Können die Augen von Milben befallen sein? Ja, das ist möglich. Bei zylindrischen Schuppen an den Wimpern könnten Milben - Demodex follicularum oder brevis - dahinterstecken. Diese Milben leben zwischen den Wimpern und ernähren sich von den Haarfollikeln.
Demodex-Milben können zu verschiedenen Augenproblemen führen.
Vor allem Diabetiker sind anfällig für einen Demodexbefall. Typ-2-Diabetiker - insbesondere solche mit schlechter Blutzuckerkontrolle - neigen zu Milbenbefall. Die Infektionsrate steigt mit dem Alter an: Bei 60-Jährigen liegt sie bei 84 % der Bevölkerung, ab 70 Jahren ist so gut wie jeder Mensch befallen.
Die Symptome hängen von der Stärke des Befalls ab. Häufige Symptome sind:
Zudem kann das Wimpernwachstum gestört sein, die Wimpern können ausfallen oder in die falsche Richtung wachsen, was das Auge zusätzlich reizt.
Zylindrische Schuppen an der Wimpernbasis sind ein deutliches Zeichen für Milbenbefall.
Liegt eine chronische, therapierefraktäre Entzündung im Bereich der Augenlider vor, mit Rötung und Verkrustung des Lidrandes und Verlust von Wimpern, sollte ein Demodex-Befall in Betracht gezogen werden. Wichtigstes Indiz sind sogenannte Colaretten oder auch Sleevs: weißliche, wachsartige Ablagerungen, die einzelne Wimpern umhüllen - vor allem im Bereich des Wimperngrunds. Wimpern, die von den Milben befallen sind, können leicht epiliert werden und sind sehr spröde.
Bei einem Verdacht auf Demodex werden zwei bis vier Wimpern pro Augenlid bei 100 bis 200-facher Vergrößerung unter dem Mikroskop betrachtet. Mit einer Zugabe von Fluorescein und Alkohol lassen sich die Milben besser erkennen.
Diese sichtbaren Anzeichen helfen Ihnen dabei, einen möglichen Befall frühzeitig zu identifizieren:
Der entscheidende Unterschied zwischen gewöhnlichen Hautschuppen und milbenbedingten Ablagerungen liegt in ihrer charakteristischen Form und Beschaffenheit. Während normale Schuppen meist flach und unregelmäßig geformt sind, weisen milbenbedingte Ablagerungen eine typische zylindrische, röhrenförmige Struktur auf, die wie kleine Manschetten um den Wimpernschaft gelegt erscheinen.
Laut Kruse helfen Teebaumölpräparate bei Demodexbefall. Allerdings warnt der Augenarzt davor, dass Patienten sich diese selbst besorgten und mit Öl oder Kochsalzlösung verdünnten, da dies die Gefahr „ziemlich saftiger Verätzungen“ berge.
Fertigpräparate für die Lider beziehungsweise Tuchauflagen eignen sich besser. In der Apotheke gibt es beispielsweise Blephademodex (Théa), sterile Reinigungstücher mit dem Hauptbestandteil des Teebaumöls Terpinen-4-ol. Die Reinigungstücher dürfen Patienten ab einem Alter von 18 Jahren anwenden. Purlalid Lipogel (Santen) ist eine weitere Option.
Therapiert wird die Demodex Blepharitis bislang vor allem mit einer konsequenten Lidhygiene in Kombination mit entzündungshemmenden Mitteln, Teebaumöl-Präparaten und Intense-pulsed-light-Therapie (IPL).
Durch die folgenden Reinigungsroutinen schaffen Sie ungünstige Bedingungen für die Parasiten und fördern die natürliche Hautgesundheit:
Nach der kurmäßigen Behandlung sollte eine tägliche Reinigung zur Erhaltungstherapie mit geeigneten Lidhygieneprodukten fortgeführt werden.
Es gibt einen neuen, vielversprechenden Therapieansatz, zu dem in den USA gerade Phase-III-Studien laufen. Er packt das Problem direkt an der Wurzel: Die von Tarsus Pharmaceuticals entwickelten TP-03 Augentropfen basieren auf Lotilaner, einem antiparasitären Wirkstoff aus der Gruppe der Isoxazoline, der bislang in der Tiermedizin eingesetzt wird. Präklinische Ex-vivo-Tests haben gezeigt, dass eine 0,25-prozentige Lotilaner-Augenlösung über 95 Prozent der Parasiten innerhalb von 24 Stunden abtötet.
Ein Besuch beim Augenarzt wird notwendig, wenn häusliche Pflegemaßnahmen keine Besserung bringen oder sich die Beschwerden trotz konsequenter Hygiene verschlechtern. Besonders bei anhaltenden Problemen, die länger als zwei Wochen bestehen, oder bei zunehmender Intensität der Beschwerden sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Moderne Therapiemöglichkeiten bieten heute ausgezeichnete Heilungschancen, sodass Sie bei entsprechenden Beschwerden zuversichtlich eine augenärztliche Praxis aufsuchen können.
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