Viele Eltern fragen sich, wann der richtige Zeitpunkt ist, um mit der Verwendung von Shampoo bei ihren Kindern zu beginnen. Kennen Sie Babys und Kleinkinder, die echte Fans vom Haarewaschen mit Baby-Shampoo sind? Ich nur wenige. Viel öfter höre ich, dass es eine richtige Tortur für Eltern und Nachwuchs darstellt, wenn die nächste Kopfwäsche dran ist. Online findest Du deshalb viele Tipps, die den Kleinen helfen, ihre Panik vorm Haarewaschen zu überwinden.
Es stellt sich die Frage, ob man auf die Haarwäsche mit Baby-Shampoo eventuell auch weitgehend verzichten kann. Hier erzähle ich Euch von meinen Erfahrungen.
Nachdem ich meinem Baby zum ersten Mal unter Brüllen und Winden die Haare gewaschen hatte, entschied ich für mich, dass Zwang in der Körperpflege nicht mein Stil ist. Immer, wenn es einen großen Konflikt zwischen mir und meiner Tochter gibt, frage ich mich, warum ich bestimmte Dinge durchboxen will. Also, warum will ich meinem Kind eigentlich die Haare waschen?
Die Gründe dafür sind vielfältig:
Oft mache ich Dinge nur, „weil es sich gehört“. Ich hinterfrage viel zu spät. Mein Nachwuchs hatte noch keine fettigen oder schmutzigen Haare. Die Haare haben auch nie wirklich unangenehm gerochen. Gerade bei kleinen Babys duftet der Kopf besonders gut. Ist es also überhaupt notwendig, die Haare zu waschen und wenn ja, in welchem Abstand? Reicht vielleicht sogar nur Wasser und ich könnte das Babyshampoo weglassen?
Nach den meisten Empfehlungen solltest Du Neugeborene einmal pro Woche baden und ihnen dabei auch die Haare waschen. Ist das Baby zwei bis drei Monate alt, sind auch zwei Bäder pro Woche inklusive Haarwäsche mit Babyshampoo in Ordnung. Wer die Kleinen zu häufig wäscht, der riskiert, dass der natürliche Schutzmantel der Haut angegriffen wird. Das kann zu trockenen Stellen führen.
Je älter die Kinder werden, desto robuster ist ihre Epidermis. Deshalb kannst Du sie dann auch öfter mit Wasser, Seife und Shampoo in Kontakt bringen.
Gut, dass wir die Haare beim Baby waschen dürfen, wissen wir jetzt. Aber geht es auch ohne Baby-Shampoo bzw. Kinder-Shampoo? Bei meiner Recherche habe ich keine konkreten Studien zur Haarpflege bei Kleinkindern gefunden, aber bin auf die “No-poo”-Bewegung gestoßen. Celebrities wie Kim Kardashian, Gwyneth Paltrow, Adele und Jessica Simpson sind Vertreterinnen des Trends, sich die Haare nicht bzw. ohne Shampoo zu waschen.
Wenn eine Methode so viele berühmte Anhängerinnen hat, müsste es dazu doch auch Untersuchungen geben, oder? Leider existieren bisher weder offizielle Studien, die No-poo unterstützen noch widerlegen. Was allerdings bekannt ist, sind verschiedene Inhaltsstoffe in konventionellen Shampoos, die tatsächlich schlecht für Babys Kopfhaut sind.
In klassischen Haarshampoos sind Inhaltsstoffe, welche die Kopfhaut reizen und irritieren können. Dazu zählen unter anderem:
Wenn Du Deinem Baby die Haare mit Shampoo waschen willst, dann achte auf gesunde Produkte. Schau Dir gerne die Empfehlungen von Öko-Test an. Neben vergleichsweisen teuren Shampoos aus der Naturkosmetik haben auch Artikel der Drogerie-Eigenmarken gut abgeschnitten. Du musst also nicht unbedingt viel Geld für die Babypflege ausgeben.
Du suchst ein mildes Shampoo? Dann ist der Griff zum “Keine-Träne-Produkt” falsch. Hast Du Dir schon einmal Gedanken gemacht, wieso bestimmte Haarseifen die Augen nicht tränen lassen? Das liegt häufig am Zusatz von Polyglycolethern wie Laurylalkohol oder Ethylenoxid. Diese Stoffe betäuben das Auge kurzfristig, sodass es nicht tränen kann. Dadurch wird allerdings eine Schutzfunktion des Sehorgans unterdrückt.
Ökotest rät sogar dazu, Babyhaare anfangs nur mit Wasser zu waschen. Erst bei dichterem Schopf wird Baby-Shampoo empfohlen.
Im Großen und Ganzen haben die Produkte im Kindershampoo-Test der Stiftung Warentest alle recht zufriedenstellend abgeschnitten: Sie pflegen die Haare gut und sind mild zu Augen und Schleimhäuten.
Stiftung Warentest hat die Shampoos natürlich nicht wirklich an Augen und Schleimhäuten von Kindern getestet. Grundlage waren rote Blutkörperchen vom Rind. Im Labor wurde verglichen, wie stark ein Shampoo die Blutkörperchen angreift und zerstört.
Sogar sehr gute Noten erhielt das Kindershampoo für die Augen- und Schleimhautverträglichkeit (1,0) und den Verzicht auf kritische Duftstoffe (2.0). Das ist prima, denn der Hersteller wirbt mit der Deklaration: "Brennt nicht in den Augen, ziept nicht an den Haaren" und "Hochverträglich".
Ein "Gut" gab es für die Pflegeeigenschaften (1,7), die Anwendung (2,0) und Deklaration und Werbeaussagen (2,4). Hier wurden vor allem die gute Kämmbarkeit nach dem Duschen und das Bändigen fliegender Haare positiv hervorgehoben. Preis kann jetzt höher sein.
Gute Noten erhielt das Kindershampoo für seine Pflegeeigenschaften (1,9) und die Anwendung (2,1). Auch hier konnten fliegende Haare gut gebändigt werden. Nicht hundertprozentig überzeugen konnte das Produkt dafür mit Deklaration und Werbeaussagen (2,9) sowie mit der Nutzerfreundlichkeit der Verpackung (3,3).
Doch nicht nur die beiden Testsieger konnten überzeugen. Auch diese beliebten Kindershampoos wurden allesamt "gut" bewertet:
Die Note "befriedigend" erhielten fünf Shampoos und darunter ausgerechnet drei der vier getesteten Naturkosmetikprodukte, weil sie die Augen und Schleimhäute reizen könnten.
Am schlechtesten bewerteten die Tester*innen das "Eliah Sahil Organic Bio Shampoo Kamille für Kinder" (Note 3,4). "Natürlich heißt nicht immer gut verträglich", so Stiftung Warentest.
Eine gute Nachricht, die alle 13 getesteten Kindershampoos betrifft: Bei den Produkten sind laut Inhaltsstofflisten keine Silikone und kein Mikroplastik enthalten.
Allerdings kommen bei Garnier, Schwarzkopf, Bübchen "Sportsfreund" und Hipp wasserlösliche synthetische Polymere zum Einsatz und die sind häufig biologisch schwer abbaubar.
Außerdem positiv bewertet: Die Kindershampoos von Paediprotect, Lavera und Eliah Sahil enthalten kein Parfüm. Außerdem wurden in keinem der Shampoos Duftstoffe nachgewiesen, die als kritisch gelten.
Einige Eltern befürchten, dass sich bei ihren Kindern durch Duftstoffe Allergien entwickeln. Experten geben aber Entwarnung: Die Gefahr sei nicht höher als bei Erwachsenen, heißt es von der Zentrale des Informationsverbunds Dermatologischer Kliniken.
Meine Tochter ist jetzt fünf Jahre alt. Im Moment läuft es mit dem Haarewaschen gut. Das bedeutet allerdings in unserem Fall, dass wir alle zwei bis drei Wochen mit Shampoo waschen. Ansonsten werden die Haare bei jedem Bad nur mit Wasser gespült.
Wir hatten zwischendurch aber auch Phasen, in denen wir bis zu einem halben Jahr überhaupt kein Shampoo benutzt haben. Viele Monate lang hatte ihr Haupt keinen direkten Kontakt mit Wasser. Tatsächlich bildete sich in diesen Phasen ein gelblicher Schorf auf der Kopfhaut. Die Haare sahen aber immer sauber aus. Ungeziefer hatten wir zweimal auf Bali, das war allerdings tatsächlich in Phasen, in denen wir die Haare wuschen.
Was mir grundsätzlich am Herzen liegt ist, dass Du Dich nicht verrückt machen brauchst. Dein Kind überlebt mehrere Wochen ohne Haarwäsche unbeschadet. Du bist keine schlechte Mama, wenn Du Dein Kind nicht zu regelmäßiger Hygiene zwingst.
Lässt sich darüber beim Zähneputzen ob der Folgen noch streiten, sehe ich beim Haarewaschen keinen triftigen Grund, es jede Woche durchzuziehen. Andererseits ist es auch okay, wenn Dir die Haarwäsche bei Deinem Nachwuchs wichtig ist. Es ist für Dich okay, dass Dein Kind ein paar Tränen in der Wanne verdrückt? Dann wasch die Haare und fühle Dich gut dabei. Das Weinen wird wahrscheinlich genauso wenig schaden wie der Verzicht auf regelmäßige Reinigung.
Was wirklich wichtig ist, ist die richtige Produktwahl. Wäschst Du die Haare, achte auf ein mildes, natürliches Shampoo für Deinen Zwerg.
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