Das erste graue Haar ist schon etwas Besonderes. Erinnern Sie sich noch daran, wo Sie es entdeckten? Den weißen, eher stoischen Faden zwischen all den anderen pigmentierten Strähnen? In einem überbelichteten Aufzug - oder in der Umkleidekabine? Und im Laufe der Zeit blitzen immer wieder neue farblose Strähnen hervor. Selbstverständlich, schließlich ist das der natürliche Alterungsprozess, und: Altern ist ein Privileg. Ebenso der Umgang damit und ob wir die optischen Einflüsse - je nach Belieben - stolz tragen oder stolz kaschieren.
Graue Haare verbinden wir zwangsläufig mit dem Älterwerden. Doch wieso werden Haare grau und lässt sich dieser Prozess vielleicht aufhalten? Was sind graue Haare?
In diesem Artikel werden wir die Ursachen grauer Haare, insbesondere im Alter von 70 Jahren, genauer unter die Lupe nehmen und Ihnen zeigen, was Sie dagegen tun können.
Graue Haare entstehen meist im fortschreitenden Alter, wenn im Haar die Produktion des natürlichen Farbpigments Melanin abnimmt. Dies führt dazu, dass Haare grau werden. Sicher ist Dir schon aufgefallen, dass manche Menschen graue Haare haben und andere wiederum weißes Haar. Hierzu gibt es eine Besonderheit: Graue Haare entstehen, wenn die in den Haarfollikeln enthaltenen Pigmentzellen (Melanozyten) weniger Melanin produzieren.
Dieses Farbpigment ist für die Haarfarbe eines Menschen verantwortlich, ganz gleich, ob er blondes, rotes, braunes oder schwarzes Haar hat. Lässt die Produktion dieses Pigments nach, erscheinen die Haare grau oder weiß. Weißes Haar ist das Resultat davon, dass die Melanozyten die Produktion des Farbpigments vollständig eingestellt haben. Übrigens: Weißes Haar gibt es so gesehen gar nicht. Es erscheint nur weiß, weil es durch den Mangel an Melanin das Licht reflektiert.
Um zu verstehen, warum Haare grau werden, ist es gut zu wissen, wie Haare zu ihrer natürlichen Farbe kommen. Spezielle Farbzellen in den Haarwurzeln geben Pigmente an die Haarzellen ab. Die Farbkörnchen lagern sich in die Hornschichten des Haarschaftes ein, der den sichtbaren Teil der Haare bildet. Diese Farbzellen heißen Melanozyten. Sie stellen den Farbstoff Melanin her, der namensgebend ist. Die große Vielfalt an natürlichen Haarfarben verdanken wir zwei Sorten von Melanin-Farbkörnchen: dem schwarz-braunen Eumelanin und dem rot-gelben Phäomelanin. Das Mischungsverhältnis der beiden Stoffe sowie die Gesamtmenge an Pigmenten, die das einzelne Haar speichert, entscheiden über die Haarfarbe.
Die Ursachen für graue Haare sind vielfältig. Die Genetik und das Älterwerden sind die häufigsten Gründe.
Die Ursachen für graue Haare sind genetischer, gesundheitlicher und altersbedingter Natur. Aber auch Lebensgewohnheiten spielen bei der Entstehung eine wesentliche Rolle. Was genau im Haar und den Melanozyten bei Stress geschieht, ist noch nicht ganz geklärt. Unsere Veranlagung bestimmt, wann und wie ausgeprägt wir graue Haare bekommen.
Die Gene, die Sie von Ihren Eltern geerbt haben, spielen eine entscheidende Rolle dabei, wann und wie schnell Sie graue Haare bekommen. Wenn Ihre Eltern oder Großeltern bereits in jungen Jahren graue Haare hatten, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass auch Sie früher graue Haare bekommen.
Entscheidend sind auch die Gene. Forschende fanden bereits vor vielen Jahren heraus, dass ein Gen mit der Bezeichnung „IRF4“ wesentlich am Ergrauen beteiligt ist. In einer Studie machten sie es für 30 Prozent des „Grauwerdens“ verantwortlich. Die restlichen 70 Prozent verteilten sich auf andere Faktoren wie das Alter, Stress und Umwelteinflüsse.
Mit zunehmendem Alter lässt die Funktion der Zellen nach, die das Melanin produzieren. Die Haare lagern weniger Farbstoff ein. Die Folge: sichtbar graues Haar. Das Grau ist allerdings eine optische Täuschung. Der Farbton entsteht, weil noch pigmentierte und bereits depigmentierte Haare nebeneinander liegen. Ein weiterer Effekt kommt dazu: Anstatt von Pigmenten lagern die Haare Sauerstoffbläschen ein. Brechen sie das Licht, erscheint das Haar weiß. Eigentlich sind die Haare farblos.
Laut neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse spielt Stress bei den externen Faktoren eine wichtige Rolle", sagt Dr. Lela Ahlemann. Die Fachärztin für Dermatologie, Phlebologie, Proktologie sowie Ernährungsmedizinerin erklärt: "Die Ursache für den chronischen Stress ist hierbei nicht wichtig. Es kann sich zum einen um langandauernden, psychischen Stress handeln, der das sympathische Nervensystem aktiviert".
Das sympathische Nervensystem übernimmt die Regulation in Stresssituationen - und erhöht die Aktivität bestimmter Organe. "Es kann aber auch Stress sein, der durch eine chronische Erkrankung ausgelöst wird", erklärt die Dermatologin weiter. "Chronischer Stress sorgt für die Bildung von freien Radikalen und für Entzündungen, die das Ergrauen fördern". Stress ist also nicht nur ein Vitamin-, sondern auch ein Melaninfresser.
Äußere Faktoren können das Ergrauen fördern. Dazu zählen die UV-Strahlen, denen Menschen etwa beim Sonnenbaden ausgesetzt sind. Dabei entstehen freie Radikale, die Körperzellen schädigen können.
Forschende fanden heraus, dass akuter Stress über das sympathische Nervensystem direkt die pigmentbildenden Stammzellen in den Haarfollikeln beeinflussen kann. Normalerweise dienen die pigmentbildenden Stammzellen als „Vorratskammer“, aus der neue pigmentproduzierende Zellen entstehen, wenn das Haar nachwächst. Durch das Stresshormon Noradrenalin werden diese Stammzellen aber plötzlich allesamt aktiviert und verwandeln sich in pigmentproduzierende Zellen - das Reservoir ist dadurch erschöpft. Das Ergebnis: Die Haare verlieren dauerhaft ihre Farbe, weil die Stammzellen nicht nachwachsen.
Auch Rauchen oder ein erhöhter Alkoholkonsum (wir sprechen von mehr als einem Glas Wein am Abend) sorgen im Körper für vorzeitige Ergrauung - ebenso wie ein Mikronährstoffmangel.
Ein Proteinmangel kann laut Expertin ebenfalls eine Ursache für graue Haare sein. Denn: Das Pigment Melanin wird aus der Aminosäure L-Tyrosin gebildet und ist in höheren Mengen in verschiedenen eiweißreichen Lebensmittel wie Lachs, Kürbiskernen und Walnüssen enthalten. Auch sonst seien Proteine und die Überwachung eines ausreichend gefüllten Depots an Eisen, Magnesium, Omega - 3, Vitamin-D und B-Vitaminen wichtig für die Vermeidung von Imbalancen, wie die Dermatologin erklärt.
Die Ernährung übt einen zusätzlichen Einfluss aus, allerdings nur, wenn wichtige Nährstoffe fehlen. Ein Mangel an Kupfer, Calcium oder Eisen kann zum „Grauwerden“ beitragen.
Aus einer Studie geht hervor, dass Rauchen tatsächlich das Risiko für graue Haare steigert. Fast jeder bekommt graue Haare, die übrigens nicht nur am Kopf auftreten. Die Brustbehaarung und der Bart bei Männern sowie die Augenbrauen-, Achsel- und Schambehaarung bei Männern und Frauen werden im Laufe der Jahre grau bzw. weiß.
Neben den Erbinformationen können wohl Luftverschmutzung, ultraviolette Strahlung, Rauchen und eine Mangelernährung das Ergrauen der Haare begünstigen. Vermutlich führen diese Faktoren dazu, dass sich freie Sauerstoffradikale (Reactive Oxygen Species, ROS) bilden. Sie schädigen die Zellen, die für den Farbnachschub sorgen.
Bestimmte Gesundheitsprobleme wie Schilddrüsenerkrankungen oder Vitaminmangel können das Ergrauen beschleunigen.
Ergrauen Haare unerwartet früh, spricht man von vorzeitigem Ergrauen. Dieses wird entweder genetisch, oder aber durch externe Faktoren wie Stress, schlechte Ernährung, ungesunde Gewohnheiten, Vitaminmängel oder Schilddrüsenfehlfunktionen bestimmt.
Bei wem die betagten Großeltern noch ihre ursprüngliche Haarfarbe zur Schau tragen, der hat ebenfalls gute Chancen, spät das erste graue Haar zu finden. Bei den meisten Menschen erscheinen graue Haare zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr.
Von vorzeitigem Ergrauen, englisch „premature hair graying“ (PHG), spricht man, wenn Haare deutlich früher als üblich ihre Farbe verlieren. Studien definieren dies nach ethnischer Zugehörigkeit: Bei Kaukasiern und Kaukasierinnen gilt es als vorzeitig, wenn graue Haare vor dem 20. Lebensjahr auftreten, bei Menschen asiatischer Abstammung vor dem 25. Lebensjahr und bei Menschen mit afrikanischer Abstammung vor dem 30. Lebensjahr.
| Ethnische Zugehörigkeit | Alter für vorzeitiges Ergrauen |
|---|---|
| Kaukasier | Vor dem 20. Lebensjahr |
| Asiaten | Vor dem 25. Lebensjahr |
| Afrikaner | Vor dem 30. Lebensjahr |
Graue Haare: Warum verschwinden sie nicht einfach? In der Regel ist die Entstehung grauer Haare ein fortschreitender Prozess. Sind sie jedoch durch Lebensstilfaktoren, Medikamente oder eine behandelte Erkrankung entstanden, können graue Haare wieder verschwinden.
Früher galt graues Haar als unumkehrbar. Doch heute wissen wir, dass es zumindest teilweise reversibel ist", so Dr. Ahlemann. Vielleicht kennen Sie das selbst: Manchmal taucht eine Haarsträhne auf, die an der Spitze gefärbt, in der Mitte grau und am Ansatz wieder gefärbt ist. Das zeigt, dass es eine zwischenzeitliche Phase des Ergrauens gab. "Nach unserem heutigen Wissensstand scheint es erwiesen, dass das Ergrauen in Teilen, möglicherweise in der Zukunft sogar vollständig, umkehrbar ist. Durch welche konkreten Maßnahmen, wissen wir allerdings noch nicht". Laut der Ärztin fehlt es noch an Forschung, doch die Wissenschaft sei in diesem Bereich bereits sehr aktiv.
Inwieweit eine Umkehr der Ergrauung möglich wäre, scheint vor allem abhängig vom Auslöser zu sein: Ist das Ergrauen ein Zeichen des natürlichen Alterungsprozesses oder der Genetik, ist es höchstwahrscheinlich nicht reversibel. Ist aber der ungesunde oder stressige Lebensstil daran beteiligt, sieht das anders aus: Die Ergebnisse einer Studie der Columbia University deuten auf einen reversiblen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und grauen Haaren hin. Die Forscher:innen konnten anhand der Proband:innen zeigen, dass durch Reduktion von chronischem Stress einige zuvor ergraute Haare wieder in einen pigmentierten Zustand zurückgebracht werden konnten.
Allerdings dämpfte der Experte allzu große Hoffnungen: „Auf der Grundlage unserer mathematischen Modellierung gehen wir davon aus, dass das Haar einen Schwellenwert erreichen muss, bevor es grau wird“, so Picard. „In der Lebensmitte, wenn das Haar durch das biologische Alter und andere Faktoren sich dem Schwellenwert nähert, kann Stress es über diese Schwelle hinausschieben, sodass es grau wird.“ Es sei daher nicht davon auszugehen, dass ein 70-Jähriger, der seit Jahren grau ist, durch Entspannung wieder dunkle Haare bekommt, oder dass Megastress bei einem 10-Jährigen ausreicht, um sein Haar ergrauen zu lassen.
Unter bestimmten Umständen können die verbliebenen pigmentbildenden Zellen im Haarfollikel wieder aktiviert werden und damit teilweise Melanin produzieren. Das bedeutet: Haare, die bereits grau erscheinen, können wieder etwas dunkler werden.
Leider (noch) nicht viel. Die gute Nachricht: Graue Haare sind in der Regel kein medizinisches Problem, manche empfinden sie jedoch ästhetisch als störend: Zumindest früh ergraute Haare werden vielfach immer noch als Anzeichen für vorzeitiges Altern und eine ungesunde Lebensweise wahrgenommen. Wer graue Haare hat und dazu steht, kann dafür sorgen, dass der Schopf gesund, glänzend und kräftig aussieht. Neben der richtigen Pflege ist etwa ausreichend Schlaf ein Faktor, der bei der Haarpflege unterschätzt wird. Das Schlafhormon Melatonin (nicht zu verwechseln mit Melanin, das den Haaren ihre Farbe verleiht), das vor allem im Dunkeln gebildet wird, scheint das Haarwachstum anzukurbeln. Zudem ist eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Eiweiß ein Segen für gesunde Haare und Nägel.
Zwar lassen sich die Zeichen der Zeit nicht gänzlich aufhalten, aber doch deutlich verlangsamen. Sicher fragst Du Dich: Kann man grauen Haaren vorbeugen? In der Tat! Während wir schlafen, regeneriert sich der gesamte Körper. Geschädigte Zellen im Gewebe werden repariert, und das Immunsystem wird gestärkt, indem es Zytokine und Proteine produziert, die Entzündungen bekämpfen. Dein gesamter Organismus nutzt die Schlafphase, um sich zu erholen und zu stärken. Das betrifft natürlich auch Dein Haar. Stress beschleunigt den Alterungsprozess und zehrt uns aus. Dies kann auch die Haare grau werden lassen. Setze am besten auf viele Auszeiten, um Ruhe und Kraft zu tanken.
Vitamine und Mineralstoffe sind nicht nur lebenswichtig, sondern fördern auch gesunde Haut und schönes Haar. Achte darauf, viele Antioxidantien zu Dir zu nehmen, die freie Radikale bekämpfen und vor oxidativem Stress schützen. Dunkle Beeren und Nüsse sind reich an antioxidativen Wirkstoffen, die dabei helfen können, dass Deine Haare länger ihre natürliche Farbe behalten. Welche Vitamine gegen graue Haare können helfen? Probiere zur Vorbeugung von grauem Haar die Einnahme folgender Nährstoffe einfach mal aus.
Verzichte auf aggressive Reinigungsmittel, übermäßiges Föhnen und zu häufiges Haarefärben. Wenn du natürlich graues Haar pflegen oder ihm vorbeugen willst, verwendest Du am besten unsere Garnier Haarpflege Produkte, die Dein Haar nähren und geschmeidig halten. Verwende deshalb Shampoos und Conditioner, die Deinem Haar einen gesund aussehenden Glanz verleihen. Wenn Du Dein graues Haar wieder richtig zum Strahlen bringen willst, entdecke unsere Nutrisse Silber Creme Perl-Grau - für natürlich schöne und gepflegte graue Haare!
Unsere Pflegetönung, angereichert mit kostbarem Camelia-Öl, verwöhnt Dein Haar mit reichhaltiger Pflege und einem zauberhaften silbernen Glanz. Dank der blauen und violetten Pigmente profitierst Du zugleich vom Anti-Gelbstich-Effekt: Sie umhüllen Dein Haar sanft und neutralisieren effektiv unerwünschte gelbe Nuancen, die oft bei weißem oder grauem Haar auftreten.
Auch das klassische Microneedling kann positive Effekte auf das Ergrauen haben.
Du liebst DIY-Haarpflege? Mit Hausmitteln lassen sich graue Haare zwar nicht rückgängig machen, aber vielleicht ein wenig kaschieren. Nutze hierfür Schwarzen Tee und eine Prise Salz. Koche etwa 2 Beutel schwarzen Tee auf, gib etwas Salz hinein und lass ihn abkühlen. Danach trägst Du den Tee auf das gewaschene, noch feuchte Haar auf und lässt ihn eine Stunde einwirken. Anschließend einfach gründlich ausspülen und wie gewohnt trocknen.
Zugegeben: Nicht jeder folgt dem Trend mit grauen Haaren. Du kannst Dein graues Haar einfach mit einer dauerhaften Coloration färben. Mit Haarstiften lassen sich vor allem graue Ansätze und kahle Stellen gut kaschieren. Wenn es schnell gehen soll oder Du keine Lust auf Haare färben hast, ist das Ansatzpuder die perfekte Wahl. Ob graue Haare, weiße Haare oder grau-meliertes Haar. Wer seine grauen Haare liebt, der sollte sie pflegen, um die Farbe so leuchtend und intensiv wie möglich zu bewahren.
Laut Celebrity Colourist Andreas Kurkowitz gibt es feinere Möglichkeiten der Kaschierung: Bei braunem Haar, das zwischendrin silbrig schimmert, sollte man "generell beachten, in welchem Bereich der Weißanteil am größten ist", so der Experte, "und nur in diesen Bereichen färben oder tönen und für ein perfektes Einblenden den Farbton wählen, der der Naturhaarfarbe zwischen den weißen Haaren entspricht".
Laut Kurkowitz sei eine mögliche Farbtechnik das "Base-Break / Smudge": Dabei wird eine kühle, mittlere oder helle Blondnuance für circa 10 bis 15 Minuten auf das nasse oder trockene Haar aufgetragen. Das Ergebnis: Der Naturton wird nur um ein bis zwei Töne transparent heller. "Das sorgt für weniger Kontrast zwischen Natur- und Weißanteil".
Sollen die grauen Haare nicht kaschiert, sondern optimal in Szene gesetzt und verblendet werden (was wiederum selteneres Färben bedeuten würde), empfiehlt der Colourist den Einsatz von Strähnen. Er sagt: "Dabei kann man seine Haare ungefärbt wirken lassen und die Zeit etwas zurückdrehen". Bei dunklen Haaren werden dafür oft Lowlights - also dunkle Strähnen - gefärbt. Dabei sei es wichtig, die Strähnen an den Stellen, an denen der größte Weißanteil ist, besonders fein einzuarbeiten. Und helles Haar? "Helle blondierte Strähnen bieten die Möglichkeit, den Weißanteil optisch hervorzuheben und den Gesamteindruck zu erzielen, dass die Haare weiß oder blondiert und klar kühl wirken", erklärt er.
Kupfer als Supplement einzunehmen, kann gegen graue Haare helfen. Eine wichtige Rolle bei den Mikronährstoffen in Bezug auf die vorzeitige Ergrauung spielt das Spurenelement Kupfer: "Kupfer ist ein Cofaktor der Synthese von Pigmenten". Demnach ist Kupfer unterstützend an der Herstellung von Pigmenten beteiligt. Ist der Kupferspiegel also zu niedrig, können graue Haare die Folge sein. Dann kann Kupfer supplementiert werden, jedoch gibt es dabei etwas zu beachten: "Wenn man länger Kupfer einnimmt, kann daraus ein Zinkmangel resultieren", erklärt Dr. Ahlemann. "Die beiden Metalle konkurrieren bei der Einnahme im Darm miteinander".
Deswegen rät sie Patient:innen mit einem niedrigen Kupferwert - bei längerfristiger Einnahme - nicht nur zur Kupfer-, sondern gleich auch zur Zinkeinnahme. Umgekehrt kann das ebenso passieren. "Wenn ich Patient:innen Zink gebe, müssen sie nach einiger Zeit auch etwas Kupfer dazunehmen." Die gute Nachricht: Die Behebung eines Kupfermangels kann zu einer verbesserten Melaninbildung der Haare führen.
Die Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter, und das Ergrauen der Haare ist keine Ausnahme. Wie bereits erwähnt, gibt es aktuelle Studien, die sich mit den Mechanismen des Ergrauens befassen, insbesondere mit der Rolle von Stress, Mitochondrien und Melanozyten. Die laufende Forschung lässt auf neue Entdeckungen hoffen, die zu wirksameren Behandlungen gegen das Ergrauen führen könnten. Auch wenn es noch in weiter Ferne liegt, den Prozess des Ergrauens vollständig aufzuhalten, so besteht doch die Hoffnung, dass zukünftige Behandlungen den Prozess verlangsamen oder sogar umkehren können.
Zusätzlich gibt es Mittel, die gezielt in oder auf die Kopfhaut gegeben werden können, um eine Repigmentierung zu bewirken", erklärt Dr. Ahlemann. Eine interessante Methode sei die sogenannte Exosomentherapie, ebenso wie die Behandlung mit Polynukleotiden. Zum Hintergrund: Exosomen sind kleine Pakete mit Erbinformationen, die heutzutage in der Dermatologie vor allem zu Zwecken der Hautregeneration genutzt werden. Polynukleotide werden aus Lachs-DNA gewonnen, sind laut der Dermatologin immunologisch unbedenklich und werden in die Kopfhaut injiziert. "Eine Ergrauung damit signifikant umzukehren ist jedoch unrealistisch, vielmehr nutzt man dies als Nebeneffekt der Haarwachstumstherapie, für welche diese Substanzen eingesetzt werden."
Manche Hersteller der Nahrungsergänzung empfehlen zudem, das Enzym Katalase einzunehmen", sagt die Ärztin. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das Wasserstoffperoxid abbaut - und Wasserstoffperoxid zerstört Melanin. "Ob es oral eingenommen, tatsächlich intakt in der Kopfhaut ankommt, um eine solche Funktion zu erfüllen, ist wissenschaftlich nicht belegt. Daher rate ich eher davon ab."
tags: #70 #jahre #graue #haare #ursachen
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