Haben Sie online begeisterte Erfahrungsberichte zu Biotin gegen Haarausfall gelesen, fragen sich aber, was davon tatsächlich durch Studien belegt ist? Dieser Artikel liefert Ihnen die wichtigsten Fakten zum aktuellen Forschungsstand und zur richtigen Dosierung. Außerdem erfahren Sie, was Sie wissen sollten, bevor Sie hochdosiertes Biotin einnehmen.
Es besteht Einigkeit darüber, dass Biotin zum Erhalt normaler Haare und Haut beiträgt. In den sozialen Medien wird dagegen oft behauptet, Biotin stelle die Wirkung jedes anderen Vitamins für die Haare in den Schatten. Aber stimmt das? Und was macht Biotin zum gehypten Dauerbrenner?
Biotin ist im Körper an der Produktion von Keratin beteiligt, dem Baustein der Haarmatrixzellen. Haarausfall ist ein typisches Symptom für Biotin-Mangel, das aber durch die Einnahme von Biotin behandelt werden kann.
Neue Studien zeigen, dass hochdosiertes Biotin (5 Milligramm) Haarausfall verlangsamen und die Haardichte messbar verbessern kann - auch dann, wenn kein Biotin-Mangel besteht. Sehen wir uns gemeinsam an, was das im Detail bedeutet.
Die Studienlage zu Biotin gegen Haarausfall ist vergleichsweise übersichtlich. Nehmen wir daher die vorhandenen Daten zu den Vorteilen von Biotin genau unter die Lupe.
Eine 2017 veröffentlichte Studie untersuchte die Biotin-Werte im Blutserum von mehr als 500 Frauen, die unter Haarverlust litten. Dabei stellte sich heraus, dass bei 38 % der Frauen ein Biotin-Mangel vorlag.
Der Autor der Studie betont, dass es trotz einer gesunden Ernährung zu einer Unterversorgung mit Biotin kommen kann. Übermäßiger Alkoholkonsum, das Rauchen und ein gestörtes Gleichgewicht in der Darmflora können den Abbau von Biotin im Körper beschleunigen oder seine Aufnahme erschweren. Auch in der Schwangerschaft baut der Organismus Biotin schneller ab, was zu einer Mangelsituation führen kann.
Um einen Biotin-Mangel auszugleichen und seine Symptome wie Haarausfall zu beheben, empfiehlt er die Supplementierung mit hochdosiertem Biotin.
Diffuser Haarausfall tritt auf dem ganzen Kopf verteilt auf. Er äußert sich in einem verstärkten Ausfallen der Haare, das oft nach einem Trigger-Ereignis auftritt. Dieses lässt ganz plötzlich viele Haare von der Wachstumsphase in die Ruhephase wechseln. Dort verbleiben sie etwa 3 Monate und fallen anschließend aus. Das Trigger-Ereignis kann deshalb oft erst rückblickend identifiziert werden.
Eine Studie aus dem Jahr 2022 untersuchte, wie hochdosiertes Biotin bei diffusem Haarausfall wirkt. Insgesamt 50 Proband*innen mit diffusem Haarausfall wurden in zwei Gruppen eingeteilt, von denen eine täglich 5 Milligramm Biotin erhielt. Am Ende des Versuchszeitraums war der Haarausfall messbar zurückgegangen, gleichzeitig stellten die Forscher eine Verbesserung der Haardichte fest.
Verschiedene Studienergebnisse weisen darauf hin, dass Haarausfall in der Schwangerschaft möglicherweise mit Biotin-Mangel zusammenhängt. Da der weibliche Körper in der Schwangerschaft vermehrt Biotin abbaut, sind bis zu 50 % der schwangeren Frauen von einem Biotin-Mangel betroffen.
Sicher ist auch: Biotin-Mangel kann Symptome wie Haarausfall nach sich ziehen. Aber: Beobachten Sie in der Schwangerschaft vermehrten Haarverlust, sollten Sie eine Eigendiagnose vermeiden. Suchen Sie am besten das Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin. Sollte es nötig sein, kann dann eine Untersuchung Ihrer Blutwerte angeordnet werden.
Eine 2019 veröffentlichte Studie verglich die Biotinkonzentration im Blutserum von 60 gesunden Männern mit der von 60 Männern mit anlagebedingtem Haarausfall (Androgenetischer Alopezie). Die Auswertung zeigte: Bei den von Haarausfall betroffenen Männern waren die Biotinlevel niedriger als in der Vergleichsgruppe. Das legt einen Zusammenhang zwischen der Biotin-Versorgung und Haarverlust nahe.
In der Regel liefert eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung genug Biotin, um den durchschnittlichen Tagesbedarf von 40 Mikrogramm zu decken. Doch eine Unterversorgung mit Biotin hat in manchen Fällen ganz andere Ursachen.
Die langfristige Einnahme von Antibiotika kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Dadurch wird die Verwertung von Biotin aus der Nahrung erschwert. Alkoholkonsum und das Rauchen stehen mit einem vermehrten Biotin-Abbau in Zusammenhang. Wer oft rohes Eiweiß verzehrt, sollte ebenfalls aufpassen: Es enthält ein Enzym, das sich so “fest” an Biotin bindet, dass es für die Aufnahme im Körper unbrauchbar wird.
Mit Blick auf die Forschungslage kann die Antwort auf diese Frage noch nicht abschließend beantwortet werden. Sicher ist, dass die Einnahme von Biotin gegen Haarausfall sinnvoll ist, wenn ein Biotin-Mangel besteht. Auch für die möglichen positiven Effekte von Biotin bei anlagebedingtem und diffusem Haarausfall liefern die erwähnten Studien wertvolle erste Erkenntnisse.
Klar ist aber auch: Biotin ist kein Allheilmittel gegen Haarausfall jeder Art. Die Ursachen von Haarausfall reichen von hormonellen Veränderungen über Nährstoffmangel und Stress bis hin zu genetischer Veranlagung. Leidest du unter Haarausfall, sollte die Suche nach möglichen Auslösern deshalb immer den ersten Schritt darstellen.
Nahrungsergänzungsmittel mit Biotin gegen Haarausfall sind oft in Dosierungen von 5 bis 10 Milligramm erhältlich. Zur Behandlung von Biotin-Mangel werden in Studien Dosierungen von bis zu 20 Milligramm eingesetzt.
Generell gilt eine hohe Dosierung als sicher und sinnvoll, insbesondere zur Behandlung von Biotin-Mangel-Symptomen. Biotin ist ein wasserlösliches Vitamin. Eine Überdosierung ist unwahrscheinlich, da unser Körper sich dem “Überfluss” über die Ausscheidungsorgane entledigt.
Gut zu wissen: Zur Behandlung von Multipler Sklerose wurden bereits Mega-Dosen Biotin von 300 Milligramm pro Tag über drei Monate sicher eingesetzt.
Die Einnahme von Biotin gilt als sicher. Auch eine festgelegte tägliche Höchstmenge für die Biotin-Zufuhr existiert bisher nicht. Aufpassen solltest du allerdings, falls du Medikamente einnimmst. Bei gleichzeitiger Einnahme von Biotin kann es zB bei Medikamenten gegen Epilepsie und neurologische Erkrankungen zu Wechselwirkungen kommen.
Biotin kann die Ergebnisse bestimmter Bluttests verfälschen. Falls du eine Nahrungsergänzung mit Biotin einnimmst, ist es wichtig, diese rechtzeitig vor einem Labortest abzusetzen bzw. das medizinische Personal darüber zu informieren.
Der Hintergrund? Die Einnahme von hochdosiertem Biotin kann falsch negative oder falsch positive Resultate nach sich ziehen. Dieses Risiko besteht zB bei Tests der Schilddrüsenhormone, der Bestimmung der Troponinwerte und bei Immun-Assays.
Zusammenfassend lassen sich die wichtigsten Punkte in folgender Tabelle darstellen:
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Wirkung von Biotin | Erhalt normaler Haare und Haut, Beteiligung an Keratinproduktion |
| Forschungsergebnisse | Zusammenhang zwischen Biotinmangel und Haarausfall, Wirksamkeit bei diffusem Haarausfall |
| Tagesdosis | 5-10 Milligramm in Nahrungsergänzungsmitteln, bis zu 20 Milligramm bei Biotinmangel |
| Nebenwirkungen | Verfälschung von Bluttestergebnissen |
Darauf gibt es leider keine allgemeingültige Antwort. In einer Studie zur Wirkung von hochdosiertem Biotin gegen Haarausfall konnte bereits nach sechs Wochen ein messbarer Rückgang des Haarverlusts gemessen werden.
D-Biotin gilt als die am besten verwertbare Version von Biotin. Der Grundbedarf lässt sich mit einer ausgewogenen Ernährung decken. Bei einem bestehenden Biotin Defizit empfehlen wir die Einnahme geeigneter Supplemente.
Biotin kann auch in Vitaminen für die Haare oder anderen Vitamin-Komplex-Präparaten enthalten sein. Nimmst du mehrere Nahrungsergänzungsmittel gleichzeitig ein, behalte die Zusammensetzung der einzelnen Produkte im Blick. Wenn du dir unsicher bist, welche Nahrungsergänzung kombinierbar ist, kontaktiere den Hersteller oder suche dir medizinischen Rat.
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