Trockenshampoos versprechen eine schnelle Auffrischung der Frisur und sind somit äußerst praktisch. Doch wie gut sind sie wirklich für das Haar und die Atemwege? Öko-Test hat 19 Trockenshampoos unter die Lupe genommen.
Foto: ÖKO-TEST
Mal wieder länger geschlafen und keine Zeit mehr zum Haarewaschen? Ein klarer Fall für Trockenshampoo! Der größte Vorteil ist die Zeitersparnis. Trockenshampoo enthält pudrige Bindemittel, die Öl und Talg aufnehmen. Nach ein paar Minuten Einwirkzeit lassen sie sich einfach auskämmen. So lässt sich ein fettiger Haaransatz schnell wieder auffrischen.
Einige Produkte werden als Aerosol aus der Sprühdose ins Haar gesprüht, während andere als Puder aufgestäubt werden. Das Grundprinzip bleibt jedoch gleich.
Trockenshampoo in Sprayform sollte kräftig geschüttelt und aus etwa 20 bis 30 Zentimeter Entfernung partienweise auf den Ansatz gesprüht werden. Nach kurzer Einwirkzeit wird es ausgebürstet. Trockenshampoo beseitigt nicht nur einen fettigen Ansatz, sondern kann auch als Styling-Hilfe dienen, da es das Haar griffiger macht und Hochsteckfrisuren besser halten.
Eine richtige Haarwäsche kann Trockenshampoo nicht ersetzen. Zwar werden Fett und Talg aufgenommen, jedoch verbleiben Rückstände aus dem Pulver, Stylingmitteln und Schmutz auf Haar und Kopfhaut. Ein weiterer Grund, Trockenshampoo nicht dauerhaft zu verwenden, ist, dass Verbraucher Aerosole oder Puderpartikel einatmen können. Die Auswirkungen mancher Stoffe auf die Atemwege sind nicht ausreichend erforscht.
Der Münchner Pneumologe Dr. Frank Powitz weist darauf hin, dass insbesondere Magnesiumsilikat Talkum Entzündungsprozesse in der Lunge auslösen kann. Obwohl das Bundesamt für Risikobewertung das gesundheitliche Risiko durch Talkum in Trockenshampoos für vernachlässigbar hält, sollten Menschen mit Atemwegserkrankungen besser darauf verzichten.
Wichtig: Besser auf Trockenshampoo verzichten, sollten Menschen mit Erkrankungen der Atemwege.
Öko-Test hat 19 Trockenshampoos getestet, darunter 15 Sprays und fünf Puderprodukte. Die Produkte wurden auf allergieauslösende Duftstoffe, halogenorganische Verbindungen und Formaldehyd/-abspalter untersucht. Bei Talkum wurde die Partikelgröße analysiert, und Zertifikate für Asbestfreiheit wurden angefordert.
13 Trockenshampoos erhielten die Bestnote, darunter sowohl günstige als auch teurere Produkte. Das Algemarina Trockenshampoo von Carenow wurde jedoch nur mit "befriedigend" bewertet, da es den Duftstoff Lilial enthielt, der vermutlich fortpflanzungsschädigend wirkt. Der Hersteller gab jedoch bekannt, inzwischen eine Rezeptur ohne Lilial zu verwenden.
Die Testergebnisse der Inhaltsstoffe führten zu Abwertungen, wenn bestimmte Stoffe in erhöhten Mengen gefunden wurden:
Auch das Vorhandensein von Silikonen und synthetischen Polymeren führte zu Abwertungen.
Einige Nutzer berichten von positiven Erfahrungen mit dem Algemarina Trockenshampoo, insbesondere weil es keinen weißen Schleier auf dunklen Haaren hinterlässt und das Haar voluminöser macht. Allerdings gibt es auch Berichte über Qualitätsmängel, wie beispielsweise Druckverlust in der Dose nach wenigen Anwendungen.
Ein Erfahrungsbericht: "Das Trockenshampoo von Algamarina war anfangs eine gute Wahl, um meinen fettigen Ansatz zu verstecken und meine blonden Haare aufzufrischen. Leider war nach nur wenigen Anwendungen der Druck in der Dose verschwunden, obwohl noch genügend Puder enthalten war. Ein klarer Fall von Qualitätsmangel, den ich so nicht erwartet hatte."
Trotz der guten Ergebnisse vieler Trockenshampoos im Test, sollte man sich der potenziellen Risiken bewusst sein und Trockenshampoo nicht als dauerhaften Ersatz für die Haarwäsche verwenden. Bei Atemwegserkrankungen ist Vorsicht geboten. Es gibt viele gute Alternativen auf dem Markt, und es lohnt sich, verschiedene Produkte auszuprobieren, um das passende für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Aspekte der getesteten Trockenshampoos zusammen:
| Kriterium | Bewertung | Details |
|---|---|---|
| Inhaltsstoffe | Variierend | Abhängig von enthaltenen Duftstoffen, Moschusverbindungen, DEP |
| Weitere Mängel | Variierend | Vorhandensein von Silikonen und synthetischen Polymeren |
| Partikelgröße (bei Talkum) | Relevant | Kleinere Partikel können tiefer in die Lunge gelangen |
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