Weiße Schuppen: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Schuppen sind ein sehr häufiges Kopfhautproblem, von dem etwa 50 % der Erwachsenen betroffen sind. Der Leidensdruck ist besonders hoch, da die Betroffenen das Problem nicht kaschieren können. Die ständige Neubildung der Basalzellen in der untersten Schicht der Oberhaut schiebt die darüberliegenden Zellen nach oben. Diese trocknen aus und bilden die oberste Hornschicht. Jeden Tag stößt die Haut tote Hornzellen ab. Die kleinen Hautschuppen sind kaum sichtbar.

Unter Schuppen verstehen Dermatologen eine Ansammlung abgestorbener Hautzellen an der Kopfhaut. Sie entstehen dort, wo die natürliche Erneuerung der Kopfhaut aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Kopfhaut erneuert sich alle 28 Tage.

Farbe, Form, Größe und Beschaffenheit der Schuppen lassen auf eine möglicherweise zugrunde liegende Erkrankung schließen.

Schuppen äußern sich durch Juckreiz und Abschuppungen abgestorbener Hautzellen von der Kopfhaut, was gut sichtbar ist, wenn Sie dunkle Kleidung tragen (Schuppen haben eine grau-weiße Farbe). Kopfschuppen können trocken oder fettig sein. Die Stärke der Schuppen kann variieren, aber in den meisten Fällen können Schuppen mit einfachen Mitteln kontrolliert werden. Manchmal sind Erkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder ein seborrhoisches Ekzem für die Schuppen verantwortlich.

Viele Faktoren wurden in der Vergangenheit als Ursache von Schuppen genannt, wie z. B. trockene Kopfhaut, fettige Haut, zu häufiges oder seltenes Waschen mit Shampoo, ungesunde Ernährung, Stress oder zu viel Einsatz von Haarpflegeprodukten. Obwohl diese Faktoren dazu beitragen können, die Schuppen zu verschlimmern, ist der fettentziehende Hefepilz Malassezia furfur die häufigste Ursache. Dies ist ein Pilz, den die meisten Menschen auf der Kopfhaut tragen, der aber nicht notwendigerweise Probleme verursacht.

Es ist normal, dass Hautzellen sterben und durch neue, junge Hautzellen ersetzt werden. In der Regel dauert dieser Vorgang ein paar Monate. Wenn dieser Austausch der Kopfhautzellen in einem normalen Tempo stattfindet, sind die Schuppen so gering, dass es kaum sichtbar ist. Bei einem stärkeren Aufblühen des Malassezia-Pilzes kann dies innerhalb von wenigen Tagen passieren. Dann sterben so viele Hautzellen gleichzeitig, dass sie sich beim Abschuppen mit Fett und Haaren verklumpen und damit leichter sichtbar werden.

Arten von Schuppen

Schuppen kommen in zwei Arten vor:

  • Trockene Schuppen: Von trockenen Schuppen spricht man, wenn sich trockene, weiße Hautschüppchen oder Ablagerungen auf der Kopfhaut bilden und vom Kopf und aus den Haaren herabrieseln. Die Schuppen sind sehr klein, weiß und rieseln schneeartig; die Kopfhaut ist gereizt, juckt und neigt zu Entzündungen.
  • Fettige Schuppen: Fettige Schuppen oder seborrhoische Dermatitis treten in Form von öligen und gelblichen Flocken oder Ablagerungen in Erscheinung, die sich auf der Kopfhaut bilden und am Kopf und an den Haaren kleben bleiben. Auf der fettigen Kopfhaut bilden sich glänzende, gelbliche Schuppen, die fest am Haar haften.

Sind Kopfschuppen fettig oder trocken? Dieser Unterschied kann auf die Ursache hinweisen, zum Beispiel einen Pflegefehler oder eine Seborrhö.

Ursachen von Schuppen

Schuppen entstehen, wenn sich die Hornhautzellen der Kopfhaut zu schnell erneuern und die Kittsubstanz zwischen diesen Zellen nicht rasch genug abgebaut wird. Die Zellen hängen weiter zusammen und lösen sich in größeren Verbänden gemeinsam von der Kopfhaut ab. Der auch als Hyperproliferation bezeichnete Prozess wird von einem Hefepilz namens Malassezia globosa ausgelöst, einem Mikroorganismus der Hautflora, der sich von den natürlicherweise auf der Kopfhaut vorkommenden Lipiden oder Ölen ernährt.

Die genannten Prozesse können von verschiedenen Faktoren ausgelöst werden, wie z. B.:

  • Umweltfaktoren
  • Zu häufiges und/oder zu heißes Waschen und Föhnen der Haare
  • Ungeeignete Pflegeprodukte
  • Zu geringe Talgproduktion
  • Hormonelle Einflüsse (Wechseljahre)

Alles setzt der Kopfhaut zu und sie wird trocken.

Weitere Ursachen

  • Trockene Haut: Trockene Haut ist insbesondere in der kalten Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Der Wechsel zwischen warmer und kalter Luft ist eine Belastung für die Haut. Auch zu häufiges Haarewaschen kann die Haut austrocknen. Die Abschuppung von trockener Haut kann leicht mit anderen Schuppen verwechselt werden.
  • Seborrhoisches Ekzem: Eine andere häufige Ursache für die erhöhte Schuppenbildung ist das sogenannte seborrhoische Ekzem. Es äußert sich durch rote, gereizte Haut in Bereichen mit vielen Talgdrüsen - nicht nur auf der Kopfhaut (Augenbrauen, Nasenflügel, die Rückseite der Ohren, Oberkörper, Leiste und in einigen Fällen auch unter den Achseln).
  • Schuppenflechte (Psoriasis): Schuppenflechte (Psoriasis) führt zu rotem Hautausschlag mit weißen Schuppen. Hier ist auch ein schnelles Wachstum - und Absterben - der Hautzellen das Problem. Typischerweise sammelt sich abgestorbene Haut an Orten wie Ellenbogen und Knie, sie kann aber auch an anderen Stellen am Körper und auf der Kopfhaut vorkommen.
  • Ringelflechte auf der Kopfhaut: Ringelflechte auf der Kopfhaut ist ein kleiner Pilz, der einen Hautausschlag in Form eines roten Rings verursacht. Ein anderer Name der Erkrankung ist Tinea capitis, sie ist ansteckend und kommt häufig bei Kindern unter zehn Jahren vor. Die Infektion betrifft zunächst nur ein Haar - entweder auf der Kopfhaut oder an den Augenbrauen/Wimpern - und breitet sich innerhalb weniger Tage ringförmig von diesem Punkt aus. Das Haar in dem betroffenen Bereich bricht oft direkt an der Oberfläche und fällt ab.
  • Kontaktekzem: Eine andere Erklärung für eine rote, gereizte, juckende und schuppige Kopfhaut kann ein Kontaktekzem sein. Dies kann beispielsweise nach dem Färben der Haare oder der Verwendung von Haarpflegeprodukten auftreten, auf die die Kopfhaut reagiert. Bei einem akuten Kontaktekzem ist die betroffene Hautfläche rot und geschwollen, dazu kommen mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen und eine spätere Schuppung der Haut.

Haarschuppen & juckende Kopfhaut endlich los werden! - Hautärztin klärt auf I DoktorJulie

Risikofaktoren

Obwohl alle Erwachsenen Schuppen bekommen können, gibt es einige, die anfälliger sind als andere:

  • Alter: Schuppenprobleme treten oft erstmals in der Pubertät auf, gleichzeitig mit Pickeln und Hautunreinheiten. Allgemein können Hormonschwankungen Schuppen verursachen. Ältere sind aber nicht immun gegen Schuppen.
  • Geschlecht: Von Kopfschuppen sind rund 30 % der Frauen und 20 % der Männer zumindest zeitweise betroffen. Fettige Schuppen kommen bei Männern häufiger vor, weswegen das männliche Geschlechtshormon verdächtigt wird, eine Rolle bei der Schuppenbildung zu spielen.

Diagnose

In der Regel ist es nicht notwendig, wegen Schuppen eine Arztpraxis aufzusuchen. Wenn aber vernünftige Versuche nicht helfen, die Schuppen loszuwerden, kann es sinnvoll sein, ärztlichen Rat einzuholen. Seborrhoische Ekzeme können Schuppen ähneln, müssen aber in der Regel mit rezeptpflichtigen Medikamenten behandelt werden.

Bevor Ihr Arzt für Dermatologie mit einer Untersuchung beginnt, findet ein einführendes Gespräch (Anamnese) über Ihre aktuellen Beschwerden statt. Ihr Facharzt für Dermatologie benötigt eine Übersicht der Arzneimittel, die Sie regelmäßig einnehmen. Stellen Sie schon vor dem Arztbesuch bei Ihrem Hautarzt eine Übersicht über die Medikamente, die Sie einnehmen, in einer Tabelle zusammen.

Der Arzt schaut sich die Haut Ihres Körpers an. Hautveränderungen an anderen Körperstellen liefern dem Arzt unter Umständen entscheidende Anhaltspunkte. Oft äußern sich Hauterkrankungen auf der Kopfhaut anders als an den weniger behaarten Körperpartien.

Wichtig ist auch die Unterscheidung, ob es sich um trockene oder fettige Kopfschuppen handelt. Gerade bei entzündeter Kopfhaut zeigt ein Erregernachweis, ob ein Pilzbefall, eine bakterielle Infektion oder ein Parasitenbefall vorliegen. Gegebenenfalls nimmt der Hautarzt Blut- und/oder Gewebeprobe ab.

Behandlung von Schuppen

Schuppen sind oft ein hartnäckiges Problem, aber wenn Sie ein wenig standhaft und geduldig sind, kann es fast immer kontrolliert werden. Wenn das Problem nicht zu groß ist, kann es ausreichen, die Haare täglich mit einem milden Shampoo zu waschen, um die Schuppen in Schach zu halten. Wenn dies nicht reicht, gibt es eine Reihe von Schuppen-Shampoos, die Sie ohne Rezept kaufen können. Die Shampoos haben alle eine etwas andere Zusammensetzung, und es kann nötig sein, verschiedene auszuprobieren, bis Sie ein Shampoo finden, mit dem Sie zufrieden sind.

Ein weiterer Wirkstoff von Schuppen-Shampoos ist Salicylsäure, die die Kopfhaut aufweicht und bewirkt, dass trockene Schuppen beim Waschen abgerieben werden. Bei trockener Kopfhaut sollten Sie die Haare nicht zu häufig und mit einem milden Shampoo waschen. Nach dem Einseifen mit einem Spezial-Shampoo ist es vorteilhaft, mit dem Ausspülen wenige Minuten zu warten, damit die Wirkstoffe Zeit zur Entfaltung haben. Es ist wichtig, die Haare gut auszuspülen, vor allem nach der Verwendung von starken Shampoos.

Weitere Behandlungsmethoden

  • Empfehlung: Nur jeden zweiten oder dritten Tag die Haare mit einem Antischuppenshampoo waschen.
  • Das Apothekenteam kann Präparate mit Azol-Antimykotika (Ketoconazol, Climbazol, Bifonazol, Clotrimazol) und Pyridinon-Antimykotika (Ciclopirox, Pirocton) empfehlen (teils apothekenpflichtig, teils Kosmetika). Die Antimykotika stören die Funktion der Pilzzellmembran. In der Apotheke ist der Hinweis wichtig, dass Shampoo oder Lösung drei bis fünf Minuten einwirken sollten und dass vereinzelt Hautreizungen möglich sind.
  • Das Zinksalz des Pyrithion hat antimykotische und antibakterielle Eigenschaften.
  • Steroid-haltige Kopftinkturen, zum Beispiel mit Hydrocortison, Prednicarbat oder Betamethason, wirken immunsuppressiv, antiphlogistisch und antipruriginös. Sie sollten nur kurzzeitig angewandt werden und keinen Kontakt zu Gesicht und Augen haben.
  • Milde Shampoos mit Urea, Panthenol oder Glycerin unterstützen den Heilungsprozess der gereizten Haut. Den Juckreiz lindern topisches Polidocanol oder systemische H1-Antihistaminika.
  • Bei akuten Schüben verordnet der Arzt laut Leitlinie (AWMF-Register-Nr. Registernummer 013-060, Stand 2020) lokale Glucocorticoide oder topische Calcineurin-Inhibitoren wie Tacrolimus sowie in Einzelfällen auch Tretinoin-Gel oder -Creme.

Vorbeugung

Es ist leider nicht möglich, Schuppenbildung zu verhindern. Lernen Sie, mit Stress umzugehen. Waschen Sie Ihre Haare regelmäßig mit Shampoo. Tägliches Einseifen mit Shampoo verringert die Öl-/Fettstoffe, die sich normalerweise auf der Kopfhaut befinden, und damit die Wachstumsgrundlage für Pilze, die Schuppen verursachen. Haarpflegeprodukte wie Haarspray, Haargel, Haarwachs und Mousse können Ihre Haare öliger/fettiger und somit attraktiver für Hefepilze machen. Einige Menschen entwickeln sogar allergische Reaktionen auf Haarpflegeprodukte. Auch die Sonne wirkt positiv und vermindert die Schuppenmenge. Es lohnt sich also, viel an der frischen Luft zu sein!

Wenn Sie verschiedene Dinge im Alltag beachten, beugen Sie vor allem trockenen Kopfschuppen vor:

  • Vermeiden Sie es, Ihre Haare zu heiß zu waschen oder zu föhnen. Das strapaziert die Kopfhaut und trocknet sie aus.
  • Überlegen Sie genau, welche Haarpflegeprodukte Sie tatsächlich benötigen. Haargel und -schaum verschließen beispielsweise die Kopfhaut - was förderlich für eine Schuppenbildung ist.
  • In der kalten Jahreszeit sollten Sie die Räume, in denen Sie sich häufig aufhalten, regelmäßig lüften oder befeuchten. So vermeiden Sie Schuppen im Winter.

Weitere Tipps

  • Haare mit lauwarmem Wasser waschen.
  • Meiden Sie äußere Reizungen der Kopfhaut. Wenn Sie Mützen, Helme oder Hüte tragen, raten Fachärzte für Dermatologie, dass diese nicht zu eng anliegen sollten.
  • Menschen, die zu Schuppen neigen, sollten die Haare nur mit einem milden Shampoo waschen. Ihr Facharzt für Dermatologie berät Sie über geeignete Pflegeprodukte. Außerdem empfehlen Dermatologen, die Haare nicht jeden Tag zu waschen und sie gründlich mit klarem Wasser auszuspülen, damit keine Shampooreste zurückbleiben. Das Wasser darf nicht zu heiß sein. Nach dem Waschen sollten Betroffene darauf achten, die Haare nicht trocken zu rubbeln und sie nicht zu heiß zu föhnen. Hautärzte raten dazu, auf harte Kämme und Bürsten zu verzichten, weil die Kopfhaut damit aufgekratzt und eine Entzündung verursacht werden könnte.

tags: #weiße #Schuppen #Ursachen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen