Wimpern-Begonie Pflege Tipps: Ein umfassender Leitfaden

Die Vielfalt an verschiedenen Begonien-Arten und -Sorten ist gigantisch. Die Gattung der Begonien weist über 1800 verschiedene Arten auf. Hinzu kommen noch Sorten und Hybride der jeweiligen Arten. Einen Überblick behält man da kaum.

Wir richten daher für Sie unseren Fokus auf einige der schönsten Begonien-Arten. Zahlreiche Begonien Arten und Sorten der werden wegen ihres farbenprächtigen, hübsch gemusterten Laubes oder ihrer prächtigen Blüten als Zimmerpflanzen oder als Beet- und Balkonpflanzen gepflegt.

Begonien (Begonia), auch unter der Bezeichnung Schiefblatt bekannt, sind eine Gattung von Pflanzen aus der Familie der Schiefblattgewächse (Begoniaceae). Mit ca. 1400 bis 1500 Arten die dieser Gattung zugeordnet werden, gehört sie zu den artenreichsten Pflanzengattungen.

Allgemeine Informationen zu Begonien

Eine Gemeinsamkeit fast aller Begonien ist der wechselständige Wuchs und die asymmetrische Form der Blätter. Da die Gattung der Begonien umfangreich ist, teilt man sie in mehre Gruppen ein:

  • Begonien mit normalem Wurzelwerk (Blattbegonien)
  • Begonien mit dicken, kriechenden Rhizomen (Erdstämmen)
  • Begonien knollenbildend mit verdicktem Speicherorgan am Ende des Stammes

Begonia bowerae: Die Wimpern-Begonie

Begonia bowerae findet man im Handel auch unter den Namen Bower's Begonie oder Wimpern-Begonie. Die Wimpern-Begonie (Begonia bowerae) wird nur ungefähr 30 Zentimeter hoch und stammt aus Mexiko. Verkauft wird sie auch als Begonia rex, da sie diesen ebenfalls buntlaubigen Sorten ähnlich sieht.

Begonia bowerae wächst krautig, grundstämmig mit kurzem, kriechendem Spross und langen Blattstielen. Die unsymmetrischen, langherzförmigen Blätter sind frisch- bis dunkelgrün gefärbt und weisen eine braune Randzeichnung auf. Über dem gedrungen wachsenden Blattwerk bilden im Winter an langen Stielen rispige Blütenstände.

Begonia bowerae erreicht nichtblühend eine Wuchshöhe zwischen 10 und 20 cm. Blühende Pflanzen haben eine Wuchshöhe von 20 bis 30 cm. Begonia bowerae ist anfällig für einen Befall mit Blatt- und Wurzelälchen, Milben und Grauschimmelpilze.

Eigenschaften der Wimpern-Begonie

Mit ihren 15 cm bis 20 cm Größe hat die Wimpern-Begonie einen buschigen Wuchs. In der Breite wird die Wimpern-Begonie etwa 15 cm bis 20 cm breit. Die Blüten der Wimpern-Begonie sind wunderschön weiß gefärbt.

Standort und Lichtbedarf

Gut wächst Begonia bowerae an hellen bis halbschattigen Standorten, mit Morgensonne, Abendsonne und Wintersonne. Der optimale Platz für die Wimpern-Begonie sollte hell sein, mit wenig oder keiner direkten Sonneneinstrahlung, z.B. an einem Ost-oder Nordfenster. Die heiße Sommersonne verträgt sie, wenn ihr Topf mindestens einen Meter hinter dem Fenster steht.

Substrat und Boden

Diese Zimmerpflanze sollte in ein durchlässiges und nährstoffreiches Substrat gepflanzt werden. Fertigmischungen für Zimmerpflanzen, Kübelpflanzen, Palmen, Kräuter oder Gemüse können verwendet werden.

Bewässerung der Wimpern-Begonie

Der Wasserbedarf ist normal. Das Substrat darf antrocknen zwischen den Wassergaben, austrockenen sollte es nicht. Ballentrockenheit führt zum Abwerfen von Blütenknospen und zu braunen Blatträndern. Staunässe, also Wasser das tagelang im Untersetzer steht, mag die Wimpern-Begonie nicht.

Typisch für die Wimpern-Begonie sind ihre behaarten Blattränder. Die meisten Wurzeln befinden sich im unteren Bereich des Topfballens, sodass die Erde zwischen den Wassergaben bis zu ungefähr 80 % seiner Höhe antrocknen kann.

Begonien Pflege - So machen Sie es richtig

Düngung

Gedüngt wird, wenn überhaupt, nur von April bis September. Flüssigdünger für Grün- oder Blühpflanzen kann monatlich geben werden, Langzeitdünger wie zum Beispiel Stäbchen im Frühjahr und Sommer. Im ersten Jahr nach dem Kauf oder Umtopfen benötigt Begonia bowerae keine Düngung.

Temperatur

Die Wimpern-Begonie verträgt Zimmertemperatur ganzjährig, kann den Winter aber auch bei 15 bis 18 °C verbringen, das ist hilfreich für den Ansatz von Blüten. Sie sollte nicht für längere Zeit bei Temperaturen unter 15 °C platziert sein.

Vermehrung

Begonien, wie auch die Wimpern-Begonie, lassen sich mit Blattstecklingen vermehren. Dafür verwendet werden können ganze Blätter mit Stängel oder Blattteile. Das Substrat darf die ersten 4 Wochen gleichmäßig feucht und gelegentlich tropfnass sein. Solange dauert es, bis sich neue Wurzeln bilden.

Der optimale Standort ist hell, aber ohne direkte Sonne, bei Temperaturen ab 20 °C. Auch bei Werten darunter wachsen die Stecklinge an, sie benötigen allerdings länger bis sich neue Blätter zeigen. Der Anzuchttopf kann, muss aber nicht mit einem Gefrierbeutel abgedeckt werden.

Pflege-Tipps

Gut zu wissen:

  • Achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser gut abfließen kann, Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.
  • Die gegen pralle Sonne empfindlichen Pflanzen sind an einem Ost- oder Westfenster mit der milden Morgen- oder Abendsonne gut aufgehoben.

Schädlinge und Krankheiten

Deine Begonie ist gegenüber Schädlingen oder Krankheiten nicht sehr empfindlich. Allerdings tritt hin und wieder Mehltau auf (siehe nächster Abschnitt).

Begonie kriegt weiße Flecken auf den Blättern

Bei weißen, großflächigen Flecken handelt es sich bei Begonien meist um Mehltau. Hierbei musst du zwischen Echtem und Falschem Mehltau unterscheiden. Der Echte Mehltau breitet sich lieber bei trockenen Bedingungen aus. Der falsche Mehltau hingegen mag eine höhere Luftfeuchtigkeit.

Deshalb ist es wichtig, dass du dir eine qualitativ hochwertige Pflanze kaufst und diese dann regelmäßig auf den weißen Belag kontrollierst. Vergiss dabei nicht die Blattunterseiten!

Der Echte Mehltau breitet sich sternförmig auf den Blättern aus. Diesen Belag kannst du abwischen, jedoch ist es am besten, wenn du befallene Blätter oder Stiele direkt entfernst. Dadurch kannst du verhindern, dass sich die Krankheit weiter verbreitet.

Den Falschen Mehltau findest du an der Unterseite der Blätter deiner Begonie. Dort dringt er mit seinen Hyphen bis in die Zellwände vor, wodurch sich die Blätter leicht gelblich verfärben.

Weil er die Pflanzenzellen angreift, ist der Falsche Mehltau fast unmöglich zu stoppen. Am besten packst du direkt deine desinfizierte Schere und schneidest die befallenen Blätter weg.

Begonie kriegt gelbe Blätter

Wenn deine Begonie gelbe Flecken oder Blattränder kriegt und sie die Blätter vielleicht auch noch hängen lässt oder ganz abwirft, hat sie wohl zu viel Wasser abgekriegt.

Staunässe kann es bei diesen durstigen Pflanzen schnell mal geben. Meistens kommt das vom chronischen Übergießen, sprich: die Häufigkeit ist das Problem, nicht das viele Gießen auf einmal.

Die Wurzeln ersticken dann mit der Zeit und fangen an zu faulen. Deshalb kann sich deine Begonie dann nicht mehr mit Nährstoffen und Wasser versorgen.

Ist die Erde also ganz nass, vielleicht sogar matschig und schlimmstenfalls faulig riechend, bedarf es einer Intervention:

Ist die Erde faulig, solltest du deine Pflanze umtopfen und faulige, schwarze Wurzeln abschneiden. Frische, durchlässige Erde hilft ihr, dass sie sich wieder erholen kann.

Reduziere in Zukunft das Gießen. Am besten kannst du mit dem Fingertest überprüfen, ob deine Begonie Wasser braucht oder nicht.

Die gelben Blätter sind nicht mehr zu retten, weshalb du diese abschneiden darfst. So verschwendet deine Begonie ihre Energie nicht an die verlorenen Blätter und kann sich besser erholen.

Begonie kriegt braune Blattränder

Braune Ränder an deiner Begonie können ein Zeichen für eine zu tiefe Luftfeuchtigkeit sein. Manche Wohnungen sind einfach trocken. Ist das bei dir der Fall, dann ist es vielleicht Zeit für einen Luftbefeuchter. Auch wenn deine Pflanze in der Nähe einer Heizung steht, ist die Luft trockener.

Ein weiterer Grund könnte zu wenig Wasser sein. Mache also den Fingertest etwas öfters, damit du ein Gefühl dafür bekommst, wie oft du die Begonie gießen solltest.

Begonie kriegt braune Blätter

Braune Blätter oder Flecken können entweder ein Zeichen für Staunässe oder für Sonnenbrand sein. Seltener kommt auch mal ein Lausbefall deiner Begonie in Frage. Am einfachsten findest du das im Ausschlussverfahren heraus:

Ist die Erde deiner Begonie nass, matschig oder riecht sie faulig?

Wenn ja, handelt es sich um Staunässe. Sie entsteht durch zu häufiges Gießen und meist färben sich die Blätter vorher gelb.

Das nasse Substrat führt dazu, dass deine Pflanze ertrinkt. Ihre Wurzeln beginnen zu faulen und sie kann sich nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Sind die Blätter schon braun, ist eine Rettung schwieriger, weil sie wohl schon länger nasse Füße hat.

Topfe sie auf alle Fälle um und schneide die fauligen Wurzeln ab. Jetzt heißt es Geduld haben und hoffen! May your plant grow again.

Steht deine Begonie in der Sonne oder sehr, sehr hell?

Auf Sonne reagiert deine Pflanze etwas empfindlich. Sie kriegt schnell einen Sonnenbrand und sollte in dem Fall einfach etwas weg vom Fenster an einen halbschattigeren Platz gestellt werden.

Hat deine Begonie weder eine nasse Erde noch steht sie zu hell?

In dem Fall könnte es sich tatsächlich um Schädlinge wie die Pflanzensaft-saugenden Läuse handeln. Du findest sie meistens an den Unterseiten von (jungen) Blätter sowie an Trieben. Die Läuse hinterlassen fiese braune Flecken. Bei einem stärkeren Befall findest du Honigtau auf den Blättern. Dieser glänzt und ist etwas klebrig, wenn du ihn anfasst.

Im Winter ist deine Pflanze anfälliger, da die Heizungsluft in der Wohnung ihr Immunsystem schwächt.

Nimm mal die Blätter deiner Begonie in Augenschein. Siehst du an der Blattunterseite winzig kleine Krabbeltierchen, wischst du sie mit einem sauberen Tuch ab und isolierst deine Pflanze von anderen.

Halte die Luftfeuchtigkeit rund um deine Begonie hoch und kontrolliere die Blätter täglich. Siehst du erneut die Parasiten, darfst du zum Schädlingsbekämpfer in Form von Spray greifen.

Sprühe die betroffenen Blätter auf der Ober- und Unterseite ein und kontrolliere sie nach 3-5 Tagen. Wiederhole die Behandlung, falls die Tiere noch immer nicht weg sind. Wenn keine mehr da sind, kannst du die Blätter ganz einfach mit einem Tuch abwischen, welches du danach für keine andere Pflanze benutzen solltest.

Begonien-Blätter fallen ab

Wenn die untersten Blätter der Begonie sich bräunlich verfärben und abfallen, musst du dir keine Sorgen machen. Es ist ganz natürlich, dass die älteren Blätter ihr Lebensende erreichen und abgeworfen werden. Dafür bildet deine Begonie fleißig neue.

Fallen deiner Begonie die Blätter weiter oben aus, kann entweder zu viel oder zu wenig Wasser der Übeltäter sein. Steck den Finger in die Erde und überprüfe erstmal, ob die Erde klatschnass oder staubtrocken ist.

Staunässe kommt häufig in Kombination mit gelben oder braunen Blättern vor und hat ihre Ursache im zu häufigen Gießen.

Reduziere also das Gießen und gib erst Wasser, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. Eventuell musst du deine Pflanze auch umtopfen, vor allem, wenn die Erde faulig riecht.

Trockenheit bedarf allerdings des Gegenteils. Greife also zur Gießkanne, deine Pflanze braucht Wasser. Auch hier solltest du anschließend regelmäßig mit dem Fingertest überprüfen, ob sie wieder Wasser braucht.

Begonien-Blätter sind klebrig

Klebrige Blätter sind meist ein Hinweis auf Läuse. Sie laben sich am superleckeren und energiereichen Pflanzsaft und scheiden anschließend eine zuckerhaltige Substanz aus - den Honigtau.

Manchmal kannst du in dem Fall auch braune Flecken auf deiner Begonie beobachten.

Schau dir die Unterseite deiner Begonienblätter, vor allem der Jungblätter und Jungtriebe, mal genauer an. Siehst du dort etwa 1-2mm große, braune oder grüne, krabbelnde Tierchen, kannst du folgendermaßen vorgehen:

  • Isoliere deine Pflanze, um nicht auch noch andere Pflanzen zu gefährden.
  • Wische die Tiere mit einem Tuch ab.
  • Kontrolliere die Pflanze täglich und sprühe sie bei einem erneuten Befall mit einem Schädlingsspray ein.

Schädlinge der Begonie

Schädlinge kommen bei deiner Begonie glücklicherweise nicht so häufig vor. Wenn dann aber doch mal etwas rumkrabbelt, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um Läuse. Kontrolliere beim Gießen deshalb lieber immer alle Blätter, vor allem die jungen Blätter, um einen Befall idealerweise schon im Anfangsstadium zu bemerken. Die Viecher sind etwa 1-2mm groß und entweder braun oder grün.

Wie du die Schädlinge vertreiben kannst:

  • Die befallenen Blätter abwischen, abkratzen und/oder abduschen.
  • Die Blätter regelmäßig mit Wasser einsprühen.

Wenn du die Blätter abgewischt hast, solltest du sie täglich kontrollieren. Tauchen erneut Schädlinge auf, verwendest du einen Schädlings-Spray. Diesen sprühst du auf die Ober- und Unterseite aller betroffenen Blätter. Kontrolliere alle Blätter nach 3-5 Tagen erneut. Sind noch immer Schädlinge vorhanden, wiederholst du die Behandlung.

Wichtig: Isoliere befallene Pflanzen immer sofort.

Verwendung

Diese Pflanze wird gerne als Zimmerpflanze für ganzjährig warme Räume eingesetzt.

Synonyme

In der Botanik wird Begonia bowerae manchmal auch als Begonia boweri bezeichnet.

tags: #wimpern #begonie #pflege #tipps

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen