Wie oft Haarkur anwenden: Der ultimative Leitfaden für gesundes und glänzendes Haar

Damit Ihre Haare wunderbar gepflegt, gesund und glänzend aussehen, reicht allein das Waschen mit Shampoo oft nicht aus. Vor allem bei bereits strapaziertem, widerspenstigem oder sprödem Haar sind Spülungen und Kuren die Basis für eine schöne Haarpracht. Haarkuren sind noch effektiver als Spülungen und reparieren die Haarstruktur von innen heraus.

Was ist eine Haarkur eigentlich genau?

Zwischen einer Spülung und einer Kur gibt es ein paar Unterschiede. So dürfen Sie eine Spülung zum Beispiel nach jeder Haarwäsche anwenden, eine Kur dagegen kommt nur ein- bis zweimal pro Woche zum Einsatz. Auch wirkt sie länger ein und bleibt mindestens einige Minuten im Haar, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Eine Kur beinhaltet Wirkstoffe, die das Haar umfassend nähren, die Widerstandskraft stärken und es regenerieren. Darum sind Haarkuren vor allem dann empfehlenswert, wenn das Haar trocken, spröde und kraftlos oder die Haarstruktur geschädigt ist. Wenn allein Shampoo und Spülung nicht ausreichen, um Ihr Haar umfassend zu pflegen und zu stärken, sollten Sie zu einer nährenden Haarkur greifen. Damit reparieren Sie Ihr Haar und beugen Haarschäden effektiv vor.

Wie oft sollte ich meinen Haaren eine Haarkur gönnen und wie lange sollte sie einziehen?

Es genügt, eine Haarkur etwa einmal die Woche anzuwenden. Haben Sie aber sehr sprödes oder bereits geschädigtes Haar, darf die Kur ruhig auch zwei- bis dreimal in der Woche angewendet werden. Grundsätzlich empfiehlt sich einmal pro Woche eine Haarkur-Anwendung. Auch das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Einwirkzeit beträgt in der Regel zwischen 1 und 5 Minuten. Wer sich an die Produktempfehlungen auf der Packung hält, macht nichts falsch. Lassen Sie die Kur länger einwirken als empfohlen, schadet dies dem Haar nicht.

Die richtige Anwendung einer Haarkur

Damit die Pflege auch richtig wirken kann, ist es entscheidend, dass Sie Haarmasken auch richtig anwenden. Die erste Frage, die dabei häufig aufkommt, ist: Kommt die Haarmaske vor oder nach dem Shampoo? Und kommt nach der Haarkur noch Conditioner? Eigentlich ganz einfach: Eine Maske tragen Sie nach dem Haarewaschen und dem Auswaschen Ihres Conditioners auf das feuchte Haar auf. Wenn Sie die Haarkur vor dem Waschen einarbeiten bzw. Haarmasken ins trockene Haar auftragen, kann die Pflege ihre Wirkung nicht gut entfalten. Denn erst durch das Haarewaschen wird die schützende Schuppenschicht des Haars geöffnet und die nährenden Inhaltsstoffe können ins Innere eindringen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Waschen Sie Ihre Haare, verwenden Sie wie gewohnt eine Spülung und waschen Sie diese aus. Anschließend trocknen Sie das Haar mit einem Handtuch vorsichtig an.
  2. Verteilen Sie die Maske mit einem grobzinkigen Kamm im feuchten Haar. So gelangt sie bis in die Spitzen und wird gleichmäßig verteilt. Arbeiten Sie die Pflege erst ab Ohrhöhe in die Längen ein, da das Haar am Ansatz von Natur aus fettiger ist. Eine Haarmaske zur Anwendung am Ansatz ist eher gegen trockene Kopfhaut geeignet.
  3. Wickeln Sie Ihr Haar anschließend in ein Handtuch und lassen Sie die Maske einwirken. Durch die entstehende Wärme öffnet sich die Schuppenschicht der Haare, sodass die Wirkstoffe besser eindringen können. Wie lange Sie die jeweilige Haarkur einwirken lassen müssen, entnehmen Sie einfach der Packungsbeilage.
  4. Nach der Einwirkzeit spülen Sie Ihr Haar gründlich aus - erst mit warmem, zum Schluss noch mit kaltem Wasser.

Übertreiben Sie es nicht, weniger ist mehr - eine haselnussgroße Menge reicht völlig, um das Haar mit der nährenden Kur zu ummanteln. Massieren Sie die Kur am besten nicht in tropfnasses Haar ein, denn dann gelangen die Wirkstoffe nicht richtig in die Haare. Das Zauberwort ist: handtuchtrocken. Verteilen Sie die Kur im kompletten Haar. Damit sie überall hingelangt, kämmen Sie das Haar am besten zwischendurch mit einem grobzinkigen Kamm durch. Die Einwirkzeit ist sehr verschieden - orientieren Sie sich dafür an den Anwendungshinweise auf der Verpackung. Die meisten Kuren müssen Sie aber mindestens einige Minuten einwirken lassen. Es gibt aber auch Over-Night- oder Leave-In-Kuren, welche im Haar verbleiben und es intensiv pflegen, ohne auswaschen. Damit das Haar die Wirkstoffe optimal aufnehmen kann, sollest Du auch bei einer kürzeren Einwirkzeit ein Handtuch ums Haar wickeln. Spülen Sie die Kur gründlich mit warmem Wasser aus und frisieren Sie Ihre Haare wie gewohnt.

Die Pflegeformel einer Haarkur kann Haarschäden vorbeugen oder diese bis zu einem gewissen Grad reparieren. Jeder Haartyp hat andere Bedürfnisse. Eine einfache Haarwäsche ohne zusätzliche Pflege genügt in der Regel nur bei sehr kurzen Haarschnitten ohne Coloration. Bei Langhaarfrisuren sind die Abstände zwischen den Friseurbesuchen meist deutlich länger. Zudem ist das Haar teilweise mehrere Monate bis Jahre gewachsen, sodass es über einen deutlich längeren Zeitraum äußeren Einflüssen wie Sonnenlicht oder auch Föhn, Haarspangen und Colorationen ausgesetzt ist. Haarkuren können solche Haarschäden verhindern, vorhandene Schäden reparieren oder gezielt den individuellen Pflegebedarf Ihrer Haare stillen.

Kuren nähren das Haar allerdings viel stärker und helfen dabei, konkreten Haarschäden vorzubeugen oder sie zu reparieren. Bei sehr starken Schäden kann aber auch eine Haarkur nicht immer helfen - dann empfiehlt sich ein beratender Besuch beim Friseur.

Haarkur selber machen: 2 Rezepte für glänzend gepflegte Haare

Welche Kur ist für welches Haar geeignet?

Übrigens gibt es Haarkuren in der Regel für unterschiedliche Haartypen. Die Wahre Schätze Nährende Tiefenpflege-Maske mit Honig beispielsweise ist für strapaziertes und brüchiges Haar bestens geeignet. Die unterschiedlichen Kuren werden oft auch verschieden angewendet. Bei einer Haarkur gegen Spliss reicht es zum Beispiel, nur die Spitzen zu behandeln. Bei sehr trockenem Haar ist eher zu einer Leave-In-Formel zu raten. Die Wahre Schätze 1-Minute Haarkur Argan & Camelia-Öl hilft bei geschädigtem und glanzlosem Haar.

Haarkuren sind besonders wichtig, wenn Ihre Haare:

  • lockig sind.
  • häufig mit heißen Stylinggeräten wie Glätteisen und Lockenstäben in Berührung kommen.
  • sehr lang sind. Die langen Strähnen sind mehrere Jahre alt und haben deshalb häufiger unter mechanischem Stress (z. B. Haargummis) oder Zug (z. B. durchs Kämmen) gelitten als kurzes Haar.
  • gefärbt sind.
  • von Natur aus sehr fein und dünn sind. Diese Haare lassen sich schlecht frisieren, da ihnen Halt und Volumen fehlen.
  • an unterschiedlichen Stellen abbrechen. Haarbruch entsteht bei extrem geschwächtem Haar, das häufig gleich mehreren schädigenden Einflüssen ausgesetzt ist. Beispiel: Lockige, gefärbte Haare, die häufig mit Hitze geglättet werden.

Kann man eine Haarkur über Nacht einwirken lassen?

Ihr Haar hat eine intensive Kur nötig, weil es spröde sowie kraftlos wirkt - warum also die Kur nicht einfach über Nacht im Haar lassen und morgens mit einer prächtig glänzenden und gesunden Mähne aufwachen? Im Prinzip lassen sich Kuren auch über Nacht verwenden, der Einwirkzyklus lässt sich fast beliebig dehnen. Greifen Sie zu einem passenden Produkt. Die meisten Haarkuren sollen nur ein paar Minuten einwirken und geben Deinen Haaren innerhalb kurzer Zeit einen Boost. Hier sind die Wirkstoffe allerdings hochkonzentriert enthalten und Ihr Haar kann am Morgen schnell „überpflegt“ wirken.

Wenn Sie eine Haarkur für die Nacht in Betracht ziehen, wählen Sie eine mit einer dickeren, balsamartigen Textur. Diese tropft während des Schlafens weniger oder sorgt für Verschmutzung. Die hochwirksame Formel macht das Haar nicht nur geschmeidiger, sondern schenkt ihm auch mehr Spannkraft. Strapazierte Haarstrukturen werden von innen heraus revitalisiert und erhalten Widerstandskraft gegen Spliss. Eine Haarkur über Nacht kann eine intensive Pflegekomposition bieten, Feuchtigkeit spenden und das Haar regenerieren.

Es ist wichtig, nicht mit nassen Haaren ins Bett zu gehen. Nasses Haar ist besonders empfindlich und kann durch die Reibung auf dem Kissen leicht brechen. Sollte der „Haarwaschtag“ doch mal auf abends statt morgens fallen, können Sie Ihre Haare so besser trocknen: Mit einer flexiblen Bürste die Haare erst entwirren und leicht anföhnen. Ideal ist eine Bürste mit Luftzirkulationsschlitzen für eine gleichmäßige Wärmeverteilung, sodass kein Hitzestau während des Föhnens entsteht. Das richtige Bettzeug: Kissenbezüge aus Naturfasern wählen oder eine spezielle Schutzhaube für den Kopf verwenden. Seide und Satin sind Naturtalente, wenn es um das Verwöhnprogramm Ihrer Haare geht.

Haarkur selber machen

Haben Sie Lust, eine Haarkur selber zu machen? Die meisten Zutaten dafür finden Sie in der Küche. Denn Eier, Quark, Avocados und Olivenöl enthalten Inhaltsstoffe, die nicht nur schmecken, sondern auch schöner machen. Aus einfachen Zutaten lässt sich eine Haarkur ganz schnell selber machen.

Rezept 1: Kokosöl-Haarkur

  • 1 EL Kokosöl
  • 1 Ei
  • 1 Spritzer Zitronensaft

Eigelb und Eiweiß trennen. Eigelb mit Zitronensaft und Kokosöl vermischen. Auf das trockene Haar auftragen. 30 Min. einwirken lassen.

Rezept 2: Avocado-Haarkur

  • 1 reife Avocado
  • 2 EL Jojobaöl (erhältlich in Bioläden und Drogerien)
  • 1 Spritzer Zitronensaft

Avocado schälen, das Fruchtfleisch in eine Schüssel geben, pürieren. Öl und Zitronensaft zugeben. Den Mix aufs feuchte Haar geben, 15 Min. einwirken lassen.

Rezept 3: Quark-Honig-Haarkur

  • 3 EL Quark
  • 3 EL Honig

Quark und Honig gut miteinander verrühren. Den Honig eventuell auf maximal 40 Grad erwärmen, damit er flüssiger wird. Die Kur auf dem feuchten Haar verteilen und für 5-10 Min. einwirken lassen.

Rezept 4: Olivenöl-Eigelb-Haarkur

  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Eigelb

Beides mit einem Schneebesen gut vermischen, sodass sich eine homogene Struktur ergibt. Die natürliche Haarkur sanft in die Haarlängen einmassieren und nach 30 Min. ausspülen.

Rezept 5: Ei-Apfelessig-Haarkur

  • 2 Eier
  • 2 EL Apfelessig

Beides in ein hohes Gefäß geben und mit einem Mixstab gut verquirlen. Die selbstgemachte Haarkur in die feuchten Längen verteilen und leicht einmassieren. Nach 20 Min. ausspülen.

Die richtige Reihenfolge: Shampoo, Kur, Conditioner

Erst das Shampoo, dann die Spülung und ab und an stattdessen eine Kur - wenn Sie Ihre Haare so pflegen, machen Sie es leider nicht ganz richtig. Denn eine Haarkur ist kein Ersatz für den Conditioner, sondern ein zusätzlicher (!) Step in der Pflegeroutine. Eine Haarmaske sollten Sie also immer im Zusammenspiel mit einem Conditioner verwenden. Um das zu klären, haben wir Friseurmeister Dejan Garz aus Hamburg interviewt.

Der Friseurmeister erklärt: "Shampoo öffnet die Kutikula, also die Schuppenschicht der Haare, um Verunreinigungen zu entfernen. Auch Kur hat eine quellende Wirkung auf die Schuppenschicht, denn die Pflegestoffe sollen schließlich möglichst tief ins Haar eingeschleust werden." Damit die Pflege allerdings auch im Haar gehalten wird, muss die Schuppenschicht nach der Anwendung wieder geschlossen werden - und das klappt mit einer Spülung.

Spülung versiegelt die Pflege aus der Kur im Haar

Der Conditioner ist nach der Kur in den allermeisten Fällen unerlässlich. Es gibt wenige Ausnahmen, bei denen die Maske schon einen sauren pH-Wert hat und dadurch die Schuppenschicht zusammenzieht. Dann handelt es sich aber ehrlicherweise gar nicht um eine richtige Haarmaske, sondern eher um einen reichhaltigeren Conditioner, der nur anders vermarktet wird", weiß Haarexperte Dejan Garz und ergänzt: "In der Regel sind Kuren basisch eingestellt und müssen nach der Anwendung unbedingt mit einer Spülung angesäuert werden."

Vorteile dieser korrekten Haarkur-Anwendung: Die Feuchtigkeit aus der Maske hält so nicht nur länger im Haar, sondern die Haare glänzen durch die angelegte Schuppenschicht auch mehr.

Zusammenfassung

Regelmäßige Haarkuren sind ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden Haarpflegeroutine. Die Häufigkeit der Anwendung hängt vom Haartyp und Zustand ab. Achten Sie auf die richtige Anwendung und wählen Sie die passenden Produkte, um Ihr Haar optimal zu pflegen und gesund zu erhalten.

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