Afrikanischer Friseur Karlsruhe: Erfahrungen und die Geschichte von Afrosisters

Die Suche nach einem geeigneten Friseur für lockiges oder welliges Haar kann eine echte Herausforderung sein. Nicht selten fahren Lockenköpfe 500 km zu einem guten Friseur. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit afrikanischen Friseuren in Karlsruhe und stellt die Geschichte von Afrosisters vor, einem Friseursalon, der sich auf Afrohaare spezialisiert hat.

Großes Vorbild: Mebrat Teklesembet (Mitte) hat den beruflichen Weg ihrer Töchter Rima Sium (links) und Semy Teklesembet geprägt. Foto: Larry W.

Die Geschichte von Afrosisters

Die Geschichte von Afrosisters beginnt mit Mebrat Teklesembet, die vor 38 Jahren aus Eritrea floh, voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Sie wusste, dass es ihre Bestimmung war, irgendwann ihr eigenes Unternehmen zu leiten. Früh legte Mebrat Teklesembet den Grundstein für die berufliche Karriere ihrer beiden Töchter.

1995 eröffnete die junge Mutter am Karlsplatz in Karlsruhe einen Afroshop. Dort verkaufte sie Pflegeprodukte für Afrohaare, frisierte und flechtete traditionelle Frisuren wie Corn Rows, Dreadlocks oder Rastazöpfe. Der Laden lief gut - und nicht nur Menschen mit afrikanischen Wurzeln ließen sich von Teklesembet frisieren. "Hiphop war in 90er Jahren total angesagt“, erklärt Sium.

Sium und ihre Schwester Semy Teklesembet verbrachten nach der Schule viel Zeit im Geschäft der Mutter, schauten ihr bei der Arbeit über die Schulter und ließen sich von ihrer Leidenschaft fürs Afrohaar anstecken. Beide entschieden sich dafür, Erfahrungen in anderen Friseursalons zu sammeln und eine Ausbildung zur Friseurin zu machen. Semy Teklesembet ließ sich zudem zur Friseurmeisterin fortbilden.

2003 ging der Traum von der Selbstständigkeit für die damals 23-jährige Rima schließlich in Erfüllung: Sie eröffnet mit "Afrosisters" ihren eigenen Salon in der Karlstraße. "Es war aber nicht nur der Afroladen unserer Mutter, der uns dazu gebracht hat, uns selbstständig zu machen", sagen die beiden im Gespräch mit ka-news.de. So waren neben ihrer Mutter Mebrat auch ihre Großmutter, ihr Vater, ihre Tanten und Onkel selbstständig.

Heute sind die "Afrosisters“ Expertinnen, wenn es um das Schneiden, Frisieren und Stylen von Locken und Afrohaaren geht. Für sie ist ihr Friseursalon aber nicht nur ihre Lebensgrundlage, sondern ein Herzensprojekt. Sie verfolgen ein besonderes Anliegen. "Wir geben unseren Kunden alles Wissen an die Hand, damit auch sie sich mit ihren Haaren wohlfühlen", sagt Sium.

Geholfen, all ihre Ziele zu erreichen, hat den Schwestern dabei vor allem die unermüdliche Unterstützung ihrer Mutter. Ihren eigenen Afro-Shop am Kronenplatz hat Mebrat Teklesembet inzwischen aufgegeben, um ganz für ihre Töchter da sein zu können. Sie ist die gute Seele im Laden der "Afrosisters", kocht und hilft Rima beim Babysitten ihrer beiden kleinen Söhne.

Afrohaare und die Notwendigkeit besonderer Pflege

Afrohaar benötigt eine besondere Pflege. Das Wissen darüber hätten aber nur die Wenigsten: "Viele unserer Kunden tragen ihr Haar nicht im optimalen Zustand. Oft ist es ausgetrocknet, weil es nicht richtig behandelt oder die falschen Produkte benutzt wurden“, erklärt Sium. Vor allem junge schwarze Frauen und Männer in Deutschland würde es deshalb oft schwerfallen, sich mit ihrem Haar wohlzufühlen.

"Gepflegtes Haar trägt aber viel dazu bei, sich schön zu fühlen. Sie selbst habe in ihrer Ausbildung zur Friseurin nichts über das Frisieren von Afrohaare gelernt, wünscht sich aber, dass sich das in Zukunft ändert. Das Schneiden verschiedener Haartypen ist zwar in der deutschen Friseur-Ausbildungsordnung als ganzheitlicher Ansatz verankert, wie der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks auf Anfrage der Deutschen Handwerks Zeitung (DHZ) mitteilt. Explizit unterschieden würden die Haartypen aber nicht. Anders ist das zum Beispiel in Großbritannien.

Sium habe deshalb schon Workshops an der Carl Hofer Berufsschule in Karlsruhe gegeben, in denen sie dafür sensibilisiert hat, Afrohaare in der Friseurausbildung stärker zu integrieren. In ihrer täglichen Arbeit geben die Friseurinnen ihren Kunden zudem viele Tipps für die Pflege ihrer individuellen Lockentypen.

Die "Natural Hair Movement"

Zusammenhängen kann das mit dem "Natural Hair Movement". Dabei handelt es sich um eine Bewegung aus den USA, die ihren Ursprung in der Black Power-Bewegung der 60er Jahre haben soll. Das "Natural Hair Movement“ hat vor ein paar Jahren wieder Auftrieb bekommen. Schwarze Frauen und Männer entscheiden sich bewusst dafür, ihre Afrolocken natürlich zu tragen und nicht nach den Schönheitsstandards der weißen Gesellschaft.

Themen, mit denen sich auch die "Afrosisters“ beschäftigen. Ihnen ist es besonders wichtig, auf die Nachwirkungen des deutschen Kolonialismus in Afrika aufmerksam zu machen. Auch die Entscheidung für die eigene Selbstständigkeit hat etwas mit ihrer Herkunft zu tun. Beruflich auf eigenen Beinen zu stehen, ist in ihrem Geburtsland Eritrea nicht unüblich. Von dort aus ist ihre Mutter gemeinsam mit den Kindern vor 40 Jahren vor dem Unabhängigkeitskrieg geflohen. "In Eritrea es für Frauen normal, sich selbstständig zu machen.

Der Laden der Mutter ist mittlerweile geschlossen, aber die Schwestern entwickeln ihr Geschäftskonzept immer weiter. "Viele Pflegemittel für Afrohaare enthalten Chemie, deshalb wünschen sich immer mehr junge Menschen nachhaltige und ökologische Produkte für ihr Haar“, so Sium.

Weitere Optionen für Afrohaare in Karlsruhe

Neben Afrosisters gibt es in Karlsruhe noch weitere Optionen für die Pflege und das Styling von Afrohaaren:

  • Afro-Shop New Look: Hier bietet Eremias Girmation die gesamte Palette der afrikanischen Haarkunst an, von Braids über Extensions bis hin zu Dreadlocks.
  • Juliet Styling & Beauty: Saloninhaberin Juliet Philip bringt ihre lange Erfahrung und den „African Way“ für schönes Haar nach Karlsruhe.

Es ist wichtig, einen Friseur zu finden, der sich mit den besonderen Bedürfnissen von Afrohaaren auskennt und die richtigen Produkte verwendet. Die hier vorgestellten Salons bieten eine gute Grundlage für die Suche nach dem passenden Friseur in Karlsruhe.

Auch wenn ich viele negative Ergahrungen zu einzelnen Friseuren erhalte, werden diese wieder aus der Liste gelöscht.

Tipps für die Suche nach dem richtigen Friseur für Naturlocken

Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen können, einen geeigneten Friseur für lockiges oder welliges Haar zu finden:

  1. Suche dir einen Friseur, der selber Naturlocken hat und sie auch gerne trägt: So jemand weiß normalerweise auch wie man Locken schneidet.
  2. Suche einen speziellen Lockenfriseur: Es gibt ein paar Friseure in Deutschland die sich auf Locken spezialisiert haben.
  3. Lass dir deine Naturlocken vom Friseur nur waschen & föhnen: Um zu sehen, ob ein Friseur mit Locken umgehen kann, könntest du auch nur einmal deine Locken stylen lassen.
  4. Frage andere Lockenköpfe nach deren Friseurempfehlung: Oder du quatschst jemanden bei dir in der Stadt auf der Straße oder im Bus an.
  5. Nimm deine eigenen Produkte zum Friseur mit: Die meisten Friseure haben überhaupt kein Problem damit, wenn du deine eigenen Produkte mitbringst.
  6. Schneide deine Locken zur Not einfach selbst: Eins ist nur sehr wichtig, wenn du deine Locken selbst schneidest, solltest du unbedingt eine scharfe Schere benutzen.

Was du beim Friseur vermeiden solltest:

  • Haare glätten: Wenn du wie ich gerne einen Lockenpony tragen möchtest, solltest du unbedingt darauf achten, dass dir der Friseur deinen Pony nicht zu kurz schneidet.
  • Falsche Schnitttechnik: Vor allem wenn du feines oder dünnes Haar hast, ist diese Schnitttechnik absolut kontraproduktiv.

Es gibt ein paar Friseure in Deutschland, die sich auf Locken spezialisiert haben. Es gibt auch zwei zertifizierte Lockenschnitte:

  • CURLSYS® Schnitt: Bei dem CURLSYS® Schnitt von Brian Mclean findest du hier mehr Informationen und zertifizierte Salons in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
  • DevaCut: Beim DevaCut aus Amerika werden die Locken trocken geschnitten. Der DevaCut wurde von Lorraine Massey, der Erfinderin der Curly-Girl-Methode, entwickelt.

10 Pflegetipps für deine Afro-Locken I Glanz&Natur

Erfahrungen mit Friseuren: Ein persönlicher Bericht

Genau so eine Situation hatte ich schon sehr oft. Es ist ein Drama und ich litt vor ein paar Jahren noch an einer richtigen Friseurphobie. Ich traute mich nicht mehr einen neuen Friseur auszuprobieren. Jedoch ist das regelmäßige entfernen von Spliss absolut wichtig für eine gute Lockenpflege. Dabei musst du nicht alle 6 Wochen zum Friseur rennen.

Leider weiß ich nur zu gut wie schwierig es ist, einen guten Friseur für lockiges oder welliges Haar zu finden. Daher gebe ich dir in diesem Artikel einige Tipps, damit du hoffentlich bald einen geeigneten Friseur findest, der dich zum Strahlen bringt und nicht zum Heulen.

Persönlich kenne ich Virginia aus Bretten und gehe auch sehr gerne zu ihr. Bei ihr fühlte ich mich das erste Mal verstanden und war glücklich mit meinem Lockenschnitt. Ich lasse mir bei ihr regelmäßig den CurlSys schneiden und bin jedes mal begeistert. Ich habe dadurch mehr Fülle ohne an Länge zu verlieren und der Schnitt hält im Gegensatz zu einen normalen Stufenschnitt bis zu 6 Monate. Leider ist er auch sehr teuer.

Leider gibt es nach wie vor zu wenig Friseure die sich wirklich mit lockigen, welligen oder krausen Haaren richtig auskennen. Daher ist die Suche je nach Wohnort eine echte Herausforderung.

Ansonsten freue ich und jeder andere Lockenkopf auch über deine Erfahrungen.

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