2-in-1 Glätteisen und Föhn im Test: Der ghd Duet Style

Erst die Haare mit einem Föhn trocknen und dann das Glätteisen zum Glätten benutzen. Diese aufwendige Prozedur will ghd mit dem Duet Style entschlacken. Dem will der Hersteller ghd jetzt ein Ende setzen: Mit dem Duet Style Hot Air Styler präsentiert das Unternehmen ein Gerät, das Föhn und Glätteisen in einem ist. Wie gut das Konzept aufgeht und für welchen Haartyp der Styler taugt, hat COMPUTER BILD getestet.

Ich nutze ein Glätteisen, seit ich denken kann, na gut, zumindest fast. Seit ich 14 Jahre alt bin, glätte ich meine Haare fast täglich. Viele meiner Freund:innen wissen nicht mal, dass ich eigentlich Locken habe. Weil ich mich mit glatten Haaren einfach wohler fühle und deswegen so oft zum Hitze-Tool greife, ist ein gutes Glätteisen das A und O. Ghd hat sich da schon immer als eine gute Wahl erwiesen. Um zu meinem präferierten glatten Look zu kommen, reicht ein Glätteisen allerdings nicht aus. Nach dem Haarewaschen greife ich immer erst zum Föhn, um meine Haare zu trocknen. Ist das erledigt, kommt das Glätteisen zum Einsatz, um meine krause Mähne zu bändigen. Das Schlimmste, was man machen kann: Nasses Haar glätten - ein absolutes No-Go und der Killer für gesundes Haar. Bis jetzt! Denn wie es aussieht, hat Ghd (kurz für Good Hair Day) das Unmögliche möglich gemacht und ein Styling-Tool entwickelt, das mein Haar von nass zu gestylt verwandeln soll. Die Betonung liegt auf EINEM Tool. Genau darauf habe ich gewartet, doch zugegeben: Ich bin skeptisch und frage mich, wie das funktionieren soll, ohne meinem Haar dabei zu schaden.

Was bietet der ghd Duet Style?

Bei dem Ghd Duet Style handelt es sich um ein 2-in-1 Hot Air Styler, ein Gerät, das quasi die Funktion von Föhn und Glätteisen vereint. Was man dafür braucht? Warme Luft und heiße Stylingplatten - und genau das findet man vereinfacht im “Duet Style” wieder. Es handelt sich also um einen Heißluftstyler, mit dem das Haar auch im nassen Zustand gestylt werden kann.

Die “Air Fusion”-Technologie soll die Power eines Luftstroms mit der Leistung von beheizten Stylingplatten kombinieren, um ein glattes und glänzendes Styling zu erzielen - und das direkt von nassem Haar ohne Haarschädigung. Hinter der “Air Fusion”-Technologie stecken natürlich jede Menge Technik und Innovation. Angefangen bei der Anordnung der Luftfilter für einen maximalen Luftstrom im Trocknungsmodus über die integrierte Aerodynamik bis hin zu den intelligenten Stylingplatten, welche die Bedürfnisse des Haares erkennen und die optimale, niedrige Stylingtemperatur garantieren sollen. Klingt doch schon mal sehr vielversprechend.

Doch noch nicht genug, denn nach dem Föhnen ist vor dem Glätten. Ist das Haar trocken, kann der “Duet Style” mit nur einem Knopfdruck zum Glätteisen gemacht werden. Beim “Shine Shot Modus” schaltet der Luftstrom ab und heizt die Stylingplatten auf 185 Grad auf. Perfekt für den letzten Feinschliff oder um das Haar am zweiten Tag wieder aufzufrischen.

So funktioniert der Ghd Duet Style: Schritt für Schritt

Bevor es endlich an die Praxis geht, kurz noch zur Theorie. Denn die richtige Anwendung ist wichtig.

Das 2-in-1-Tool wird wie bereits erwähnt an nassem Haar angewendet. Wichtig: Das Haar sollte allerdings nicht mehr tropfen, sondern Handtuchtrocken sein.

Das Haar dann abteilen und Strähne für Strähne trocknen. Dafür das Gerät zunächst 2 bis 3 Sekunden an den Haaransatz halten und es danach bis zu den Spitzen nach unten gleiten lassen. So o...

Die Technik des ghd Duet Style

Bei der ersten Entnahme aus dem Karton wirkt der Duet Style für ein Glätteisen sehr klobig, doch sollte man nicht vergessen, dass auch ein Föhn integriert ist. Ebenfalls in der Verpackung enthalten ist ein Silikonschutz, der sich über die Platten ziehen lässt, um diese zu schonen. Die Bedienung ist leicht: Einfach den Stecker des Gerätes in die Steckdose stecken, und schon kann es losgehen. Dann müssen die Strähnen einzeln zuerst mit dem Föhnmodus getrocknet werden. Dafür fährt der Duet Style nach dem Hochschieben des Schiebeschalters mit einer ordentlichen Lautstärke hoch, bevor der Piepton ertönt, dass der Föhn einsatzbereit ist. Die Geräuschkulisse lässt sich mit einem herkömmlichen Föhn oder auch dem Dyson Supersonic vergleichen - welche Frequenz als angenehm oder unangenehm wahrgenommen wird, liegt im Ohr des Hörenden.

Am Griff des ghd Duet Style befinden sich der Schieberegler und der Knopf für den Glättungsmodus.

Nachdem alle Strähnen trocken sind - teils ist dafür mehrfaches Rübergehen über die Strähnen nötig - kommt auf Wunsch der Glättungsmodus zum Einsatz. Dieser wird über den gesonderten Knopf unterhalb des Schiebereglers aktiviert. Der Duet Style gibt dann einen Piepton von sich, das Gebläse stoppt und die LED um den Schieberegler blinkt. Sind die Glättplatten heiß genug, ertönt ein weiterer Piepton und das Gerät ist einsatzbereit. In diesem Modus funktioniert der Duet Style wie ein breiteres Glätteisen.

Strähne für Strähne trocknet der ghd Duet Style die Haare.

Der Wechsel zurück in den Föhnmodus ist mit einer Wartezeit von circa fünf Minuten verbunden, denn erst müssen die Platten abkühlen, um die nassen Haare nicht zu schädigen. Ein direkter Wechsel ist aus diesem Grund also nur in eine Richtung möglich.

Wie heiß wird der Duet Style?

Werden die Haare zu heiß, können sie schmelzen oder andere Schäden davontragen. Deswegen ist es bei jeder Art der Trocknung, Glättung oder Formung von Locken ratsam, wenn ein Hitzeschutz zum Einsatz kommt. Im Labor hat COMPUTER BILD gemessen, wie warm das Gerät in beiden Modi ist. Im Föhnmodus lag die maximal gemessene Temperatur beim Gebläse und den Platten bei 127 Grad Celsius. Andere Modelle wie der Zuvi Halo (115 Grad auf der Glasplatte), der Dyson Airwrap (maximal 95 Grad) und der Dyson Supersonic (maximal 91 Grad) sind da kühler unterwegs. Im Glättungsmodus muss sich der Duet Style mit Glätteisen messen, die üblicherweise zwischen 180 und 200 Grad heiß sind. Hier kann der Duet Style punkten: Im Labor war lediglich ein Maximalwert von 178 Grad festzustellen.

Wie viel Strom verbraucht der Duet Style?

Ein Gerät, das meist mehrmals die Woche zum Einsatz kommt, sollte kein Stromfresser sein. Deswegen hat COMPUTER BILD auch den Stromverbrauch des ghd Duet Style geprüft. Dabei ermittelte das Labor Werte zwischen 330 und 453 Watt. Damit liegt der Duet Style in einem guten Bereich im Vergleich zu anderen Föhnmodellen.

Erfahrungen mit dem ghd Duet Style

Redakteurin Julia Struck hat feine, lockige Haare, die sie auch mehrfach bereits geglättet hat. Ihr Fazit lautet: Der ghd-Styler schafft es, ihre dünnen, feinen Locken innerhalb einer halben Stunde zu trocknen und zu glätten. Das Ergebnis findet sie okay: Ein Glättungseffekt ist sichtbar und das Haar wirkt nicht platt, sondern behält etwas Volumen. Mit der Glätteisenfunktion lässt sich das Haar zusätzlich glätten. Das klappte auch im Test, doch auf Dauer ist das nichts für ihr empfindliches Haar. Das wirkte nach dem Styling an den Spitzen sehr trocken, sodass sie mit Haargel für Beruhigung sorgen musste. Mit einer Warmluftbürste oder der Dyson Glättungsbürste des Airwrap erhält Julia Struck ein ähnliches Glättergebnis. Auch die Handhabung konnte sie aufgrund der entwickelten Hitze, der Lautstärke und der Schwere des Gerätes nicht überzeugen.

Bei Redakteurin Julia Struck waren die Haare zwar glatt, aber auch ausgetrocknet.

Redakteurin Janina Carlsen hat von Natur aus bereits glatte Haare, die dazu auch noch sehr fein sind. Auch sie zieht ein Fazit nach dem Test: Das Trocknen ging leicht, allerdings ist erst ein Einfinden in die Technik nötig. Positiv ist auf jeden Fall, dass die sonst beim Föhnen entstehenden Knötchen durch die Platten keine Chance haben. Allerdings dauerte es bei ihrer Haarlänge fast 20 Minuten, bis die Haare trocken waren und der Ansatz war dann immer noch nass, weil er nicht leicht erreichbar war. Zum Vergleich: Mit einem normalen Föhn braucht Janina Carlsen knapp zehn Minuten, bis die Haare trocken und glatt sind. Und das ist der entscheidende Punkt: Die Haare sehen nicht anders aus, als wenn sie normal mit dem Föhn gestylt wären, und deswegen hat der Duet Style für glatte Haare keinen großen Nutzen.

Bei Redakteurin Janina Carlsen ist im Ergebnis kein Unterschied zu einem normalen Föhn zu sehen.

Redakteurin Shanice Wied hat lockige und dicke Haare. Diese glättet sie jede Woche mehrfach. Sie schildert ebenfalls ihren Eindruck: Sie findet es praktisch, zwei Geräte in einem zu haben, da es eine Zeitersparnis und zusätzlichen Platz verschafft. Durch die Föhnfunktion ist das Haar glatter, als wenn ein normaler Föhn zum Einsatz kommen würde. Die Glättfunktion überzeugt sie mit der breiten Fläche, da sich dadurch viele Haare auf einmal glätten lassen und es schneller geht. Der Shine Shot (Glättungsmodus) gibt zum Abschluss noch einen schönen Glanz. Besonders positiv überrascht ist Shanice Wied, wie schnell die Haare trocknen. Zweimal über die Strähne gehen, hat bei ihr ausgereicht. Sie empfiehlt aufgrund des teils ausgepressten Wassers die Anwendung über einem Waschbecken, damit nicht alles auf den Boden tropft.

Nach der Verwendung des ghd Duet Style sind die Haare von Redakteurin Shanice Wied merklich glatter.

Alternativen zum ghd Duet Style

Dyson hat mit dem Airstrait inzwischen ein ähnliches Modell auf dem Markt. Wo liegen die Unterschiede? Der Duet Style von ghd trocknet und glättet mit Heizplatten, was nicht für alle Haartypen geeignet ist. Dyson hingegen setzt auf einen Luftstrom, der zwischen den beiden Platten entlanggleitet. Ein weiterer Unterschied liegt in der Breite der Platten: Der Duet Style von ghd trägt deutlich stärker auf und liegt dadurch auch schwerer in der Hand. Wer kleine Hände hat, mag den Dyson angenehmer in der Hand finden. Dafür ist der ghd Duet Style deutlich günstiger.

Für weniger Geld (und nicht mit Heißluft) soll auch das Remington Wet2Straight Glätteisen mit LCD-Display die nassen Haare trocknen und glätten. Hier lässt sich die Temperatur zwischen 140 und 230 Grad individuell einstellen. Was zumindest im Vergleich zum Shine Shot ein kleiner Pluspunkt ist, da ich das bei meinem teuren Gerät nicht kann. Das Glätteisen hat eine Keramikbeschichtung mit hitzeaktivierten Anti-Frizz-Mikrowirkstoffen, welche das Haar auch im Laufe der Zeit vor Frizz schützen soll. Leider habe ich das Gerät nicht selbst getestet, daher empfehle ich es nur aufgrund der vielen positiven Rezensionen.

Wenn du deine Haare nur glätten möchtest, kann ich diese beiden Glätteisen empfehlen. Zwar sind beide Produkte nicht super günstig, allerdings lohnt es sich häufig, in ein hochwertiges Glätteisen zu investieren, um deine Haare vor starken Hitzeschäden zu schützen. Der ghd Gold Styler war lange mein Lieblings-Glätteisen, bevor es bei einem Umzug leider verloren gegangen ist. Die Temperatur von 185 Grad kann nicht verstellt werden, dafür lassen die Haare sich schnell und in nur einem Durchgang spiegelglatt stylen. Aber auch für schöne Locken ist das Gerät aufgrund seiner Größe perfekt geeignet.

Preis und Verfügbarkeit

Der ghd Duet Style ist in Deutschland in zwei Farben verfügbar: Schwarz und Weiß. Die unverbindliche Preisempfehlung zum Verkaufsstart lag bei 400 Euro. Damit ordnet sich der Hot Air Styler in die gleiche Preiskategorie wie der Dyson Supersonic, Dyson Airwrap und Zuvi Halo ein. Beim Vergleichsportal idealo gibt es gegenwärtig einige Händler, die das Gerät bereits für knapp 300 Euro anbieten (Stand: März 2024).

Produkt Vorteile Nachteile Preis (ca.)
ghd Duet Style
  • Funktioniert sehr gut für dicke lockige Haare
  • Innovative Technik
  • Zeitersparnis
  • Glättmodus nicht so heiß
  • Probleme für feine lockige Haare
  • Föhnmodus sehr warm
300-400 EUR
Dyson Airstrait
  • Luftstrom-Technologie
  • Schonender für das Haar
  • Höherer Preis
ca. 500 EUR
Remington Wet2Straight
  • Günstiger Preis
  • Individuelle Temperatureinstellung
  • Keine Heißluft
ca. 50 EUR

Hinweis: Die Preise können je nach Händler variieren.

ghd Duet Style im Test: Was taugt der Hot Air Styler?

tags: #2 #in #1 #glätteisen #und #fön

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