Fische gibt es in allen Formen und Farben. Man geht davon aus, dass weltweit etwa 30.000 verschiedene Fischarten existieren. Die Vielfalt in der Fischwelt ist zwar unheimlich groß, jedoch lassen sich trotzdem einige Gemeinsamkeiten im äußeren Bau der Fische feststellen. Die meisten Fischarten besitzen eine typische Körperform: am Kopf und am Schwanz läuft der Körper nämlich spitz zu. Diese spezielle Form wird auch als spindelförmig bezeichnet, wobei man in der Fachsprache von einem stromlinienförmigen Körperbau spricht. Je stärker dieser stromlinienförmige Körperbau ausgeprägt ist, desto weniger Widerstand hat der Fisch im Wasser und desto schneller kann er sich auch fortbewegen.
Betrachtet man einen Knochenfisch, wie zum Beispiel einen Barsch oder einen Koi, fällt sofort die glatte, schuppige Haut auf. Bei vielen Fischarten enthält die Lederhaut die Schuppen, die dachziegelförmig angeordnet sind und den Fischkörper schützen. Über der Lederhaut liegt die Oberhaut. In ihr befinden sich Schleimzellen, die stetig Schleim absondern. Dieser macht die Oberfläche des Fischkörpers schleimig und schlüpfrig, was ebenfalls den Widerstand im Wasser verringert.
Die Haut der Fische besteht aus zwei Schichten: In der Lederhaut befinden sich die Schuppen und die Farbzellen, die Oberhaut ist mit Schleim produzierenden Drüsen versehen. Der Schleim wirkt antibakteriell und schützt so die Haut und die darin liegenden Schuppen. Die oberste Schicht bildet die Schleimhaut, die die darunter liegenden Schuppen bedeckt. Die Schleimhaut verringert auch den Reibungswiderstand im Wasser und ermöglicht Fischen, schneller voranzukommen.
Die Färbung der Fische wird im Wesentlichen von der Lederhaut bestimmt. In ihr befinden sich viele Farbzellen. Geschuppt verlieren die Fische ihre schöne Farbe, nur der Grundton der Unterhaut - grau oder grün - bleibt erhalten.
Geht es nur nach der wissenschaftlichen Definition, dann sind Schuppen die Hautbedeckung der meisten Fische, die in der Unterhaut gebildet werden und aus Knochenplatten bestehen. So jedenfalls steht es in den zoologischen Fachbüchern. Doch hinter den Fischschuppen steckt jede Menge mehr Wissenswertes.
Die Schuppen unserer heimischen Fische sind kompliziert aufgebaut. Im Wesentlichen bestehen sie aus einer durchsichtigen Deckschicht und einer darunterliegenden, knöchernen Grundschicht. Sie ist mit knorpeligen Fasern verstärkt und durch sogenannte Zuwachsringe charakterisiert, die radial unterbrochen sind, so dass die Schuppen biegsam bleiben.
Schuppen sind für Fische sehr wichtig. Sie bestehen aus Keratin und sind stabil, aber gleichzeitig gut beweglich. Schuppen schützen den Fisch vor Verletzungen und vor Fressfeinden. Außerdem helfen sie den Tieren dabei, sich im Wasser schneller zu bewegen. Auch Krankheiten und Parasiten werden durch die Schuppen abgehalten. Einfach gesagt dienen die Fischschuppen als Schutz gegen Schäden und Krankheitserreger. Die zarte Fischhaut würde bleibende Schäden davontragen, wenn sie an Steinen vorbei schleift. Auch könnten Krankheitserreger so deutlich leichter in die Haut eindringen.
Die Schuppen haben sich aus der Lederhaut entwickelt. Sie verstärken zusätzlich den Schutz, der bereits durch die Schleimhaut besteht. Die Anordnung der Schuppen ist mit der Anordnung von Dachziegeln vergleichbar. Diese bilden geordnete Reihen. Gehen einzelne Schuppen verloren, wachsen sie wieder nach.
Fische werden bereits mit ihren Schuppen geboren. Da sie noch zu ihrer letztendlichen Größe heranwachsen müssen, ist es nur logisch, dass auch die Schuppen mit ihnen wachsen. Zudem wurde erforscht, dass Fischschuppen im Sommer bekanntermaßen schneller wachsen als im Winter. Ein weiterer Einfluss auf den Wachstum der Schuppen der Fische ist die Laichzeit. Diese hinterlässt Spuren und erzählt Experten sozusagen eine Geschichte.
Die Beschuppung wird im jugendlichen Alter der Fische angelegt. Die Anzahl an Schuppen bleibt das Fischleben lang gleich, die Schuppen wachsen gleichmäßig mit. Schuppenverluste durch Verletzungen regenerieren zügig. Die neu gebildeten Schuppen wachsen sehr rasch, oft wird aber das harmonische, ursprüngliche Schuppenbild nicht mehr erreicht. Im Narbengewebe der Lederhaut wachsen die Schuppen meist kreuz und quer.
Welche Farbe ein Fisch hat, hängt übrigens wenig mit den Schuppen zusammen, sondern entscheidet sich durch die Farbe der darunterliegenden Lederhaut. Darin sind die Farbzellen erhalten, durch die sich die Fische der Umgebung anpassen und tarnen können. Dafür öffnen und schließen sie die Farbzellen (gelb, rot, schwarz), ähnlich wie die Pupille im Auge.
Es werden verschiedene Schuppentypen unterschieden. Für uns sind vor allem die beiden großen Gruppen Rundschuppen und Kammschuppen interessant. Die Plakoidschuppen der Haie sind keine echten Schuppen. Die sogenannten Schmelzschuppen der Störe bestehen aus mit einer Schmelzschicht überzogenen Knochenplatten, sind demnach auch keine wirklichen Fischschuppen.
Die Schuppen mancher Fische sind charakteristisch geformt, sie können sogar zur Bestimmung ihrer ehemaligen Besitzer herangezogen werden. In den Speiballen der Kormorane finden sich beispielsweise neben Fischknochen die unverdaulichen Schuppen. Ihre Untersuchung gibt ausreichend genaue Aufschlüsse über das Nahrungsspektrum Fisch fressender Vögel.
Auffällig sind die großen, silbrig glänzenden Schuppen unserer Weißfische. Sie sind bei einigen Arten sehr dünn und fallen, wie beim Ukelei, bei Berührung leicht ab. Dessen Schuppen mit ihrem besonderen Silberglanz wurden zur Herstellung künstlicher Perlen verwendet. Charakteristisch sind die festen, golden glänzenden Rundschuppen beim Wildkarpfen oder die großen "Spiegel" genannten Schuppen seiner Zuchtformen. Die Netzzeichnung beim Döbel ist sogar ein wichtiges Erkennungsmerkmal seiner Art.
Kammschuppen finden wir bei unseren barschartigen Fischen wie dem Flussbarsch, Kaulbarsch oder Zander. Die Kammschuppen sind klein, liegen fest in der Haut und zeigen ihre winzigen Zähne. Die aus der Unterhaut ragende hintere Schuppenseite ist gezahnt. Deshalb fassen sich die Fische rau an.
Rund- und Kammschuppen bilden eine dachziegelartige Überdeckung der Körperoberfläche. Wegen dieser idealen Anordnung behindern sie die Beweglichkeit der Fische beim Schwimmen nicht und bieten trotzdem ausreichend Schutz vor Verletzungen. Über den Schuppen liegt die Oberhaut. In ihr befinden sich Schleimzellen, die eine glatte, geschlossene Schleimschicht erzeugen. Sind die Schuppen sehr klein wie bei Aalen oder Schleien, wird die Schleimschicht verstärkt.
Untersucht man Schuppen im Mikroskop, so fällt auf, dass sie eine bestimmte Struktur aufweisen. Wie bei den Jahresringen eines Baumes kann man durch die Schuppen das Alter und überstandene Krankheiten erkennen.
Rundschuppen sind mehr oder weniger kreisrund, bis oval. Namensgebend ist die Außenkante der Schuppen die runde, glatte Ränder aufweist. Rundschuppen können bis zu 3 - 6 cm Durchmesser haben.
In der Fischereiwissenschaft werden die Rundschuppen in sechs weitere Schuppentypen unterschieden:
Kammschuppen sind mehr oder weniger kreisrund, jedoch am Hinterrand kammartig gezahnt. Dadurch fühlen sich die Fische wie Sandpapier an.
Kammschuppe eines Flussbarsches
Es gibt einige Fischarten, die ohne Schuppen auskommen. Diese haben dafür eine dickere Schleimhaut. Schuppenlose Fische wie der Wels sind stark schleimig, ihre Haut ist lederartig zäh.
Schuppenlose Fische gibt es nicht viele. Der Wels oder Waller ist schuppenlos, ebenso sein amerikanischer Verwandter der Zwergwels. Auch die Stichlinge sind schuppenfrei. Dafür haben sie flache Knochenplatten als Schutz. Fast schuppenlos ist die Koppe, nur entlang der Seitenlinie gibt es einige Schuppen.
Wels
Ein Fisch ohne Schuppen - gibt es so etwas? Ja! Es gibt Fischarten, die statt Schuppen einen Knochenschild haben. So haben etwa Störe und Stichlinge aus ihren Schuppen Knochenplatten gebildet. Außerdem kennt man Fischarten, die weder Schuppen noch Knochenplatten aufweisen. Sie besitzen dafür eine dickere, stabilere Haut, die zusätzlich von einer dicken Schleimhautschicht bedeckt ist. Dadurch sind auch schuppenlose Fische vor äußeren Schäden und Krankheiten geschützt.
Ein Sonderfall ist der Seehase. Er hat keine Schuppen, sondern ist mit einer Art Saugnäpfen bedeckt. Mit diesen saugt er sich an Gegenständen fest und bewegt sich so fort, anstatt durchs Wasser zu schwimmen. Geschützt wird der Seehase durch seine dicke Lederhaut, auf der sich außerdem Dornen zur Verteidigung befinden.
Speisefische wie der Karpfen haben übrigens auch keine Schuppen. Das ist allerdings nicht von Natur aus der Fall, sondern entstand durch ihre gezielte Züchtung durch Menschen. Schuppen sind an Speisefischen unerwünscht, da man sie vor der Zubereitung erst mühsam entfernen muss. Schuppen kann man nämlich nicht mitessen.
Die oberste Schicht der Fischhaut bildet die Schleimhaut, die die darunter liegenden Schuppen bedeckt. Die Schleimhaut verringert auch den Reibungswiderstand im Wasser und ermöglicht Fischen, schneller voranzukommen.
Schleimhaut auch Oberhaut genannt, besteht aus Schichten. Sie wird in Schleimdrüsen produziert. Gegen Außenparasiten und Krankheitserreger sind spezielle Abwehrstoffe in der Schleimschicht enthalten. (Manche Menschen reagieren allergisch auf Fischschleim.) Durch die Schleimhaut wird auch der Reibungswiderstand im Wasser verringert. Eine unversehrte Oberhaut ist sehr wichtig. Fische deshalb nie mit trockenen Händen oder Gegenständen berühren.
Schleimhaut eines Fisches
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