Haarausfall betrifft Männer und Frauen gleichermaßen und ist grundsätzlich nicht aufs Alter beschränkt. Viele Menschen, die unter Haarausfall leiden, suchen nach effektiven Lösungen, und die Haartransplantation ist eine beliebte Option. Doch ab welchem Alter ist eine Haartransplantation sinnvoll und möglich?
Hamilton-Norwood-Skala zur Klassifizierung des Haarausfalls bei Männern
Prinzipiell ist eine Haartransplantation in jedem Alter möglich. Es gibt kaum einen Patienten, der zu jung und keinen, der zu alt für eine Behandlung ist. Hier gilt zunächst einmal, dass für eine Haartransplantation kein gesetzliches Mindestalter vorgeschrieben ist. Jedoch gilt es einige Parameter zu beachten, die maßgeblichen Einfluss auf diese Behandlung und ihr Ergebnis haben.
Allerdings sollte zu diesem Zeitpunkt eine Haartransplantation noch nicht als der erste Lösungsweg in Erwägung gezogen werden, sondern der Haarausfall zunächst einmal seitens eines Dermatologen begutachtet werden. So kann sich ein erblich bedingter Haarausfall schon zu Beginn des dritten Lebensjahrzehnts, also bereits mit Anfang 20 bemerkbar machen.
Das „perfekte Alter“ für eine Haartransplantation gibt es aber nicht. Vielmehr ist der Eingriff dann am sinnvollsten, wenn sich der Haarausfall seinem Stillstand nähert. Das ist bei jedem Patienten und jeder Patientin unterschiedlich. Wichtig für die Behandlung ist, dass der weitere Verlauf des Haarausfalls zu diesem Zeitpunkt absehbar ist.
Für Haartransplantationen gibt es kein empfohlenes Mindestalter - der Eingriff wird immer individuell entschieden.
In jungen Jahren legt man besonders großen Wert auf sein Aussehen, und dazu gehört selbstverständlich auch der Wunsch nach dichtem Haarwuchs. Es ist also nur verständlich, dass sehr viele junge Menschen bereits über eine Haartransplantation nachdenken - vor allem junge Männer, bei denen sich bereits früh Geheimratsecken oder eine Tonsur bemerkbar machen. Allerdings lässt sich bei sehr jungen Patienten nicht abschätzen, wie sich der Haarausfall in den folgenden Jahren weiterentwickelt.
Aus medizinisch-ästhetischen Gründen ist jedoch eine gewisse Zurückhaltung bei jugendlichen Patienten geboten, da bei diesen die weitere Entwicklung ihres Haarausfalles eventuell noch nicht absehbar ist. Auch könnte bei Jugendlichen vor Abschluss des Haarausfalls durch eine verfrühte Haartransplantation eine falsche Erwartungshaltung suggeriert werden.
Früher warnten viele Haarwunschmediziner vor Haarverpflanzungen in den 20ern. Man scheute das Risiko, zu früh „sein Pulver zu verschießen“, sprich: Haare in Bereiche zu transplantieren, wo der Haarausfall noch weitergeht. Dank den Fortschritten der Haarwunschmedizin muss man heute nicht mehr so vorsichtig sein. Auf eines achtet ein gutes Ärzte-Team: Es führt eine Transplantation möglichst nicht im Stadium des akuten Haarverlusts durch. Vielmehr transplantiert man, wenn dieser sich verlangsamt hat und aktuell stagniert. Und die neue Haarlinie wird erst einmal nicht übertrieben weit nach vorn verlegt.
Entscheidend ist bei jüngeren Patienten eine gründliche Bestandaufnahme der Haarmenge, die für Verpflanzungen zur Verfügung steht. Die Zahl der möglichen Spenderhaare unterscheidet sich nämlich sehr von Mann zu Mann.
Doch nicht immer legt man bei jungen Männern, die unter erblich bedingtem Haarausfall leiden, gleich mit einer Haartransplantation los. Es gibt in diesem Alter auch andere Therapieansätze. Das sind zum Beispiel Medikamente gegen den Haarverlust oder die Injektion von haarwuchsförderndem Eigenblut-Plasma. Die Strategie dahinter: Mit einer nichtoperativen Therapie erhält man möglichst lange die Haare, die noch vital sind.
Verschreibungspflichtige Medikamente wie Minoxidil oder Finasterid können erblich bedingten Haarausfall recht gut stoppen. Ihre ausfallhemmende Wirkung ist seit den 1980er Jahren bekannt. Die Mittel müssen allerdings täglich, eventuell sogar mehrmals am Tag eingenommen beziehungsweise in die Kopfhaut eingerieben werden. Auch können sie erhebliche Nebenwirkungen haben. Wer die Medikamente verträgt und genügend Durchhaltevermögen hat, kann den Haarausfall so längere Zeit eindämmen. Das bewahrt vorerst ein schöneres Haarbild.
Eine nebenwirkungsarme Möglichkeit bietet hingegen die Behandlung mit konzentriertem Eigenblutplasma. Hierzu wird dem Patienten eine kleinere Menge Blut abgenommen und in einer Zentrifuge aufbereitet. Diese trennt die Blutplättchen, die Thrombozyten, von den weniger nährstoffreichen Bestandteilen des Blutes. Das konzentrierte Eigenblutplasma enthält potente Proteine und Wachstumsfaktoren. Sie können die Nährstoffversorgung der Haarwurzeln sehr gut verbessern. Das Konzentrat wird in vielen kleinen Injektionen in die Kopfhaut gegeben. Zu Beginn empfiehlt sich eine Kur mit 3 Behandlungen im Abstand von circa 4 Wochen. Die Substanz kann ebenfalls Haarausfall aufhalten und das Haarwachstum fördern.
Bevor eine Transplantation in Erwägung gezogen wird, sollten erst alternative Methoden ausprobiert werden, die weniger invasiv sind. Spezielle Shampoos, Lotionen, Öle und die Eigenbluttherapie können Abhilfe schaffen.
Ist der Haarausfall nicht genetisch bedingt, sollte eine Operation erst infrage kommen, wenn andere Methoden scheitern und ein Arzt zurate gezogen wurde.
Eigenbluttherapie zur Behandlung von Haarausfall
Prinzipiell ist eine Haartransplantation auch noch im hohen Alter möglich, allerdings nur, wenn der Patient einen guten allgemeinen Gesundheitszustand vorweisen kann. Zu alt ist man dann, wenn der Gesundheitszustand keine Transplantation erlaubt. Erkrankungen der Schilddrüse, der Lunge, des Herzens oder Diabetes, können einen Eingriff zu riskant machen.
Tatsächlich kann eine wohlüberlegte Haartransplantation das Bild in fast jedem Alter verbessern.
Bei der Haartransplantation entnehmen die Haarchirurgen Haarfollikel, sogenannte Grafts, vom Hinterkopf. Dieser Bereich ist in der Regel nicht von genetisch bedingtem Haarausfall betroffen und eignet sich daher ideal als Spendergebiet. Die Grafts werden entweder nach der FUE- oder FUT-Methode entnommen, nach Haaranzahl und Wuchsrichtung sortiert und dann in die vorbereiteten Stellen der Kopfhaut transplantiert.
Die moderne FUE-Methode (Follicular Unit Extraction) erlaubt es auch, am Hinterkopf erst mal eine begrenzte Zahl von Haarfollikel-Gruppen, sogenannte Grafts, praktisch narbenfrei zu „ernten“. Sie werden dann in die Ausfallregionen eingesetzt. Haare, die vom Hinterkopf nach vorne transplantiert werden, fallen nach der Verpflanzung nicht wieder aus. Sie sind gegen den Störfaktor Dihydrotestosteron besonders widerstandsfähig.
Aus dem Haarkranz können bis zu 6.000 Haarfollikel gewonnen werden, ohne dass dies optisch sichtbar ist. In einigen Fällen kann auch die Körperhaartransplantation sich anbieten (z.B. Barthaar als Spender).
Umsichtig transplantierte Haarwurzeln tragen auch dann noch zu einem schönen Gesamtbild bei, wenn die Haarlinie infolge fortbestehender Ausfallneigung zurückweicht.
Die häufigste Form des Haarausfalls ist die androgenetische Alopezie (AGA), also der erblich bedingte Haarausfall. Das Leiden, das auch als erblicher oder hormonell bedingter Haarausfall bekannt ist, wird durch Dihydrotestosteron ausgelöst, ein Zwischenprodukt des „männlichen“ Hormons Testosteron. Die anfälligen Regionen sind die vordere und die obere Kopfhaut. Bei Betroffenen reagiert der dortige Haarbestand höchst empfindlich auf Dihydrotestosteron.
Jedoch gibt es auch andere Arten von Haarausfall, z.B. den diffusen Haarausfall oder die Alopezie Areata, bei denen eine Haartransplantation meistens nicht geeignet ist.
Die Ursachen für Haarausfall können sehr unterschiedlich sein. Auch kann er in verschiedensten Lebensabschnitten auftauchen.
Wird Haarausfall festgestellt, sollte zunächst ein Arzt aufgesucht werden, um die genaue Ursache zu ermitteln. Oftmals gibt es für nicht erblich bedingten Haarausfall alternative Lösungen.
Eine Haartransplantation kann unter bestimmten Voraussetzungen zu einer schnellen und nachhaltigen Verbesserung des Haarstatuses führen.
Welche Voraussetzungen sind dies? Wenn die Voraussetzungen nur zum Teil oder gar nicht erfüllt sind, kann das Resultat der Haartransplantation das Ziel einer ästhetischen Haarpracht verfehlen.
Mithilfe der Familienanamnese und der allgemeinen Anamnese, z.B. Bei einer ungünstigen Prognose (Typ 6 und 7 nach der Hamilton-Norwood-Skala) ist eine Haartransplantation schwierig, da der Haarkranz als Spenderbereich nicht ausreicht. Auch eine jugendliche Haarlinie oder ein vollständiger Haaransatz ist in vielen Fällen nicht möglich.
Nicht jeder ist für eine Haartransplantation geeignet.
Mit dem sogenannten Hamilton-Norwood-Schema lässt sich bewerten, wie und in welchem Tempo der Haarausfall des Patienten voraussichtlich voranschreitet.
Das Hamilton-Norwood-Schema ist ein Klassifikationssystem, das verwendet wird, um den Grad von Haarausfall bei Männern zu beschreiben und zu bewerten. Es wurde ursprünglich von dem Dermatologen Dr. James Hamilton entwickelt und später von Dr. O’Tar Norwood modifiziert.
Die Stufen der Hamilton-Norwood-Skala:
Das Hamilton-Norwood-Schema wird häufig verwendet, um den Grad von Haarausfall bei Männern zu beschreiben und zu bewerten und um zu bestimmen, welche Behandlungsmöglichkeiten am besten geeignet sind.
Eine Haartransplantation ist am wirksamsten bei Patienten mit mäßigem bis fortgeschrittenem Haarausfall. Patienten mit leichtem Haarausfall könnten möglicherweise von anderen Behandlungen profitieren, wie zum Beispiel Medikamenten, die das Wachstum von Haaren fördern.
Es ist wichtig, dass Patienten realistische Erwartungen haben und verstehen, dass das Ergebnis einer Haartransplantation nicht sofort sichtbar sein wird und dass es einige Zeit dauern kann, bis das endgültige Ergebnis sichtbar wird.
Übrigens: Eine Haartransplantation hält ein Leben lang.
tags: #Haartransplantation #Mindestalter
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