Wirkung von Haarfarben und ihre Inhaltsstoffe

Schönes Haar gilt oft als Zeichen von Jugend und Gesundheit. In Deutschland färben etwa 70 Prozent der Frauen regelmäßig ihre Haare. Es ist wichtig, sich der Inhaltsstoffe und ihrer potenziellen Auswirkungen bewusst zu sein.

Problematische Inhaltsstoffe in Haarfarben

Haarfarben enthalten oft Inhaltsstoffe, die gesundheitliche Probleme verursachen können. Zu den problematischen Substanzen gehören:

  • Aromatische Amine: Stoffe wie 2,5-Toluylendiamin (PTD), p-Phenylendiamin (PPD) und Hydroxyethyl-p-Phenylendiamin gelten als starke Allergene.
  • Weitere aromatische Amine: 6-Amino-m-Cresol und 5-Amino-6-Chloro-o-Cresol, deren Unbedenklichkeit noch nicht eindeutig geklärt ist.
  • p-Aminophenol: Gilt als erbgutverändernd und krebserregend und soll die Fruchtbarkeit einschränken können.
  • Resorcin: Kann die Haut reizen, Allergien auslösen und erbgutverändernd wirken.
  • PEG/PEG-Derivate: Machen die Haut durchlässig für Schadstoffe.
  • Halogenorganische Verbindungen: Potenziell schädlich für die Gesundheit.
  • Allergene Duftstoffe: Können allergische Reaktionen hervorrufen.

Natürlich werden die Gifte auch eingeatmet und gelangen so auch über die Atemwege in den Körper. Mit einem einmaligen Färben ist es ausserdem nicht getan, denn der Ansatz muss fortan im drei- bis sechswöchigen Abstand nachgefärbt werden.

Gesundheitliche Risiken durch Haarfarben

Frühere Studien haben gezeigt, dass Friseure ein überdurchschnittlich hohes Risiko haben, an Blasenkrebs zu erkranken. Färbt man sein Haar langfristig, also über viele Jahre hinweg, dann steigt das Risiko weiter. Wer beispielsweise 15 Jahre und länger allmonatlich Haarfarbe aufträgt, erhöht sein Risiko auf das 3,3-Fache.

Studien und Forschungsergebnisse

Bei der Analyse der University of Arizona von 107 Haarfarben von 10 führenden Herstellern zeigte sich im April 2014, dass 106 mindestens ein potentielles Allergen enthalten. p-Phenylendiamin (PPD) wurde in 78 Prozent der Produkte gefunden, Resorcin in 89 Prozent, m-Aminophenol in 75 Prozent, p-Aminophenol in 60 Prozent und 2,5-Toluyendiamin in 21 Prozent - was bedeutet, dass potentiell schädliche Stoffe in Haarfarben nichts Besonderes sind.

Im Jahr 2014 veröffentlichten schwedische Forscher eine Studie, in der sie die Chemikalienbelastung von Friseuren untersuchten. Für die Studie wurde das Blut von 295 Friseurinnen untersucht, ferner von 32 Personen, die regelmässig ihre Haare färbten und von 60 Personen, die im letzten Jahr keine Haarfärbemittel genutzt hatten.

Die Spiegel jener krebserregenden aromatischen Amine, die sich o- und m-Toluidine nennen, waren im Blut der Friseure umso höher, je häufiger sie bei ihren Kunden die Haare färbten (insbesondere hell färbten). Unerwartet war - so die Forscher - dass auch die häufige Anwendung von Dauerwellenmitteln die Konzentrationen der o-Toluidine im Blut der Friseure steigen liess. Die Belastung der Haarfärbemittel mit o-Toluidinen kann sich also von Produkt zu Produkt stark unterscheiden.

Im Juni 2017 erschien im Fachjournal Carcinogenesis eine Studie von Forschern der Rutgers University in New Brunswick, New Jersey, die einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von bestimmten Haarprodukten, wie z. B. Haarfarben und Glättungsmittel und einem erhöhten Brustkrebsrisiko feststellten. Es zeigte sich, dass das Risiko für Brustkrebs umso höher war, je häufiger Haarfarben und Glättungsmittel verwendet wurden.

Die Ergebnisse zur Schädlichkeit und zum Krebsrisiko von Haarprodukten, die krebserregende Chemikalien enthalten, sind widersprüchlich. Reproduktionsstudien und epidemiologische Untersuchungen zeigten, dass Haarfärbemittel und ihre Inhaltsstoffe kein Risiko für die Fortpflanzungsfähigkeit darstellen.

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Tipps zur Minimierung der Risiken

Um die Risiken beim Haarefärben zu minimieren, sollten folgende Tipps beachtet werden:

  • Handschuhe tragen: Sowohl Privatanwender als auch Friseure sollten beim Hantieren mit diesen Mitteln grundsätzlich Handschuhe tragen.
  • Hautkontakt vermeiden: Tätigkeiten, die ohne Handschuhe durchgeführt werden müssen, wie z. B. Haare schneiden, sollten vor dem Färben oder Dauerwelle legen erledigt werden.
  • Herstellerhinweise beachten: Wer zu Hause seine Haare tönen bzw. färben möchte, sollte unbedingt die Hinweise und Empfehlungen des Herstellers beachten.
  • Einwirkzeit einhalten: Während der Anwendung sollten die Hände mit Handschuhen geschützt werden, die Anwendungsdauer auf keinen Fall überschritten und die Farbreste sorgfältig ausgespült werden.
  • Allergieauslöser vermeiden: Für alle Kontaktallergiker:innen ist es wichtig, dass sie die Inhaltsstoffe der Haarfärbeprodukte auf ihre Allergieauslöser sorgfältig durchgehen.

Schonende Alternativen

Pflanzenfarben gelten als relativ schonende und besser verträgliche Alternative zu den synthetischen Färbemitteln. Für die Farbveränderung kommen hier Naturstoffe wie Henna, Auszüge aus Kamille, Rhabarber sowie Indigo- und Kaffeepulver zum Einsatz. Allerdings kann sich der Farbton mit der Zeit verändern und verblassen. Die Farbvielfalt, die mit den Naturstoffen erreicht werden kann, ist etwas eingeschränkt, doch auch hier ist eine allergische Reaktion nicht ausgeschlossen.

Pflanzliche Haarfarben

Achten Sie beim Kauf darauf, dass keine synthetischen Farb-, Konservierungs- und Duftstoffe in der Pflanzenhaarfarbe enthalten ist. Orientierung beim Kauf bieten Siegel wie das "NATRUE" oder "BDIH. Kontrollierte Naturkosmetik".

Natürliche Färbemittel

Auch zahlreiche Hausmittel können zu einer Veränderung der natürlichen Haarfarbe beitragen. Eine leichte Aufhellung ist mit Kamillentee, Zitronensaft oder Backpulver möglich. Eine etwas dunklere Farbe erzielen Sie mit reinem Schwarzem Tee, zermahlenen Walnuss-Schalen oder Kaffeesatz. Mit Hilfe von Roter Bete lassen sich sogar rote Akzente setzen.

Verträglichkeit von Haarfärbemitteln

Haarfärbemittel gehören zu Produkten, die für mehr farbliche Abwechslung auf dem Kopf sorgen. Sie werden häufig jedoch mit gemischten Gefühlen von Verbraucherinnen und Verbrauchern betrachtet. Insbesondere Allergiker:innen fragen nach Verträglichkeit der synthetischen Produkte und auch nach natürlichen Alternativen, die als unbedenklichere Färbemittel beworben werden.

Risiken und bedenkliche Inhaltsstoffe

Wer färbt, geht auch ein gewisses Risiko ein und muss mit Reizungen und sogar mit Kontaktallergien rechnen, denn die Farbveränderung ist ohne Risiken kaum machbar. Bedenkliche Inhaltsstoffe in den Haarfärbemitteln können die Farbstoffe sein, aber auch Hilfsstoffe wie Resorcin, Wasserstoffperoxid oder Ammoniak, die zwar nicht sensibilisierend sind, aber zum Teil stark reizende Wirkung zeigen. Das aromatische Amin PPD ist bekannt durch seine hohe Sensibilisierungspotenz, es gehört zu den 10 häufigsten Auslösern einer Kontaktallergie.

Inhaltsstoff Potenzielle Risiken
p-Phenylendiamin (PPD) Hohe Sensibilisierungspotenz, Kontaktallergien
Resorcin Hautreizungen, Allergien, erbgutverändernd
Ammoniak Reizende Wirkung, kann Kopfhaut belasten

Alternativen und Vorsichtsmaßnahmen

Als weniger problematisch als die Oxidationsfarben gelten die Tönungen. Im Unterschied zu dauerhaften Farben dringen die Farbstoffe nicht ins Haarinnere, sondern verbleiben weitgehend auf der Haaroberfläche. Allerdings auch hier berichten Allergologen über Reaktionen der Kopf- und Gesichtshaut auf die Inhaltsstoffe der Tönung, die mit jeder Wäsche von der Haaroberfläche mobilisiert werden und auf die Haut gelangen.

DAAB-Tipps für Allergiker

Gründe, die gegen eine Färbung sprechen, sind beispielsweise Beschwerden wie juckende Entzündung, Hautbläschen oder ein Ausschlag an der Stelle, wo im Urlaub ein Henna-Tattoo angebracht war. Die Ursache sollte nicht bagatellisiert, sondern beim Hautarzt abklärt werden.

  • Machen Sie keine Verträglichkeitsprüfung mit den Farbsubstanzen. Allergolog:innen warnen, dass durch die lange Einwirkzeit eine Sensibilisierung entstehen könnte.
  • Wer akut unter gereizter Kopfhaut leidet, sollte eine Haarfärbung lieber verschieben. Vorteilhaft ist es diese Färbung bei Friseur durchführen zu lassen, so kommt man mit den reaktiven Inhaltsstoffen relativ wenig in Berührung.

Chemische Prozesse beim Färben

Beim Färben dringen die Inhaltsstoffe des Haarfärbemittels in die Haarfaser ein und verändern die natürliche Pigmentierung des Haares. Bei permanenten Haarfarben wird häufig Ammoniak verwendet, um die Schuppenschicht zu öffnen. Gleichzeitig wird das natürliche Pigment (Melanin) durch Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid entfernt oder aufgehellt. Nachdem die natürliche Haarfarbe verändert wurde, lagern sich neue Farbpigmente im Haar ein.

Haarverlängerungen und Färbung

Auch hier ist das Thema Färbung relevant, da viele Menschen ihre Extensions passend zur eigenen Haarfarbe färben möchten. Das Problem bei minderwertigen Haarverlängerungen ist, dass sie oft bereits chemisch behandelt wurden, um ihnen Farbe, Glanz oder eine bestimmte Textur zu verleihen. Diese Haare reagieren empfindlich auf weitere chemische Eingriffe. Wir empfehlen, ein Kopfhaut Peeling einmal pro Woche durchzuführen, um eine gesunde Kopfhaut und das Haarwachstum zu fördern.

Virgin Hair

Virgin Hair ist unbehandeltes, chemisch unverändertes Haar, das weder gefärbt noch geglättet oder gelockt wurde. Dies bietet entscheidende Vorteile, insbesondere im Zusammenhang mit Haarfärbungen:

  • Höhere Widerstandsfähigkeit: Da Naturhaar nicht chemisch vorbehandelt wurde, behält es seine natürliche Schutzschicht und Struktur.
  • Natürlicher Glanz: Das Haar ist noch in seiner ursprünglichen Form und behält seinen natürlichen Glanz.
  • Vielseitigkeit: Da Naturhaar unbehandelt ist, lässt es sich leichter färben und stylen, ohne dass die Qualität darunter leidet.

Haare natürlich färben

Pflanzliche Haarfarbe enthält pflanzliche und natürliche Stoffe wie Henna oder Indigo. Zwar können auch bei diesen Produkten allergische Reaktionen auftreten, das Risiko ist jedoch wesentlich geringer. Pflanzliche Haarfärbemittel schädigen die Haarstruktur nicht, sondern legen sich wie ein Schutzfilm um das Haar und sorgen zusätzlich für Feuchtigkeit und einen natürlichen Glanz.

Haarfarbe ohne Ammoniak

Ammoniak in Haarfarben ist in den letzten Jahren in Verruf gekommen. Daher bieten mittlerweile viele Hersteller Haarfarben ohne Ammoniak an. Doch, wie schädlich ist der Inhaltsstoff wirklich und sind ammoniakfreie Farben tatsächlich sanfter und besser für das Haar?

Was bewirkt Ammoniak in Haarfarben?

Ammoniak wird in Haarfärbemittel verwendet, um die Schuppenschicht des Haares zu öffnen. Um Ammoniak zu ersetzen, werden oft andere Alkalisierungsmittel in Haarfarben verwendet. Ethanolamine oder auch Monoethanolamin (MEA) zum Beispiel kommt in Haarfarben ohne Ammoniak häufig vor.

Vor- und Nachteile von Ammoniak

Ammoniak Vorteile:

  • Hilft bei der Grauhaarabdeckung.
  • Die Farbe hält insgesamt länger und ist intensiver.
  • Ammoniak verflüchtigt sich relativ schnell und raut die Haare nicht dauerhaft auf.

Ammoniak Nachteile:

  • Häufig angewendet, kann Ammoniak dazu führen, dass das Haar trocken, strohig und splissig wird.
  • In größeren Mengen soll er die Umwelt schädigen.

Ammoniakfreie Haarfarben

Bei Haarfarben ohne Ammoniak kommt es häufig vor, dass die Farbe weniger intensiv ist und auch nicht so lange hält. Daher kann in der Regel häufiges Nachfärben nötig werden. Aus diesem Grund sind in vielen Haarfarben ohne Ammoniak weitere moderne Technologien integriert, um die Deckkraft und Intensität der Farbe zu verbessern.

Fazit zu Haarfarbe ohne Ammoniak

Ammoniak ist mit Abstand eines der besten Alkalisierungsmittel für Haarfarben. Ammoniakfreie Farbe soll insgesamt sanfter sein, dafür auch weniger intensiv und wäscht sich schneller aus. Für eine intensive, weißabdeckende Coloration ist daher eine Farbe mit Ammoniak besser geeignet. Für dezente Typveränderungen sind ammoniakfreie Farben sicherlich sehr gut geeignet.

Krebsrisiko bei Haarfarben

Haarfarben stehen laut Presse und Medien immer wieder im Verdacht, krebserregend zu sein. Laut Fachleuten sind moderne Haarfarben nicht krebserregend. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) besteht jedoch bei Anwendung der heute in Deutschland verfügbaren chemischen Haarfarben kein erhöhtes Krebsrisiko.

Verbraucherschutz bei chemischen Haarfärbemitteln

Die Europäische Kosmetikverordnung regelt bei kosmetischen Mitteln alle Anforderungen an die Produkte, die verpflichtend für die Hersteller sind. Das betrifft auch Haarfarben. Dies soll die Sicherheit von Kosmetika über ein mögliches Krebsrisiko hinaus sicherstellen. Teil der Verordnung sind beispielsweise umfangreiche Listen von Stoffen, die in Kosmetika verboten sind (Negativlisten) und von Stoffen, die erlaubt sind (Positivlisten).

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