Der Vorfall bei den Oscars, bei dem Will Smith Chris Rock ohrfeigte, lenkte die Aufmerksamkeit auf die Krankheit Alopecia areata, an der seine Frau Jada Pinkett Smith leidet. Alopecia areata ist eine Autoimmunerkrankung, die zu Haarausfall führt. Doch was steckt hinter dieser Krankheit und wie sehen die Heilungschancen aus?
Alopecia areata ist eine Form des Haarausfalls, bei der die Haare typischerweise in kreisrunden Arealen ausfallen. Daher ist die Erkrankung auch als kreisrunder Haarausfall bekannt. Meist beginnt es mit einer einzelnen kleinen kahlen Stelle am Kopf. Diese kann sich ausbreiten, weitere haarlose Areale am Kopf und im Bartbereich können hinzukommen. In manchen Fällen fallen die Haare sogar auf dem gesamten Kopf aus - davon können beispielsweise auch Augenbrauen oder Wimpern betroffen sein. Sogar der Verlust der kompletten Körperbehaarung ist möglich.
Die Ursachen für kreisrunden Haarausfall sind noch immer weitgehend unklar. Nach dem heutigen Stand der Forschung handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung: Das körpereigene Immunsystem richtet sich dabei gegen Bestandteile der Haarwurzeln, die es irrtümlicherweise als fremd erkennt. Die Haare fallen infolge einer sich um die Haarwurzel herum auftretenden Entzündungsreaktion aus. Diese Autoimmunerkrankung ist weder Folge noch Anzeichen einer anderen Erkrankung, obwohl einige Betroffene auch unter einer Schilddrüsenerkrankung oder Vitiligo (einer Hautpigmentstörung) leiden.
Dass Umweltfaktoren oder Stress ein Auslöser sein können, ist wissenschaftlich ebenfalls nicht belegt. Auch für hormonelle Störungen sind keine Anhaltspunkte zu finden, denn die Krankheit kommt bei Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts vor. Jedoch gibt es Forschungsergebnisse, die nahelegen, dass unter anderem eine genetische Veranlagung eine gewisse Rolle spielen könnte.
Betroffene sollten immer zum Dermatologen gehen, wenn sie eine oder mehrere kahle Stellen bemerken. Zwar ist Alopecia nicht gefährlich, allerdings können auch andere Erkrankungen wie etwa eine Pilzinfektion der Kopfhaut zu Haarausfall führen. Bisher wurde noch keine Therapie gefunden, die Alopecia ursächlich heilen kann. Lediglich die Symptome können behandelt werden.
Bei fortgeschrittenem Befund und hohem Leidensdruck kann mit Kortison therapiert werden, die Behandlung ist allerdings in der Regel mit Nebenwirkungen wie einer Gewichtszunahme verbunden. Außerdem fallen die Haare nach Ende der Behandlung oft wieder aus. Ist die Krankheit schon stark fortgeschritten, können Kontaktallergene zum Einsatz kommen. Hierbei handelt es sich um bestimmte Chemikalien, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden und durch eine Reizung das Haarwachstum anregen sollen. Doch auch bei dieser Therapieform drohen unangenehme Nebenwirkungen.
Eine weitere Möglichkeit ist eine immunsuppressive Behandlung, wie sie bei Schuppenflechte und Rheuma durchgeführt wird. Dabei wird das Immunsystem mit Medikamenten unterdrückt, sodass es aufhört, die Haarwurzeln anzugreifen. Allerdings wird man so anfälliger für Infekte und andere Erkrankungen.
Handelt es sich um eine leichte Form der Alopecia, wächst das Haar normalerweise nach einigen Monaten wieder nach. Gerade dann kann der Austausch mit anderen Betroffenen im Rahmen von Selbsthilfegruppen wie Alopecia Areata Deutschland e.V. eine wertvolle Unterstützung sein. Bei Bedarf kann zudem ein Psychologe helfen, mit der Erkrankung leben zu lernen.
In den USA wurde das erste systemische Medikament gegen Alopecia areata zugelassen. Die US-Arzneimittelbehörde (FDA) erteilte dem Arzneimittel Baricitinib (Olumiant) des Unternehmens Eli Lilly eine Genehmigung. Es ist die erste Zulassung überhaupt in den USA für ein Medikament gegen Kreisrunden Haarausfall, das auf den ganzen Körper wirkt. Baricitinib reguliert Entzündungsreaktionen und ist bislang für die Behandlung von Athritis sowie Corona-Patienten in Krankenhäusern zugelassen.
Die nun zugelassenen Tabletten seien in zwei Studien mit 1200 Patienten, die mindestens 50 Prozent ihres Haares verloren hätten, für mehr als sechs Monate getestet worden, schrieb die FDA weiter. Nach 36 Wochen wuchsen bei fast 40 Prozent der Personen, die die höhere Dosis erhielten, 80 Prozent der Kopfhaare nach. Zum Vergleich: Bei der Gruppe mit der niedrigeren Dosierung waren es nur 23 Prozent, bei der Kontrollgruppe nur fünf Prozent.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Baricitinib gehörten Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Akne, ein erhöhter Cholesterinspiegel und ein Anstieg eines Enzyms namens Kreatinphosphokinase.
Primär sollte der Versuch bestehen die Form des Haarausfalls zu identifizieren und die zugrundeliegende Störung zu beheben. Hier hat sich im letzten Jahrzehnt eine effektive Methode zur Follikelstärkung entwickelt - die sog. PRP-Behandlung!
Es gibt auch andere Behandlungen gegen schweren Haarausfall, die allerdings als experimentell gelten und keine Zulassung in den USA haben.
| Behandlungsmethode | Wirkung | Nebenwirkungen |
|---|---|---|
| Kortison | Unterdrückt das Immunsystem | Gewichtszunahme, Haarausfall nach Behandlungsende |
| Kontaktallergene | Reizen die Kopfhaut und regen das Haarwachstum an | Unangenehme Nebenwirkungen |
| Immunsuppressiva | Unterdrücken das Immunsystem | Erhöhte Anfälligkeit für Infekte |
| Baricitinib | Reguliert Entzündungsreaktionen | Infektionen der oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Akne, erhöhter Cholesterinspiegel |
| PRP-Behandlung | Stärkung der Haarfollikel | - |
Es ist wichtig zu beachten, dass die Informationen in diesem Artikel keine persönliche Beratung und Behandlung durch einen Arzt ersetzen. Bei Fragen oder Bedenken sollte immer ein Arzt konsultiert werden.
tags: #Will #Smith #Haarausfall #Ursachen
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.