten Pantothensäure, die Feuchtigkeit spendet und das Haarwachstum fördert. Lebensmittel, in denen viel hochwertiges Eiweiß steckt, können wiederum Haarausfall vorbeugen, ebenso wie das in Eiern enthaltene Biotin. Spinat sorgt dank Magnesium, Carotinoiden, Vitamin E und Mangan für gesunde Haut und gesunde Haare. Und als Snack eine Handvoll Nüsse, denn sie versorgen uns mit Kupfer und Vitamin E - beides gut für Haut und Haare.
Ein gesunder Lebenswandel und wenig Stress können auch das Ergrauen der Haare verzögern. Aufhalten lässt sich dieser Vorgang hingegen nicht - muss er aber auch gar nicht. Dass die Haare farblos werden, ist ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses und wird von vielen inzwischen auch mit großem Selbstverständnis gezeigt.
Ein winziger Muskel an jedem Haarbalg, Musculus arrector pili, sorgt bei Kälte dafür, dass sich die Haare am Körper aufrichten.
Sie kämpfen mit Haarausfall, aber weder das teure Serum oder Haaröl bringen die versprochene Rettung? Überall Haare. Auf dem Teppich, im Abfluss, in der Suppe. Wenn sich nach dem Bürsten plötzlich gefühlt die Hälfte der Haarpracht vom Kopf verabschiedet oder die Haare schon brechen, wenn man sie nur zu lange ansieht, springt schnell die innere Alarmanlage an. Die Angst vor kahlen Stellen oder gar einer Glatze ist groß, nicht nur bei Männern. Doch was ist mit der Palette von Haarprodukten, die dünnes Haar dick machen, kaputtes wieder heil und den Haarausfall stoppen wollen, am besten nach der ersten Anwendung - lohnt sich der Kauf von solchen Wundermittelchen?
Frau Martin, dass Haare ausfallen, ist normal und Teil des natürlichen Wachstumszyklus. Verabschieden sie sich aber plötzlich büschelweise vom Kopf, sieht die Lage anders aus. Ab wie vielen verlorenen Haaren am Tag müssen wir uns Sorgen machen?
Wenn Patienten berichten, dass sie büschelweise Haare verlieren, frage ich sie gern erst einmal, wie oft sie ihre Haare bürsten. Trage ich ein, "zwei Tage am Stück einen Zopf und kämme die Haare in der Zeit nicht", wird die Zahl der ausgefallenen Haare an Tag drei größer sein. Vergessen wird dabei oft, dass dann eben nicht die Haare von einem, sondern von drei Tagen in der Bürste landen. Denn nur, weil man die Haare nicht kämmt, heißt das nicht, dass sie nicht trotzdem ausfallen. Von einem normalen Haarausfall spricht man bei etwa 100 verlorenen Haaren täglich.
Im Rahmen unserer Reihe „GGB - Für Sie im Gespräch“ haben wir ein Interview mit der ganzheitlich orientierten Friseurmeisterin und Gesundheitsberaterin GGB Susanne Kehrbusch geführt. Sie berichtet, wie eine schwere Krankheit sie vor über 20 Jahren zu den Lehren von Dr. Max Otto Bruker führte und wie diese ihr Leben nachhaltig veränderten. Wenig später hielt das Thema potenziell gesundheitsschädlicher Haut- und Haarpflegeprodukte dank ihr Einzug in die Ausbildung zum/r ärztlich geprüften Gesundheitsberater(in) GGB.
Doch ihre Arbeit schlug auch weit über das Dr.-Max-Otto-Bruker-Haus hinaus Wellen: Durch ihr Buch „Alles klar mit Haut und Haar“ (emu-Verlag) ermutigte sie zahlreiche Kollegen und Kolleginnen zur Umstellung auf eine natürliche Arbeitsweise.
Ein kritischer Ratgeber zur natürlichen Haut- und Haarpflege! Auf spannende Art werden in diesem Buch praktische Tipps und Infos vermittelt. Hier erfahren Sie alles über Sinn und Unsinn von Kosmetika und Pflegeprodukten. Anwendung, Wirkung und Risiken verschiedener Substanzen kommen ebenso zur Sprache wie die Wahl der richtigen Bürste und detaillierte Hinweise zur schonenden Haarwäsche.
Susanne Kehrbusch (geb. 1961) führt ein biologisch-ganzheitliches Friseurgeschäft und die Schule für integrales Haarbewusstsein in Kevelaer. Sie ist ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin der Gesellschaft für Gesundheitsberatung GGB e. V.
In ihrem umfassenden Ratgeber erläutern die Autorinnen nicht nur wie man mit Hausmitteln Probleme wie eine juckende Kopfhaut in den Griff bekommt. Auch auf die optimale Haarpflege gehen sie ausführlich ein: Kämmen oder bürsten - was ist besser? Shampoos, Conditioner und Haarspülungen - welche Pflegeprodukte brauche ich und was ist in ihnen enthalten?
Details zum Buch:
Herstelleradresse: emu Verlags- und Vertriebs GmbH, Dr. Max-Otto-Bruker-Str.
tags: #alles #klar #bei #haar #definition
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