Mascara-Test: Wie gut sind Primark und andere Wimperntuschen wirklich?

Umfragen zeigen: Ein Großteil der Frauen in Deutschland nutzt Mascara. Laut einer Statista-Umfrage von 2019 gehört Wimperntusche für 56 Prozent der deutschen Frauen über 16 Jahren zu den drei wichtigsten Utensilien im Beauty-Koffer. Mit der Wimperntusche wirken Wimpern mit nur wenigen Handgriffen optisch dichter und länger. Die Hersteller geben meist ähnliche Versprechen ab - aus unscheinbaren Wimpern einen intensiven Augenaufschlag zu zaubern.

Doch um welchen Preis? "Öko-Test" hat nicht wasserfeste Wimperntuschen für Volumen in der Farbe schwarz unter die Lupe genommen. Unter den 18 getesteten Produkten befanden sich sowohl günstige Eigenmarken großer Drogerieketten als auch Mascaras des mittleren Preissortiments, darunter welche von Marken wie L’Oréal und Nyx.

Das Ergebnis: Von einigen sollte man seiner Gesundheit zuliebe die Finger lassen. Sieben Mascaras erhielten die Note "ungenügend", eine ein "mangelhaft", zwei weitere ein "ausreichend", nur eine ein "befriedigend." Eine Wimperntusche erhielt das Urteil "gut". Sechs Produkte erhielten ein "sehr gut".

Der Mascara-Test wurde von ÖKO-TEST durchgeführt und in der Heftausgabe 02/2019 erstmals veröffentlicht. Im Labor wollten die Tester herausfinden, inwieweit die Produkte unbedenklich für die Augenpartie sind. Außerdem wurden die Produkte auf giftige Schwermetalle untersucht und es wurde geprüft, ob die Hersteller umweltschädigende Silikone und weitere synthetische Polymere einsetzen.

Das Ergebnis: Von den insgesamt 20 getesteten Mascaras sind zwölf Produkte empfehlenswert, alle sieben Naturkosmetika überzeugen und weitere fünf konventionelle Mascara erreichen gute bis sehr gute Testergebnisse.

Krebserregende Stoffe in Wimperntuschen entdeckt

Für die schwarze Farbe wird meist schwarzes Eisenoxid verwendet. Für dessem Herstellung werden eisenhaltige Ausgangsstoffe eingesetzt, die aus der Natur stammen, allerdings mit Schwermetallen oder Elementen verunreinigt sein können. Während der "Öko-Test"-Analyse wurden derartige Elemente entdeckt - in zwei Wimperntuschen wurden erhöhte Mengen von Arsen nachgewiesen. In der EU ist das Schwermetall in Kosmetika streng genommen verboten. Arsen ist hochgiftig und krebserregend. In der "Volume Supreme Mascara, black 1" von Artdeco und der Naturkosmetik-Mascara von Terra Naturi, "Gold Bigger Volume", wurden Arsen-Mengen entdeckt, die "Öko-Test" als erhöht einstuft. Die Tester orientierten sich an den Richtwerten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Mascara-Test: Auch Konservierungsstoffe ein großes Problem

In vielen Mascaras stießen die Testerinnen und Tester auch auf Konservierungsstoffe. Die Max Factor "X Voluptuous False Lash Effect, black" von Coty ist mit Propylparaben konserviert, das im Verdacht steht, wie ein Hormon zu wirken. Selbes gilt für Butylhydroxytoluol (BHT), das in der "PS... 3D Lash Effect Mascara, black" von Primark, "Volume Million Lashes, extra-black" von L‘Oréal und "Volume Supreme Mascara, black 1" von Artdeco steckt. Als Konservierungsstoff werden bei L’Oréal und Maybelline auch halogenorganische Verbindungen eingesetzt. Diese Verbindungen gelten als allergieauslösend.

Der Stoff Formaldehyd, der schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizt und als Kontaktallergen gilt, wurde ebenfalls in einigen Produkten entdeckt. In sieben Mascaras steckten Aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) - wozu auch krebserregende Substanzen gehören können.

Schlechter Schutz. Keime lieben Wasser und sammeln sich vor allem in den Mascara-Bürstchen. Um Infektionen vorzubeugen, ist es nötig, die Produkte zu konservieren. Allerdings sind gerade die Augen sehr empfindlich, weshalb Konservierungsmittel in entsprechenden Kosmetika besonders unbedenklich sein müssen. Die PS… Volumising Mascara Instant Volume meistert diesen Spagat nicht: Sie enthält Formaldehyd/-abspalter, obwohl nichts dergleichen deklariert ist. Ob der Hersteller nun selbst Formaldehyd einsetzt, Ausgangsstoffe damit vorkonserviert sind oder sich die problematische Substanz aus einer verwendeten Zutat herausbildet, ist letztlich egal: Bestandteile, die krebsverdächtiges Formaldehyd freisetzen können, haben in Mascara aus Sicht von ÖKO-TEST nichts verloren.

Nicht verschmieren. PEG/PEG-Derivate können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Auch Mascara verschmiert mal, zerbröselt oder landet beim Schminken unfreiwillig auf der Augenpartie. Weil die sechs betroffenen Wimperntuschen normalerweise nur kurzen Hautkontakt haben, wertet ÖKO-TEST sie in diesem Fall aber lediglich um eine Note ab.

Unnötig. Zwölf Produkte beanstandet ÖKO-TEST unter dem Testergebnis Weitere Mängel, weil sie Silikone und/oder synthetische Polymere enthalten. Sie sollen unter anderem dafür sorgen, dass die Pasten auf den Wimpern haften.

Naturkosmetik: Diese Produkte haben hervorragend abgeschnitten

Mascara-Liebhaber können allerdings aufatmen - einige Produkte sind laut "Öko-Test" besonders gut verträglich. Im Test wurden sieben Naturkosmetik-Mascaras untersucht. Von diesen haben sechs beim Öko-Test die Bestnote "sehr gut" erhalten.

Insgesamt zwölf von 20 getesteten Mascaras sind empfehlenswert. Auf ganzer Linie glänzen die sieben zertifizierten Naturkosmetika, aber auch fünf konventionelle Produkte überzeugen mit "sehr guten" oder "guten" Noten.

Empfehlenswerte Mascaras laut Öko-Test

Nachfolgend sehen Sie in der Tabelle, alle Wimperntuschen, die die Gesamtnote "sehr gut" erhalten haben und online erhältlich sind.

Primark P.S. Love... Mascara im Test

Für alle, die sie nicht kennen: P.S. Love… ist die Beauty-Eigenmarke von Primark, was bei den meisten wahrscheinlich gleich die Alarmglocken schrillen lässt, denn Primark ist ja eigentlich ein Klamottenladen. Ich habe echt gedacht, das Ganze würde stark chemisch riechen, wie man das von sehr billiger Schminke meistens gewöhnt ist.

Nachdem ich auf YouTube mittlerweile schon ein paar Videos über diese Mascara gesehen habe, habe ich das Gefühl, dass sie ziemlich vielseitig ist. Bei mir sehen die Wimpern nach dem Auftrag so aus wie ich es mag: lang, definiert und nicht allzu verklumpt. Andere haben damit aber auch ein sehr klumpiges Ergebnis erzielen können. Sofern ihr das also mögt, braucht ihr nur etwas mehr zu schichten. Das Volumen ist auch gut, nichts super Besonderes, denkt also nicht ihr seht aus wie mit falschen Wimpern, aber es sieht trotzdem schön voluminös aus.

Allgemeine Informationen zu Mascara

Bei Mascara handelt es sich um ein kosmetisches Präparat, das in unterschiedlichen Farben zu haben ist und in dessen Produktumfang ein kleiner Bürstenpinsel vorhanden ist, mit dem die Augenwimpern getuscht werden können. Durch gezielte, minimale Bürstenstriche kann die Farbe so auf den Härchen am oberen und unteren Wimpernrand aufgetragen werden. Dies geschieht vor dem Hintergrund, den Wimpern im Zuge dessen mehr Farbe und damit mehr Ausdruckskraft zu verleihen.

So kommt es bei jedem Produkt dieser Kategorie im Wesentlichen auf drei Aspekte an. Zum einen ist die Konsistenz der Tusche und die jeweilige Farbgebung entscheidend, und zum zweiten spielt auch die Beschaffenheit des Bürstchens eine sehr wichtige Rolle. Diese Faktoren zusammengenommen ergeben gewissermaßen die „Funktionsweise“ einer Mascara.

Je nachdem, wie das Bürstchen geformt ist und vor allem auch die Qualität der Tusche mit Blick auf die darin enthaltenen Pflegestoffe, wird sich letztlich das Ergebnis präsentieren.

Die Geschichte der Mascara

Der Vorreiter der Mascara lässt sich bereits 3500 vor Christus im Alten Ägypten finden. Dort haben sich Männer und Frauen Kohle, bestehend aus Blei und Schwefel, auf die Wimpern aufgetragen, um ihre Augen, die als Tor zur Seele galten, vor bösen Geistern zu schützen. Im antiken Griechenland nutzten die Menschen hingegen verbrannten Kork, um die Wimpern zu färben.

Im selben Jahrhundert entwickelte Eugéne Rimmel, der Sohn von Gérard Rimmel und Mitbegründer des Familienunternehmens Rimmel, einen fester Mascara-Block, der aus Ruß und Seife bestand. Im Jahre 1917 produzierte Thomas Lyle Williams Sr. einen Mascara in Pastenform, der aus Kohlenstaub und Vaseline bestand. Dieses Produkt nannte er Maybelline, inspiriert von seiner Schwester Mabel, die ihn 1915 erstmals auf die Idee eines kommerziellen Produkts brachte.

Tipps für den Kauf und die Anwendung von Mascara

Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen können, die richtige Mascara auszuwählen und sie optimal zu verwenden:

  • Augen auf beim Mascara-Kauf! Achten Sie auf eine optimale Verträglichkeit, insbesondere wenn Sie Kontaktlinsen tragen oder empfindliche Augen haben.
  • Vermeiden Sie Tierversuche. Achten Sie darauf, dass Sie beim Kauf nicht auf Mascara zugreifen, für deren Herstellung Tierversuche durchgeführt worden sind.
  • Wählen Sie die richtige Farbe. Je nach Augenfarbe sollten Sie zu einer anderen Mascarafarbe greifen, um die Iris gekonnt in Szene zu setzen.
  • Achten Sie auf die Inhaltsstoffe. Wenn Sie empfindliche Augen oder Allergien haben, sollten Sie zu einem Mascara mit natürlichen Stoffen greifen.
  • Entsorgen Sie Mascara rechtzeitig. Angebrochene Mascara-Fläschchen spätestens nach sechs Monaten oder bei entsprechender Herstellerangabe auch früher entsorgen, da sich vor allem in den Bürsten häufig Keime sammeln.

Durch mehrmaliges, schnelles Eintauchen der Bürste ins Fläschchen können sich Bläschen bilden, die die Mascara verklumpen und austrocknen lassen.

Einige der "sehr gut" oder "gut" getesteten Produkte gibt es schon für weniger als vier Euro pro 10 Milliliter: darunter auch zwei naturzertifizierte Mascaras.

Mascara richtig auftragen I Extrem lange, dichte Wimpern mit diesem TRICK

tags: #primark #wimpern #test

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