Biotin Dosierung bei starkem Haarausfall: Ein umfassender Ratgeber

Biotin, auch bekannt als Vitamin B7 oder Vitamin H, wird oft als Wundermittel gegen Haarausfall angepriesen. Doch was genau ist Biotin, wie häufig ist ein Biotinmangel und kann das Vitamin wirklich bei Haarausfall helfen? Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die Biotin Dosierung bei starkem Haarausfall.

Was ist Biotin und welche Wirkung hat es im Körper?

Die Idee, Biotin als Vitamin H - „H“ wie „Haare“ - zu bezeichnen, kommt nicht von ungefähr. Der Körper braucht das wasserlösliche Vitamin, um Keratin zu produzieren. Das ist ein Protein, aus dem Haare, Haut und Nägel bestehen. Biotin gilt daher auch als „Schönheitsvitamin“ - doch das wird diesem vielseitigen Vitamin nicht gerecht.

Biotin ist in zahlreiche weitere Stoffwechselprozesse im Körper eingebunden, etwa in die Bereitstellung von Energie aus Kohlenhydraten und die Reparatur von DNA-Schäden. Darüber hinaus trägt Biotin auch zu einer normalen psychischen Funktion bei.

In welchen Lebensmitteln ist Biotin enthalten?

40 Mikrogramm: So viel Biotin sollten Erwachsene laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) täglich zu sich nehmen. Ernähren sich Personen ausgewogen, erfüllen sie dieses Soll problemlos, denn Biotin ist in sehr vielen verschiedenen Lebensmitteln enthalten.

Zu den Lebensmitteln mit besonders hohem Biotingehalt gehören Innereien, Fisch, Fleisch, Samen, Nüsse, bestimmte Gemüsesorten (wie Spinat, grüne Bohnen, Erbsen, Pilze, Süßkartoffeln) und gegarte Eier (insbesondere das Eigelb). Getreide (etwa Reis und Hafer) sowie Milch und Milchprodukte tragen ebenfalls zu einer guten Versorgung mit Biotin bei.

Gut zu wissen: In rohem Eiklar findet sich das Eiweiß Avidin, das Biotin bindet. Das führt dazu, dass das Vitamin nicht vom Körper aufgenommen werden kann. Beim Erhitzen eines Eis wird das Avidin unschädlich gemacht, dadurch kann der Körper das Biotin problemlos aufnehmen. Für einen gesunden Biotinspiegel kann der regelmäßige Verzehr von rohem Eiweiß hinderlich sein.

Wann kommt es zu Biotinmangel und was sind die Symptome?

Ein Biotinmangel ist aus den obigen Gründen selten. Verschiedene Faktoren können aber dazu führen, dass unser Körper nicht ausreichend mit dem Vitamin versorgt wird. Dazu zählen:

  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Mangelernährung
  • Übermäßiger Verzehr von rohem Eiweiß
  • Schwangerschaft
  • Längere Antibiotikaeinnahme
  • Einnahme bestimmter Medikamente (etwa zur Therapie epileptischer Anfälle)
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
  • Seltene, genetisch bedingte Enzymdefekte

Fehlt es dem Körper an Biotin, zeigt sich das zunächst oft an der Haut. Schuppiger, roter Ausschlag an Augen, Nase und Mund, aber auch Hautinfektionen und Bindehautentzündungen sind möglich. Betroffene können zudem über körperliche Schwäche sowie Übelkeit klagen. Und: Besteht ein Mangel an Biotin, kann das tatsächlich auch die Haargesundheit beeinträchtigen oder Haarausfall begünstigen.

Besteht der Verdacht auf einen Biotinmangel, können Ärztinnen und Ärzte ihm über Urin- und Blutuntersuchungen auf die Spur kommen.

Hilft Biotin bei Haarausfall?

Biotinmangel kann zu Haarausfall führen. Aber bedeutet eine Extradosis Biotin umgekehrt automatisch, dass lichter werdende Haare ein Ende haben? So einfach ist es leider nicht. Ein Blick auf die Studienlage zeigt: Bislang gibt es keine Hinweise dafür, dass Präparate mit Biotin das Haarwachstum fördern, wenn kein Biotinmangel vorliegt.

Anders bei einem bestehenden Biotinmangel, etwa aufgrund von genetischen Besonderheiten oder der Einnahme bestimmter Medikamente: Dann kann eine zusätzliche Zufuhr von Biotin dem Haarverlust entgegenwirken.

Wichtig: Haarausfall kann zahlreiche Ursachen haben. Dazu zählen Faktoren wie Eisenmangel, Stress, schwere Infektionen und eine Schilddrüsenerkrankung. Sollten Sie übermäßigen Haarverlust bemerken, ist ein Arztbesuch ratsam, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

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Hat Biotin Nebenwirkungen und was passiert bei einer Überdosierung?

Normalerweise ist es unproblematisch, größere Mengen Biotin durch Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Selten kommt es zu einer Magenverstimmung. Als wasserlösliches Vitamin wird überschüssiges Biotin vom Körper über den Urin ausgeschieden. Daher hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auch keine Höchstmenge für Biotin in Nahrungsergänzungsmitteln festgelegt. Anzeichen dafür, dass Biotin krebserregend sein könnte, gibt es keine.

Doch Vorsicht: Eine übermäßige Zufuhr von Biotin ist trotzdem nicht immer unproblematisch, da ein sehr hoher Biotinspiegel im Blut bestimmte Labortests beeinflussen kann. Besonders bei Untersuchungen der Schilddrüsen- und Sexualhormone könnten ungenaue Ergebnisse und womöglich falsche Diagnosen die Folge sein. Expertinnen und Experten raten daher von übermäßigen Tagesdosen ab.

Nehmen Sie Biotinpräparate ein und steht eine Laboruntersuchung bevor? Dann sollten Sie Ihr Behandlungsteam vorab darüber informieren.

Die richtige Dosierung von Biotin bei Haarausfall

Die erforderliche Dosis an Biotin bei Haarausfall beträgt für Erwachsene 30 bis 60 mg pro Tag. Wer sein Haarproblem mit Biotin angehen möchte, der sollte darauf achten, viel von den genannten Lebensmitteln zu sich zu nehmen. Mit diesen alleine ist es allerdings, nicht ganz leicht, herauszufinden, ob die empfohlene Tagesdosis auch eingehalten wird. Als Alternative lässt sich Biotin daher auch in Kapsel- oder Tablettenform einnehmen. Mit diesen Tabletten kann die benötigte Menge genau dosiert werden.

Biotin-Präparate für Hunde

Für Hunde mit Haarproblemen oder während des Fellwechsels kann die Fütterung von BIOTIN FORTE hilfreich sein. Es unterstützt ein glänzendes, kräftiges Fell, gesunde Haut, optimale Pigmentierung von Haarkleid, Nasenspiegel und Pfotenballen, sowie feste und starke Krallen. Die Dosierung beträgt in der Regel 1 Tablette pro 10kg Körpergewicht, maximal 5 Tabletten täglich. Die angegebene Dosierung sollte über 8 Wochen eingehalten werden.

Studienlage zu Biotin und Haarausfall

MedizinTransparent ging der Frage nach, ob Biotin bei Haarausfall hilft. Ihr Ergebnis dürfte die Hersteller biotinhaltiger Nahrungsergänzungsmittel nicht unbedingt begeistern.

Unzureichende Studienlage mit methodischen Mängeln: „Unsere Suche nach wissenschaftlichen Belegen für die behaupteten Wirkungen von Biotin blieb erfolglos.“ Trotz „umfangreicher Recherche“ stieß MedizinTransparent bei der Frage nach der Wirkung von Biotin auf das Haarwachstum nur auf eine „unzureichende“ Studienlage.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass Biotin das Haarwachstum bei Personen ohne Biotinmangel fördert.
  • Bei einem nachgewiesenen Biotinmangel kann eine zusätzliche Zufuhr von Biotin dem Haarverlust entgegenwirken.

Weitere wichtige Informationen

Es ist wichtig zu wissen, dass Biotin-Präparate aus chemischen Gründen bei der Blutentnahme bestimmte Laborparameter verfälschen können. Das betrifft sehr wichtige Laborwerte: Zum Beispiel können dadurch Werte, die auf einen Herzinfarkt hinweisen, falsch gemessen werden oder die Medikamentenspiegel von Immunsuppressiva nicht korrekt sein. Auch Spiegel von Vitamin D oder Folsäure können verfälscht sein. Mit Schilddrüsenwerten kann die Einnahme ebenfalls interferieren. Es ist daher wichtig, dass das Labor über die Einnahme des Präparats informiert wird.

Alternativen zu Biotin bei Haarausfall

Neben Biotin gibt es zahlreiche weitere Substanzen, die für das gesunde Haarwachstum essenziell sind. Auch zahlreiche Spurenelemente sind wichtig. Für eine schöne Haarpracht ist es wichtig, auf eine gesunde Ernährung zu achten, die dem Körper alle wichtigen Stoffe zuführt. Kürbiskerne sind reich an Zink und essenziellen Fettsäuren. Brokkoli gilt als Superfood für die Haare, weil es viele verschiedene für die Haargesundheit wichtige Stoffe enthält. Mangos enthalten reichlich Vitamin A, C, E und Folsäure.

Biotin in Shampoos und Haarkuren

Auf dem Markt sind mehrere biotin-haltige Shampoos erhältlich. Die Hersteller werben damit, dass es die Haare griffiger und geschmeidiger machen und das Haarwachstum verbessern und beschleunigen soll. Ein wissenschaftlich nachgewiesener Effekt als Mittel gegen Haarausfall besteht jedoch nicht. Zudem dringt Biotin als wasserlösliche Substanz kaum in die Hornschicht der Haare oder durch die Kopfhaut ein.

Tabelle: Biotin in Lebensmitteln

Lebensmittel Biotin Gehalt (µg pro 100g)
Hefe 200
Getrocknete Pilze (Pfifferlinge) 146
Getrocknete Pilze (Steinpilze) 105
Rinderleber 103
Kalbsleber 77
Eigelb 50
Soja 30
Haferflocken 20
Walnüsse Recht biotinreich
Banane 5

Diese Tabelle zeigt, dass eine ausgewogene Ernährung mit einer Vielzahl von Lebensmitteln dazu beitragen kann, den täglichen Bedarf an Biotin zu decken.

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