Schöne, lange und gepflegte Wimpern - davon träumt doch jede Frau. Und wer sie nicht von Natur aus hat, der hilft gerne auch mal nach. Mit Wimpernseren, die man sich ganz einfach täglich auf den Wimpernkranz aufträgt. Doch jetzt macht eine Information die Runde, die viele Anwenderinnen wohl eher weniger freuen dürfte: Wimpernseren sollen Augenringe fördern.
Beliebte Wimpernseren sollen Augenringe verursachen? Wir klären, was dahinter steckt. Im RTL-Interview hat Dr. Alice Martin, Hautärztin und Mitbegründerin der Online-Hautarztpraxis „Dermanostic“ wichtige Fragen zu diesem Thema beantwortet.
Ja, Wimpernseren können unter bestimmten Umständen Augenringe fördern. Das bestätigt auch Dr. Alice Martin, Hautärztin und Mitbegründerin der Online-Hautarztpraxis „Dermanostic“. Doch sie schränkt diese Aussage auch sogleich ein und erklärt im RTL-Interview: „Es gibt keine bekannten wissenschaftlichen Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Anwendung von Wimpernseren und der Entstehung von Augenringen zeigen.“
Allerdings: Der in manchen Seren enthaltene Stoff Prostaglandine, ein Gewebshormon, könne bei manchen Menschen zu Hautreaktionen, wie Schwellungen und Entzündungen im Augenbereich, führen. Diese Nebenwirkungen wiederum könnten verstärkte Augenringe zur Folge haben: „Wenn Augenlider anschwellen, kann dies die Blutzirkulation beeinträchtigen und dazu führen, dass sich Blut und Flüssigkeit in den Geweben unter den Augen ansammeln, was zu dunklen Schatten oder Augenringen führen kann.“
Prostaglandine werden eigentlich zur Behandlung von Augenkrankheiten wie dem Grünen Star verwendet, erklärt die Expertin. Auch aus diesem Bereich seien die genannten Nebenwirkungen bekannt: „Das kommt eigentlich in der Medizin zum Einsatz, zum Beispiel um einen erhöhten Augenkammerdruck oder Grünen Star zu behandeln - und hier können auch geschwollene Augenringe zu den Nebenwirkungen gehören.“
Doch dass die alleinige Anwendung von Wimpernseren, die das Hormon enthalten, zu Augenringen führt, hält Dr. Martin für unwahrscheinlich. So sei auch noch wichtig, welchen Hauttypen man hat und wie man das besagte Produkt anwendet: „Personen mit empfindlicher Haut sind möglicherweise anfälliger für Augenringe. Gerade bei Personen mit Hauttypen 1-2 schimmern die Gefäße unter den Augen stärker hindurch.“ Weiter erklärt die Hautärztin: „Wenn das Serum nicht sanft genug auf die Wimpern aufgetragen wird und in die Augen gerät, kann dies zu Reizungen und Schwellungen führen, die zu Augenringen beitragen können.“ Doch das sei prinzipiell auch bei anderen Kosmetikprodukten der Fall.
Sollte man derartige Seren fortan also lieber nicht mehr verwenden? „Das Problem bei dem Produkt ist, dass Verbraucher es oft nicht richtig einschätzen können, da es durch den Verkauf im Drogeriemarkt als unbedenklich und sicherer eingestuft wird als ein Medikament.“ Es sei wichtig, dass man sich mit möglichen Nebenwirkungen auseinandersetzt. Zu denen gehören beispielsweise: Sehstörungen, Verfärbungen der Iris, Augenentzündungen, erhöhte Lichtempfindlichkeit, sowie Kopf- und Augenschmerzen. Dr. Alice Martin mahnt: „Nicht ohne Grund unterliegen daher Arzneimittel, die Prostaglandine enthalten, der ärztlichen Verschreibungspflicht.“
Welche Nebenwirkungen und Langzeitfolgen die Anwendung eines solche Wimpernserums hat, ist bislang nicht vollständig geklärt. „Das Problem ist die Einstufung als Kosmetikprodukt. Dadurch sind nur wenige Tests und Nachweise notwendig. Würden prostaglandinhaltige Wimpernseren als Arzneimittel eingestuft, müssten die Hersteller Studien über die Wirksamkeit, die Sicherheit und die pharmazeutische Qualität vorlegen. Das würde für Transparenz sorgen“, so Petzold.
Trockene Augen, Gerstenkörner durch verstopfte Tränendrüsen (was meiner Meinung nach mir passierte), Pigmentflecken am Wimpernkranz und Augenlid, unkontrollierbares Wimpernwachstum: Das sind einige der am häufigsten angegebenen Nebenwirkungen von Wimpernseren. Die Augenärztin Dr. Ashley Brissette erklärt mir, all diese Reaktionen ließen sich auf einen bestimmten Inhaltsstoff in den (verschreibungspflichtigen sowie frei erhältlichen) Seren zurückführen: Prostaglandine.
Einige Leute erzählen, ihr Wimpernserum habe dazu geführt, dass ihre Augen müde aussähen - was sie durch das Serum vielleicht eigentlich hatten beheben wollen. „Ich sehe aus, als hätte ich seit Wochen nicht geschlafen“, erzählt Becker in dem Video mit der Caption „GrandeLash Side Effects“. „Ich dachte mir: Was habe ich in meiner Hautpflegeroutine geändert, das dafür sorgen könnte, dass meine Augen so rot und verfärbt aussehen? Die Antwort ist: dieses Serum“, sagt sie und hält die goldene Tube Wimpernserum in die Kamera.
Natürlich können wir weder spezifische Wimpernseren noch Prostaglandin als Wirkstoff komplett verteufeln und für alles verantwortlich machen. Vielleicht sehen wir nur deswegen müder aus als sonst, weil wir weniger Schlaf bekommen haben. Vielleicht spielen hier auch Allergien eine Rolle, wie zum Beispiel Heuschnupfen. Gerötete und müde Augen können auch davon kommen, dass du zu lange auf einen Bildschirm gestarrt hast, ohne zu blinzeln (kleine Erinnerung ans Blinzeln!). Dr. Lazar ergänzt jedoch, dass es bei diesen bestehenden Problemen „definitiv nicht hilft“, ein prostaglandinhaltiges Wimpernserum zu verwenden, und in vielen Fällen sogar bestehende Trockenheit oder Reizungen verschlimmern kann - vor allem, wenn du empfindliche Haut oder okuläre Rosacea hast (das ist eine Entzündung, die Jucken, Brennen und Rötungen an den Augen hervorrufen kann).
Kelly Washington, eine Social-Media-Redakteurin hier bei Refinery29, hat „empfindliche und zu Ausschlägen neigende Haut“ und erzählt mir, ein Wimpernserum habe bei ihr über Nacht eine Hautreaktion rund um die Augen ausgelöst. „Ich wachte mit geschwollenen, roten, wunden Augen und dunklen Ringen über und unter meinen Augen auf“, sagt sie. „Ich war damals bei meiner Familie und als ich morgens aus meinem Zimmer kam, fragten mich alle wegen meiner Augen, ob es mir gut ginge. Die dunklen Augenringe waren sogar in Video-Calls sichtbar.“
Im Falle trockener Augen, Rötungen, Hyperpigmentierung oder exzessivem Wimpernwachstum empfehlen Augenärzt:innen prinzipiell, entweder das prostaglandinhaltige Serum abzusetzen oder zumindest die Häufigkeit des Gebrauchs zu reduzieren. „Belasse es bei zweimal pro Woche“, rät Dr. Lazar. Du wirst immer noch Resultate sehen - aber eben die Nebenwirkungen mindern. Sie empfiehlt außerdem, auf ein peptidbasiertes Wimpernwachstumserum umzusteigen, das kein Prostaglandin enthält. Peptidseren bewirken zwar kein Haarwachstum, indem sie den natürlichen Wachstumszyklus stören, pflegen aber stattdessen die Wimpern und Haarwurzeln.
Wesentlich unbedenklicher ist ein anderes Vorgehen. Ernähre man sich ausgewogen mit ausreichend Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen, könne man auf ganz natürliche Weise zum Wachstum der Wimpern beitragen. Zusätzlich pflegen kann man sie außerdem mit Rizinusöl, so die Expertin. Allerdings sollte man bei diesem Vorgehen ohne das fragliche Hormon keine allzu schnellen Ergebnisse erwarten. „Es kann einige Monate dauern, bis sich die Wirkung zeigt“, so Dr.
Wer kein Risiko eingehen möchte, greift statt zu einem Serum lieber zu Mascara.
Wenn du Optiker:innen und Augenärzt:innen um eine Empfehlung zu einem Wimpernserum bittest, antworten sie vermutlich mit einem Produkt, das explizit von Augenärzt:innen oder auf die Augenpartie spezialisierten Firmen entwickelt wurde. „Als Optikerin bin ich sehr vorsichtig damit, welche Inhaltsstoffe ich rund um meine Augen verwende“, meint die Optikerin Jennifer Tsai. Wenn du auf der Suche nach einem Produkt ohne Prostaglandin bist, eignen sich dafür das Thiocyn Wimpernserum (31,49 € via DocMorris) oder das Vichy Liftactiv Supreme Augen & Wimpern Serum (31,49 € via DocMorris).
Wenn du den sichtbaren Effekt von Wimpernseren mit Prostaglandin magst und keine Nebenwirkungen feststellst, kannst du das Serum aber natürlich weiter verwenden. Um das Meiste herauszuholen, empfiehlt die Optikerin und Mitbegründerin von Peep Club Nicola Alexander-Cross, prostaglandinhaltige Seren drei Monate am Stück zu benutzen, gefolgt von einer mehrmonatigen Pause, um die Risiken der Nebenwirkungen des Langzeitgebrauchs zu minimieren.
Hormone sind Botenstoffe, die im menschlichen Körper wichtige Aufgaben übernehmen und unter anderem auch das Wachstum von Kopf- und Körperbehaarung und Nägeln regulieren. In Wimpernseren werden genau diese Hormone verwendet, um das Wimpernwachstum zu stimulieren. Dazu gehören vor allem Prostaglandin-Derivate, die die Zellteilung und das Wachstum der Haarfollikel fördern.
Obwohl die meisten Wimpernseren in Drogerien oder Supermärkten frei verkäuflich sind, ist das Prostaglandin als Haarwuchsmittel nicht immer frei von Nebenwirkungen. Medikamente, die eine höhere Dosierung des Wachstumshormons besitzen, stehen daher unter dem Arzneimittelgesetz und sind verschreibungspflichtig. Sie werden zum Beispiel bei der Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen, als Augentropfen oder zur Entzündungshemmung verwendet.
Um Wachstumshormone zu identifizieren, hilft nur ein Blick in die Liste der Inhaltsstoffe. Es ist außerdem nicht immer offensichtlich, ob ein Produkt Prostaglandin enthält, da es oft unter verschiedenen Namen oder als Teil von Komplexen aufgeführt wird. Hier sind einige gängige Namen, unter denen Prostaglandin auftauchen kann:
Hier ist eine Übersicht über die Vor- und Nachteile von Wimpernseren mit und ohne Hormone:
| Merkmal | Wimpernseren mit Hormonen | Wimpernseren ohne Hormone |
|---|---|---|
| Vorteile |
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| Nachteile |
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Es ist wichtig, die potenziellen Risiken und Vorteile abzuwägen, bevor man sich für ein Wimpernserum entscheidet. Bei Bedenken sollte man sich von einem Arzt oder Augenarzt beraten lassen.
tags: #wimpernserum #nebenwirkungen #augen
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