Erst die Wimpern machen das Auge wirklich ausdrucksstark. Deshalb ist es so wichtig, dieses auffällige Detail zu beherrschen, wenn du realistische Augen oder gar ein ganzes Porträt zeichnen möchtest. In dieser Anleitung lernst du, wie du Wimpern zeichnest, die das Auge deines Modells zum Strahlen bringen. Dazu schauen wir uns zunächst an, wie du die Strichstärke genau variieren kannst, bevor wir dieses Wissen Schritt für Schritt auf einen kompletten Wimpernkranz übertragen.
Die Qualität der Striche ist entscheidend, wenn wir schöne, realistische Wimpern zeichnen wollen. Zunächst wollen wir uns auf die Strichstärke beim Zeichnen mit dem Bleistift konzentrieren.
Verwende einen spitzen Bleistift oder einen Druckbleistift der Härte HB oder 2B, um feine Linien zu zeichnen. Übe am Anfang mehr Druck auf den Bleistift aus und lasse ihn zum Ende hin allmählich auslaufen. Dadurch werden die Haarwurzeln dicker und die Haarspitzen dünner gezeichnet.
Versuche auch, leicht geschwungene Linien zu zeichnen, da die Wimpern nie ganz gerade sind. Mache dich mit dieser Übung vertraut, um mehr Selbstvertrauen zu gewinnen und die unterschiedlichen Strichstärken der Wimpern zu beherrschen.
Wenden wir nun dieselben Prinzipien an einigen Wimpern am Auge an.
In dieser Anleitung zeichnen wir mehrere Wimpern gleichzeitig, um die perspektivischen Veränderungen zu verdeutlichen.
Du siehst die geschwungenen Linien, die an der Spitze dünner und an der Wurzel dicker sind. Sie wachsen in verschiedenen Richtungen und Winkeln aus den Augenlidern heraus.
Sie sind unterschiedlich lang, je nachdem, wo sie sich auf dem Wimpernkranz befinden, und werden in der Regel zu den Augenwinkeln hin kürzer. In der Mitte des Wimpernkranzes sind die einzelnen Härchen am längsten.
Beachte auch, dass die Wimpern unregelmäßig angeordnet sind und sich überlappen.
Augen sind der Spiegel der Seele. Ob dies nun stimmt oder nicht, sei zunächst einmal dahingestellt. Zeichnet man allerdings einen Menschen, kommt seinen Augen sehr große Bedeutung zu. Jedes Auge hat eine bestimmte Charakteristik und Besonderheit. Viele Personen erkennt man sofort an ihren Augen.
Das gilt nicht nur für die Pupille, sondern für die Augenpartie in ihrer Gesamtheit. Denke an Karl Dall oder Klaus Kleber - man erkennt sie sofort an ihren Augen. Augen sind erzählende Bücher ohne Buchstaben, Seen aus Gedanken, lodernde Feuer voller Hass, oder zwei vor Liebe funkelnde Universen.
Augen können eine Menge an Gefühlen ausdrücken oder einen Einblick in die Stimmung einer Person geben. Augen befinden sich im Kopf, liegen zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Angst und Freude, zwischen Hell und Dunkel, zwischen Neugier und Desinteresse.
Im allerersten Schritt zeichne ich die grobe Form und die Umrisse des Auges. Diese Skizze muss nicht besonders schön sein, sollte aber der Form eines Auges ähneln. Wie man im Bild sehen kann, ist es möglich, das Auge aus Hilfslinien "zusammenzusetzen".
Ich möchte hier ein normales, interessiert schauendes und offenes Auge einer Frau zeichnen, wie es am häufigsten vorkommt. Frauen sind nun mal neugierig und wollen alles anschauen. Zeichne die Form eines Auges, wie du sie oben erkennst. Die Hilfslinien aus dem ersten Schritt können wieder entfernt werden.
Bevor das Auge einige Details erhält, zeichne ich zunächst einen runden Kreis hinein, der die Umrisse der Iris zeigt. Weil jedes vollständige Auge - also der gesamte Augapfel (das Weiße mit der bunten Iris) - eigentlich einer "runden Kugel" ähnelt, muss man das Auge nach aussen hin abdunkeln, damit diese natürliche Wölbung / Rundung sichtbar wird.
Deshalb habe ich die Ecken des Augapfels leicht verdunkelt. Der "Einschnitt" im nasenseitigen Lidwinkel nennt sich Tränenkarunkel und kann bereits vorskizziert werden. Bei der Tränenkarunkel - ein herrliches Wort, das eine weibliche Anrede fordert: die Karunkel - befindet sich feuchte Haut, die den Augapfel abdeckt. Folglich muss die Tränenkarunkel nicht schattiert und keine Wölbung angedeutet werden.
Während dieses Schrittes zeichne ich die Pupille und wichtige Elemente der Iris. Damit das Auge später lebendig glänzt, ist es bereits jetzt wichtig, die Glanzstellen des Auges zu bestimmen.
Als nächstes wird die schwarze Pupille einfach "ausgemalt". Sie ist das schwarze Loch, das Licht und Farben verschluckt und bündelt, und uns große Einblicke in jene Realität liefert, die wir wahrnehmen.
Je größer der Kontrast zwischen der Pupille und den Lichtreflexionen ist, desto lebendiger wirkt das Auge. Lass deshalb sehr helle Lichtpunkte einfach vollkommen weiß, wie du es bei dem mittigen, flachen, kleinen Rechteck erkennst. Das größere Quadrat spiegelt die Helligkeit einer schwächeren Lichtquelle und wird deshalb leicht überzeichnet - allerdings nur so zögerlich, dass es immer noch hell erscheint.
Die Irisfortsätze (Striche am Rahmen des Kreises) zeichnest du mit einfachen Strichen vom Rand zur Mitte hin. Diese Striche sollten möglichst zufällig wirken und dürfen sich keinesfalls periodisch wiederholen. Eine menschliche Iris ist absolut eindeutig!
Auf dem oberen Bild erkennst du jetzt die eigentliche Iris. Sie erinnert an leuchtende Sonnenstrahlen, die mit kleinen Bögen verbunden sind. Pupille und Iris ähneln einer Sonnenfinsternis mit glühender Korona.
Die Iris eines Menschen ist immer einzigartig und weist extrem viele Details auf. Aus diesem Grund sollte sie nur angedeutet werden. Wer Zeit und Lust hat, kann sich an der Iris austoben und die herrlichsten Muster einfügen. Die Lichtpunkte der Spiegelungen dürfen nur sehr leicht überzeichnet werden.
Um den Bereich zwischen Iris und Irisfortsätze zu zeichnen (die Stelle, die im vorherigen Schritt noch weiß war), versuchst du eine Art Verbindung zwischen dem Rand und der Mitte der Iris zu schaffen. Dies gelingt mit leichten Strichen oder unregelmäßigen Strukturen. Du kannst versuchen, die typische Struktur der Iris einer bestimmten Person nachzuzeichnen, doch eine Ähnlichkeit wird niemand auffallen, weil sich kein normaler Mensch die Iris eines anderen einprägen kann.
Die Schraffur an der Rundung des Augapfels ganz links verwischt du jetzt sauber. Hierfür eigenet sich ein Pinsel (er sollte sauber/neu sein - komplett OHNE Farbe!!) oder am besten ein Taschentuch (natürlich auch sauber). Der Augapfel (links) wirkt nun viel weicher und erhält seine natürliche Rundung.
Jedes Augenlid hat eine gewisse Stärke / Dicke. Aus diesem Grund, habe ich beim unteren Lid eine weitere Linie neben der unteren Lidlinie gezogen. Diese Linie kann innerhalb oder außerhalb des Auges gezogen werden - je nach gewünschten Augenausdruck. Ich habe diese Linie außen gezeichnet, weil ich das Augen innen schon schattiert habe.
Hier siehst du, wie das Auge aussieht, wenn beide Seiten des Augapfels abgerundet und verwischt werden. Die Rundung ist jetzt deutlich erkennbar. Die Tränenkarunkel wurde weicher und natürlicher gezeichnet. Das Innere des Auges ist somit eigentlich fertig. Je mehr Zeit du investierst, desto schöner wird es.
Ein Auge ist kein alleinstehendes Element, nein, es ist im Gesicht zwischen Lidern eingebettet. Hier siehst du bereits die obere Lidfalte. Diese Lidfalte kann ebenfalls sehr charakteristisch sein und sollte bei der zu zeichnenden Person genau betrachtet werden. Sie wird wie der Augapfel an den linken und rechten Rändern schattiert und in der Mitte heller gelassen.
Das Prozedere bei der Lidfalte findet natürlich auch unter dem Auge statt. Auch hier muss das Auge mit passenden Schattierungen und einer Lidfalte in seine natürliche Umgebung eingebettet werden. Je nach Alter des Menschen kann die Elastizität dieser Falten variieren.
Ich zeichne an dieser Stelle noch keine Make-Up an das Auge - das würde die Schattierung nämlich verfälschen. Man täte sich später schwerer, die richtigen Grautöne der Schattierung im Zusammenspiel mit der restlichen Gesichtshaut zu treffen.
Es gibt ja Leute, die zupfen sich die Augenbrauen raus und malen sie dann wieder ran. Wir könnten von diesen Leuten zwar keine Logik lernen, uns aber zeigen lassen, wie man Augenbrauen eigentlich zeichnet. Augenbrauen sind nämlich sehr charakteristisch. Es gibt dicke und dünne, schmale und schiefe. Sie gehören zum Auge wie eine Schäfchenwolke über die Sommersonne. Abrasierte Augenbrauen verstören immer ein bisschen - mich jedenfalls. Ich überlege mir dann, was diese Person mit aufgemalten Augenbrauen ausdrücken will.
Zurück zum Thema: Bevor ich die Augenbrauen detailliert zeichne, schraffiere ich sie etwas vor, bis sie die passende Form aufweisen. Außerdem zeichne ich weitere Schatten zwischen Auge und Augenbraue.
Wenn die Umrisse und die Schraffur der Augenbrauen die typische Form des zu zeichnenden Gesichts vorweisen, zeichne ich mit vielen kleinen Strichen zahlreiche einzelne Brauen darüber. Das geht schneller als man denkt, weil man die meisten Striche willkürlich setzen kann. Sie sollten nur der natürlichen Laufrichtung der Haare folgen. Meist wachsen untere Haare nach oben und obere nach unten.
Die Brauen sind natürlich bei jedem Mensch verschieden, auch hier sollte man deshalb genau hinsehen - aber meistens reicht es, einfach ein paar Striche hinzumalen.
So richtig schön werden Augen doch nur durch das lebhafte Zusammenspiel von Blicken und Wimpern. Was wäre ein Augenaufschlag ohne Wimpern? Richtig: Einschläfernd. Es würde etwas fehlen. Je nach Typ sind Wimpern länger, stärker, dünner oder kürzer. Alle Wimpern haben jedoch eines gemeinsam: ihre leichte Wölbung.
Je weiter sich die Wimpern an der Tränenkarunkel befinden, desto kürzer und feiner werden sie. Die größten Wimpern befinden sich zwischen der Mitte und dem äußeren Ende des Lids. Wimpern wachsen sowohl genau auf der "Kante" des Lids, als auch unmittelbar davor.
Bei dem unteren Lid kann man schön erkennen, wo Wimpern eigentlich ihren Ursprung haben. Im vorherigen Schritt hast du große, auffällige Wimpern gezeichnet, denen du jetzt kleinere, unscheinbare hinzufügst. Von solchen kleineren Wimpern gibt es wesentlich mehr als von den großen. Während die großen Wimpern einfach nur ein markantes Merkmal darstellen, machen die kleinen die Fülle aus.
Gelegentlich nähern sich mehrere Wimpern aneinander an, sodass sie den Anschein erwecken, eine einzige große zu sein. Make-Up verklebt Wimpern auch mal ganz gern und ist in der Lage, gigantische Riesenwimpern zu erschaffen, vor denen man Angst haben sollte.
Auch wenn es nicht gleich auffällt, aber das obere Lid wirft nun einen kleinen Schatten auf den Augapfel. Vergleiche das Bild aus dem Schritt zuvor mit diesem hier, dann wird dir der Schatten auffallen. Ein solcher Schatten tritt in fast allen Situationen auf, weil Licht eigentlich immer von oben kommt.
Wir sind beinahe am Ende angekommen. Es folgen nur noch unscheinbare Details. Mit sehr feinen Linien und einem sehr spitzen Bleistift habe ich feinste Äderchen in das Auge gezeichnet. Bei den größeren Wimpern habe ich die angeleuchtete, obere Seite hell radiert, damit sie plastischer, stärker und fülliger aussehen.
Es erfordert allerdings ein bisschen Übung und Geduld, Wimpern auf dieser Art Glanz zu geben. Im letzen Schritt zeichnest du nur noch mehrere, kleinere, unauffälige Wimpern dazu.
Augen stellen die wichtigste "Elemente" in einem Gesicht dar. Wenn wir einen Menschen sehen, blicken wir ihm zuerst in die Augen. (Außer Männer, die starren auf Brüste. (Die sind ja auch schön.)) In Augen können wir Stimmungen und Absichten ablesen. Auf Brüsten nicht. Mist!
Augen sind erzählende Bücher ohne Buchstaben, Seen aus Gedanken, lodernde Feuer voller Hass, oder zwei vor Liebe funkelnde Universen.
Die Iris kann jetzt verfeinert werden. Hier hat jeder Strich eine andere Länge - aber in der Regel gibt es eine Dreiteilung: Außen dunkler und abwechselnd lange und kurze Linien, in der Mitte eher hellgrau und wenig Strich-stärke und zur Pupille hin nochmals kräftiger. Den realistischen „Touch“ in den Augen zeichnen wir vor allem durch diese Detailarbeit.
Prüft die Abstände zwischen den Augen und den Augenbrauen und zeichnet diese hinzu. Danach folgen die Wimpern, die je nachdem stark oder weniger stark ausgeprägt sind.
Um die Augen zeichnen wir die Wimpern möglichst mit exakten Strichen, die von unten nach oben von der Breite her abnehmen und in der typischen Form geschwungen sind. Diese Details sind nicht zwingend notwendig und auch nicht immer vorhanden, können sich aber entscheidend auf die Realität auswirken.
Wimpern zeichnen ist im Prinzip sehr einfach, denn wir müssen lediglich in der Lage sein, geschwungene Linien zu zeichnen. Wichtiger als die Linie selbst ist jedoch, wo wir die Linie ansetzen. Wimpern auf dem unteren Augenlid sehen natürlich aus, wenn wir sie in Grüppchen und verschieden lang zeichnen und auch hier einige gerade Wimpern darunter mischen.
Um Wimpern zu verstehen und zu üben würde ich empfehlen immer mit vollen Wimpern zu beginnen. Da sie sowieso dicht beieinander wachsen, ist es nicht schlimm, wenn man eine Wimper falsch zeichnet.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Strichstärke | Variiere den Druck, um dicke Wurzeln und dünne Spitzen zu erzeugen. |
| Form | Zeichne leicht geschwungene Linien, da Wimpern selten gerade sind. |
| Anordnung | Beachte die unregelmäßige Anordnung und Überlappung der Wimpern. |
| Länge | Die Wimpern sind in der Mitte des Wimpernkranzes am längsten und werden zu den Augenwinkeln hin kürzer. |
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