Wie viele Menschen haben blonde Haare weltweit? Eine Analyse der Haarfarbe in Bezug auf Genetik, Kultur und Wahrnehmung

Blondes Haar fasziniert seit Jahrhunderten und ist eng mit kulturellen Vorstellungen von Schönheit, Jugend und sogar Überlegenheit verbunden. Doch wie viele Menschen haben von Natur aus blonde Haare, und welche Bedeutung hat diese Haarfarbe in verschiedenen Kulturen?

Die Genetik der blonden Haare

Die natürliche Haarfarbe wird vom Melaningehalt des Haares bestimmt. Es gibt zwei verschiedene Melanin-Typen, die die verschiedenen Farbvarianten und Helligkeitsstufen des Haares festlegen: Eumelanin (Schwarz-Braun-Pigment) und Phäomelanin (Rot-Pigment). Blondes Haar enthält insgesamt nur eine geringe Melaninkonzentration und in der Regel eine Kombination aus beiden Pigmenten, wobei Eumelanin überwiegt.

Tatsächlich haben 98 Prozent der Weltbevölkerung dunkle bis schwarze Haare. Nur etwas mehr als ein Prozent der Menschen sind blond, seltener gibt es nur rote Haare (unter einem Prozent). Der Grund für blonde Haare ist genetisch bedingt, und weil die Gen-Variante für blonde Haare rezessiv vererbt wird, wird die Zahl der blonden Menschen tatsächlich immer weiter schrumpfen.

Verteilung von blonden Haaren weltweit

Kulturelle Bedeutung von blondem Haar

Blondes Haar ist kulturell stark aufgeladen. "Blond sticht unter den Haarfarben heraus", bestätigt der Romanist Ralf Junkerjürgen von der Universität Regensburg. Er erklärt, dass "blond" im Gegensatz zu anderen Haarfarben ein eigenes Farbwort besitze und erläutert die kulturgeschichtliche Bedeutung der Farbe. So seien blonde Haare unter anderem religiös und mythologisch aufgeladen, sagt Junkerjürgen. "Wir haben eine lange Kulturgeschichte, in der blond für etwas Außergewöhnliches und besonders Gutes steht", so Junkerjürgen weiter.

Im 20. Jahrhundert hat vor allem der klassische Hollywood-Film die Blondsymbolik erweitert. Marilyn Monroes Karriere nahm Fahrt auf, als sie begann, sich die Haare blond zu färben. Sie gilt als Archetyp der blonden Sexbombe und trug maßgeblich zur kulturellen Aufladung der Haarfarbe bei. Sie verkörperte häufig "das blonde Dummchen" und gilt als "prototypische Blondine der Filmgeschichte", so der Romanist weiter. Dabei war Monroe keine natürliche Blondine, sondern brünett.

Blonde Haare: Darauf müsst ihr bei der Pflege achten

Blond als Schönheitsideal

Blondinen wirken weiblicher. Das geht aus einer Umfrage hervor im Auftrag von Philips Sensual Massagers. Unter 1500 befragten Männer stehen 34 Prozent auf blonde Frauen, 31 Prozent bevorzugen dagegen Brünette. Eine Ursache für dieses Empfinden ist ein höherer Östrogen-Spiegel bei blonden Frauen. Dadurch ist die Nase kleiner, der Kiefer schmaler, die Gesichtszüge weicher und die Körperbehaarung weniger, als bei dunkelhaarigen Frauen.

Die Forschung sucht nach Antworten, warum Blondinen eine Massenhysterie oder zumindest angenehme Erregtheit auslösen können. So geht die Attraktivitätsforschung davon aus, dass blondes Haar als Zeichen der Jugend gilt. Kinder sind häufiger blond, oft dunkelt das Haar mit dem Alter nach. Und Jugend bedeutet Schönheit. Die Forschung nennt dieses Phänomen „Neotonie“: Frauengesichter gelten immer dann als besonders schön, wenn sie dem klassischen Kindchenschema entsprechen.

Für 67 % aller Männer hat die Traumfrau blonde Haare. Doch das Naturblond stirbt aus: Nur noch 2 % der Menschen weltweit - immerhin 10 % in Deutschland - haben blondes Haar. Was in der Natur selten vorkommt, wird zum kostbaren Gut.

Haarfarben in Deutschland: Eine Umfrage

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des IKW (Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V.) hat sich dem Thema gewidmet: Wie beliebt sind welche Haarfarben?

  • „Gut ein Drittel der Umfrageteilnehmenden (35%) mag braune Haare an sich selbst am meisten. Nur knapp dahinter liegt mit 32 Prozent die Farbe Blond. Mit Abstand folgen Schwarz (12%), Grau (12%) und Rot (9%)“.
  • „Die eigene Haarfarbe ist Frauen selten egal - nur 7 Prozent sagen dies. Hingegen ist einem guten Drittel (34%) der Frauen die Haarfarbe des anderen Geschlechts gleichgültig. Umgekehrt sagen dies nur 27 Prozent der Männer über die Haarfarbe von Frauen. Ein Großteil der Männer legt Wert auf die Haarfarbe von Frauen. 43 Prozent der Männer mögen an Frauen am liebsten die Haarfarbe Blond. Bei den Jüngeren sind dies sogar 51 Prozent. 40 Prozent der Frauen sehen an Männern hingegen am liebsten Braun. Unter den 16- bis 29-jährigen Frauen steigt dieser Anteil auf 65 Prozent“.
  • „Die Relevanz der Haarfarbe für Frauen zeigt sich auch in den Ergebnissen rund ums Haare färben, denn über die Hälfte (53%) der Frauen hat aktuell gefärbte Haare. Unter den 16- bis 39-jährigen Frauen haben sogar 60 Prozent gefärbte Haare. Dabei besteht hier eine lange Tradition: 29 Prozent der 30- bis 49-jährigen Frauen färben sich seit 10 bis 20 Jahren die Haare, weitere 17 Prozent seit mehr als 20 Jahren. Nur ein Drittel der Frauen (33%) hat sich noch nie die Haare gefärbt“.

Fazit

Blondes Haar ist mehr als nur eine Haarfarbe. Es ist ein kulturelles Symbol, ein Schönheitsideal und ein Ausdruck von Individualität. Obwohl nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung von Natur aus blond ist, bleibt diese Haarfarbe in vielen Kulturen von Bedeutung.

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