Wilkinson Sword Rasierer im Test: Ein umfassender Vergleich

Rasieren ist eine alltägliche Aufgabe, die Männer von der Jugend bis ins hohe Alter begleitet. Die Wahl des richtigen Rasiersystems ist dabei eine sehr individuelle Entscheidung. Viele greifen zu Nassrasierern mit Systemklingen, oft ohne sich intensiv mit den Alternativen auseinanderzusetzen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Testbericht und Vergleich verschiedener Rasierer, um Ihnen bei der Auswahl des besten Produkts für Ihre individuellen Bedürfnisse zu helfen.

Der Wilkinson Hydro 5 im Detail

Wilkinson hat mir den brandneuen Nassrasierer Wilkinson Hydro 5 für einen Test zur Verfügung gestellt. Die beiden Hauptmerkmale dieses Rasierers sind seine fünf Klingen mit ‚Skin Guards‘ und das feuchtigkeitsspendende Gel-Reservoir mit Aloe Vera und Vitamin E. Der Rasierer kostet aktuell im Schlecker Online Shop 9,99€. Im Lieferumfang befinden sich neben dem Rasierer zwei Klingen, eine Plastik-Halterung für den Rasierer und die Packung mit den Ersatzklingen. Vier Ersatzklingen für den Wilkinson Hydro 5 kosten aktuell übrigens 10,99€.

Ich habe mich bisher zwei Mal mit dem Hydro 5 rasiert. Die erste Rasur war vor 3 Tagen und direkt ein Härtetest. Der Rasierer musste sich durch einen 3-Wochen-Bart durchkämpfen. Meiner Meinung nach hat er sich dabei sehr gut geschlagen. Normalerweise endet eine solche Rasur bei mir in einem ziemlichen Blutbad, da ich manche Stellen am Hals zwei bis drei Mal rasieren musste. Nicht so mit dem Hydro 5. Ein Strich hat gereicht, um dem Gestrüpp zu Leibe zu rücken. Die Flüssigkeit, die aus dem Gel-Reservoir austritt, legt einen angenehmen Film auf die Haut, der kleinere Blutungen stoppt und angenehm kühlt.

Eine weitere Problemzone ist der Bereich unter der Nase. Zuerst konnte ich diese Stelle mit dem Hydro 5 nicht richtig erreichen, da das Gel-Reservoir im Weg war. Nach kurzem Überlegen, wie man dieses Problem lösen könnte, fiel mir wieder ein, dass man das Reservoir wegklappen kann. So nah kommt man mit keinem der Gilette Rasierer an diese Stelle heran. Ich bin begeistert! Der Hydro 5 liegt übrigens gut in der Hand.

Einziges Manko: Die Reinigung gestaltet sich etwas schwierig, da die Rückseite des Rasierkopfes eher schwer zugänglich ist. Mit genug Wasserdruck ließ sich aber alles ausspülen. Scheinbar stehen die Klingen beim Hydro 5 etwas weiter auseinander als beim Gilette Fusion, da dort immer einige lange Barthaare zwischen den Klingen hängen blieben und sich nur mit dem Finger entfernen ließen.

Vor ca. 30 Minuten habe ich mich dann noch mal rasiert. Diesmal war es der berühmte Drei-Tage-Bart. Auch hier war die Rasur schnell erledigt und das Ergebnis sehr überzeugend.

Wie oben bereits erwähnt, kosten vier Ersatzklingen 10,99€. Das macht dann also 2,75€ pro Klinge. Dem gegenüber stehen 2,40€ pro Klinge bei meinem aktuellen Rasierer Gilette Mach 3. Ich verbrauche im Jahr ca. 15 Klingen. Somit kosten mich die Klingen für den Hydro 5 genau 5,25€ mehr im Jahr. Nicht wirklich wild, wie ich finde.

Mal sehen, wie sich der Hydro 5 im Langzeiteinsatz schlägt, wie lange das Gel-Reservoir und die Klingen durchhalten und vor allem, ob er sich langfristig gegen den Mach 3 behaupten kann.

Wilkinson Hydro 3: Eine Alternative?

Wie alle Hydro Rasierer verfügt auch der Hydro 3 über ein Gel-Reservoir am hinteren Teil des Klingenkopfes. Darin befindet sich eine wasserlösliche Substanz mit Aloe Vera und Vitamin E, die die Haut schonen und den Rasierer besser gleiten lassen soll. Im Gegensatz zum Hydro 5 kann das Gel-Reservoir hier übrigens nicht weggeklappt werden um die oberste Klinge zum Trimmen schwieriger Stellen freizulegen.

Die UltraGlide Klingen sind dagegen genau die gleichen wie im Hydro 5, davon wurden hier aber natürlich nur 3 Stück verbaut. Die blauen Gummilamellen vor den Klingen dienen dazu anliegende Härchen und Bartstoppeln aufzurichten und so eine möglichst gründliche Rasur zu ermöglichen.

Die verschiedenen Hydro Klingen sind erfreulicherweise alle untereinander kompatibel. Wer bisher auf einen Wilkinson Sword Hydro 5 setzt, kann also ohne Probleme eine Hydro 3 Klinge mit seinem Rasierer verwenden und so testen ob der Aufpreis zum 5er überhaupt nötig ist.

Ein großer Vorteil des Hydro 3 wird deutlich, wenn man die rasierten Bartstoppeln unter dem Wasserhahn ausspült. Da hier auf gleichem Raum im Vergleich zum Hydro 5 eben 2 Klingen weniger untergebracht wurden, sind die Zwischenräume etwas größer. Somit verstopfen die Lücken zwischen den Klingen nicht so leicht wie das bei anderen Systemrasierern mit mehr Klingen der Fall ist.

Wie oben bereits erwähnt kann hier das Gel-Reservoir nicht zurück geklappt werden. Somit kann die oberste Klinge nicht freigelegt werden und das recht massive Reservoir ist an Stellen wie zum Beispiel unter der Nase leider etwas im Weg. Hier ist es dann tatsächlich besser seitwärts zu rasieren, da man die obersten Stoppeln sonst kaum erwischt.

Abgesehen davon gestaltet sich die Rasur mit dem Wilkinson Hydro 3 sehr komfortabel und auch die Haut leidet dabei nicht über die Maßen. Nach etwa 6-7 Rasuren lässt die Wirkung des Gel-Reservoirs dann übrigens spürbar nach, wenn ein guter Rasierschaum zum Einsatz kommt, kann der Hydro 3 aber trotzdem noch einige Zeit weiter verwendet werden.

Der Wilkinson Sword Hydro 3 ist nicht wirklich schlechter als sein „großer“ Bruder mit 5 Klingen.

Der Gillette Mach3: Ein bewährter Klassiker

Mein bisheriger Rasierer war der Gilette Mach 3 mit drei Klingen. Am Gilette Fusion mit vier Klingen hatte ich mich auch mal versucht. Allerdings war der ganz und gar nicht mein Ding. Zu viele Hautirritationen und der Gummibereich unter den Klingen war extrem schwer von abrasierten Barthaaren zu befreien. Darüber hinaus fand ich die Vibrationen, die die Barthaare aufstellen sollen ziemlich unangenehm, da durch diese irgendwie das Gefühl für das was man da macht verloren ging. So blieb ich also beim Mach 3.

Der Gillette Mach3 ist ein moderner Klassiker. Auch noch über 25 Jahre nach seinem Marktstart schneidet er meisterhaft - großen Verbesserungsbedarf sehen wir nicht. Die Rasur ist sanft und gründlich, der Griff erlaubt eine tadellose Handhabung und die Klingen halten sehr lange durch, weshalb der Mach3 nicht nur die Haut, sondern auch langfristig den Geldbeutel schont.

Im Vergleich zu den anderen Testkandidaten wirkt der Gillette Mach3 regelrecht grazil. Der Griff ist kürzer als die der anderen Rasierer im Testfeld, sehr schmal, gerade und erst nahe der Klingenaufnahme abgewinkelt. Die Oberfläche besteht aus Metall und wird von gummierten Stellen durchbrochen, unten ist der Griff fast vollständig mit Gummi bezogen. Dadurch lässt er sich auch mit nassen Händen und Rasierschaum an den Fingern rutschfest und sicher halten. Er wirkt zudem recht hochwertig.

Die Klingenaufnahme ist ein Dorn in der Mitte, der in eine Öffnung gesteckt wird - ein bewährtes Prinzip. Eine Taste löst die Arretierung. Der Klingenwechsel geht damit leicht von der Hand und benötigt nicht mehrere Anläufe, wie wir es leider bei einigen Konkurrenten erlebt haben.

Eine Systemklinge hat drei Schneiden, wie der Name Mach3 bereits andeutet. Die Klinge ist angenehm schmal, was das Rasieren an feinen und unebenen Stellen wie dem Philtrum, dem Adamsapfel und nahe der Mundwinkel erleichtert.

Rundum brillieren konnte der Mach3 bei der Nutzungsdauer der Klingen. Sie halten eine gefühlte Ewigkeit - bei allen Testpersonen deutlich länger als der Durchschnitt unter allen getesteten Systemrasierern, und sie haben selbigen ordentlich angehoben. Das ist für sich toll, noch schöner ist es aber in dem Wissen, dass Ersatzklingen für den Mach3 zwar nicht zu den allergünstigsten gehören, gegenüber vergleichbar ausdauernden Klingen (namentlich die des Gillette Fusion5 und des Wilkinson Hydro 5) aber für einen deutlich geringeren Betrag den Besitzer wechseln. Pro Rasur ist der Mach3 der drittgünstigste Nassrasierer im Test.

Den Gillette Mach3 als Testsieger auszuzeichnen war keine schwere Entscheidung. Das Gesamtpaket stimmt, gleichzeitig hat der Rasierer keine eklatanten Nachteile, sofern man nicht unbedingt eine Trimmerklinge benötigt.

Weitere Alternativen im Test

Neben den genannten Modellen wurden auch weitere Rasierer getestet, darunter der Gillette Fusion5, der Cien Men Dynamic 5 Pro von Lidl und Rasierhobel. Hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Gillette Fusion5: Ergonomischer Griff, Trimmerklinge und sehr gute Rasur. Die Klingen sind jedoch teuer.
  • Cien Men Dynamic 5 Pro (Lidl): Günstige Option mit guter Gründlichkeit, aber die Klingen stumpfen schnell ab.

Die Stiftung Warentest kam in ihrem Test auf das gleiche Ergebnis. Dort führt die Bestenliste ein 5-Klingen-Rasierer an (Gillette Fusion5 Proglide), direkt darauf folgen ein 2-Klingen-Modell (Gillette SkinGuard) und anschließend ein Rasierer mit drei Schneiden (Gillette Mach3).

Rasierhobel: Eine traditionelle Alternative

Viele Nassrasur-Afficionados schwören auf Rasierhobel. Diese sind teurer in der Anschaffung, aber meist auch hochwertiger und oft auch schöner gestaltet. Im Gegenzug sind die Klingen deutlich günstiger und man ist flexibel bei der Wahl des Herstellers, denn Rasierhobel nutzen standardisierte Klingen.

Der Umgang mit Rasierhobeln erfordert aber Übung und Konzentration, denn hier zieht man die Klinge direkt über die Haut - eine Schutzzone gibt es nicht. Aus diesem Grund kann man sich mit Rasierhobeln leichter verletzen, gleichzeitig ist ihre Gründlichkeit unschlagbar.

Vier traditionelle Rasierhobel haben die Tester parallel dazu ausprobiert. Auch sie erhielten alle das Qualitätsurteil «gut». Trotz weniger Klingenschutz und vermeintlich komplizierterer Handhabung benötigten die Tester übrigens im Schnitt nur eine Minute länger für die Rasur als mit einem Systemrasierer.

Zwei grosse Vorteile haben Rasierhobel: Die Klingen sind standardisiert, sodass du jeden Hobel mit Klingen aller Marken kombinieren kannst. Ausserdem sind die Klingen deutlich günstiger, wodurch sich die relativ teuren Hobel schnell amortisieren. Wer sich beispielsweise mit den Klingen von Mühle täglich rasiert, zahlt nur knapp über 10 Euro pro Jahr - nochmals deutlich weniger als mit dem Aldi-Rasierer.

Kostenvergleich

Die Stiftung Warentest hat eine Vollkostenrechnung erstellt, um die jährlichen Kosten für die tägliche Rasur zu vergleichen. Hier die Ergebnisse:

Rasierer Kosten pro Jahr
Gillette Labs 157 Euro
Gillette Fusion 5 114 Euro
Wilkinson Hydro 5 (Advanced) 81 Euro
Wilkinson Hydro 5 (Regular) 59 Euro
Balea Men Precision5 Flex-Pro 45 Euro
Aldi-Rasierer ca. 20 Euro
Rasierhobel (Mühle) ca. 10 Euro

Die wahren Preissieger sind die Rasierhobel.

Rasierer im Check: Hobel die günstigere und bessere Wahl?🪒 | Servicezeit WDR

tags: #Wilkinson #Sword #Rasierer #Test

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