1-Klingen-Rasierer im Test: Sind teure Mehrklingenrasierer wirklich besser?

Auch wenn Bärte derzeit sehr beliebt sind, kommen die meisten Männer im Alltag nicht um die gelegentliche Nutzung eines Rasierers herum. Doch muss es wirklich das Modell mit den meisten Klingen sein? Oder reicht ein 1-Klingen-Rasierer aus?

US-Comedian Jim Gaffigan fragte schon vor Jahren feixend: "Gibt es eigentlich einen Grund dafür, dass Rasierklingen mehr als ein Auto kosten?" Tatsächlich müssen Männer, die sich täglich rasieren, dafür ordentlich bezahlen: Bis zu 25 Cent pro Rasur rechnet Warentest bei den 25 geprüften Nassrasierern.

Systemrasierer vs. Einwegrasierer

Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Wer sich regelmäßig rasiert, sollte in einen Systemrasierer mit wechselbaren Klingen investieren. Die Einwegrasierer schnitten im Test durchweg schlechter ab. Zwar konnten auch sie durchaus sauber rasieren, weil sie dabei aber schlechter über die Haut gleiten und zudem schneller abstumpfen, schaffte kein einziges der acht getesteten Modelle eine "gute" Gesamtnote.

Bei den Systemrasierern war es genau umgekehrt: Alle sind "gut". Die von den Herstellern so gerne als Kaufargument angeführte Anzahl der Klingen sagt aber wenig über die Qualität der Rasur aus: Am saubersten schneidet ausgerechnet der Gillette Skinguard - der einzige Rasierer im Testfeld mit nur zwei Klingen. Er macht auch seinem Namen alle Ehre und schont als einziges Modell "sehr gut" die Haut.

Weil die Klingen aber etwas schneller abstumpfen als beim Testsieger, reicht es mit einer Gesamtnote "gut" (1,8) nur für den zweiten Platz. Zudem ist der Skinguard auf Dauer recht teuer: Weil man die Klingen öfter wechseln muss und eine im Schnitt 3,70 Euro kostet, rechnet Warentest mit einem Preis von 25 Cent pro Rasur.

Die Top-Modelle im Vergleich

Der Testsieger ist allerdings kaum billiger. Der ebenfalls von Gillette stammende Fusion5 Proglide rasiert mit seinen fünf Klingen nur minimal schlechter, ist auch etwas weniger hautschonend als der Skinguard. Dafür hält die Klinge aber deutlich länger durch. Weil der Nachschub mit 4,13 Euro pro Klinge aber recht teuer ist, hält sich die Ersparnis in Grenzen.

Erst auf Platz drei wird es etwas günstiger: Obwohl der Mach3 ebenfalls aus dem Hause Gillette stammt, zahlt man hier nur 14 Cent pro Rasur. Der Dreiklingenrasierer schneidet dabei fast so gut wie die beiden teuren Geschwister, ohne sich echte Schwächen zu leisten.

Deutlich günstiger wird es dann erst weiter hinten im Testfeld. Der Biocura Man Delta 4 Sensitiv (Aldi Nord) und der Olympia Razor for Men 4-Klingen (Aldi Süd) unterscheiden sich weder bei den Teilnoten noch im Preis. Ob sie baugleich sind, verrät Warentest aber nicht.

Die Aldi-Rasierer teilen sich zwar Platz elf, sind in ihrer Gesamtnote aber immer noch "gut" (2,4). Dabei liegen sie bei Rasur und Hautschonung sogar kaum hinter den Spitzenplätzen. Zum Verhängnis wird ihnen nur die schwache Haltbarkeit der Klingen. Weil eine Ersatzklinge aber gerademal 65 Cent kostet, kommt der Discounter-Rasierer trotzdem auf einen Preis von nur 5 Cent pro Rasur.

Die Rolle der Klingenanzahl

Es spielt auch keine Rolle, ob eine oder mehrere Klingen parallel zum Einsatz kommen. So hat im Test etwa der Vier-Klingen-Rasierer von Aldi besser abgeschnitten als die Version mit sechs Klingen. Mehr Klingen bedeuten auch nicht unbedingt längere Haltbarkeit: Mit vier Klingen konnten die Tester im Schnitt zwölfmal das Gesicht gründlich rasieren, bei sechs Klingen waren es nur acht Durchgänge, bis die Klingen stumpf wurden.

Die meisten handelsüblichen Systemrasierer nutzen entweder drei oder fünf Einzelklingen. Es gibt auch Ausnahmen, die mit zwei, vier oder gar sechs Klingen aufwarten, diese sind aber eher selten. Unter den getesteten Systemrasierern gab es keine merklichen Unterschiede zwischen Modellen mit drei und mit fünf Klingen - weder bei der Gründlichkeit, noch bei der Hautirritation oder der Lebensdauer schnitten die 5-Klingen-Rasierer besser ab. Der Testsieger ist ein 3-Klingen-Rasierer und erledigte seine Aufgabe dennoch besser als seine Konkurrenten mit mehr Schneiden.

Kosten pro Rasur im Vergleich

Für den Vergleich hat die Stiftung Warentest auch eine Vollkostenrechnung erstellt: Was kostet tägliches Rasieren pro Jahr? Der Gillette Labs liegt hier mit 157 Euro an der Spitze. Der Testsieger Fusion 5 ist mit 114 Euro ebenfalls noch teuer. Die beiden Wilkinson-Modelle sind mit 81 Euro (Advanced) und 59 Euro (Regular) bereits deutlich günstiger.

Der Balea Men Precision5 Flex-Pro liegt mit der Note 1,9 ganz nahe an den besten vier Modellen, und die Kosten sind mit 45 Euro pro Jahr nochmals geringer. In einem ähnlichen Preisbereich liegen auch viele andere Eigenmarken der deutschen Discounter, die wir aber nicht im Sortiment haben. Nur ein Modell von Aldi ist mit Kosten von knapp 20 Euro nochmals deutlich günstiger.

Rasierhobel als Alternative

Vier traditionelle Rasierhobel haben die Tester parallel dazu ausprobiert. Auch sie erhielten alle das Qualitätsurteil «gut». Trotz weniger Klingenschutz und vermeintlich komplizierterer Handhabung benötigten die Tester übrigens im Schnitt nur eine Minute länger für die Rasur als mit einem Systemrasierer.

Zwei grosse Vorteile haben Rasierhobel: Die Klingen sind standardisiert, sodass du jeden Hobel mit Klingen aller Marken kombinieren kannst. Ausserdem sind die Klingen deutlich günstiger, wodurch sich die relativ teuren Hobel schnell amortisieren. Wer sich beispielsweise mit den Klingen von Mühle täglich rasiert, zahlt nur knapp über 10 Euro pro Jahr - nochmals deutlich weniger als mit dem Aldi-Rasierer.

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Tipps für eine gelungene Nassrasur

Um Hautreizungen zu vermeiden, verwendet man zudem ein Rasiergel beziehungsweise Rasierschaum. Hier gilt grundsätzlich, dass die Klinge sauber und scharf sein muss, um eine einwandfreie Rasur zu gewährleisten. Gleiten die Klingen nicht mehr so gut über die Haut, sind die Klingen wahrscheinlich stumpf. In diesem Fall ersetzt man sie.

Zunächst kürzt man die Haare bei zu großer Länge mit einem Trimmer, da man sonst Gefahr läuft, dass die Haare herausgezogen werden. Dies führt dann zu kleinen Beschädigungen der Haut und somit zu Rasierpickeln. Um die Haare und die Haut für die Rasur vorzubereiten, weicht man sie zunächst mit warmem Wasser und einer milden Seife auf.

Zusätzlich ist die Verwendung eines Rasierschaumes- oder Gels, um die Haut zusätzlich vor Schnittverletzungen zu schützen. Nun rasiert man die Haare in Wuchsrichtung und pflegt die Haut anschließend mit einer entsprechenden Creme. Während der Rasur setzen sich schnell Härchen in den Klingen ab. Dadurch stumpft der Rasierer ab und die Rasur ist nicht mehr sauber.

Fazit

Der Test zeigt: Gute Rasierer gibt es viele. Aber: Mehr Klingen sind nicht auto­matisch besser - weder für die Gründlich­keit der Rasur noch für die Halt­barkeit der Klingen. Und: Ersatz­klingen gehen auf Dauer ins Geld.

Ob Wechsel­kopf mit mehreren Schneiden oder klassische Rasier­klinge: Ist die Klinge stumpf, muss sie ausgetauscht werden. Das kann teuer werden. Die durch­schnitt­liche Halt­barkeit der Rasier­klingen im Test lag bei sieben bis 15 Rasuren. Die Kostenspanne bei Ersatz­klingen ist riesig.

Mit welcher Rasurvariante man sich am Ende am wohlsten fühlt, ist eine äußerst individuelle Sache. Viele Männer entscheiden sich für die Nassrasur mit Systemrasierern und nicht wenige nehmen einfach den nächstbesten, den sie günstig bei ihrem Discounter oder Drogeriemarkt entdecken.

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