Die Gründung eines Friseursalons bietet vielfältige Chancen für kreative und unternehmerisch denkende Personen. Es ist jedoch essenziell, sich umfassend über die rechtlichen Voraussetzungen und möglichen Alternativen zum Meisterbrief zu informieren. Ein Franchise kann hier eine interessante Option darstellen.
Die wohl am häufigsten gestellte Frage unter Gründern und Gründerinnen im Friseurgewerbe ist: Braucht man einen Meister, um einen Friseursalon zu eröffnen? Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja und nein. Das Friseurhandwerk gehört zu den zulassungspflichtigen Handwerken laut Handwerksordnung. Das bedeutet, dass nach wie vor Meisterzwang besteht. Wer also in die Handwerksrolle der Handwerkskammer eingetragen werden will, benötigt eine Gewerbeerlaubnis.
Traditionell ist im Friseurhandwerk ein Meisterbrief erforderlich, um einen eigenen Salon zu führen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, auch ohne Meisterbrief selbständig zu werden, beispielsweise durch eine Ausübungsberechtigung gemäß §7b der Handwerksordnung oder eine Ausnahmebewilligung nach §8 HwO. Alternativ kann ein mobiler Friseurservice gegründet werden, der unter bestimmten Voraussetzungen keinen Meisterbrief erfordert.
Es besteht die Möglichkeit auch ohne eigenen Meisterbrief oder angestellten Meister zu gründen. Grundsätzlich ist dies ein Ausnahmefall.
Um sich den Traum vom eigenen Haarsalon zu erfüllen zu können, müssen Sie entscheiden, welche Rechtsform sich für Ihr Unternehmen eignet. Ohne eine Gewerbeerlaubnis können Sie kein Friseurgewerbe anmelden. Der Antrag für eine Gewerbeerlaubnis kann bei der zuständigen Handwerkskammer gestellt werden. Unter Vorlage des Meisterbriefs wird Ihnen eine Handwerkskarte ausgestellt. Erst jetzt können Sie die eigentliche Gewerbeanmeldung vornehmen.
Die zuständige Bauaufsichtsbehörde oder eine andere zuständige Behörde muss die Räumlichkeiten, in denen Sie Ihren Friseursalon eröffnen wollen, abnehmen. Das Handelsregister dokumentiert als öffentliches Verzeichnis Einträge über die angemeldeten Kaufleute im Bereich eines zuständigen Registergerichts. Nach der Anmeldung beim Gewerbeamt meldet sich das Finanzamt automatisch bei Ihnen zur steuerlichen Erfassung. Die Handwerkskammer wird wie das Finanzamt vom Gewerbeamt über Ihre Gründung informiert. Der Kontakt wird von Seiten der HWK aufgenommen.
Bitte melden Sie sich selbständig bei einer Berufsgenossenschaft an. Berufsgenossenschaften sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen und deren Beschäftigte. Selbst als Kleinunternehmer ohne Personal sind Sie verpflichtet, sich bei Ihrer relevanten BG anzumelden. Friseure schließen sich in der Regel der BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege an. Eine freiwillige Mitgliedschaft in einem relevanten Bundesverband ist zu empfehlen. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZDH) oder der Verband Deutscher Friseurunternehmen e.V.
Bevor Sie Ausgaben tätigen, sollten Sie einen strukturierten Businessplan erstellen, indem Sie u. a. eine genaue Kostenplanung festhalten. Abhängig von der Größe und dem Personalbedarf Ihres Salons kann diese Planung ganz unterschiedlich aussehen.
Evtl. Umbaukosten (z. B. Evtl. Diverse Versicherungen (z. B. Basierend auf Ihrem Businessplan sollten Sie die Preise für Ihre angebotenen Dienstleistungen berechnen. Bedenken Sie immer, dass jedes neue Unternehmen eine Anlaufphase hat, in der die Einkünfte noch nicht alle Kosten decken.
Falls Sie als Gründer oder Gründerin Ihre anfallenden Kosten nicht allein stemmen können, gibt es oftmals Möglichkeiten, sich für Fördermittel, Zuschüsse und Kredite zu bewerben. Die KfW bietet Kredite für Existenzgründer wie „ERP-Gründerkredit - StartGeld”.
Die Friseurdichte in Deutschland ist hoch. 2016 gab es laut Statista über 80.000 Friseurunternehmen. Trotzdem wagen jedes Jahr neue Friseure den Schritt in die Selbständigkeit. Um Ihren erfolgreichen Einstieg zu sichern, müssen Sie bei der Wahl Ihres Standorts strategisch vorgehen, bevor Sie Ihren Friseursalon aufmachen. Nur, wenn Sie die konkurrierenden Friseurläden in Ihrer Umgebung gut kennen, können Sie sich besser platzieren - in Ihrer Region und auf einem umkämpften Markt.
Ein wichtiger Teil Ihres Businessplans wird Ihr Salonkonzept und die damit verbundenen Marketingmaßnahmen sein. Alle Marketingmaßnahmen sollten auf Ihr Konzept abgestimmt sein. Von Laufkundschaft und Einmal-Kunden können nur die wenigsten Friseure leben, deshalb sind Mundpropaganda und persönliche Empfehlungen immer noch sehr wichtig zur Neukundengewinnung.
Ihre Konkurrenz ist groß. Daher sollten Sie Zeit aufwenden, um sich kreativ zu vermarkten. Nutzen Sie neben Werbeflyern und Anzeigen in lokalen Zeitungen vor allem das Web und Social Media. Auf Social Media können Sie dann Bilder Ihrer neuesten Styles und Haircuts posten, Rabatte anbieten oder Sonder-Öffnungszeiten verkünden. So bleiben Sie besser in Kontakt mit Ihren Kunden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass zufriedene Kunden selbst Fotos hochladen, Sie verlinken oder vertaggen und so kostenlose Werbung für Ihren Salon machen. Nutzen Sie zusätzlich Branchenverzeichnisse wie Google My Business.
Egal ob angestellte Friseure, Kosmetiker oder Auszubildende: Ihr Personal ist der Schlüssel zu Ihrem unternehmerischen Erfolg. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer angestellten Friseure und Friseurinnen auf Qualität und Zuverlässigkeit. Ein herzlicher Umgang mit Kunden und professionelle Beratungsgespräche sind genauso wichtig wie die korrekte Verwendung der Produkte und die Ausführung der eigentlichen Dienstleistung. Nicht zu vernachlässigen ist außerdem, wie Ihr Personal reagiert, wenn etwas schief läuft. Eine fehlerhafte Behandlung, ein misslungener Haarschnitt oder eine Reklamation müssen freundlich und professionell gehandhabt werden.
Ein gutes Team ist außerdem eines, das sich gegenseitig ergänzt. Aber nicht jeder kann alles. Hat einer Ihrer Mitarbeiter ein besonderes Talent? Gibt es Spezialisierungsmöglichkeiten für Ihre individuellen Angestellten? Fördern Sie das Potential Ihrer Angestellten und investieren Sie so nachhaltig in Ihren Friseursalon.
Die Mode ändert sich schnell und die passenden Frisuren dazu natürlich auch. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, mit Ihrem eigenen Friseursalon auf dem neuesten Stand zu bleiben. Bieten Sie Schulungen an und besuchen Sie Friseurmessen, um Ihr Personal (und sich selbst) immer auf dem Laufenden zu halten.
Einzelunternehmer gelten als Kleinunternehmer, solange ihr Jahresumsatz zzgl. entfallender Steuern unter 22.000 Euro liegt. Verdienen Sie als Friseursalonbesitzer mehr, müssen Sie Umsatzsteuern entrichten. Dieser Umstand bremst viele Friseursalons, die als Ein-Personen-Betriebe geführt werden.
In Deutschland gibt es mehrere Franchise-Konzepte und Friseur-Ketten, die unterschiedlich aufgebaut sind. Eines der prominentesten Franchise-Beispiele ist Hairkiller. Allerdings sollten Sie auf der Hut sein vor allzu großen Versprechungen der Franchise-Geber. Die Anschaffungskosten sind in der Regel hoch, denn Ihr Ladenlokal muss den Vertragsvorgaben entsprechen. Umsatzvorgaben können in schwachen Geschäftsjahren einen permanenten Druck ausüben, möglichst viele (unnötige) Dienstleistungen und Produkte zu verkaufen.
Erfahrung und Übersicht sind Grundvoraussetzungen, um eine nachhaltige Entscheidung zum Thema Franchise-Lizenz zu treffen. Ein Franchise bietet den Vorteil, dass Gründer auf ein bewährtes Konzept zurückgreifen können. Dies minimiert das Risiko im Vergleich zu einer klassischen Unternehmensgründung. Du kannst in vielen Bereichen Unternehmer werden, ohne eine lange Ausbildung oder ein Meisterdiplom zu benötigen.
Hier sind einige Beispiele für Friseur-Franchise-Systeme in Deutschland:
Weitere Franchise-Möglichkeiten:
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über einige der genannten Franchise-Systeme:
| Franchise-System | Gründungsjahr | Besonderheiten |
|---|---|---|
| mod´s hair | 1974 | Pariser Modetrends, internationale Ausrichtung |
| hairstyling & more | N/A | Offenes Lizenz-Konzept, Unterstützung für Existenzgründer |
| Top Hair | 1981 | Familiengeführt, breites Produktsortiment, eigene Schulungszentren |
| Velly Coiffure | N/A | Markenprodukte, keine Voranmeldung, familiäre Atmosphäre |
Um eine nachhaltige Entscheidung zum Thema Franchise-Lizenz zu treffen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
Die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen, steht jedem Volljährigen offen. In der Regel genügt zur Gründung eine Gewerbeanmeldung. Doch für nachhaltigen Erfolg als Selbstständiger ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Von der Erstellung eines durchdachten Businessplans über die Finanzierung bis hin zu erforderlichen Genehmigungen und Versicherungen.
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