Zuckerpaste Haarentfernung: Anleitung zum Selbermachen

Die Haarentfernung ist ein wichtiger Bestandteil der Beauty-Routine vieler Menschen. Ob Rasieren, Epilieren oder Waxing - es gibt viele Möglichkeiten. Doch oft sind diese Methoden entweder mit Hautreizungen, Schmerzen oder hohen Kosten verbunden. Eine sanftere und nachhaltigere Alternative ist Sugaring, die Haarentfernung mit Zuckerpaste. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Sugaring selber machen können und welche Vorteile diese Methode bietet.

Was ist Sugaring?

Sugaring ist eine Haarentfernungsmethode, bei der eine Paste aus Zucker, Wasser und Zitronensaft verwendet wird, um die Körperhaare zu entfernen. Diese klebrige Masse, auch Halawa genannt, wird gegen die Haarwuchsrichtung aufgetragen und dann mit einem Vliesstreifen oder der Hand abgezogen. Dadurch werden die Haare samt Wurzel entfernt, was zu einem langsameren und feineren Nachwachsen führt.

Das Konzept kommt aus dem Orient und wird dort seit Jahrhunderten in den Dampfbädern - sogenannten Hamams - angeboten. Die Haarentfernung mit der Zuckerpaste gilt als natürliche Alternative zum Waxing und hat im Orient als “Halawa” eine jahrtausendealte Tradition. Angeblich soll sich schon Cleopatra mit ihren Freundinnen die honigartige Paste angerührt haben.

Vorteile von Sugaring

Beim Sugaring gibt es mehr Vorteile als Nachteile. Hier sind einige der wichtigsten Vorteile:

  • Hautschonend: Die Zuckermasse klebt nicht so stark an der Haut wie Wachs und wird mit der Haarwuchsrichtung abgezogen. Die Zuckerpaste bleibt nur an den Härchen haften und schont dabei die Haut.
  • Weniger Schmerz: Obwohl das Abziehen der Zuckerpaste kurz schmerzhaft sein kann, ist es im Allgemeinen weniger schmerzhaft als Waxing.
  • Langanhaltendes Ergebnis: Anders als bei einer Rasur werden die Haare beim Sugaring mit der Haarwurzel entfernt - die behandelten Körperstellen bleiben so bis zu einem Monat lang frei von Haaren. Die Haare wachsen beim Sugaring erst nach rund drei bis sechs Wochen nach. Die Haut bleibt also länger glatt.
  • Nachhaltig: Anders als bei anderen Methoden zur Haarentfernung entsteht nämlich kein Verpackungsmüll und die Zucker-Paste besteht zu 100 Prozent aus natürlichen Inhaltsstoffen.
  • Feine Härchenentfernung: Beim Sugaring können auch feinste Härchen sauber entfernt werden und brechen nicht so leicht ab.

Der größte Nachteil ist der kurze Schmerz beim Abziehen der Zuckerpaste, ähnlich wie beim Waxing. Außerdem braucht man für gute Ergebnisse beim Sugaring Übung und die Haarentfernung ist zeitintensiver als eine schnelle Nassrasur.

Sugaring selber machen: Anleitung

Um Sugaring zu Hause selbst durchzuführen, benötigen Sie nur wenige Zutaten und etwas Geduld. Hier ist eine detaillierte Anleitung:

Zutaten:

  • 400 g Zucker (Kristallzucker)
  • 60 ml Zitronensaft
  • 20 ml Wasser

Zubereitung:

  1. Gib alle drei Zutaten zusammen in den Topf und bringe sie zum Schmelzen. Dabei rührst du am besten ständig um.
  2. Wenn die Flüssigkeit anfängt zu kochen und Bläschen bildet, nimmst du sie vom Herd und rührst weiter, bis die Blasen verschwunden sind. Die Masse sollte jetzt eine karamell-braune Farbe angenommen haben.
  3. Anschließend lässt du das Gemisch erneut aufkochen und wiederholst den Vorgang so lange, bis die Konsistenz zähflüssig ist. Traditionell wird die Prozedur ganze 15 Mal wiederholt, bis die Sugaring-Paste fertig ist. Hier sollten Sie einfach selbst beobachten, wann die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
  4. Wenn die Masse zu flüssig bleibt, gib noch etwas Zucker dazu. Wenn sie zu dickflüssig ist, hilft Zitrone. Ist die Masse brüchig, so ist sie zu hart geworden und kann mit ein wenig mehr Zitronensaft gerettet werden.
  5. Nach dem Aufkochen sollten Sie die Sugaring-Paste in einen verschließbaren Behälter geben und abkühlen lassen. Im getrockneten Zustand sollte das Halawa eine Knetmasse bilden und sich leicht formen lassen.
  6. Zum Schluss kannst du die Masse am besten mit einem Trichter in ein Gefäß umfüllen und abkühlen lassen. Die selbstgemachte Zuckermasse kannst du einfach im Kühlschrank lagern und sie zum Sugaring immer wieder verwenden.

Gut zu wissen: Der Zitronensaft ist bei der Herstellung der Halawa so wichtig, weil die enthaltende Zitronensäure die Aufspaltung von Saccharose, also normalem Kristallzucker, in Invertzucker unterstützt.

Anwendung:

  1. Reinige die Körperstelle, die du enthaaren möchtest, mit etwas Wasser oder Reinigungsalkohol von fettigen Rückständen. Wichtig: Die Haut sollte vorher gereinigt und fettfrei sein. Babypuder schafft hier Abhilfe.
  2. Nimm dir eine circa walnussgroße Portion der Paste und knete sie zwischen den Händen. Die Paste sollte vorher etwas erwärmt werden und ungefähr bei Körpertemperatur liegen.
  3. Trage die Masse jetzt mit einem Spatel oder den Händen entgegen der Haarwuchsrichtung auf den Körper auf. Das Halawa wird anschließen noch warm mit einem Spatel oder Löffel auf die jeweiligen Stellen aufgetragen.
  4. Dann ziehst du die Zuckermasse in mehreren ruckartigen Zügen in Wuchsrichtung der Haare ab. Anschließend legen Sie einen Baumwollstreifen oder ein Taschentuch auf die Masse und ziehen es mit einem Ruck in Richtung des Haarwuchses wieder ab. Das Abziehen kannst du entweder mit der Hand machen oder ein Stück Vlies darauf legen, um das Stück besser greifen zu können.
  5. Solange das Stück Zuckermasse nicht zu flüssig ist, kannst du es immer wieder verwenden.

Einen Tag vor der Enthaarung kannst du deine Haut mit einem sanften Peeling vorbereiten, um Hautschüppchen zu entfernen und eingewachsene Haare zu vermeiden. Benutze vorher lieber keine reichhaltige Körperlotion, damit die Halawa besser auf der Haut haftet.

Vor allem für Anfänger:innen eignen sich die Beine zur ersten Anwendung von Sugaring, um ein Gefühl für die Zuckermasse zu bekommen. In der Bikinizone lohnt es sich eventuell die Enthaarung mit Sugaring von einem Profi durchführen zu lassen, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

BIKINIZONE HAARENTFERNUNG - SUGARING ZUCKERPASTE selber machen DIY | Mamiseelen

Welcher Zucker eignet sich für Sugaring?

Um Zuckerpaste herzustellen, nimmst du am besten herkömmlichen Haushaltszucker (auch Kristallzucker oder raffinierter bzw. weißer Zucker genannt).

Kann man Sugaring auch ohne Zitronensaft machen?

Zitrone soll während des Sugarings entzündungshemmend, antibakteriell und beruhigend auf der Haut wirken. Bei der Herstellung soll sie helfen, Saccharose in Invertzucker aufzuspalten, und ist aus diesen Gründen (zumindest bei der heimischen Herstellung der Paste) eigentlich unverzichtbar. Reagierst du allergisch auf Zitrusfrüchte, verwende lieber gebrauchsfertige Zuckerpaste, die eine andere Art von Säure enthält.

Was sollte ich nach Sugaring nicht tun?

Auch wenn Sugaring sanft zur Haut ist, solltest du deinem Körper nach der Behandlung etwas Zeit geben, um sich zu regenerieren.

Sugaring selber machen oder ins Waxingstudio gehen?

Wendest du die Zuckerpaste zum ersten Mal an oder willst du zum Beispiel eine schwer zugänglichere Körperstelle wie den Intimbereich enthaaren, empfehlen wir dir, die Behandlung beim Kosmetiker oder im Waxingstudio durchführen zu lassen. Vor allem bei den ersten Malen kann die Haarentfernung mit Zuckerpaste komplizierter sein und noch etwas schmerzen, und das kann zu Hause schon mal verunsichern. Bist du erfahren mit dem Sugaring, spricht nichts dagegen, diese Haarentfernungsmethode zu Hause selbst durchzuführen. Die dazu benötige sogenannte Halawa kannst du entweder gebrauchsfertig kaufen oder selbst herstellen.

Vergleich: Sugaring vs. andere Haarentfernungsmethoden

Haarentfernung am Körper geht mit vielen Methoden. Welche dabei die beste ist, kommt unter anderem auf die Beschaffenheit deiner Haut, die Körperstelle und auf die Art der Anwendung an.

Methode Vorteile Nachteile
Rasieren Schnell und schmerzlos Kurze Haltbarkeit, Hautreizungen möglich
Waxing Langanhaltend Schmerzhaft, Risiko von Hautschäden
Enthaarungscreme Schmerzlos Chemische Inhaltsstoffe, Hautreizungen möglich
Epilieren Langanhaltend Schmerzhaft, eingewachsene Haare möglich
Sugaring Hautschonend, langanhaltend, natürlich Etwas zeitaufwendig, Übung erforderlich

Rasieren geht schnell, birgt aber Verletzungsgefahr und hält meist nur einen Tag; beim Waxing ist das Risiko, sich am heißen Wachs zu verbrennen oder der Haut zu schaden, gegeben - vor allem, wenn man sich mit der Anwendung nicht auskennt; eine Haarentfernungscreme besteht meist aus aggressiven Bestandteilen; Epilieren tut mitunter ganz schön weh und sorgt womöglich für eingewachsene Haare.

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