Ursachen für Wimpernausfall und was Sie dagegen tun können

Plötzlich liegen Wimpern auf dem Waschbeckenrand - und du fragst dich: Was ist da los? Keine Sorge, denn dass die Härchen am Auge ausfallen ist ganz normal. Aber wenn es plötzlich mehr werden, kann das durchaus beunruhigend sein. Immerhin gehören schöne, volle Wimpern für viele einfach dazu - zudem schützen sie unsere Augen vor Schmutz. Hinter dem Wimpernverlust stecken oft harmlose Ursachen. Welche das sein können und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.

Warum fallen Wimpern aus?

Fallen die Wimpern aus, kann das verschiedene Gründe haben. Nicht immer steckt gleich eine Krankheit dahinter. Denn durchschnittlich verlieren wir bis zu acht Wimpern pro Tag. Sind es mehr, ist es viel wahrscheinlicher, dass eine Veränderung deiner Beauty-Routine oder auch eine Umstellung der Ernährung Auslöser für die ausfallenden Härchen ist. Die häufigsten Ursachen stellen wir dir hier vor.

Wimpern erfüllen eine wichtige Funktion

Dichte, volle und schön geschwungene Wimpern zählen, besonders für Frauen, zu einem zentralen ästhetischen Merkmal. Ihre Augenwimpern erfüllen jedoch weit über den ästhetischen Wert hinaus eine kritische Schutzfunktion für die Augen. Sie bewahren die empfindlichen Augenpartien vor feinstem Staub, Fremdpartikeln und Bakterien.

Wimpern bestehen aus dem Protein Keratin. Sie wachsen aus einem Haarfollikel und werden von einer Talgdrüse mit einer schützenden Fettschicht umgeben. Ihre Hauptaufgabe ist es, das Auge vor Schmutz, Staub und kleinen Partikeln zu schützen. Gleichzeitig funktionieren sie ein wenig wie die Schnurrhaare bei Katzen oder Mäusen: Sie reagieren sehr sensibel auf Berührungen und warnen Dich, wenn sich etwas dem Auge nähert - zum Beispiel ein Insekt oder halten beim Duschen das Wasser davon ab, ins Auge zu gelangen.

Hier ein paar spannende Facts zum Thema Wimpern:

  • Tatsächlich fallen jeden Tag ein bis fünf Härchen aus. Und mit drei Monaten ist der Wachstumszyklus einer Wimper viel kürzer als der Deines Kopfhaars - ein Grund, warum sie nicht sehr lange wachsen.
  • Es gibt die Anagenphase (aktive Wachstumsphase), die Katagenphase (Übergangsphase) und die Telogenphase (Ruhephase). Und zu jedem Zeitpunkt befinden sich 90 % Deiner Wimpern in der aktiven Wachstumsphase, in der sie etwa einen Millimeter innerhalb von drei Wochen wachsen. Von Natur aus verlieren wir täglich zwischen 1-4 Wimpern.
  • Die feinen Härchen auf dem oberen Augenlid sind viel voller als die am unteren Wimpernkranz. Tatsächlich sind sie mit 200 bis 300 Wimpern fast doppelt so voll.
  • Die mittleren Wimpern sind im Allgemeinen viel länger als die seitlichen.

Wie unser Kopfhaar wachsen auch die Wimpern nach Zyklen. Der gesamte Wimpernzyklus dauert ungefähr 100-150 Tage.

  • Anagene Phase: In dieser Phase wachsen die Haare aus dem Follikel des Augenlids.
  • Übergangsphase (Kategen)hier endet das Wachstum, die Zellproduktion wird gestoppt.
  • Telogenphase: Auch bekannt als Ruhephase. In dieser Zeit ruht die Wimper im Wesentlichen, während die neue Wimper darunter wächst. Die neue Wimper verdrängt natürlich die alte. Dies ist die Phase, in der die Wimpern ausfallen.

Natürlicher Wimpernausfall ist also völlig normal und harmlos. Nach dem Telogen folgt automatisch ein erneutes Anagen. Anders sieht es aus, wenn die Wimpern vermehrt verloren gehen.

Häufige Ursachen für Wimpernausfall

Abschminken

Wenn die feinen Haare bei der Entfernung des Make-ups ausfallen, ist das nicht direkt ein Grund zur Sorge. Eventuell haben sich die Wimpern schon auf natürlichem Wege gelöst, sodass sie lediglich jetzt erst vom Auge entfernt werden.

Fallen jedoch immer mehr Wimpern aus, könnte das entweder an der Art des Abschminkens liegen oder am jeweiligen Abschminkprodukt. Denn manche Make-up-Entferner enthalten aggressive Inhaltsstoffe, die die Wimpern schwächen und zum Ausfallen führen können.

Verwende daher lieber milde und sanfte Produkte. Verzichte auch auf grobes Reiben, um die Härchen zu schonen. Hier kannst du z.B. das Wattepad mit dem Reiniger kurz am Augenlid einwirken lassen und dann das Augen-Make-up sanft abtragen.

Falsche Mascara

Hast du vor kurzem deine Wimperntusche gewechselt? Auch die Wahl der Mascara hat Auswirkungen auf die feinen Haare. Oft stecken in den Produkten auch parfümierte Inhaltsstoffe. Und diese reizen bei manchen Menschen sowohl Augen als auch den Wimpernkranz.

Stellst du also auch Rötungen am Auge fest, solltest du die Wimperntusche besser nicht mehr verwenden und nach einer Alternative Ausschau halten. Beachte hierbei die enthaltenen Wirkstoffe. Lasse die Entzündung zudem erst abklingen, bevor du wieder zu Mascara oder sonstigem Augen-Make-up greifst.

Tatsache ist, dass Mascara Ihre Wimpern brüchiger machen kann. Auch wasserfeste Mascara sollte bestenfalls nur dann angewendet werden, wenn es wirklich nötig ist. Das Entfernen von waterproof Make-up setzt der empfindlichen Augenpartie besonders zu und begünstigt das Ausfallen der Wimpern umso mehr.

Nährstoffmangel

Auch wenn wir das alle gar nicht gerne hören, für viele Beauty-Probleme kann auch eine falsche Ernährung schuld sein. Bekommt der Körper zu wenig Nährstoffe, lässt er uns das z.B. auch bei unseren Wimpern spüren.

Bei einem Arzt oder deiner Ärztin kannst du herausfinden, ob eventuell Eisen- oder ein anderer Nährstoffmangel für das Ausfallen der Härchen verantwortlich ist. Um das Wimpernwachstum zu stärken, solltest du viel Obst und Gemüse mit Biotin zu dir nehmen. Dies ist zum Beispiel in Spinat, Soja, Nüssen und Haferflocken enthalten.

Vitaminmangel, insbesondere Vitamin B und D, sind häufige Ursachen für Wimpernausfall. Alterung und Wechseljahre führen oft zu Mangelerscheinungen und hormonellen Ungleichgewichten in unserem Körper. Deshalb brauchen Ihre Wimpern Fettsäuren, Proteine und Vitamine. Einer wissenschaftlichen Studie zufolge trägt eine erhöhte Aufnahme von Biotin und Kollagen zur Verbesserung der Haargesundheit bei.

Hormonelle Ursachen

Haarausfall, egal ob am Kopf oder am Wimpernkranz, ist eine mögliche Folge einer hormonellen Umstellung. Dies ist bei einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren der Fall. Und ebenso eine Nebenwirkung durch Beginn oder Absetzen der Pille. Das Positive vorweg: In der Regel erholt sich das Wimpernwachstum bei einer Hormonumstellung von ganz alleine.

Hormonelle Veränderungen im Körper werden z.B. durch eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Schwangerschaft, während den Wechseljahren oder durch das Absetzen der Pille bedingt. Dadurch kann es in seltenen Fällen dazu kommen, dass auch die zarten Wimpern beeinträchtigt werden und ausfallen. Die gute Nachricht: Der Wimpernverlust ist in der Regel nur vorübergehend.

Weitere Ursachen

  • Stress: Phasen von Stress - sei es in Form einer Verletzung, die dem Körper mehr Stress als üblich bereitet oder mit mentalem Stress - lösen tief in unseren Wimpernwurzeln aus, dass als Folge mehr Härchen als sonst in eine Art Ruhephase versetzt werden.
  • Entzündungen und Irritationen: Die Augenpartie ist besonders empfindlich, weshalb es dort schnell zu Irritationen oder Entzündungen kommen kann. Wenn der Wimpernrand zusätzlich zu den ausfallenden Wimpern gerötet ist oder sogar schmerzt, sollten Sie dazu unbedingt einen Experten aufsuchen.
  • Falsche Wimpern: Falsche Wimpern belasten die natürlichen Wimpern-Härchen doppelt: durch stetige Spannung und den schädlichen Inhaltsstoffen des Klebers für Wachstum. Auch Wimpernverlängerungen oder -verdichtungen setzen den feinen Wimpernhärchen zu, vor allem wenn sie zu dick und schwer sind und so die natürlichen Wimpern nach unten drücken und brechen lassen.
  • Medikamente: Die chronische Einnahme von Medikamenten kann als Nebenwirkung zu Haarausfall am Kopf, Körper, den Augenbrauen und Wimpern führen. Dabei kann starker Haarausfall plötzlich eintreten, auch einige Wochen nach Absetzen bzw. Insbesondere Im Verlauf einer Strahlen- und Chemotherapie kommt es bei den meisten Patienten zu Haarausfall am Kopf und am Körper.
  • Hauterkrankungen: Tritt eine Hauterkrankungen, wie z.B. Neurodermitis, Herpes oder eine Schuppenflechte nahe dem Augenlid auf, führt ein ständiges Jucken dazu, dass die zarten Wimpern ausfallen.

Was tun, wenn die Wimpern ausfallen?

Das Wichtigste ist, dass du erstmal nicht in Panik verfällst, denn in der Regel ist die Ursache für den Wimpernverlust schnell ausfindig gemacht. Ein Wechsel der Mascara, ein milderes Abschminkprodukt oder auch eine gesündere Ernährung führt dazu, dass die Härchen wieder gesund nachwachsen.

Wenn der persönliche Besuch einer Arztpraxis unter den gegenwärtigen Umständen nicht nötig ist, bieten viele Experten auch eine Videokonsultation als Alternative. Lassen sich ernsthafte Erkrankungen ausschließen, können die oben genannten Ursachen der Grund für den Wimpernausfall sein.

Hier sind einige Tipps, was du gegen Wimpernausfall tun kannst:

  • Sanfte Pflege: Die Wimpern sollten vorsichtig behandelt werden. Sanfte Reinigung und die Verwendung von feuchtigkeitsspendenden Ölen können helfen, die Wimpern zu nähren und zu stärken.
  • Vermeiden Sie aggressives und mechanisches Styling: Das ständige Tragen von künstlichen Wimpern oder die häufige Verwendung von Wimpernzangen kann zu Wimpernausfall führen.
  • Vermeiden Sie Giftstoffe: Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können das Haarwachstum beeinträchtigen und zu Wimpernausfall führen.
  • Überprüfung der Lebensumstände: Stress und andere Lebensstilfaktoren können Wimpernausfall verursachen.

Hausmittel für die Wimpernpflege

Weiter gibt es auch eine Reihe von Hausmitteln, die sich bei regelmäßiger Anwendung für die Wimpernpflege bewährt haben:

  1. Rizinusöl: Das Öl wirkt besonders stimulierend auf die Haarfollikel der Wimpern. Gleichzeitig bekämpft es wachstumsbehindernde Mikroorganismen. Rizinusöl darf auch ohne weiteres mit Olivenöl gemischt werden, die Kombination ist ein beliebtes Hausmittel für längere Wimpern.
  2. Kokosöl: Kokosöl wirkt entzündungshemmend und stärkt die Haardichte der Wimpern. Es wird eine ein- bis zweimalige Anwendung pro Tag empfohlen, um die Wimpern zu stärken.
  3. Aloe Vera: Das Extrakt der Heilpflanze ist nahrhaft und schützend, regt das Wachstum der Wimpern an und spendet Feuchtigkeit. Trage das Aloe Vera Gel am besten abends auf den Wimpernkranz auf, so dass es nachts gut einwirken kann.
  4. Grüner Tee: Grüner Tee enthält Tannine und Flavonoide, die das Wachstum von dichteren und längeren Wimpern fördern. Einfach Tee aufbrühen, Wattebällchen befeuchten, auf die Wimpern auftragen, 15 Minuten einwirken lassen und abspülen.

Wimpernseren

Ein gutes Wimpernserum kann helfen, die Haarwurzeln zu stärken und das Wachstum anzuregen - ganz ohne großen Aufwand. Wenn du deinen Wimpern etwas Gutes tun willst, findest du hier beliebte Produkte, die echte Beauty-Wundermittel sind:

Spezielle Wimpernseren enthalten aktive Wirkstoffe, die Wimpern gesund und geschmeidig halten und sie in ihrer Wurzel zu einem beschleunigten Wachstum anregen. Je nach Vorliebe bietet der Markt Produkte auf Naturkosmetik- und Clean Beauty-Basis, von preisgünstig bis Luxus.

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Medizinische Behandlungen

Die Behandlung des Wimpernausfalls hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab und kann daher von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein.

  • Mangelzustände beheben: Ist die Ursache des Wimpernausfalls auf einen Mangel zurückzuführen.
  • Änderung der Pflege: In einigen Fällen kann der Wimpernausfall auf die Verwendung von Kosmetika oder Pflegeprodukten zurückzuführen sein.
  • Medikamentöse Behandlung: Liegt z. B.
  • Therapie der Grunderkrankung: Bei Wimpernausfall, der durch eine Grunderkrankung verursacht wird, steht die Behandlung dieser Erkrankung im Vordergrund.
  • Regenerative Therapien: Zusätzlich zu den oben genannten Behandlungsmöglichkeiten können auch regenerative Therapien zur Unterstützung des Wimpernwachstums eingesetzt werden. Eine solche Behandlung ist die PRP-Therapie, auch bekannt als plättchenreiches Plasma.

Wenn keine Wimpern mehr wachsen und sich die Haarwurzeln nicht mehr erholen können, ist eine Wimperntransplantation eine gute Option. Bei einer Wimperntransplantation werden Haarfollikel entnommen und an den Lidrand transplantiert, um das Wachstum neuer Wimpern zu ermöglichen.

Wichtig: Jede Behandlung sollte immer in Absprache mit einem medizinischen Experten erfolgen, damit die spezifischen Bedürfnisse und Umstände des Einzelnen berücksichtigt werden können.

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