5-Alpha-Reduktase-Hemmer: Informationen zu Haarausfall

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, von dem rund 40 Prozent aller Männer und 20 Prozent aller Frauen betroffen sind. Eine häufige Ursache ist die androgenetische Alopezie, oft bedingt durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber Dihydrotestosteron (DHT) oder eine zu hohe DHT-Konzentration. Hier kommen 5-Alpha-Reduktase-Hemmer ins Spiel.

Was ist Dihydrotestosteron (DHT)?

Dihydrotestosteron (DHT) ist ein Abbauprodukt des männlichen Hormons Testosteron. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des männlichen Embryos und in der Pubertät. DHT sorgt für Bartwuchs, die allgemeine männliche Körperbehaarung, die Funktion der Talgdrüsen und die Entwicklung der Prostata. Bei genetisch bedingter Veranlagung kann DHT die Haarfollikel verkleinern, was zu dünner werdendem Haar und schließlich zu Haarausfall führt.

Wie wirken 5-Alpha-Reduktase-Hemmer?

5-Alpha-Reduktase-Hemmer sind Medikamente, die die Umwandlung von Testosteron in DHT hemmen oder die Wirkung von DHT an den Haarfollikeln blockieren. Dadurch wird der schädigende Einfluss auf die Haarwurzeln reduziert, was das Fortschreiten des Haarausfalls verlangsamen oder stoppen kann. Das Enzym 5α-Reduktase katalysiert die Umwandlung von Testosteron zu DHT.

Durch die Hemmung der 5-Alpha-Reduktase wird die Konzentration des Dihydrotestosterons gesenkt und die von ihm ausgehenden Wirkungen reduziert.

DHT-Blocker hemmen die Umwandlung von Testosteron in DHT oder blockieren die Wirkung von DHT an den Haarfollikeln.

Dadurch wird der schädigende Einfluss auf die Haarwurzeln reduziert, was das Fortschreiten des Haarausfalls verlangsamen oder stoppen kann. In vielen Fällen wird das Haar wieder kräftiger und dichter.

Hier sind einige Beispiele für 5-Alpha-Reduktase-Hemmer:

  • Medikamentöse DHT-Blocker (z. B. Finasterid in Tablettenform)
  • Topische Lösungen (z. B. Minoxidil in Kombination mit DHT-hemmenden Inhaltsstoffen)
  • Natürliche DHT-Blocker (z. B. Kürbiskernextrakt, Sägepalmextrakt)

Finasterid: Ein bekannter 5-Alpha-Reduktase-Hemmer

Finasterid ist ein 5-alpha-Reduktase-Hemmer, der die Bildung von Dihydrotestosteron reduziert. Dieses Enzym bewirkt die Bildung von Dihydrotestosteron, das sowohl bei der Entwicklung einer benignen Prostatahyperplasie, einer gutartigen Vergrößerung der Prostata, als auch beim erblich bedingten Haarausfall eine Rolle spielt.

Seit vielen Jahren ist der 5α-Reduktase-Hemmer Finasterid unter anderem zur Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Männern zugelassen (nicht für Frauen).

Finasterid ist ein kompetitiver Inhibitor der intrazellulären Typ II 5α-Reduktase. Das Enzym wandelt Testosteron in das stärker wirksame Androgen Dihydrotestosteron (DHT) um.

Die normale Funktion und das Wachstum der Prostata sind abhängig von der Umwandlung von Testosteron zu DHT.

Männer mit androgenetischem Haarausfall besitzen verkleinerte Haarfollikel und erhöhte Mengen DHT.

Klinische Studien mit Finasterid zeigen eine schnelle Senkung der DHT-Spiegel im Serum um 70 Prozent, wodurch es nach 3 Monaten zu einer Verkleinerung des Prostatavolumens um etwa 20 Prozent kommt.

Dieses verschreibungspflichtige Medikament blockiert die 5-Alpha-Reduktase im Körper und hemmt dadurch die Produktion von DHT.

Anwendung und Dosierung von Finasterid

Bei benigner Prostatahyperplasie beträgt die tägliche per orale Dosierung 5 mg pro Tag. Eine Dosisanpassung bei einer Kreatinin-Clearance von über 9 ml/min/ 1,73 m2 ist nicht erforderlich.

Um den Nutzen aufrechtzuerhalten, ist eine kontinuierliche Anwendung zu empfehlen.

Der behandelnde Arzt sollte laufend die Wirksamkeit und die Behandlungsdauer beurteilen.

Eine Therapiedauer von mindestens 3 bis 6 Monate ist erforderlich, um Anzeichen einer Stabilisierung des Haarausfalls erwarten zu können.

Wenn die Behandlung abgebrochen wird, beginnt die Wirkung sich innerhalb von 6 Monaten zurückzubilden.

Fynzur®: Finasterid-Spray für die lokale Anwendung

Mit Fynzur® ist nun auch ein Finasterid-Spray zur Anwendung auf der Haut auf dem deutschen Markt verfügbar. Zugelassen ist es zur Behandlung von Männern im Alter von 18 bis 41 Jahren mit leichter bis mäßiger androgenetischer Alopezie, um den Haarwuchs zu steigern und weiterem Haarausfall vorzubeugen.

Bei jedem Sprühstoß werden 50 µl Lösung abgegeben, die 114 µg Finasterid enthalten. Der Wirkstoff wirkt lokal und direkt auf das Zentrum der Haarzwiebel.

Das Spray sollte einmal täglich auf kahle Stellen der Kopfhaut appliziert werden. Das Haar und die Kopfhaut sollten vor der Anwendung völlig trocken sein. Je nach Größe der kahlen Stellen können ein bis vier sich nicht überlappende Sprühstöße angewendet werden.

In einer multizentrischen, doppelblinden und randomisierten Studie bei Erwachsenen mit androgenetischer Alopezie wurde das Spray mit Placebo und oralem Finasterid über 24 Wochen verglichen.

Das Ergebnis nach 24 Wochen: Topisch appliziertes Finasterid war signifikant wirksamer als Placebo (20,2 versus 6,7 Haare) und ähnlich wirksam wie orales Finasterid (21,1 Haare).

Bereits nach zwölfwöchiger Behandlung zeigten sich statistisch signifikante Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert im Vergleich zum Placebo-Spray.

Die häufigsten Nebenwirkungen des Sprays waren Juckreiz, Erythem sowie Libidoverringerung beziehungsweise -verlust.

Kontraindikationen und Nebenwirkungen von Finasterid

Die Anwendung von Finasterid ist kontraindiziert bei Frauen, die schwanger sind oder bei denen eine Schwangerschaft nicht auszuschließen ist.

Medikamentöse DHT-Blocker wie Finasterid können Nebenwirkungen haben, beispielsweise Libidoverlust, Erektionsstörungen oder Stimmungsschwankungen. Pflanzliche und topische Varianten gelten in der Regel als nebenwirkungsärmer, ihre Wirksamkeit kann jedoch schwächer sein. Deshalb ist eine ärztliche Begleitung empfehlenswert.

Finasterid weist jedoch zwei negative Merkmale auf: zum einen hemmt es nur den DHT-bedingten Haarausfall an noch bewachsenen Stellen der Kopfhaut, kann aber kein neues Haarwachstum auf bereits kahlen Stellen anregen.

Alternativen zu Finasterid

Neben Finasterid gibt es weitere Möglichkeiten, erblich bedingten Haarausfall zu behandeln:

  • Minoxidil: Ursprünglich als Blutdrucksenker konzipiert, ist der verstärkte Haarwuchs eine "Nebenwirkung". Die Wirksamkeit ist durch Studien belegt, die genaue Wirkungsweise jedoch unklar.
  • Redensyl®: Ein patentierter Wirkstoff, der in klinischen Studien eine ähnlich hohe Wirkung gegen Haarverlust wie Finasterid und Minoxidil zeigt, aber ohne Nebenwirkungen auskommt.
  • Natürliche DHT-Blocker: Pflanzliche Wirkstoffe wie Kürbiskernextrakt, Sägepalmextrakt, Sulforaphan (Brokkolisamen Extrakt) und Hirseextrakt können den DHT-Gehalt im Blut senken und den Haarverlust reduzieren.

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Weitere Behandlungsansätze

Neben DHT-Blockern gibt es weitere Therapieansätze, die bei Haarausfall helfen können:

  • PRP-Therapie: Eine minimalinvasive Behandlung mit Eigenblut, bei der plättchenreiches Plasma (PRP) in die Kopfhaut injiziert wird, um die Regeneration der Hautgefäße und die Neubildung von Bindegewebe anzuregen.
  • Haartransplantation: Eine effektive Lösung bei fortgeschrittenem Haarverlust, bei der Haarfollikel aus dicht bewachsenen Bereichen auf kahle Stellen verpflanzt werden.
  • Mesotherapie: Spezielle Wirkstoffkomplexe werden mit feinen Kanülen in die Kopfhaut injiziert, um den Haarausfall zu reduzieren und das Haarwachstum anzuregen.
  • Lasertherapie: Die Kopfhaut wird mit Laserlicht bestrahlt, um den Stoffwechsel und die Durchblutung anzuregen und Entzündungen zu hemmen.

Tabelle: Vor- und Nachteile verschiedener DHT-Blocker

Form Vorteile Nachteile Geeignet für
Medikamentöse DHT-Blocker (z. B. Finasterid) Klinisch nachgewiesene Wirksamkeit; Besonders effektiv bei erblich bedingtem Haarausfall; Einfache Anwendung (Tablettenform) Risiko für Nebenwirkungen (z. B. Libidoverlust, Erektionsstörungen, Stimmungsschwankungen); Wirkung nur bei kontinuierlicher Einnahme Männer mit fortgeschrittenem erblich bedingtem Haarausfall
Topische DHT-Blocker (z. B. Lösungen mit Minoxidil + DHT-hemmenden Inhaltsstoffen) Lokale Anwendung direkt an der Kopfhaut; Nebenwirkungsärmer als orale Medikamente Regelmäßige Anwendung erforderlich (meist 1-2x täglich); Ergebnisse oft erst nach mehreren Monaten sichtbar; Teilweise Hautreizungen möglich Männer und Frauen mit beginnendem oder mittelgradigem Haarausfall
Natürliche DHT-Blocker (z. B. Kürbiskernextrakt, Sägepalmextrakt) Weniger Nebenwirkungen; Können über die Nahrung aufgenommen oder gezielt supplementiert werden Wirksamkeit kann schwächer sein als bei medikamentösen Behandlungen; Ergebnisse können variieren Männer und Frauen mit leichtem Haarausfall oder zur unterstützenden Behandlung

Wichtiger Hinweis

Die Wirkung von DHT-Blockern setzt nicht sofort ein. Erste sichtbare Verbesserungen zeigen sich meist nach 3 bis 6 Monaten regelmäßiger Anwendung. Für ein nachhaltiges Ergebnis ist eine kontinuierliche Behandlung notwendig.

DHT-Blocker können den Haarausfall verlangsamen und teilweise neues Wachstum anregen. Sie stellen jedoch keine dauerhafte Lösung bei fortgeschrittenem Haarverlust dar. In solchen Fällen bietet eine Haartransplantation eine effektive Ergänzung, während DHT-Blocker anschließend helfen können, das Ergebnis langfristig zu sichern.

Wenn Sie unter Haarausfall leiden und sich eine Lösung wünschen, sei es durch Haarprodukte oder eine Behandlung, stehen Ihnen Experten beratend zur Seite.

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