Es kommt ganz plötzlich und dauert meist wenige Minuten: Augenzucken. Obwohl es nur eine winzige Bewegung ist, kann ein zuckendes Augenlid doch ziemlich nerven. Oft passiert es ganz plötzlich und unerwartet im Alltag: Ein Augenlid beginnt ohne erkennbaren Grund zu zucken und verursacht ein unangenehmes Gefühl am Auge. Aber was ist eigentlich die Ursache für Augenzucken? Und wie können Sie dem vorbeugen?
Ein Auge zuckt, besonders das Oberlid flattert, der Ringmuskel des Auges pulsiert - normalerweise ist so ein Augenlidzucken (Faszikulation) harmlos und vergeht nach wenigen Minuten wieder. Allerdings kann es ein echter Störfaktor sein, nerven und auch die Sicht behindern. Dennoch ist das lästige Augenzucken ein Signal unseres Körpers, dass etwas nicht stimmt.
Bei Augenzucken, in der Medizin auch Myokymie genannt, handelt es sich um ein unwillkürliches Zucken der Lidmuskulatur. Betroffen sind dabei die Fasern des Augenringmuskels, der sich rund um das Auge zieht. Auch die Fasern des Augenlidhebers können betroffen sein. Da die Augenmuskulatur sehr empfindlich ist, ist sie besonders anfällig für unerwünschte Muskelkontraktionen. Meistens zuckt dabei jeweils nur ein Augenlid in unregelmäßigen Zeitabständen.
Was allgemein als Augenzucken bezeichnet wird, meint, dass das Augenlid ab und zu ganz leicht zuckt. Dabei ziehen sich bestimmte Muskeln unwillkürlich und unregelmäßig zusammen. In der Medizin heißt dieses Phänomen Faszikulation. Betroffen sind im Falle von Augenzucken die Fasern des Augenlidhebers (Musculus levator palpebrae), und/oder des Augenringmuskels (Musculus orbicularis oculi), der sich rund um das Auge zieht.
Meist zuckt nur ein Augenlid und auch das nur wenige Sekunden lang. Je nach Ursache kann das Augenzucken aber auch mehrere Tage andauern oder immer wiederkommen. Zucken können sowohl Ober- als auch Unterlid. Tatsächlich von außen sichtbar ist das Augenzucken meist nicht, die Bewegung ist zu winzig dafür - oft nicht mehr als ein hauchzartes Zittern des Augenlids. Bei genauem Hinsehen kann es anderen jedoch trotzdem auffallen.
Abzugrenzen ist dieses regelhafte Zucken der Augen beispielsweiße vom Spasmus hemifacialis, der durch eine einseitige Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur gekennzeichnet ist. Auch ein Augenlidkrampf (Blepharospasmus) ist für Außenstehende gut sichtbar. Dabei sind beide Augen vom Zucken betroffen.
Die Ursachen für ein nervöses Auge und das Verkrampfen können vielseitig sein. Warum das Augenlid zuckt, kann unterschiedliche Gründe haben:
Die häufigste Ursache sind Stress und Nervosität. Der menschliche Körper produziert in Phasen großer Anspannung Hormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin. Diese stellen Energie bereit und setzen die Muskeln in Alarmbereitschaft - auch den Lidmuskel. Durch die ihn erreichenden Nervenimpulse spannt der Muskel an und zuckt.
Auch Mineralstoffmangel, insbesondere Magnesiummangel, kann zum Augenzucken führen. Fehlt es dem Körper an Magnesium, kann dies die Verarbeitung von Impulsen in Nerven und Muskeln einschränken.
Auch eine Überlastung der Augen kann das Zucken auslösen. Eine weitere Ursache kann Bluthochdruck sein: Weiten sich die Arterien im Körper, wird der Abstand zwischen pulsierenden Adern und Nerven kleiner, wodurch sie miteinander in Berührung kommen können. Bekommt unser Körper zu wenig Schlaf, schadet auch das den Nerven.
Auch Fremdkörper im Auge oder eine Bindehautentzündung können ursächlich sein. In seltenen Fällen kann das Augenlidzucken ein Zeichen schwerwiegender Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Hirntumore sein.
Auslöser für zuckende und flatternde Augenlider sind in den meisten Fällen Faktoren des Lebensstils - zum Beispiel Ernährung oder Arbeitsbelastung. Auch äußere Faktoren - wie trockene Luft oder Zugluft - können begünstigend wirken.
Noch mal: In den allermeisten Fällen ist ein zuckendes Augenlid ein schnell vorübergehendes Symptom und die Ursachen eher harmlos. In seltenen Fällen kann Augenlidzucken auch auf einen Hirntumor oder Multiple Sklerose hindeuten.
Ebenfalls extrem selten ist Blepharospasmus: eine starke Verkrampfung der Augenmuskulatur, bei der die Augen unkontrolliert blinzeln und sich auch unkontrolliert schließen. In schweren Fällen von Blepharospasmus haben Patientinnen und Patienten Probleme die Augen wieder zu öffnen.
Ein zuckendes Augenlid kann auch erstes Zeichen einer seltenen Erkrankung sein: Beim Hemispasmus Facialis kommt es auf einer Gesichtshälfte plötzlich zu Krämpfen und Zuckungen, die wenige Sekunden oder Minuten, selten auch länger andauern. Schmerzen oder Taubheit bestehen nicht, dennoch können ausgeprägte Symptome den Alltag nachhaltig erschweren. Ursache ist eine Ader, die sich nah am Gehirn um den Gesichtsnerv (Facialis-Nerv) schlingt. Das Pulsieren der Ader reizt den Nerven, was zum Muskelkrampf (Spasmus) im Gesicht führt. In ausgeprägten Fällen kommt es auch zur einseitigen Gesichtslähmung. Für die Diagnose sind spezielle CT-Aufnahmen nötig. Manchmal helfen Epilepsie-Medikamente oder Botox-Spritzen, um die Krämpfe zu lindern.
Warnsignal für eine echte Gefahr kann ein zuckendes Augenlid außerdem sein, wenn noch andere Symptome wie Lähmungen, Sehstörungen (zum Beispiel Einschränkung des Sichtfeldes, blinde Flecke oder Doppelbilder), Schmerzen oder Sprachstörungen das Zucken begleiten. Grundsätzlich sollte man auch ein kleines Signal des Körpers - wie ein zuckendes Augenlid - nicht ignorieren.
Meist ist ein Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt nicht gleich geboten, doch das hängt auch von der Intensität, Häufigkeit und eventuellen Begleitsymptomen des Lidzuckens ab. In letzterem Fall kann eine akute Gefahr durch Schlaganfall oder Herzinfarkt drohen. Ansonsten ist die erste medizinische Anlaufstelle in der Regel die Hausärztin oder der Hausarzt.
In den meisten Fällen gibt Lidzucken Hinweise auf Stress, Nervosität und eine Überforderung der Augen. Dagegen kann man etwas tun, beispielsweise sich und den Augen öfter kleine Arbeitspausen gönnen. Das hilft übrigens auch dem ganzen Körper.
Zuckt das Augenlid scheinbar ohne Grund, kann das verunsichern und - je nach Ausprägung - auch stören. Meist ist das Phänomen vollkommen harmlos. Dann lassen sich die Ursachen oft bereits durch ein paar gesunde Gewohnheiten abstellen.
Häufige Gründe für Augenzucken Die Ursachen für Augenzucken sind vielseitig - was der genaue Auslöser für zuckende Augenlider ist, ist oft nicht eindeutig erkennbar. Mögliche Gründe können sein:
Bereits einfache Veränderungen im Alltag können dazu beitragen, Augenzucken vorzubeugen. So sollten Sie beispielsweise darauf achten, in stressigen Phasen regelmäßige Entspannungspausen einzulegen. Auch ausreichend Bewegung, genügend Schlaf sowie Entspannungspraktiken wie Yoga oder Meditation können einen positiven Einfluss auf Ihr Stresslevel haben.
Bei intensiver Bildschirmnutzung im Beruf oder Hobby sollten Sie Ihren Augen ebenfalls gelegentliche Entspannungspausen gönnen, um digitalen Sehstress zu minimieren. Nehmen Sie sich beispielsweise bewusst Bildschirmpausen an der frischen Luft oder trainieren Sie Ihre Augen, indem Sie von Zeit zu Zeit den Blick vom Bildschirm abwenden und einen Punkt in der Ferne mit Ihrem Blick fokussieren.
Auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit ausreichend Magnesium kann dazu beitragen, Augenzucken vorzubeugen - magnesiumreiche Lebensmittel sind beispielsweise Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Mandeln oder auch Leinsamen. Hülsenfrüchte wie Linsen und Erbsen sind ebenfalls reich an Magnesium, genauso wie Fisch und grünes Blattgemüse. Sogar Bitterschokolade kann dabei helfen, den Magnesiumspeicher des Körpers zu füllen.
Anpassungen am Lebensstil können zusätzlich dabei helfen, Augenzucken zu vermeiden. Reduzieren Sie Ihren Kaffeekonsum auf wenige Tassen pro Tag und versuchen Sie, Alkohol und Zigaretten zu vermeiden.
Wenn die Augenlider einseitig links oder rechts in leichter Ausprägung ab und zu zucken, ist das meist harmlos und kein Alarmsignal für eine Muskel-, Nerven- oder andere ernste Erkrankung. Mediziner sprechen dann von einem benignen Faszikulieren, also einem gutartigen Zucken. „Harmloses Zucken der Augen ist weit verbreitet und kann jeden treffen“, sagt Professor Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung.
Augenzucken passiert natürlicherweise dann, wenn uns ein Fremdkörper ins Auge fliegt und wir blinzeln. Dem liegt folgender Prozess zugrunde: Damit sich die Muskeln zusammenziehen können, muss die Konzentration bestimmter Blutsalze (Kalium/Calcium/Magnesium) innerhalb der Muskelzellen kurzfristig steigen. Diesen Ein- und Auslass regulieren Kanäle in den Zellmembranen des Muskels. Gibt es hier Dysbalancen, zum Beispiel durch Ermüdung, „klappt die Ionenverteilung nicht mehr ganz so wie sie soll und es kommt zu ungewollten Kontraktionen“, erläutert Professor Gereon Nelles, Facharzt für Neurologie und Vorstandsmitglied des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte.
Verschiedene Faktoren sind denkbar, die die Ionenkonzentration in den Muskelzellen durcheinanderbringen können und Augenzucken wahrscheinlicher machen:
Tabelle: Magnesiumgehalt in Lebensmitteln (pro 100g)
| Lebensmittel | Magnesiumgehalt (mg) |
|---|---|
| Sonnenblumenkerne | 325 |
| Kürbiskerne | 535 |
| Mandeln | 270 |
| Leinsamen | 392 |
| Linsen | 122 |
| Erbsen | 33 |
| Bitterschokolade (70-85% Kakao) | 176 |
Augenzucken ist in der Regel harmlos und verschwindet meist nach einigen Minuten von selbst wieder. Wenn es über längere Zeit anhält, häufig ohne erkennbaren Grund auftritt oder von anderen Symptomen wie Sehstörungen, Schmerzen oder Rötungen begleitet wird, sollten Sie schnellstmöglich einen Augenarzt aufsuchen.
Tritt das Phänomen allerdings über mehrere Wochen häufiger auf, sollten Sie die körperlichen Ursachen checken lassen. Sollte ein Augenzucken sehr häufig auftreten oder ungewöhnliche Entzündungen an der Augenpartie entstehen, sollte zur Sicherheit ein Augenarzt aufgesucht werden.
Manchmal liegt dem Lidzucken auch eine behandlungsbedürftige Erkrankung wie zu hoher Blutdruck oder auch eine Schilddrüsenüberfunktion zu Grunde. Im Falle von weiteren Untersuchungen empfiehlt es sich manchmal einen Neurologen hinzu zu ziehen.
Hält das Lidzucken über längere Zeit an oder tritt es sehr häufig auf, sollten sich Betroffene ebenfalls ärztlich beraten und mögliche Ursachen klären lassen.
Auch wenn das Lidzucken an sich in der Regel nicht gefährlich ist, kann das Symptom in seltenen Fällen auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Daher sollte man die Ursache von einer Ärztin oder einem Arzt klären lassen, wenn das Zucken über längere Zeit anhält oder sehr häufig auftritt.
tags: #wimpernzucken #ursachen
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