Ab wann Haare färben nach Chemotherapie: Ein umfassender Ratgeber

Viele Menschen, die eine Chemotherapie durchlaufen haben, freuen sich darauf, wenn ihre Haare wieder wachsen. Doch oft ist alles anders: die Haare sind heller, grauer oder dunkler als zuvor. In diesem Artikel erfahren Sie, wann und wie Sie Ihre Haare nach einer Chemotherapie wieder färben können, um sich wieder wohlzufühlen.

Auswirkungen der Chemotherapie auf die Haare

Eine Chemotherapie zerstört Zellen, die sich schnell teilen, wie Krebszellen. Leider betrifft dies auch die Haarwurzeln. Die Behandlung kann aus mehreren Teilen bestehen, die unterschiedlich stark auf die Haarwurzeln wirken. Je nach Krebsart gibt es auch Chemotherapien, bei denen das Haar lediglich etwas dünner wird.

  • Haarausfall: Zu Haarausfall kommt es vor allem bei Krebstherapien mit zytostatischen Medikamenten. Diese Medikamente stoppen den Zellzyklus, was notwendig ist, um den Krebs zu besiegen.
  • Schutzmechanismus der Haarwurzeln: Die Haarwurzeln schützen sich mit einer verlängerten Ruhephase, damit das Medikament sie nicht zerstört.
  • Wachstumsphase: Nach Beendigung der Krebstherapie brauchen die Haarwurzeln zwei bis vier Monate, um wieder in eine Wachstumsphase überzugehen.
  • Nicht immer Haarausfall: Es ist nicht so, dass man bei jeder Chemotherapie zwingend die Haare verlieren muss. Es kommt sehr auf das verwendete Medikament an.

Die ersten Anzeichen sind stumpfes und glanzloses Haar. Einige Tage später fallen die Haare vermehrt aus. Der Haarverlust erfolgt nicht gleichmäßig, und manche kleinen Stellen bleiben länger behaart. Auch Wimpern, Augenbrauen und Schamhaare können betroffen sein, da sich ihre Zellen langsamer teilen.

Schminken und Make-up während einer Krebstherapie - was muss ich beachten? (Ärztin informiert)

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Haarefärben nach der Chemotherapie?

Es ist wichtig, der Kopfhaut nach der Chemotherapie genügend Zeit zur Regeneration zu geben. Die meisten Experten raten, mit dem Haarefärben mindestens sechs Monate nach Beendigung der Chemotherapie zu warten. Dies gilt auch für die Haare selbst, da die Haarstruktur anfangs noch sehr empfindlich ist. Die Kopfhaut ist nach der Chemo extrem sensibel und kann trocken, juckend oder schuppig sein. Normale Haarfarben, die aggressive Chemikalien enthalten, können diese Symptome verschlimmern und allergische Reaktionen auslösen.

Empfehlungen zur Wartezeit:

  • Mindestens sechs Monate: Nach Beendigung der Chemotherapie warten.
  • Empfindliche Haarstruktur: Die Haarstruktur ist anfangs noch sehr empfindlich.
  • Kopfhaut Regeneration: Geben Sie der Kopfhaut genügend Zeit zur Regeneration.

Wie man den richtigen Zeitpunkt bestimmt

Entscheidend ist, wie stabil Ihre Haare und wie reizfrei Ihre Kopfhaut sind. Das Risiko: Haarbruch, Reizung, allergische Reaktion. Sprich daher vorher bitte mit einem Profi.

Haarstruktur-Test

Ich helfe dir gerne mit einem einfachen angeleiteten Haarstruktur-Test. Wenn du dir unsicher bist, ob dein Haar bereit ist, analysiere ich deine Struktur gern gemeinsam mit dir.

Die richtige Farbwahl und Färbetechnik

Die Auswahl an Haarfarben, Techniken und Sorten ist groß. Viele Produkte werben mit Aussagen wie „schonend“, „sensitiv“ oder „natürlich“. Hier sind einige Tipps zur Auswahl der richtigen Farbe und Technik:

  • Sanfte Produkte wählen: Verwenden Sie vorzugsweise ammoniakfreie Tönungen oder Pflanzenhaarfarben wie Henna.
  • Strähnen statt Komplettfärbung: Strähnen sind eine gute Alternative zur Komplettfärbung.
  • Patch-Test machen: Führen Sie immer einen Allergietest durch, indem Sie eine kleine Menge der Farbe 48 Stunden vor dem Färben in der Armbeuge auftragen.
  • Tönungen ohne Ammoniak: Tönungen ohne Ammoniak sind meist verträglicher. Am besten an einer kleinen Stelle prüfen, 1 Tag warten und wenn alles ok ist loslegen.
  • Pflanzenfarben (z. B. Henna): Nur mit Vorsicht. Vor allem bei noch empfindlicher Kopfhaut nach der Therapie ist Henna auch nicht die beste Lösung.

Die von außen aufgebrachte Haarfarbe hat auf die Haarwurzeln keine Wirkung. Sie können Ihre Haare und Augenbrauen nach der Chemotherapie jederzeit wieder färben. Um Reizungen der Kopfhaut zu vermeiden, sollten Sie nach Möglichkeit dennoch in den ersten Wochen auf das Färben verzichten.

Unterstützende Maßnahmen nach der Krebstherapie

Nach der Krebstherapie kann man unterstützend auf die Haarwurzeln einwirken, indem man zusätzlich Haarstruktur-Verbesserer einnimmt. Das sind Nahrungsergänzungsmittel mit Aminosäuren, Vitamin H und anderen Zusatzstoffen, wie Zink und Selen. Nach der Krebstherapie kann man die Haarwurzeln unterstützen, indem man spezielle Nahrungsergänzungsmittel einnimmt.

Weitere Tipps zur Haarpflege:

  • Haarstruktur-Verbesserer: Nahrungsergänzungsmittel mit Aminosäuren, Vitamin H, Zink und Selen.
  • Milde Shampoos: Verwenden Sie milde Shampoos, z.B. Babyshampoo.
  • Kopfhautpflege: Schützen Sie die Kopfhaut mit fetthaltigen Salben vor dem Austrocknen.
  • Sonnenschutz: Tragen Sie im Freien Sonnenschutzmittel auf oder tragen Sie eine Kopfbedeckung.
  • Vorsichtiges Trocknen: Drücken Sie die Haare nach dem Waschen nur vorsichtig in einem Handtuch aus und stellen Sie den Fön nur auf maximal lauwarmer Stufe ein.
  • Weiche Bürste: Kämmen Sie die Haare mit einer weichen Bürste.

Was vermieden werden sollte:

  • Färbungen und Dauerwellen: Vermeiden Sie Färbungen und Dauerwellen.
  • Heizbare Stylinggeräte: Verwenden Sie keine heizbaren Frisierstäbe/Lockenwickler.
  • Stylingprodukte: Verzichten Sie auf Haarschaum, -gele und -spray.
  • Kräftiges Bürsten: Vermeiden Sie kräftiges Bürsten oder Kämmen der Haare.

Umgang mit Hautveränderungen

Eine Krebstherapie, die eingesetzt wird, um einen Tumor zu vernichten oder zu verkleinern, hat natürlich auch Auswirkungen auf die Haut. Deshalb wird die Haut trocken oder schuppig und Juckreiz tritt auf. Es kann an den Handflächen und Fußsohlen zu Rötungen kommen, dort ist forcierte Hautpflege angesagt. Mit dieser kann gar nicht früh genug beginnen. Am besten ist es, wenn man schon vor der eigentlichen Krebstherapie damit beginnt und die Haut dann weiter pflegt. Alle Therapieformen, die auch in Kombination zur Anwendung kommen, um einen Krebs zu besiegen, haben die gleiche Auswirkung auf die Haut. Dazu zählt, dass die Haut trocken, dünn und schuppig wird, unter Umständen tritt auch Juckreiz auf.

Ähnlich wie bei Krebsmedikamenten trocknet die Haut vermehrt aus. Es können auch Spätfolgen der Bestrahlung, nämlich ein weißer Hautkrebs, im Bestrahlungsbereich auftreten, aber wenn, dann erst viele Jahre später. Im Bestrahlungsbereich wird die Haut dünner und anfälliger für Ekzeme und andere Hautveränderungen. Gerade während und nach einer Krebstherapie ist die Hautpflege des Körpers besonders wichtig.

Tipps zur Hautpflege während und nach der Therapie:

  • Wasserkontakt minimieren: Reduzieren Sie den Wasserkontakt, da dieser zusätzlich Fette aus der Haut löst.
  • Eincremen: Cremen Sie sich einmal täglich ein.
  • Hautpflegeprodukte ohne Duftstoffe: Verwenden Sie Produkte, die keine Duftstoffe enthalten.
  • Kleopatra Bad: Verwöhnen Sie sich mit einem Kleopatra Bad (Badewanne füllen, einen Becher Kochsalz, einen Becher Schlagobers und einen Becher Honig hinzufügen).

Make-up Tipps für Krebspatientinnen

Es ergeben sich zum einen in der Pflege verschiedene Probleme, das sind meist sehr trockene und empfindliche Hauttypen, die zu Rötungen und schuppiger Haut neigen. Zum Zweiten gibt es beim Make-Up immer wieder Probleme mit Rötungen, Augenschatten und Augenringen, die abzudecken sind. Darüber hinaus auch Schwellungen in der Augenpartie und der Verlust der Augenbrauen und Wimpern.

Schminktipps

  • Augenpflege: Verwenden Sie eine leichte Creme-Gel Konsistenz, die ölfrei ist und viel Feuchtigkeit spendet.
  • Creme gegen Rötungen: Verwenden Sie eine Creme, die speziell gegen Rötungen ist und die Haut tagsüber vor negativen Umweltbelastungen schützt.
  • Feuchtigkeitsgel: Verwenden Sie ein Feuchtigkeitsgel für extrem trockene oder schuppige Haut.
  • Concealer: Verwenden Sie einen Concealer, um Augenringe und Augenschatten zu verdecken.
  • Foundation: Wählen Sie eine Foundation, die genau den gleichen Ton hat wie die Haut.
  • Puder: Fixieren Sie Foundation und Concealer mit einem Hauch von Puder.
  • Bronzer: Verwenden Sie einen Bronzer, um das Gesicht zu modellieren und schöne Konturen zu schaffen.
  • Augenbrauen: Verwenden Sie einen zarten Liner und Augenbrauenpuder, um die Augenbrauen natürlich zu gestalten.
  • Lidschatten: Verwenden Sie einen hellen Ton am Augenlid, um das Auge zu öffnen und strahlen zu lassen.
  • Highlighter: Setzen Sie Glanzpunkte im Gesicht mit einem Highlighter.
  • Eyeliner: Zeichnen Sie feine Strichen mit einem dunklen Stift auf dem oberen Lidrand.
  • Wimperntusche: Betonen Sie die Wimpern mit einer Wimperntusche, die augenärztlich getestet und parfümfrei ist.

Es gibt wunderschöne Highlighter, mit denen man Glanzpunkte im Gesicht setzen kann. Ich habe hier eine Palette von hellen bis zu dunkleren Rosé-Tönen. Ich verwende den hellsten im Inneren des Augenwinkels bei geschlossenem Auge. Unter der Braue können Sie auch ein Highlight setzen, das gibt einen frischen Effekt.

Nagelpflege während der Chemotherapie

Nägel gehören wie die Haare zu den Hautanhangsgebilde und reagieren natürlich auch auf die Krebstherapie. Sie können brüchig werden, Rillen aufweisen oder trocken werden. Dafür gibt es Nagel Öle und Nagelpflege Balsam Produkte, die hier zur Anwendung kommen können. Das Lackieren der Nägel schadet der Nagelplatte nicht.

Psychische Unterstützung

Die Krebserkrankung bzw. ihre Behandlung bringen große psychische und körperliche Belastungen und Veränderungen mit sich. Sich wohl zu fühlen und sich als attraktiv zu empfinden, steigert das Selbstbewusstsein, hilft Kraft zu schöpfen und fördert letztendlich den Heilungsprozess.

Der Austausch mit der Familie, Freund*innen oder anderen Betroffenen über Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit der Krebserkrankung erleichtert und trägt weiter zum seelischen Wohlbefinden bei. Fachpersonal wie Ärzt*innen, Pflegekräfte oder Psycholog*innen/Seelsorger*innen können helfen, die schwere Zeit der Krebserkrankung besser zu verarbeiten. Und auch mit der Unterstützung von speziell für Krebskranke geschulten Kosmetiker*innen, Friseur*innen/Perückenhersteller*innen und Imageberater*innen gelingt es, mit den durch die Krebserkrankung hervorgerufenen Veränderungen umzugehen.

Aspekt Empfehlungen
Wartezeit vor dem Färben Mindestens 6 Monate nach Chemoende
Haarprodukte Ammoniakfreie Tönungen, Pflanzenhaarfarben
Färbetechnik Strähnen statt Komplettfärbung
Hautpflege Milde, seifenfreie Lotionen, Aloe vera, Avocadoöl
Make-up Parfumfreie, allergiegetestete Produkte

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