Glatt und haarlos - das wünschen sich viele Frauen und Männer, da Glatt als schön gilt. Immer mehr Deutsche bekennen sich zu einem haarlosen Äußeren und rasieren sich nicht mehr nur an Beinen, Achseln oder im Intimbereich, sondern nun den gesamten Körper. Doch wie gesund ist das, oder schaden sie sich am Ende mehr als gedacht?
Dieser Artikel beleuchtet die gesundheitlichen Aspekte der Achselrasur, betrachtet die Vor- und Nachteile und gibt Tipps zur richtigen Technik und Hautpflege. Dabei werden sowohl die medizinischen Aspekte als auch die kulturellen und persönlichen Präferenzen berücksichtigt.
Eine Frau rasiert ihre Achseln.
Bevor man sich fragt, ob es schädlich ist, sich im Intimbereich und unter den Achseln zu rasieren, sollte geklärt werden, warum wir überhaupt über Körperbehaarung verfügen. Fest steht: Unsere Körperbehaarung hat heutzutage keinen wirklichen Zweck mehr, vor allem die verhasste Intimbehaarung. Bei unseren Vorfahren, den Urzeitmenschen, konnte man noch von einem regelrechten Fell sprechen.
Im Laufe der Evolution hat sich unser Körper immer wieder an die äußeren (v. a. klimatischen) Bedingungen angepasst. "Es handelt sich dabei um Reste der rudimentären Behaarung, die in grauer Vorzeit als sexuelle Lockstoffe gedient haben", erklärt auch Dr. Timm Golüke, Hautarzt aus München gegenüber Fitbook Online. Daher rieche es auch im Genitalbereich sowie unter den Achseln anders als an anderen Körperregionen.
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Laut Dermatologe Golüke bieten Haare unter den Achseln und im Intimbereich eine kuschelige Angriffsfläche für Bakterien. Außerdem schützte der "Pelz" am Körper unsere Vorfahren vor Kälte und hielt sie warm. Doch das ist glücklicherweise heutzutage nicht mehr nötig - warme Winterkleidung kann hier Abhilfe schaffen.
Die Achselhaare sprießen lassen? Damit fühlen sich vor allem Frauen oft nicht wohl. 82 Prozent der Frauen entfernen oder kürzen ihre Achselhaare. Unter den Männern rücken 48 Prozent ihren Achselhaaren mit Rasierer und Co. zu Leibe. Das zeigt eine YouGov-Umfrage im Auftrag des Online-Händlers Galaxus, für die Personen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich befragt wurden.
Dafür muss man erst einmal wissen: Riecht es unter der Achsel, ist das nicht der Schweiß selbst - der ist nämlich geruchsneutral. Der muffige Geruch, den wir kennen, entsteht laut Uta Schlossberger erst dann, wenn der Schweiß durch Bakterien zersetzt wird.
Die Bakterien-Besiedlung in einer behaarten Achsel ist eine andere und deutlich stärkere als in einer rasierten Achsel. Daher gilt: „Der Geruch kann tatsächlich intensiver sein, als in einer nicht behaarten Achselhöhle“, sagt Sabine Stangl.
Generell gilt: je weniger Achselhaare, desto weniger bakterielle Besiedlung. Dadurch entsteht weniger Schweißgeruch und man muss weniger Deo verwenden. Die Haut unter den Armen lässt sich, laut Sabine Stangl, bei enthaarten Achseln außerdem besser reinigen. Denn im Vergleich zu behaarten Achseln können sich Hautschuppen dann nicht zwischen den Haaren festhalten. Auch kann das Rasieren dazu führen, dass weniger Schweißflecken auf der Kleidung entstehen.
Wer das Gefühl hat, übermäßig stark zu schwitzen, für den ist es empfehlenswert, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Dahinter kann eine sogenannte Hyperhidrose stecken, die behandelt werden kann.
Aus medizinischer Sicht gibt es Argumente für und gegen die Ganzkörperrasur. Hier eine Übersicht:
Die Funktionen der Achselhaare.
Es gibt viele Haarentfernungsmethoden: Rasieren, Epilieren, Wachsen. Hier eine Übersicht:
Für diejenigen, die sich für die Entfernung ihrer Achselhaare entscheiden, sind die richtigen Rasiertechniken von entscheidender Bedeutung, um Beschwerden und Hautirritationen zu vermeiden. Es ist auch wichtig, die besten Werkzeuge für die Arbeit zu verwenden.
Um Hautreizungen und eingewachsene Haare zu verhindern, sollte man eine scharfe Klinge wählen. Die Haut sollte außerdem gut auf das Rasieren vorbereitet werden. Das heißt: Die Achselregion zunächst mit warmem Wasser reinigen und etwas Rasierschaum auftragen, um die Haut zu schützen und das Gleiten der Rasierklinge besser zu ermöglichen. Dabei gilt: „Gründlicher, schärfer, sauberer ist die Nassrasur, schonender für die Haut ist die elektrische Rasur“, sagt Sabine Stangl.
Bei der Nassrasur sollte man beachten: Um die Vermehrung von Bakterien und potenzielle Infektionen zu verhindern, muss der verwendete Rasierer sauber sein und sollte nicht vorher an einer anderen Körperstelle benutzt worden sein. Zumindest aus hygienischer Sicht gilt also: lieber zu einem Einmalrasierer greifen.
Ob man nun Achselhaare trägt oder nicht: „Wenn Schweiß entsteht und man ihn schnell abwäscht, kann es gar nicht dazu kommen, dass sich Bakterien sammeln und den Geruch produzieren“, sagt Uta Schlossberger. Generell ist es wichtig, die Achseln regelmäßig zu waschen - am besten mit milder Seife.
Und dann gibt es natürlich auch Deo als Helfer gegen den Schweißgeruch - ob als Spray, Roller, Stick oder Creme. Das sollte nicht auf bereits vorhandenen Schweiß aufgetragen werden. Schwitzt man also schon, ist es notwendig die Achseln, vorab zu waschen und abzutrocknen, bevor das Deo benutzt wird - gerade wenn man Achselhaar trägt. Sonst verklebt der Schweiß zusammen mit dem Deo die Achselhaare. Frisch wird es so nicht in der Achselhöhle.
Bei vermehrtem Schwitzen können sogenannte Antitranspirant-Tücher oder Cremes helfen, da sie nicht nur den Geruch, sondern auch die Schweißproduktion an sich reduzieren.
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