Afro Haare richtig kämmen: Tipps und Tricks für gesunde Naturlocken

Afrohaare sind aufgrund ihrer einzigartigen Struktur etwas Besonderes und erfordern eine spezielle Pflege, insbesondere beim Kämmen. Die enge Lockenstruktur macht sie anfälliger für Knoten, Trockenheit und Haarbruch. Wer Afrohaare richtig kämmt, schützt sie vor Haarbruch und fördert ihre Gesundheit.

Was sind Afro Haare?

Als Afro Haare bezeichnet man Naturlocken, die sehr stark gelockt sind. Die Locken zeigen sich dabei in einer feinen Spiralform. Sie wirken daher mehr gekraust als gelockt und liegen oft sehr weit oben am Kopf an. Durch diese spezielle Struktur wird die Länge erheblich gekürzt. Wie lang Afro Haare eigentlich sind, sieht man erst richtig, wenn diese geglättet werden. Das naturkrause Haar hat einen besonderen Anspruch an die Pflege, denn durch das Volumen, die Dichte und die engmaschigen Locken sind Afro Haare schwer zu bändigen und neigen dazu, schnell stumpf auszusehen. Das begründet sich aus der Tatsache heraus, dass Afro Hair sehr feuchtigkeitsarm ist. Das trockene Haar ist darüber hinaus besonders anfällig für Schädigungen.

Afro Haare - unterschiedliche Haartypen

Afro Haare werden in unterschiedliche Haarstrukturen unterteilt. Bevor Du Dich nach Pflegeprodukten umsiehst, ist es wichtig, Deine Haare einem der Haartypen zuzuordnen. Nur so kannst Du die Pflege entsprechend auf die Bedürfnisse der Haare abstimmen. Die Untergliederung setzt sich aus Zahlen zusammen, die Hinweise auf die Textur geben und Buchstaben je Zahl von a bis c, welche die Lockengröße beschreiben. A bezieht sich auf sehr große Locken bis c sehr enge, krausige Locken.

Die meisten Menschen mit Afrohaaren finden sich bei den Haartypen 3 a-c und 4 a-c wieder. Aufgrund der Fülle und Dichte denken die meisten Menschen, dass Afrohaare sehr robust und kräftig sind. Das stimmt jedoch nicht ganz. Im Gegenteil - Afro Haare haben eine sehr empfindliche Haarstruktur, sind sehr anfällig, verlieren schnell Feuchtigkeit, trocknen aus und brechen häufig.

Damit sich Afro Haare in ihrer ganzen Schönheit zeigen, auf die so manch einer neidisch sein wird, haben wir Dir nachfolgend unsere besten Tipps zusammengestellt.

Haartypen im Überblick:

  • Haartyp 1: Glatt
  • Haartyp 2: Wellig
  • Haartyp 3: Lockig
  • Haartyp 4: Kraus

Grundlegende Tipps zum Kämmen von Afrohaaren

Hier sind einige grundlegende Tipps, die helfen, Afrohaare schonend zu kämmen:

  1. Niemals trocken kämmen: Trockenes Afrohaar zu kämmen, ist fast immer schmerzhaft - und schädlich. Besser: Vor dem Kämmen die Haare leicht anfeuchten oder mit einem Leave-In-Conditioner behandeln. Die Grundlage der täglichen Haarpflege ist die Zufuhr von Feuchtigkeit, sprich Wasser. Um das Haar anzufeuchten, eignet sich eine Spritzflasche mit Pump-Zerstäuber perfekt. Falls das Leitungswasser in deiner Region stark kalkhaltig ist, kannst du es vorher entweder kurz abkochen oder gleich entmineralisiertes Wasser verwenden. Jetzt ist das Haar für einen Leave-in Conditioner* vorbereitet. Bereits leichte Haarkuren, die nicht ausgewaschen werden, lassen den Kamm spürbar leichter durch das Haar gleiten. Achte bei Produkten zum Sprühen, dass diese silikonfrei sind und eine Grundlage aus deionisiertem Wasser besitzen, die benötigte Feuchtigkeit tatsächlich in den Haarschaft produziert.
  2. Verwende die richtigen Werkzeuge: Feinzahnige Kämme sind tabu. Ganz wichtig ist, dass Frauen mit Locken und Afrohaaren immer einen Lockenkamm statt einer Bürste benutzen. Dieses „Werkzeug“ ist schonender und hilft Dir dabei, Deine Locken sanft zu entwirren. So vermeidest Du Spliss! Es gibt zwar auch Bürsten speziell für Locken und für Afrohaare, die entweder sehr grobzinkig sind oder die Echthaarborsten haben - Aber diese solltest Du so selten wie möglich benutzen. Er sollte grobzinkig sein. Die Zinken sollten aus glattem, weichen Material bestehen und abgerundet sein. Diese Punkte sind wichtig, damit Du die oberste Schicht Deiner Haarstruktur nicht beschädigst und Deine Kopfhaut schonst.
  3. Unterteile die Haare: Afrohaare lassen sich besser kämmen, wenn sie in kleinere Abschnitte unterteilt werden. Am besten ziehst du einen kreuzförmigen Scheitel und teilst zuerst die vier Partien mit einer Klammer oder einem Haargummi ab.
  4. Beginne an den Spitzen: Beim Kämmen immer an den Spitzen beginnen und sich langsam nach oben vorarbeiten. So wie anfangs beim Entwirren beschrieben, beginnst du immer damit, die abgeteilten Haare von den Spitzen hoch zum Haaransatz zu bearbeiten, immer in Wuchsrichtung, nie über Kopf.
  5. Nicht zu oft kämmen: Afrohaare müssen nicht täglich gekämmt werden. Einmal die Woche kämmen, jeden Tag detanglen. Kämmen ist wichtig und gut, doch wenn du mehr als einmal die Woche mit einer Bürste deine Haare malträtierst, ist der Haarbruch vorprogrammiert. Daher gönne deinem Kamm oder der Bürste ordentlich Ruhe und mach es dir einmal die Woche mit ihnen bequem.

Detaillierte Anleitung zum Kämmen von Afrohaaren

Vorbereitung

In trockenem Zustand solltest du niemals deine Afro Haare kämmen, da sie sehr spröde sind! Nass kämmen bietet sich beim Haarewaschen an, das Entwirren erledigst du am besten vorher, denn nasses Haar ist weit empfindlicher. Eine Bürste eignet sich zum Nasskämmen nicht gut. Das nasse Haar ist flexibel und kann sorgfältig bearbeitet werden, doch stark verheddertes Haar können sich noch mehr verwickeln. In diesem Fall hilft das Einwirken von reichlich Haaröl oder eine Intensiv-Pflege unter einer Duschhaube.

Der richtige Kamm

Wie bereits angemerkt sollte zum Kämmen der Locken nur ein speziell dafür geeigneter Kamm wie ein breitzinkigen Hornkamm oder ein glatter Holzkamm mit groben Zinken verwendet werden. Er sollte abgerundete Zinken besitzen, dadurch wird die Durchblutung der Kopfhaut gefördert und in der Folge die Haargesundheit verbessert. Bei einem guten Lockenkamm stehen nicht nur die Zinken weiter auseinander als bei einem herkömmlichen Modell. Auch seine Zähne sind vielfach länger als bei einem "normalen" Kamm. Dadurch wird es einfacher, die Locken zu entwirren. Es ist aber durchaus möglich, immer wieder zwischendurch mit den Fingern durch die Haare zu fahren.

Lockenkämme aus Holz: Mit einem Holzkamm wird das Haar sanft gepflegt, da das Haar während des Kämmens in einzelne Strähnen aufgeteilt wird. Gleichzeitig schützt das Holz die Haarstruktur beim Kämmen der Haare. Darüber hinaus laden sich Lockenkämme aus Holz nicht statisch auf.

Lockenkämme aus Horn: Hornkämme beeindrucken hauptsächlich durch ihre interessante und auffällige Farbenbracht. Ein Lockenkamm aus Horn hat antistatische und pflegende Eigenschaften.

Der Kämmprozess

Locken (anders als glatte Haare) sollten nur im feuchten Zustand gekämmt werden. Vom Griff zur Haarbürste gilt es Abstand zu nehmen, da sie die Struktur der Locken zerstören könnte. Das Entwirren der Locken mit einem Lockenkamm sollte stets bei den Spitzen beginnen. Danach geht es nach und nach weiter Richtung Kopfhaut. Auf diese Weise wird Haarbruch vermieden. Ein hochwertiger Lockenkamm anstelle einer Haarbürste verhindert zudem, dass die Struktur der Haare zusammenbricht.

Beim ersten Knoten setze erneut unterhalb an und fahre ohne Ziehen und Reißen bis zum Haaransatz fort. Fixiere die fertige Strähne mit einem Haargummi, damit du die neue Strähne darüber separat bearbeiten kannst.

Nach dem Kämmen

Nach dem Abspülen (von der Stirn aus nach hinten) tupfe die Locken mit dem Handtuch ab und wickle dir einen Turban.

Einige Striche mit einer speziellen Bürste* verleihen deinen Haaren mehr Geschmeidigkeit, womit sich das abschließende Styling erleichtert.

Zusätzliche Pflegetipps für Afrohaare

Neben dem richtigen Kämmen gibt es noch weitere wichtige Aspekte, um Afrohaare gesund und gepflegt zu halten:

  • Feuchtigkeitspflege: Die Grundlage der täglichen Haarpflege ist die Zufuhr von Feuchtigkeit, sprich Wasser. Um das Haar anzufeuchten, eignet sich eine Spritzflasche mit Pump-Zerstäuber perfekt. Falls das Leitungswasser in deiner Region stark kalkhaltig ist, kannst du es vorher entweder kurz abkochen oder gleich entmineralisiertes Wasser verwenden. Jetzt ist das Haar für einen Leave-in Conditioner* vorbereitet.
  • Haarwäsche: Auch beim Waschen von Afro Haaren heißt es - weniger ist mehr. Greife auf Produkte zurück, die frei von Silikonen, Sulfaten und Parabenen sind. Ein Shampoo sollte Deine Afrohaare mit ausreichend Feuchtigkeit versorgen. Ebenso gut geeignet sind Öle wie Arganöl, die die Feuchtigkeit einschließen. Vor dem Waschen kannst Du zusätzlich ein Leave-In-Produkt einarbeiten und die Haare sanft entwirren.
  • Trocknen: Am Ende der Haarwäsche arbeitest Du einen Leave-in-Conditioner auf Wasserbasis ein und lässt sie lufttrocknen, um Spliss und weiteres Austrocknen zu vermeiden. Zudem verlieren geföhnte Locken schnell ihre natürlich schöne Form.
  • Styling: Das Tolle bei Afro Haaren ist, dass sie nicht nur offen richtig toll aussehen, sondern sich vielseitig stylen lassen. Beliebt sind Braids. Die geflochtenen Zöpfe gibt es heute in unterschiedlichen Variationen - vom Klassiker, der eng am Kopf geflochten wird, bis hin zu Chunky Braids als aufwendige Flechtfrisur.
  • Schutz im Schlaf: Bette Deine Afrohaare auf einem Seiden- oder Satinkissen, um die sonst übliche Reibung an Baumwollstoffen zu vermeiden. Es bilden sich weniger Knoten, die Haare werden nicht geschädigt und behalten länger ihre Feuchtigkeit. Ein weiterer Expertentipp ist es, die Afrohaare am Abend vor dem Schlafen zu flechten.

Umgang mit Kopfläusen bei Afrohaaren

Kopfläuse sind wirklich lästig und die Behandlung dagegen aufwändig. Je nach Haarlänge und Haartyp wird das Prozedere noch herausfordernder. Schon bei glattem Haar ist das eine ziepende Tortour. Bei lockigem Haar ist es noch aufwändiger.

Da sich Afrohaar im feuchten Zustand besser kämmen lässt als im trockenen, sollte es nun zunächst gewaschen werden. Du kannst dabei direkt eine feuchtigkeitsspendende Pflege verwenden. Nach dem Waschen kannst du die Haare mit den Fingern vorsichtig entwirren. Zum Kämmen oder Bürsten sind ein Breitzahnkamm oder eine spezielle Entwirrungsbürste geeignet. Gekämmt oder gebürstet wird von den Haarspitzen beginnend, Stück für Stück, bis zum Ansatz.

Im nächsten Schritt der Vorbereitung kann es sehr hilfreich sein, die Haare (nach dem Trocknen) mit einem Glätteisen zu glätten.

Mit diesem müssen die Haare nach dem Einwirken sorgfältig vom Ansatz bis zur Spitze ausgekämmt werden. Nach jeder Strähne sollte der Kamm mit einem Kosmetiktuch abgewischt werden.

Um Nissen zu entfernen, kann nach der Behandlung eine Essigkur gemacht werden. Hierfür werden Wasser und Essig in einem Verhältnis von 2:1 in einem Gefäß vermischt und (über einem Waschbecken, der Badewanne oder Dusche) über die Haare gegossen und nicht ausgespült.

Tabelle: Empfohlene Produkte für die Afrohaarpflege

Produktart Eigenschaften Empfehlung
Feuchtigkeitsspendendes Shampoo Sulfatfrei, parabenfrei, silikonfrei Arganöl-Shampoo
Leave-In Conditioner Wasserbasiert, feuchtigkeitsspendend Aloe Vera Leave-In
Haaröl Natürlich, pflegend Kokosöl, Jojobaöl
Haarmaske Reichhaltig, feuchtigkeitsspendend Avocado-Haarmaske
Lockenkamm Breitzinkig, abgerundete Zinken Holzkamm

Haare richtig pflegen: Die besten Produkte & Tipps für schöne Haare!

Indem Sie diese Tipps befolgen, können Sie Ihre Afrohaare optimal pflegen, Haarbruch minimieren und die natürliche Schönheit Ihrer Locken hervorheben.

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