Wenn die Haut um das Auge juckt, gerötet, geschwollen und irritiert ist, spricht man von einem Augenlidekzem. Das Augenlidekzem (auch Lidekzem oder periorbitale Dermatitis) ist eine entzündliche Hauterkrankung der Augenlider und tritt häufig beidseitig und im Bereich der oberen oder unteren Augenlider auf. Doch was sind die genauen Ursachen und was kann man dagegen tun? Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick.
Die Symptome eines Augenlidekzems sind ähnlich wie die anderer Ekzeme:
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Augen jucken oder ein unangenehmes Brennen verspüren, kann dies ein Anzeichen für den Ausbruch eines Ekzems an den Augenlidern sein. Ärzte bezeichnen den Juckreiz als „Pruritus“: Es beginnt mit einem leichten Kribbeln, das an den Augen zieht, und wird dann deutlicher. Und wenn man immer wieder daran kratzt, brennt es am Ende.
Die Haut der Augenlider ist dünn und empfindlich. Daher kommen Irritationen dort häufiger vor, und man spricht in der Medizin von einer “Prädilektionsstelle” (= bevorzugte Stelle). Die häufigsten Ursachen sind Allergien, Neurodermitis oder eine Periorale Dermatitis, die sich vom Mund auf das Gesicht ausgebreitet hat. Auch ein Seborrhoisches Ekzem kann in seltenen Fällen zu einem Ausschlag am Auge führen. Diese Hautreizung tritt häufiger bei Frauen auf.
Manchmal reagiert der Körper auf Auslöser wie Medikamente, Konservierungsmittel oder Duftstoffe allergisch. Reagiert die Haut nach dem Kontakt mit einem dieser Stoffe mit Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz, spricht man von einer allergischen oder irritativen Kontaktdermatitis.
Aber es ist nicht immer das Make-up oder die Augencreme, die diese allergische Reaktion verursacht! Auch Stoffe, die nicht in direkten Kontakt mit der Augenpartie kommen, können die Beschwerden hervorrufen. Typische Beispiele hierfür sind Allergene in künstlichen Nägeln, Nagellacke oder Haarfärbeprodukten, die häufig durch Berührungen zu den Augen gelangen.
Auch Hautveränderungen wie das seborrhoisches Ekzem oder die Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte) können sich in einem Ekzem am Augenlid äußern.
Das seborrhoische Ekzem (Seborrhoische Dermatitis) ist ein gelb-schuppender, rötlicher Hautausschlag, welcher im Bereich der Talgdrüsen-dichten Areale (besonders im Gesicht-, Rücken- und Brustbereich) auftritt. Es handelt sich um eine häufige, aber harmlose und nicht ansteckende Hauterkrankung.
Die Psoriasis vulgaris, besser bekannt als Schuppenflechte, ist eine chronische, nicht ansteckende, entzündliche Hautkrankheit. Sie äußert sich durch scharf begrenzte rote Erhebungen bzw. Plaques (daher wird diese Form auch als Plaque Psoriasis bezeichnet), die mit silbrigen Schuppen bedeckt sind und Juckreiz verursachen können.
Umwelteinflüsse wie Kälte, Stress und Feuchtigkeit als auch psychische Erkrankungen können ebenfalls die Ursache für ein Ekzem am Augenlid sein, wirken sich aber auf jeden Fall negativ auf den Verlauf der Irritation aus.
Die Behandlung von Augenlid-Ekzemen zielt darauf ab, die Entzündung zu reduzieren, den Juckreiz zu lindern und die Haut zu beruhigen. Es ist wichtig, einen Hautarzt oder eine Hautärztin aufzusuchen, um eine genaue Diagnose und eine passende Therapieempfehlung zu erhalten.
Bei einem Augenlidekzem sollten Sie immer einen Hautarzt oder eine Hautärztin vor Ort aufsuchen. Alternativ können Sie sich auch direkt über eine App an Hautfachärzt:innen wenden.
Juckende Augen weisen auf eine Reizung oder Entzündung unterschiedlicher Ursachen hin. Sind die juckenden Augen zusätzlich gerötet und brennen, ist meist die Binde- oder Hornhaut betroffen.
Auch am Augenlid liegen nicht selten Veränderungen vor, die Juckreiz hervorrufen. Auch bekannt in Sachen juckende Augen ist das Gerstenkorn. Diese Entzündung am Augenlidrand wird zumeist durch Bakterien ausgelöst und zeigt sich durch einen abgrenzbaren Knoten mit Eiterpunkt. Ein wiederkehrendes Gerstenkorn kann ein Hinweis auf einen noch nicht erkannten Diabetes sein.
Die Lidrandentzündung, medizinisch Blepharitis genannt, ist eine häufige Erkrankung der Haut, die verschiedene Formen haben kann. Viele Patienten schildern dauernde „eitrige Augen- oder Bindehautentzündung“ oder „gerötete Augen“. Häufig wurde mit Antibiotika oder Kortison behandelt, ohne langfristige Linderung.
Die Krankheitsgeschichte erstreckt sich über Wochen oder Monate. Sie beginnt schleichend und im Laufe der Zeit entwickeln sich die typischen Beschwerden: tränende bzw. müde Augen und Bindehaut-Rötung. Die Lidränder sind geschwollen, verklebt oder gerötet mit Juckreiz, Schmerzen, Sehschwankungen und Lichtempfindlichkeit.
Lidrandentzündung (Blepharitis)
Zuerst säubert der Arzt den Lidrand. Zur Therapie verordnet er desinfizierende Salben (etwa mit Bibrocathol) und kurzfristig lokal entzündungshemmende kortisonhaltige Augensalben. Die bakterielle Lidrandentzündung wird für 2-6 Wochen mit einer antibiotikahaltigen Salbe (etwa mit Tetrazyklinen) behandelt. Bei einer Virusinfektion kommt eine Augensalbe mit einem Virostatikum (Aciclovir) zum Einsatz.
Begleitend verordnet der Augenarzt Augentropfen oder Augensalben, die die allergische Reaktion hemmen. Normalerweise heilt eine Lidrandentzündung bei sachgerechter Hygiene und Pflege gut aus. Kehrt sie z. B. aufgrund übermäßiger Talgproduktion immer wieder, kann man sie mit konsequenter Lidrandreinigung und -hygiene in Schach halten.
Reinigen Sie vor Anwendung der verordneten Salben den Lidrand gründlich und entfernen Sie dabei sorgfältig alle Schuppen und Verklebungen. Nutzen Sie dazu ein warmes, angefeuchtetes Tuch, hypoallergene Seifen oder Salicylöl aus der Apotheke. Dort gibt es auch spezielle Reinigungspads, die eine Lidrandreinigung noch einfacher machen.
Bei zylindrischen Schuppen an den Wimpern könnten Milben - Demodex follicularum oder brevis - dahinterstecken. Die Milben leben zwischen den Wimpern und ernähren sich von den Haarfollikeln. Vor allem Diabetiker sind anfällig für einen Demodexbefall.
Häufige Symptome sind neben dem Jucken der Lidränder auch Brennen der Augen und Lider und ein Fremdkörpergefühl. Zudem kann das Wimpernwachstum gestört sein, die Wimpern können ausfallen oder in die falsche Richtung wachsen, was das Auge zusätzlich reizt.
Laut Kruse helfen Teebaumölpräparate bei Demodexbefall. Allerdings warnt der Augenarzt davor, dass Patienten sich diese selbst besorgten und mit Öl oder Kochsalzlösung verdünnten, da dies die Gefahr „ziemlich saftiger Verätzungen“ berge.
Fertigpräparate für die Lider beziehungsweise Tuchauflagen eignen sich besser. In der Apotheke gibt es beispielsweise sterile Reinigungstücher mit dem Hauptbestandteil des Teebaumöls Terpinen-4-ol. Die Reinigungstücher dürfen Patienten ab einem Alter von 18 Jahren anwenden.
Um ein erneutes Auftreten von Augenlidekzemen zu verhindern, ist es natürlich sehr wichtig, die Auslöser so früh wie möglich zu erkennen. Deshalb ist es so wichtig, mögliche Ursachen zu untersuchen und zu lernen, sie zu erkennen!
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