Zinkmangel und graue Haare: Ein umfassender Überblick

Mit zunehmendem Alter ergrauen die Haare, ein natürlicher Prozess, der zum Leben dazugehört. In Europa bekommen Männer im Schnitt ab 30 die ersten grauen Haare, Frauen erst ab 35 Jahren. Menschen mit afrikanischer oder asiatischer Herkunft können sich meist länger an ihrer Haarfarbe erfreuen. Neben den Genen können laut Studien aber auch Faktoren wie Stress oder Hormonstörungen eine Rolle spielen sowie das Rauchen und Vitamin- und Nährstoffmangel. Die Folge ist ein Melaninmangel, also ein Mangel des Haarfarbstoffs, der verursacht, dass die Haare ihre Farbe einbüßen.

Die gute Nachricht: Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich das Herunterfahren der bereits erwähnten Melaninproduktion zumindest hinauszögern. Eine ordentliche Calciumversorgung stärkt das Haar, aber auch Eisen, Zink und Kupfer verlangsamen die Haaralterung. Vitamin B ist zudem wichtig für den Stoffwechsel der Haare.

Zinkmangel bei Haarausfall ist ein Thema, das immer mehr Aufmerksamkeit erhält - und das zurecht. Denn das Spurenelement Zink spielt eine entscheidende Rolle für den menschlichen Körper und insbesondere für die Gesundheit von Haut und Haar. Zahlreiche Studien und Erfahrungsberichte belegen: Wer unter diffusem Haarausfall leidet, hat oft einen Zinkmangel. Ein Zinkmangel kann sich in vielfältiger Weise bemerkbar machen - unter anderem durch brüchige Nägel, trockene Haut oder eben Haarausfall.

Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Zinkmangel und grauen Haaren, die Rolle von Zink für die Haargesundheit und gibt Tipps zur Vorbeugung und Behandlung von Zinkmangel.

Zink: Wichtig für Haare, Haut und Nägel, Immunsystem, Wachstum und mehr | Häufiger Nährstoffmangel

Die Bedeutung von Zink für die Haare

Zink hat vielfältige Aufgaben im Körper und ist an unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt. Ohne das Spurenelement funktioniert kaum etwas im Körper. Es fördert das Haarwachstum und sorgt für dichtes, kräftiges Haar. Zink ist zudem wichtig für eine gesunde Haut, starke Fingernägel, ein schlagkräftiges Immunsystem und sogar für die Fruchtbarkeit. Auch bei Hautproblemen wie Pickeln, Mitessern, Akne, Neurodermitis und Schuppenflechte kann Zinkmangel eine Rolle spielen.

Zink und die Haare hängen auf verschiedene Weise zusammen:

  • Das Spurenelement unterstützt die Bildung von Keratin, einem wichtigen „Baustoff“ für die Haare.
  • Es hilft bei der Herstellung von Kollagen. Dieses Protein stärkt die Haarwurzeln.
  • Es wirkt allgemein wachstumsfördernd - es ist wichtig für eine gut funktionierende Zellteilung. Das wirkt sich positiv auf das Wachstum der Haare aus.
  • Es unterstützt das Immunsystem und kann damit Entzündungen positiv beeinflussen, zum Beispiel auch an der Haarwurzel.

Eine gute Zinkversorgung ist für volles, kräftiges Haar wichtig. Der Mineralstoff regt das Wachstum an und kann einem Haarausfall entgegenwirken.

Wie Zinkmangel zu grauen Haaren und Haarausfall führen kann

Ist der Körper nicht genügend mit dem Spurenelement Zink versorgt, können die Haare trocken, spröde, dünn und brüchig werden. Ein Zinkmangel kann sich sogar in Haarausfall niederschlagen. Ein chronischer Zinkmangel kann zu Haarausfall führen.

Zink ist essenziell für eine gesunde Kopfhaut und kräftiges Haar. Das Spurenelement ist Baustein etlicher Enzyme im Körper und ist auch im Haar enthalten. Die EFSA hat folgende gesundheitsbezogene Aussage zugelassen: "Zink trägt zur Erhaltung normaler Haare bei".

Da Zink den Stoffwechsel aktiviert, wird dadurch auch die Nährstoffversorgung der Haut- und Haarwurzelzellen gesteigert. So kann Zink die Haare von innen heraus stärken. Zink ist neben vielfältigen anderen Funktionen im Körper auch an der Bildung von Keratin und Kollagen beteiligt - den Hauptbestandteilen von Haut, Haaren und Nägeln. Daher kann ein Zinkmangel Haare und deren Struktur verändern.

Zunächst sorgt Zink für eine gesunde Kopfhaut und Haarwurzeln. Auch das Haarwachstum an sich wird durch eine ausreichende Zinkzufuhr optimal unterstützt. Denn um Haare wachsen zu lassen und gut zu verankern, benötigt der Organismus Kollagen. Die Bildung von Kollagen (Keratin) ist nur möglich, wenn ausreichend Zink im Körper vorhanden ist. Ist dies nicht oder nicht in ausreichender Menge der Fall, kann das Haar nicht mehr gesund nachwachsen.

Zink hemmt zudem die Umwandlung des männlichen Hormons Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT). Dihydrotestosteron ist für Haarausfall verantwortlich. Eine ausreichende und regelmäßige Zinkzufuhr ist nicht nur essenziell für viele Funktionen des Körpers, sondern zudem auch die Voraussetzung für eine volle und gesunde Haarpracht.

Weitere Faktoren, die zu Haarausfall und grauen Haaren führen können, sind:

  • Kupfermangel: Kann zu dünnem, strähnigem oder brüchigem Haar führen.
  • Vitaminmangel: Insbesondere ein Mangel an Biotin (Vitamin B7) kann die Haargesundheit beeinträchtigen.
  • Oxidativer Stress: Entsteht, wenn es im Körper zu viele freie Radikale gibt. Das schadet den Zellen und kann zu einer Bildung vorzeitiger grauer Haare beitragen.

Ursachen für Zinkmangel

Zink ist ein essentielles Spurenelement, das der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann. Es muss also über die Nahrung aufgenommen werden. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt der empfohlene Tagesbedarf bei etwa 7-10 Milligramm Zink pro Tag, abhängig von Alter, Geschlecht und Lebensumständen.

Einseitige oder mangelhafte Ernährung (auch vegetarische Ernährung) verursacht den Zinkmangel nachweislich. Durch eine Ernährungsumstellung, das Zusammenstellen einer ausgewogenen und gesunden Ernährung kann jedoch auch jeder dafür sorgen, dass der Körper täglich ausreichend mit Zink versorgt wird.

Nach Untersuchungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) nimmt fast die Hälfte der Menschen zu wenig Zink zu sich. Ursache ist die moderne Ernährung, die oft sehr stark verarbeitet ist und somit zu wenig Spurenelemente bereitstellt.

Was tun bei Zinkmangel?

Wer einen Haarausfall durch Zinkmangel vermutet, sollte seinen Zinkstatus durch einen Bluttest überprüfen lassen. Zink gegen Haarausfall zeigt insbesondere dann Wirkung, wenn ein tatsächlicher Mangel besteht. In diesen Fällen berichten viele Betroffene, dass die Haare wieder wachsen und die Ausdünnung nach einigen Wochen gestoppt wird. In der Regel dauert es mehrere Wochen, bis erste positive Veränderungen sichtbar werden. Das Haarwachstum ist ein langsamer Prozess, und die Follikel benötigen Zeit, um sich zu regenerieren.

Um Haarschäden, die aus einem Zinkmangel resultieren, langfristig zu behandeln, ist eine Ernährungsumstellung somit die beste Wahl. Liegt bereits ein Zinkmangel vor, kann eine Regulierung die Haarstruktur verbessern. Bei ausreichender Zinkzufuhr glänzt das Haar wieder und wächst stärker nach.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Zinkspiegel zu erhöhen:

Ernährungsumstellung

Wer seinen Zinkbedarf auf natürliche Weise decken möchte, sollte regelmäßig zinkreiche Lebensmittel in den Speiseplan integrieren.

Gute Zinklieferanten sind:

  • Rind- und Schweinefleisch, Innereien
  • Austern, Garnelen
  • Eier, Milch und Milchprodukte wie Käse
  • Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte
  • Nüsse wie Cashew- und Pekannüsse
  • Weizen- oder Roggenkeimlinge

Zinkpräparate

Bei nachgewiesenem Mangel oder erhöhtem Bedarf kann die Einnahme von Zinkpräparaten hilfreich sein. Diese sind in verschiedenen Formen erhältlich, z. B. als Tabletten, Kapseln oder Kombipräparate mit weiteren Vitaminen und Nährstoffen. Eine Tagesdosis von ca. 10 bis 15 Milligramm Zink sollte jedoch nicht überschritten werden.

Lebensmittel Zinkgehalt pro 100g (ungefähr)
Austern bis zu 78 mg
Rindfleisch 4-12 mg
Schweinefleisch 3-7 mg
Cashewnüsse 5.6 mg
Haferflocken 3.1 mg

Vorsicht vor Überdosierung

Ja, zu viel Zink kann Haarausfall begünstigen. Eine dauerhafte Überdosierung über 40 mg pro Tag kann den Kupferstoffwechsel stören und sich negativ auf das Immunsystem auswirken - beides kann wiederum zu Haarausfall führen. Bei einer übermäßigen Zinkaufnahme kann es zu einem Kupfermangel kommen, da sich die Spurenelemente gegenseitig bei der Aufnahme im Körper beeinflussen. Kupfer und Zink können zu gesundem Haar beitragen, sollten aber nicht gemeinsam eingenommen werden. Falls ein Arzt einen Mangel festgestellt und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfohlen hat, kann Kupfer morgens und Zink abends genommen werden.

Weitere wichtige Nährstoffe für die Haargesundheit

Neben Zink gibt es noch weitere Nährstoffe, die für die Haargesundheit wichtig sind:

  • Biotin (Vitamin B7): Unterstützt die Bildung von Keratin, ein wichtiges Strukturprotein der Haare.
  • Selen: Trägt zur Erhaltung normaler Haare bei.
  • Kupfer: Kann zu gesundem Haar beitragen und einem Kupfermangel kann sogar zu dünnem, strähnigem und brüchigem Haar führen.
  • Eisen: Spielt eine entscheidende Rolle bei der Versorgung der Haarzellen mit Sauerstoff.
  • Vitamin C: Fördert die Aufnahme von Eisen und ist essentiell für die Bildung von Kollagen.
  • Vitamin B2 und B3: Leisten einen wichtigen Beitrag zu einer normalen Funktion der Kopfhaut.
  • Vitamin B5 (Pantothensäure): Schützt das Haar vor Schäden und aktiviert wichtige Stoffwechselvorgänge.

Bei einer ausgewogenen Ernährung ist der Körper mit ausreichend Vitaminen und Spurenelementen versorgt, um ein gesundes Haarwachstum zu gewährleisten.

Fazit

Zink für Haarausfall ist ein vielversprechender Ansatz - insbesondere, wenn dem Haarausfall ein Zinkmangel zugrunde liegt. Mit einer ausgewogenen, zinkreichen Ernährung und gegebenenfalls einer gezielten Supplementierung lassen sich viele Ursachen für Haarausfall erfolgreich behandeln. Ein Zinkmangel kann eine unterschätzte Ursache für verstärkten Haarverlust sein - insbesondere bei Männern. Gesunde, kräftige und glänzende Haare sind nicht nur ein Geschenk der Natur, sondern vor allem auch eine Frage der Ernährung, denn für eine makellose Haarpracht müssen die entsprechenden Haarzellen regelmäßig mit allen dafür benötigten Mineralstoffen, Vitaminen, Proteinen und anderen Baustoffen versorgt werden.

tags: #Zinkmangel #graue #Haare

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen